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Reisetagebuch (13): Das Ende einer Reise

27 Jan

Im September 2017 ging es auf Tour, erstmals mit der V-Strom 650. Dies ist das Tagebuch der Reise. Heute geht es nach Hause, aber natürlich nicht ohne Hindernisse. Es treten auf: Nebelsuppe, ein Glühwürmchenwald, Berge – und ich mache Bekanstschaft mit einem gewissen Xavier.

Donnerstag, 5. Oktober, San Biagio di Callalta

Ich habe keine Lust mehr und will nur noch nach Hause.
Von diesem Plan hät mich auch das schlechte Wetter nicht ab. Es ist nebelig, und zwar auf die superheftige Art. Als ich die Treppe von den Gästezimmern herunterkomme, bleibe ich im Durchgang zum Frühstücksraum stehen und blicke durch das Eingangsportal der Offiziersvilla. Draußen ist es so nebelig, dass ich kaum bis zum Ende des Weges sehen kann. Nach wenigen Metern verliert die Welt alle Farben und löst sich in ein geisterhaft graues Nichts auf.

Das bleibt tatsächlich auch so während ich frühstücke und mich fertig mache. Kein Wind vertreibt den Nebel, keine Sonne brennt ihn weg. Nachdem ich mich von Sara und Francesco verabschiedet habe, steige ich auf die V-Strom und steuere in das weiße Nichts.

Die erste Herausforderung besteht schon darin, überhaupt als Linksabbieger auf die Regionalstraße zu kommen. Der Verkehr ist in beiden Richtungen dicht, der Nebel spuckt Auto um Auto aus, ein endloser Strom von Fahrzeugen, die aus dem Nebel auftauchen, an mir vorbeischießen und sofort wieder im Grau verschwunden sind. Ob eine Lücke im Strom wirklich eine Lücke ist oder sich gleich das nächste Auto materialisiert, lässt sich nur raten. Gefühlt warte ich minutenlang, dann wage ich es und gebe Gas.

Steine spritzen unter dem Hinterreifen weg, als die V-Strom aus der Einfahrt der Villa herausröhrt, auf die Straße schießt und hart am Mittelstreifen entlang weiter beschleunigt. Der Schnellstart war nötig, im Rückspiegel sehe ich schon wieder einen Fiat, der urplötzlich aus der Nebelwand aufgetaucht ist und mir jetzt auf zwei Zentimetern am Heck hängt. Zum Glück war er nicht superschnell unterwegs. Wäre er es gewesen, hätte er dadurch, dass ich hart an der Straßenmitte fahre, noch rechts an mir vorbeiziehen können.

Bah, in der Nebelsuppe sieht man echt gar nichts, nach vielleicht dreißig Metern ist alles nur noch weiß. Zwar reicht die Distanz gerade noch als Sicherheitsabstand, aber ich fahre gerne etwas vorausschauender als nur bis zu den Rücklichtern des Vordermanns.

Die nächste Herausforderung ist der Berufsverkehr im Veneto. Es geht erstmal über einige kleinere Orte, und obwohl die Pendler hier routiniert das Reissverschlussystem anwenden, steht der Verkehr an den Kreuzungen mehr als das er fließt. Ich bin froh, als Anna uns auf die Autobahn lotst. Der Nebel bleibt zwar, aber auf der Autobahn parallel zur Küste ist der Verkehr viel weniger dicht. Unangenehm ist es aber schon, denn die klamme Nässe kühlt den Körper im Fahrtwind ganz schön aus.

Nach einer Stunde geht es gen Norden. Das merke ich aber nur daran, weil sich der elektronische Kompass auf dem Display des Garmin dreht. In der Nebelsuppe habe ich überhaupt keine Ahnung wo ich bin und fahre nur nach Navi. Als ein Schild für die Abfahrt „Udine“ auftaucht, kann ich zumindest grob verorten wo ich bin. Bald müssen die Berge kommen, die zwischen Italien und Österreich liegen. Und tatsächlich, da sind sie schon.

