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Motorrad

„Motorradfahren ist meine große Leidenschaft“, hört man oft. Das stimmt bei mir nicht, jedenfalls nicht so.

Motorradfahren ist für mich kein Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zweck. Ich bin als Brot & Butter-Fahrer groß geworden. Die ersten Moppeds wurden bei Wind und Wetter bewegt, weil sie schlicht ein Auto ersetzen mussten. Heute ist das Motorrad eine kostengünstige und intensive Art zum verreisen. Es dient dazu, mich an fremde Orte zu bringen, nicht mehr und nicht weniger. Wenn überhaupt ist also Motorradreisen meine Leidenschaft. Dass Fernreisen auf zwei Rädern viel aufregender und abenteuerlicher sind als mit anderen Verkehrsmitteln, ist allerdings ein SEHR willkommener Nebeneffekt.

Fünf Jahre war ich mit jeweils mehrere Wochen am Stück in Europa unterwegs, immer zwischen 6.500 bis 12.000 Kilometer pro Reise. Allein. Denn was ich nicht mag, auch das habe ich lernen müssen, ist das Fahren mit anderen. Ich bin gerne allein unterwegs, nur ich und das Motorrad.


Moppeds

Die 2003er Kawasaki ZZR 600 (siehe oben) ist eine der letzten ECHTEN Tourensportmaschinen die noch gebaut wurden. Die Kiste hat 100 PS und ist mit 240 Km/h sauschnell, wendig, und gleichzeitig bequem genug zum Reisen, denn viel lieber als auf der Rennstrecke fahre ich lange Touren.

Die Kawasaki habe ich seit 2011. Sie trägt den Namen „Renaissance“, und dieser Name ist Programm: Nachdem ich mich einige Jahre aus den Augen verloren hatte, habe ich durch das Reisen mit dem Motorrad im wahrsten Wortsinn wieder er-fahren wer ich eigentlich bin, was ich kann und was ich mag und was nicht. Das Zeitalter der Renaissance, das war die Rückbesinnung auf den Menschen als Mittelpunkt des eigenen Lebens, und genau das war bei mir die ZZR. Die Kawasaki hat etliche Modifikationen erfahren, vom handgefertigten Gepäcksystem mit unzerstörbaren GIVI-Koffern über eine spezielle Sitzbank bis hin zu allen WLAN-Accesspoint.

Hier gibt es detailliert Infos zur Maschine: Reisemotorrad, Version 2012-2016.

Im Februar 2017 bekam ich einen Rappel und daraufhin die die ZZR eine kleine, große Schwester: Eine 2010er Suzuki V-Strom DL 650 (s.o.), ein echter Reisetourer. Der Grund: Mittlerweile stehen Reiseziele auf meiner Liste, die ich mit der Kawa nicht oder nur unter Risiko erreichen könnte. Für gewisse Dinge ist die ZZR einfach nicht gemacht, die V-Strom aber schon.

Die Suzuki hat ein paar interessante Änderungen erfahren, alle Infos zur Maschine gibt es hier: Reisemotorrad, Version 2017. Leider erwischte ein Autofahrer die V-Strom zu Beginn unserer ersten, echten Reise. Die V-Strom ließ sich zwar reparieren, die Bewährungsprobe steht aber noch aus.

Hier gibt es weitere Blogeinträge mit Motorradbezug, wie Technik, Trainings, Werkstattaufenthalte oder Reisen.

Reisen
Ich schreibe Reisetagebuch hier im Blog, mit Text, Bildern und Videos. Eine Übersicht findet sich unter REISEN. Dort gibt es auch eine Landkarte mit Übernachtungs- und Restauranttips, die ständig aktuell gehalten wird.

Motorradbekleidung
Ich fahre mit einer „Mohawk“ Leder-/Textilkombi von Polo, in der Sympatexversion. Hat sich bei Sonne genauso bewährt wie bei Schee und Regen. Bei starkem Regen kommen „Storm Chaser“ Regenjacke und -Hose darüber.

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In der Kombi stecken die allerneuesten Schaum/Gelprotektoren an den Gelenken und ein vierschichtiger Safemax-Rückenprotektor. Der untere Rücken wird von einem RUKKA D30 Steißbeinprotektor geschützt, der auch als Nierengurt funktioniert.

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Für den Hals kommt ein Multifunktionstuch von PAC zum Einsatz, das notfalls auch als Bandana fungiert.

Zwei Paar Handschuhe reichen für alle Gelegenheiten. 1. Ungefütterte Lederhandschuhe von Reusch für heiße Tage, 2. wasserdichte und mittelwarme Vanucci VTECs. Beides so nicht mehr erhältlich. Wichtig ist aber die richtige Handschuhgröße. Wie man die findet, musste ich mir hart erarbeiten. Hier die Anleitung.

Die Füße stecken in Alpinestars Web-Stiefeln mit Goretex-Membran. Die sind absolut wasserdicht und so sicher, dass sie sogar als Schutzausrüstung für die Rennstrecke zugelassen, dabei aber nicht so klobig wie andere Stiefel. Die passen auch mal unter Jeans und gehen dann als gedeckte Schuhe durch. Außerdem sind sie so leicht, dass man auf Reisen damit auch mal durch Städte laufen oder wandern kann.

