Hier kommt der Herbst! – Saisonende 2017

Hier kommt der Herbst! – Saisonende 2017

Also höret und lobet das Herbstwiesel, das Euch wissen lĂ€sst, dass nun die Zeit fĂŒr lange Abende bei Netflix und guten BĂŒchern und HeißgetrĂ€nken der eigenen Wahl angebrochen ist! Auf das alles kuschelig sein möge und gemĂŒtliches Einmuckeln zelebriert werde! Auf der Couch rumliegen und Videospiele spielen ist nun keine SĂŒnde mehr, denn die Zeit des Motorrads ist fĂŒr dieses Jahr vorbei! Preiset das Herbstwiesel, das die BlĂ€tter bunt anmalt und alles gemĂŒtlich werden lĂ€sst!

Die Motorradsaison 2017 ist damit offiziell beendet. Wer jetzt nicht mehr fĂ€hrt, muss kein schlechtes Gewissen haben. FĂŒr mich war es die lĂ€ngste und aufregendste Saison seit langem, aber auch die frustrierendste. Es ist viel passiert, fassen wir mal zusammen.

Im Januar kam ich auf die Idee, unbedingt die Tremola fahren zu wollen. Und erstaunlicherweise sah ich mich da nicht auf meiner treuen Kawasaki ZZR 600, der Renaissance, sondern auf einer Reiseenduro.

Folgerichtig verliebte ich mich im Februar spontan in eine fĂŒnf Jahre alte V-Strom, die hier in der Gegend bei einem HĂ€ndler rumstand.

Den ganzen Februar hindurch hibbelte ich rum, wann ich die große Schwarze mit den 36.000 Kilometern auf der Uhr endlich probefahren dĂŒrfte. Als die Temperaturen ĂŒber den Nullpunkt kletterten und der Schnee weg war, erlaubte es der HĂ€ndler endlich.

Am Tag des Kaufs.
Noch am gleichen Tag unterzeichnete ich den Kaufvertrag, und eine Woche spĂ€ter, am 03. MĂ€rz, stand die V-Strom bei mir vor der TĂŒr. Wenige Tage spĂ€ter war sie schon in der Werkstatt meines Vertrauens und wurde umgebaut: Tieferlegung, automatisches Ölsystem, anderer SturzbĂŒgel, Erweiterung des GepĂ€cksystem usw. usf.

Im April dann eine unerwartete Überraschung und DIE Freude des Jahres: Ich konnte ganz unverhofft eine ganze Garage unter dem Haus ĂŒbernehmen. Garagen sind hier auf dem Dorf Mangelware, und dann auch noch direkt unter meinem Wohnzimmer eine zu bekommen, da wurde ein Traum wahr. Seitdem stehen ZZR und V-Strom nicht mehr an der Straße, sondern schön im Trockenen.

Netter Nebenffekt: Ich habe einen RĂŒckzugsort, an dem ich einfach ungestört und geschĂŒtzt vor den Blicken der Nachbarn rumbasteln kann. Wenn man an der Straße stehend schraubt, kommt alle fĂŒnf Minuten ein Otto vorbei und versucht einem ein GesprĂ€ch aufzuzwingen. Die Garage erlaubt Zen-artige Ruhe.

Der Juni war hart. Zu Beginn der ersten, großen Reise wurde die V-Strom von einem Auto umgefahren. Der Trottel von Unfallgegner meldete den Vorfall nicht seiner Versicherung, und so zog sich die Reparatur. Den Großteil des Sommers stand die V-Strom in der Werkstatt, erst Mitte Juli kam sie wieder raus. Immerhin war sie reparabel, und immerhin war es nur Blechschaden. Das war mein erster, echter Unfall mit einem Auto, und ich bin froh, dass mir nichts passiert ist.

Im Juli war das Wetter mies und ich hatte nicht viel zu tun. Ein Regennasser Nachmittag in der Garage bescherte der Renaissance schwarze Leuchten.

Die Maschine hat jetzt kein farbiges Teil mehr an sich und wirkt, als sei sie aus einem Schwarz-Weiß-Film gefallen. Wenn man drauf guckt, hat man das GefĂŒhl, dass die Augen nicht richtig funktionieren, weil in den Grenzen eines ZZR-förmigen Umrisses alles nur grau ist.

SpĂ€ter im Monat kam die V-Strom wieder aus der Werkstatt, und die erste Tour fĂŒhrte nach Bad Orb und von da aus gemeinsam mit Freunden durch den Spessart.

Im August machte ich einen kleinen Ausflug mit der ZZR, der zu einer 1.400 Kilometer langen Tour durchs Saarland, Frankreich und Belgien ausartete. Highlight war der Besuch von Verdun und die dortigen Geschichtslektionen.

