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Magnum (DVD)

So, die ersten Folgen von Magnum sind weggeguckt. Ich bin, ehrlich gesagt, überrascht wie gut man sich die Serie auch nach 30 Jahren und mit den heutigen Sehgewohnheiten noch anschauen kann. Sie ist weder so unfreiwillig peinlich wie Knight Rider oder A-Team noch so schnarchig inszeniert wie Das Model und der Schnüffler oder Hart aber Herzlich.

Im Gegenteil, sie ist nicht nur kaum gealtert, sondern überrascht mich durch ganz neue Bedeutungsebenen. Das liegt nicht (nur) daran, dass ich heute älter bin und den Text (wie wir Wissenschaftler sagen) anders interpretieren kann, sondern auch daran, dass ich zum ersten Mal die ungeschnittene Fassung der Serie sehe. In den 80ern war man nämlich in der ARD der Meinung, man könne dem deutschen Publikum einen ganzen Handlungsstrang nicht zumuten: Den Vietnamkrieg.
Sowohl Thomas Magnum als auch Rick und TC sind Kriegsveteranen, deren Vergangenheit immer wieder in Rückblenden eingeflochten wird und die ihre Handlungen und Motivationen erklären. In der ARD-Fassung wurden nahezu alle Elemente mit Bezug zum Vietnamkrieg entfernt, was in stark unterschiedlichen Laufzeiten der Folgen mündete. Einige Episoden wurden gar nicht erst ausgestrahlt.

Das habe ich irgendwann schonmal gewusst, was mir aber nicht bewusst war: Wieviel da eigentlich geschnippelt wurde. Und aus heutiger Sicht muss ich sagen: Unglaublich viel. Etliche Geschichten dürften ohne den Kriegsbezug so wirken, als ob die Drehbuchautoren eine Horde Affen mit ADHS auf Koks gewesen wären, so sprunghaft und voller Lücken müssen die Storys gewirkt haben.

Von daher muss man RTL danken, dass die in den 90ern eine komplette Neusynchro haben vornehmen lassen. Leider ist nur Norbert Langer (als Magnum) von der Riege der Originalsprecher erhalten geblieben, alle anderen wirken so, als wären sie ein preiswerter Ersatz. Und leider hat RTL die Serie unter Ausschluss der Öffentlichkeit versendet.

Aber egal, nun gibt es ja die DVD-Fassung. Die macht viel Spass. Zwar sind wenige Extras auf den Scheiben, aber die Bildqualität ist wirklich ausgezeichnet für so eine alte Serie.
Witzig ist übrigens der Vorspann des Pilotilms, der noch nicht mit der typischen Erkennungsmelodie aufwartet und ganz im Stil der statischen Vorspänne der 70er daherkommt.

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Magnum & ich

Wahnsinn. Alle 8 Staffeln „Magnum“ (156 Folgen! 7380 Minuten! 123 Stunden!) auf 44 DVDs für aktuell gerade mal 45 Euro (statt sonst zwischen 87 und 120 Euro). Billiger kann man´s nicht mal selbst machen.

Danke an Mick Schnelle für den Tip.


Ich weiß was Sie jetzt denken. Und Sie haben recht.

Ach, Magnum. Lief in meiner Kindheit immer am Sonntag auf N3, aber leider erst gegen kurz vor 22.30 Uhr – viel zu spät, als das ich als 12jähriger das hätte sehen dürfen. In meinem Zimmer stand zwar schon ein 27cm Schwarz-weiß-Fernseher, was damals Luxus war, doch hatte der noch Drehregler und keine Fernbedienung. Zu allem Übel befand er sich auch noch am Fussende meines knarrenden Bettes. Direkt unter meinem Zimmer befand sich das Wohnzimmer der Eltern, und meine Mutter wusste natürlich genau was Sache war, wenn zur Uhrzeit „kurz vor Magnum“ mein Bett knarrte. Den Fernseher vorher anschalten ging auch nicht, da sie um kurz nach 10 ihre Patrouille machte und an der Tür horchte. Und meine Mom war echt ein Fuchs. Sie hatte mich schon mehrfach erwischt – keine Ahnung wie sich sich durch unserer knarrendes und quietschendes Haus schleichen konnte, aber plötzlich war immer mal wieder die Tür aufgeflogen und eine Stimme dröhnte „Guckst Du etwa fern??“ – Wenn ich das verneinte, wurde das Licht ausgmacht – um zu schauen, ob die Mattscheibe des Fernsehers noch nachleuchtete. Das machten die Phosphorbeschichteten Dinger damals, und das war fast immer ein eindeutiges Zeichen, dass das Gerät zuvor in Betrieb gewesen war. Meine Mutter war also schlau wie ein Fuchs und hatte Ohren wie eine Eule. Was also tun?

Letztlich verfiel ich auf folgenden Trick: Ich stellte den Fernseher korrekt ein und schaltete ihn nicht am Schalter aus, sondern zog den Stecker aus der Dose und friemelte mir den zwischen die Zehen des rechten Fußes. Dann rutschte ich im Bett ganz nach unten, so dass ich mit den Füßen die Steckdose erreichen konnte, die dort in der Wand eingelassen war. In dieser Haltung, ganz unten im Bett, Brille auf der Nase, Fernsehstecker zwischen den Zehen, lag ich ganz still und wartete die mütterliche Patrouille ab. War diese durch und die Zeit gekommen, bugsierte ich den Stecker in die Dose. Der schwarz-weiße Bildschirm sprang an, und mit fast unhörbarer Lautstärke erklang die Titelmelodie von… MAGNUM

Selbstredend zog ich bei jedem noch so kleinen Geräusch den Stecker und lag atemlos im Dunkel. Aber der Trick klappte immer wieder, offensichtlich war mein quietschendes Knarrbett DER Indikator für die Aufpasserin.

Am nächsten Tag war ich zwar meist total übermüdet, aber hey, ich war auch der HELD. Wenn ich morgens im Zug zur Schule in allen Details erzählen konnte, was gestern wieder bei Magnum los war, wieviele Frauen er gerettet und wie er sich mit Higgins gezofft hatte – dann hingen meine Klassenkameraden an meinen Lippen und wünschten insgeheim, sie wären so mutig wie ich – der Meister der beweglichen Zehen.

Kategorien: TV-Serie | Schlagwörter: | 5 Kommentare

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