Der Tank der V-Strom ist fast leer. Ich halte an einer Tankstelle, und ein gut gelaunter Benzinaio lässt laufen. Allerdings nur für 10 Euro, dann hängt er die Zapfpistole weg und grient mich an. Was sollen das?

„Ach, mehr brauchste nicht. Du fährst doch jetzt nach Österreich, oder? Siehste, da ist der Sprit viel billiger. Und mit dem, was ich Dir gerade in den Tank gepackt habe, kommste bis dahin.“

Ich muss grinsen. Motorradfahrer sind deshalb auf dem Motorrad unterwegs, weil sie kein Geld haben und sparen müssen. Hätten sie Geld, wären Sie ja nicht mit einem Motorrad unterwegs, sondern könnten sich ein Auto leisten, oder? – das ist eine weit verbreitete Denkweise – verbreitet unter Menschen, die noch nie Motorrad gefahren sind.

Die Autobahn führt in höhere Lagen, der Nebel bleibt zurück und gibt dafür den Blick auf die aufregende Bergwelt im Dreieck Italien-Österreich-Slowenien preis.

Ich kenne die Gegend hier, bin aber bislang immer die Landstraße gefahren, die sich durch die Täler schlängelt. Das ist äußerst vergnüglich, es gibt viel zu sehen und die Straße ist herrlich kurvig. Die Autobahn ist dagegen langweilig. Die führt auf Brücken über die Tälern hinweg und durch Tunnel durch die Berge hindurch. Öde zu fahren, aber immer noch viel Futter für die Augen, und ich mache schnell viele Kilometer. Dabei fahre ich nicht schneller als maximal 100, und abruptes Beschleunigen vermeide ich komplett – die Kette soll geschont werden. Tatsächlich bin ich sogar schneller als gedacht. Ich hatte mir eine Unterkunft kurz vor Ingolstadt gebucht, und wenn ich so schnell weiterkomme, bin ich dort schon am frühen Nachmittag.

Eigentlich hätte ich ja über den Großglockner zurück nach Deutschland fahren wollen, aber dafür bin ich zu spät dran. Ich habe schlicht das Wetter unterschätzt. Da oben liegt jetzt, Anfang Oktober, bereits wieder Schnee, und die Temperaturen bewegen sich von -4 Grad am Tag bis zu -14 in der Nacht. Wenige Tage noch, dann wird der Pass ganz für den Winter gesperrt werden.

Beim Örtchen Bagni di Lusnizza, kurz vor Malborghetto und rund 25 Kilometer vor der Grenze nach Österreich, gibt es eine Raststätte. Dort kaufe ich ein Pickerl. Es ist die zweite österreichische Mautvignette, die ich auf dieser Reise brauche.

Dann geht es weiter durch die Berge nach Österreich. Die Autobahn führt in einem weiten Bogen um Villach herum. „Ein Fünftel“, denke ich bei mir. Fast elfhundert Kilometer sind es bis nach Hause, etwas über 200 habe ich jetzt geschafft.

Es geht an Orten vorbei, von denen ich noch nie was gehört habe. „Rennweg am Katschberg“, „Leoben“, „Brugg“. Manchmal sind die Namen der Orte auch einfallslos, manche heißen einfach nur „Lamm“ oder „Wald“ oder „Hoch Berg“. Wo da wohl die Inspiration für herkam?

Bei Unterweißburg gibt es mit einem Mal eine Mautstelle, mitten auf der Autobahn. Muss man hier nochmal extra zahlen? Tatsächlich, hier wird eine zusätzliche Streckenmaut erhoben, die Benutzung der Tauernautobahn mit ihrem Tunnel kostet 11,50 Euro. Dafür ist sie aber auch schön zu fahren. Das Wetter spielt mit, und bei strahlendem Sonnenschein und blauen Himmel durch die Bergwelt zu kreuzen ist ein echtes Vergnügen. Es ist kalt, oberhalb von 1.500 Metern sogar SCHWEINEKALT, aber mit der Griffheizung gerade noch aushaltbar.