Im September ging es dann endlich mit der V-Strom auf Tour, ĂŒber Österreich nach Italien und Retour. Das war toll, fĂŒhlte sich aber eher wie eine erweiterte Probefahrt an. An deren Ende wusste ich genau was alles noch an der Maschine geĂ€ndert werden musste bis wirklich alles passte – aber The Real Thing war es bis dahin noch nicht. Das die Kette völlig fertig war minderte den Fahrspaß erheblich – am Ende wollte ich nur noch nach Hause.

Im Oktober ging die V-Strom wieder in die Werkstatt und bekam einmal alle Verschleißteile neu. Reifen, Kette, BremsbelĂ€ge, Öl, ZĂŒndkerzen, Luftfilter, BremsflĂŒssigkeit, Ventilspiel eingstellt, usw.

Seit vorgestern ist sie wieder zurĂŒck, heute wurde sie geputzt und fĂŒr die Einwinterung fertig gemacht. Die ZZR steht bereits abgedeckt und mit abgelassenen Vergasern daneben.

Die beiden dĂŒrfen jetzt vom Sommer trĂ€umen. In fĂŒnf Monaten wecke ich sie dann aus dem Winterschlaf und prĂ€sentiere ihnen neue PlĂ€ne fĂŒr gemeinsame Touren, die ich ĂŒber den Winter aushecke.

In der Summe: Neues Mopped, Garage, Unfall, Reise mit angezogener Handbremse – die Saison 2017 war teuer und unbefriedigend, aber kein Komplettausfall.

Zeit, mal die Daten der Maschinen auszulesen und auszuwerten. Das war die Motorradsaison 2017 in Zahlen:

Saison

03.03.-22.10.2017

Vorjahre:
03.04.-15.10.2016
08.03.-10.10.2015
29.03.-11.10.2014
20.04.–04.10.2013
06.03.–07.10.2012

Kilometer
Gefahrene Kilometer:
2017: 11.600 (2.061 mit der Renaissance, 9.539 mit der V-Strom)
2016: 9.690
2015: 6.111
2014: 9.715
2013: 9.041
2012: 11.582

Gesamtverbrauch Benzin: 489,40 Liter
Gesamtkosten ĂŒber alles: 5.265,96 Euro

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ZZR 600 “Renaissance”
Baujahr 2003
Kilometerstand: 87.769
Differenz zum Motor: 19.500 Km
Laufleistung Motor: 68.269 km
Gemeinsam zurĂŒckgelegte Strecke seit 2012: 49.561 Km

Verbrauch insgesamt:
2017: 94,16 Liter
2016: 421,32 Liter
2015: 288,82 Liter
2014: 404,32 l
2013: 384,78 l
2012: 507,75 l

Anzahl Betankungen:
2017: 10
2016: 44
2015: 29
2014: 39
2013: 39
2012: 48

Durchschnittsverbrauch auf 100 km:
2017: 4,45 l/100km
2016: 4,46 l/100km
2015: 4,4 l/100km (leicht ungenau, Tacho war fĂŒr 500 km ausgefallen)
2014: 4,15 l/100km
2013: 4,3 l/100Km

Max:
2017: 5,2 l
2016: 5,6 l (bei 200 auf der Bahn)
2015: 5,2 l
2014: 4,9 l
2013: 5,3 l

Min:
2017: 4,1 l
2016: 3,4 l
2015: 3,7 l
2014: 3,6 l
2013: 3,1 l

Kosten
Benzin:
2017: 122,70 €, Durchschnitt 1,303 Euro pro Liter
2016: 601,17 Gesamt, Durchschnitt 1,427 Euro pro Liter
2015: 457,44 €
2014: 679,44 €
2013: 643,83 €
2012: 866,25 €

Ersatzteile, Wartung und Reparaturen:
2017: 00,00 Euro
2016: 2.920,00 Euro
2015: 1.096,81 Euro
2014: 967,33 Euro
2013: 1.764,82 €
2012: 2.021,32 €

Zubehör:
2017: 110,- Euro (neue Blinker und RĂŒcklicht)
2016: 1.086,- Euro (Kleinteile Kleidung, Stiefel, Helm, Kommunikation, neue Bordkamera)
2015: 680,- Navi und RDKS
2014: 140,- Klamotten
2012: 1.800,- (Kleidung, Helm, Navi, GepÀcksystem)

Steuern und Versicherung: 160,-

Gesamtkosten 2017 (alles inkl. Benzin): 392,70 Euro

Kosten pro Km:
2017: 0,21 Euro
2016: 0,48 Euro
2015: 0,35 Euro
2014: 0,17 Euro
2013: 0,26 Euro
2012: 0,39 Euro
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DL 650 V-Strom
Kilometerstand: 45.664
Gekauft Stand: 36.125
Gemeinsam zurĂŒckgelegte Strecke seit MĂ€rz 2017: 9.539 Km

Verbrauch gesamt:
2017: 386,09 Liter

Anzahl Betankungen:
2017: 28

Durchschnittsverbrauch auf 100 km:
2017: 4,4 l/100km

Max:
2017: 5,3 l

Min:
2017: 3,9 l

Kosten
Benzin:
2017: 617,9 €, Durchschnitt 1,52 Euro pro Liter

Kosten fĂŒr Umbauten, Teile, Ersatzteile, Wartung und Reparaturen:
2017: 2.886,38