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Als Helm kommt ein NOLAN N104 Evo zum Einsatz, der mit einem B5L-Bluetoothsystem ausgerüstet ist. Damit kann er nicht nur mit dem Motorrad kommunizieren, er fungiert auch als Notbremsleuchte. Eine ausführliche Beschreibung hier. Unter dem Helm trage ich einen Gehörschutz von Alpine.

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Zu schätzen gelernt habe ich CoolMax-Trekkingsocken. Die halten die Füße trocken und warm und fangen auch nach mehreren Tagen nicht an zu riechen.

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Ähnlich super, aber nicht ganz so günstig: Unterwäsche aus Merinowolle. Während Funktionsunterwäsche aus Polyester schnell zu stinken beginnt und dann gewaschen werden muss, kann man Merinowäsche einfach auslüften und dann wieder tragen. Großartig!

Um eine kleine Reserve an Bargeld und eine Ersatzkreditkarte mitzuführen hat sich diese Tasche von Eagle Creek bewährt. Sie wird in den Gürtel gehakt und INNEN in der Hose getragen. Der Gürtel selbst hat ebenfalls ein Innenfach für Geld und eine Schnalle aus Kunststoff. Zusammen mit der Kunststoffuhr brauche ich nichts abzulegen und kann einfach so durch Metallscanner durchmarschieren.

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Ausrüstung

Auf Reisen immer dabei: Eine Lumix-Kamera. Die TZ61 schon die vierte, weil dauernd Staub ins Objektiv kommt. Warum ich die trotzdem immer wieder kaufe? Weil es in Sachen Zoom und Nachtaufnahmen nichts besseres gibt.

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Reisetagebuch schreibe ich auf einem ASUS X205 Netbook. Das wiegt nur 900 Gramm, hat aber über 10 Stunden Akkulaufzeit.

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Damit der Rechner im Ausland ins Netz kommt, steckt im Motorrad ein Accesspoint (der aber auch genauso gut in der Jackentasche funktioniert. SIM-Karte rein, zack, Internet. Bis zu 10 Geräte können sich per WLAN ankoppeln. Das Huawei 5377 arbeitet mit UMTS oder LTE mit 150 MBit, hält sechs Stunden im Dauerbetrieb und hat in seinem Inneren eine 128GB MicroSD-Karte, auf der das Teil als Fileserver rumorgeln kann. Dabei wiegt es nur 90 Gramm und passt selbst in kleinste Hosentaschen. Im Sommer steckt das Teil im Motorrad und wird das über USB mit Strom versorgt. Bei Städtereisen habe ich es in der Jackentasche.

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Ein GPS-Logger, ein BT 787. Kann nichts als GPS-Punkte aufzeichnen, aber das bis zu 24 Stunden am Stück. Das Teil läuft auf einem unkaputtbaren Nokia-Akku. Sicher könnte auch das Smartphone GPS-Aufzeichnung machen, aber das jodelt damit recht schnell den Akku leer.

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Das Buch der Bücher, the book to end all books: Ich liebe meinen Kindle Paperwhite. Aktuell sind da über 100 Bücher drauf, Papierbücher meide ich inzwischen. Beleuchtet, 100 Gramm leicht, kann nichts außer Bücher anzeigen. Das Display ist eTinte, das wirkt wie Papier und ermüdet die Augen nicht. Netter Nebeneffekt: Der Akku hält bis zu einem Monat. Klein, leicht, unattraktiv für Diebe. Und falls das Gerät doch gestohlen wird: Egal, die Inhalte sind nicht weg, die liegen immer noch bei Amazon.

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Damnit der ganze Mumpitz auch aufgeladen werden kann, habe ich einen Mehrfachstecker von KOPP dabei. Die Ecken sind abgeschliffen, dadurch ist das der kleinste Mehrfachstecker den es gibt. Daran kommen Mini-Ladegeräte mit mehreren USB-Ports und selbstaufrollende Kabel mit Multisteckern, die können Mikro- und Mini-USB genauso wie Lightning.

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Unterwegs bin ich meist recht sparsam was Essen angeht. Im Zweifel reicht mir ein Tabouleh aus dem Supermarkt. Dafür habe ich dann einen Spork dabei und einen kleinen Faltbecher von Sea2Summit.

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Im Motorradkoffer stecken alle Geräte in wasserdichten Ziplock-Beuteln, die gibt es im Supermarkt bei den Gefrierbeuteln.

Bei Tagestouren mit nur einer oder zwei Übernachtungen hat sich ein 600 Gramm leichter Cabin Max-Rücksack bewährt. Er hat genau die Maße von Billigflieger-Handgepäck. Als Daypack bietet sich ein Sea2Summit Ultrasil-Rucksack an, der ist wasserdicht und zusammengelegt so groß wie eine Kartoffel. Wenn man ihn nicht braucht, steckt man ihn einfach in die Hosentasche.

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Wird evtl. fortgesetzt.

 

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