Ich bin fast alleine auf der Autobahn, und meine Gedanken beginnen zu wandern. Fast drei Wochen war ich jetzt unterwegs. Irgendwie fühlte sich das Ganze an wie eine erweiterte Probefahrt für die V-Strom. Das lag vor allem daran, dass ich fast nur in Gegenden war, die ich schon kannte. Man könnte auch sagen: Ich habe meine Komfortzone nicht verlassen. War aber genau richtig, um das neue Motorrad kennen zu lernen und etwas besser einschätzen zu können, was die V-Strom kann und wo es noch zickt. Während der Fahrt habe ich im Geiste eine Liste geführt, was sich bewährt hat und was anders muss.

Der Änderungsbedarf ist erstaunlich gering. Der Motorschutz muss wieder ab, der nervt und ist vermutlich eh unnütz. Das Relais der Zusatzverkabelung braucht mal Kontaktspray. Und klar, die Kette muss dringend neu. Aber sonst? Bombengerät, die Suzuki. Nicht von der Leistung, die zieht halt keine Wurst vom Teller, aber von der Tourentauglichkeit her. In dem Punkt hat sie alle Erwartungen übertroffen.

Als ich an einem großen Gebirgszug vorbeikomme, der wie ein Klotz aus der Landschaft steht, muss ich Grinsen. Hier geht es zum Wieselstein, verkündet ein Schild.

Kurz vor Salzburg tanke ich direkt an der Autobahn und suche die Toilette auf, dann geht es sofort weiter. Mehr Pause brauche ich nicht. „Zwei Fünftel“, denke ich. 400 Kilometer geschafft, 700 to go.

Diese Fahrt führte mich häufig an bekannte Orte und Gegenden. Neu war Sölden sowie die seltsame Fischfarm in den Bergen bei Collagna und das Südende der Abbruzzen, den Rest kannte ich schon. Langweilig war das aber nicht, im Gegenteil. Ich habe in bekannten Gegenden noch neue Dinge entdeckt. Und vielleicht habe ich es nach diesem aufregenden und arbeitsreichen Jahr wirklich gebraucht, mich mal in die Unaufgeregtheit von Bekanntem fallen zu lassen.

Wenn ich mir überlege, wie runter ich vor drei Wochen mit der Bereifung war und wie es mir im Vergleich dazu jetzt geht, würde ich sagen: Doch, erholt habe ich mich auf alle Fälle. Vor drei Wochen wollte ich mich nur noch unter einer Decke verkriechen und die Couch nicht verlassen, jetzt habe ich den Kopf wieder frei und Energie für Neues. Was will ich mehr? Diese Fahrt war eigentlich mehr eine Reise nach Innen als eine an unbekannte Orte. Und so nervig das Kram mit der Kette auch war, und so unspektakulär das alles jetzt wirken mag: Trotzdem war es schön, so ganz alleine drei Wochen unterwegs zu sein.

Vorbei an Berchtesgarden und Bad Reichenhall geht es, dann geht es aus den Bergen raus. Geschafft, die Alpen wären durchquert! Die Freude währt aber nur kurz, denn als ich aus den Bergen rauskomme, ist es plötzlich sehr windig. Dann stürmt es regelrecht, und hört auch nicht auf, als ich nach Westen an den Alpen entlangsteuere und dann auf Höhe von München nach Norden abbiege.

Im Gegenteil, als ich über einen Teil der A9 fahre, der als „digitale Autobahn“ ausgeschildert ist, dreht der Sturm so richtig auf. Windböen reissen und zerren an der Suzuki und schütteln sie ordentlich durch. Was ich in diesem Moment für einen kleinen, regionalen Sturm halte, ist der Orkan „Xavier“. Der hat zu diesem Zeitpunkt bereits Norddeutschland verwüstet und in ganz Deutschland Bahnstrecken lahmgelegt, tausende Reisende werden die Nacht auf Bahnhöfen verbringen. Davon ahne ich in dem Moment nichts. Wenn ich wüsste, was weiter im Norden abgegangen ist, dann würde meine nächste Entscheidung anders ausgesehen.