Zubehör:
2017: 1.308,96

Anmeldung, Steuern und Versicherung: 220,-

Gesamtkosten 2017 (alles inkl. Benzin): 4.873,26 Euro

Kosten pro Km:
2017: 0,51 Euro

13 Kommentare zu „Hier kommt der Herbst! – Saisonende 2017“

  1. Mein Beileid, so ist die Saison doch noch 71 Tage lang. 😉

    Das mit der Garage verstehe ich auf dem Dorf eigentlich weniger, in der Stadt sind die wirklich Mangelware und man hat das GefĂŒhl eher im Lotto zu gewinnen, als eine geeignete Garage zu finden. Tiefgaragen sind weder eine Alternative noch öfter anzutreffen, mal abgesehen von den Preisen.

    Auch wenn unsere Garagen nicht gleich um die Ecke sind, haben wir es noch gut getroffen. Der Standort erlaubt auch mal laut zu sein und vor allem grillen zu können. (könnte man eigentlich auch mal wieder, ist ja bald Advent)

  2. Hehe… Kristallgrillen oder wie?

    Tja, mit den Garagen ist das hier so ein Ding. Auf dem Dorf meinen halt viele Haushalte zwei Autos haben zu mĂŒssen, ein “richtiges” (Passat, SUV oder so eine Loserkarre) und ein “Einkaufsauto” (Polo, Lupo) fĂŒr Mutti. Und viele Garagen stehen voll mit AufsitzrasenmĂ€hern, SchneefrĂ€sen und Whatnot. Echte, nutzbare Garagen werden unter der Hand und fĂŒr 150 Ocken im Monat vermietet, was echt unverschĂ€mt ist. Von daher nehmen sich Stadt und Land nichts, nur dass es hier keine Tiefgaragen gibt.

    1. Ich vermute aber dennoch, dass das VerhĂ€ltnis Garage zu Wohneinheit nicht viel stĂ€rker auseinandergeht als 1:4. Wenn ich so ĂŒberlege welche Garagen es in meinem Kiez gibt, letztens wurde wegen Hausneubau wieder ein kompletter Garagenhof niedergemacht, ist das VerhĂ€ltnis gefĂŒhlt bei 1:1000.

      FrĂŒher lud ich regelmĂ€ĂŸig zum Adventsgrillen, so richtig mit Baum und so, ist mittlerweile aber auch schon lĂ€nger her https://blog.max-fun.de/tag/grill/

  3. Schöner Bericht, schöne Statistik!
    ZZR600 bei mir:
    2017:
    – gefahrene Kilometer: 3661 km
    – Verbrauch (mittel / min / max): 5,76 / 4,54 / 7,46 l/100km
    – Kosten pro km ohne Wertverlust, mit Benzin, Reparatur und Umbauten: 0,59€ (Benzin: 0,08€ / Reparatur: 0,06€ / Rechnungen: 0,45€)

    Viele GrĂŒĂŸe,
    Norbert

  4. Ja, leider kommt der Herbst immer so plötzlich. 😉 Hatte doch gerade erst angefangen, die Saison und man hatte noch so viel vor.

    Da ich die Kosten der Blauen nicht so buchhaltungsmĂ€ssig erfasse, kann ich nur kurz ĂŒber meinen Spritverbrauch berichten: im Schnitt ĂŒbers Jahr 6,52 l/100 km, davon Minimum 5,91 und Maximum 7,72

  5. Mist zu frĂŒh abgeschickt.
    Auch ich habe eine zweite Garage nur im ca. 20 Kilometer entfernten NachbarstĂ€dtchen ergattern können. Zwar ohne Strom, dafĂŒr aber in einem reinen Garagenkomplex (und nicht an ein Wohnhaus gekoppelt) und mit 40,00 €/Monat ein Schnapper.
    Bis vor 2 Jahren (als es mir beruflich noch besser ging) hatte ich in Siegen eine der raren Hallen (eine ehemalige Schlosserei) mit knapp 80 mÂČ und nochmals 25 mÂČ BĂŒro/Lager ergattern können. Allerdings lag die am Schluß auch bei 360,00 €/netto, zzgl. Strom-, Wasser- und MĂŒllgebĂŒhren. DafĂŒr konnte ich schrauben, unterstellen und feiern wie und wann ich wollte. Good old days halt…

  6. Ingo: Ich fahre fahre gerne sehr lange Touren. Da kann man nicht die ganze Zeit am Anschlag unterwegs sein, da fÀhrt man eher vorausschauend und niedertourig. Und weil ich gerne in spÀrlich besiedelten Gegenden unterwegs bin, wo es kaum Ampeln oder sowas gibt, wirkt sich das alles positiv auf den Verbrauch aus. Dazu kommt, dass der Motor extrem gut gewartet und eingestellt ist.

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