Gegen 15.00 Uhr nähere ich mich Ingolstadt, etwas südlich davon habe ich eine Unterkunft gebucht. Mehr als die Hälfte der Strecke habe ich nun geschafft, 600 Kilometer sind schon zurückgelegt. Ich blicke auf die Uhr. Es ist erst kurz vor drei. Eigentlich ist noch zu viel vom Tag übrig, und wenn ich jetzt einfach weiterfahren würde, dann wäre ich in 5 bis 6 Stunden zu Hause. Soll ich mir das antun? Von Venedig nach Südniedersachsen an einem Tag? Das wäre ein wenig verrückt, oder?

Ich befrage meinen Körper, wie nach mittlerweile sieben Stunden auf dem Bock wohl so der Stand der Dinge ist. Alles OK, kommt die Rückmeldung. Ein wenig steife Knie, aber nichts ist ernsthaft verspannt oder schmerzt. Die aufrechte Sitzhaltung auf der V-Strom sorgt für völlig unverspanntes Fahren. Na dann kann ich auch noch weiter fahren. Ich lenke die Barocca auf einen Parkplatz und hebe die Reservierung für die Unterkunft auf.

Während ich das tue, bemerke ich aus den Augenwinkeln eine Bewegung. Ich springe zum Motorrad und kann es gerade noch festhalten bevor es umkippt. Der Wind ist so heftig, dass er dabei war die Maschine umzuwerfen. Notiz an mich selbst: Der Seitenständer muss dringend weiter gekürzt werden. Soll ich wirklich weiterfahren? Ach klar, kann ja nur besser werden.

Wird es natürlich nicht. Als ich vom Parkplatz herunterfahre beginnt es zu regnen. Also gleich wieder drauf auf den nächsten Parkplatz, die Rolle mit der Regenkombi aufgerissen und so schnell, wie das bei dem Sturm möglich ist, die wasserdichten Klamotten übergestreift. Dann geht es weiter.

Der Regen beginnt leicht, wächst sich aber schnell zu einem echten Unwetter aus. Es schüttet wie aus Eimern, und wegen zahlreicher Baustellen und des einsetzenden Feierabendverkehrs geht es nur sehr, sehr langsam voran. Mehrere Stunden sitze ich wie unter einer Dusche, die in einem Windkanal steht. Der Regen peitscht gegen das Motorrad und meinen Körper, der Sturm reißt an der Maschine und an mir herum.

Dreieinhalb Stunden brauche ich bis Würzburg. Kaum liegt die Stadt am Main hinter mir, hört der Regen auf.

Annas Wetterradar zeigt, was für eine Front aus Mistwetter wir gerade gequert haben:

Auf einem Parkplatz halt ich kurz an, esse einen Müsliriegel und schüttele Arme und Beine aus. Die Wolken leuchten golden im Licht der untergehenden Sonne, dann wird es dunkel.

Beim Anfahren höre ich die Kette knacken und rasseln. Im Stillen wiederhole ich, was ich dem Motorrad schon die ganze Zeit verspreche: „Halt durch. Nur noch diese letzte Fahrt. Sobald wir zuhause sind, bekommst Du das volle Pflege- und Wellnessprogramm: Neue Bremsbeläge, neues Öl, neue Zündkerzen, neue Bremsflüssigkeit, und natürlich eine neue, richtig geile Kette. Du musst nur noch 300 Kilometer durchhalten!“

Mit der Dunkelheit kommt die Kälte, und jetzt verspanne ich mich doch. Immer häufiger versuche ich die Sitzposition zu variieren, aber irgendwann schmerzt die rechte Seite um die Hüfte herum super heftig. Seit 11 Stunden sitze ich schon in dieser Position. Noch 200 Kilometer bis nach Hause. Ich halte an und gehe eine Runde über eine Raststätte. Ah, die Bewegung tut gut. Dann setze ich mich wieder auf´s Motorrad. Fast sofort sind die Schmerzen wieder da, und vor Kälte klappernd sitze ich ganz verdreht auf dem Motorrad.

Hundert Kilometer vor zu Hause, bei Bad Hersfeld, sind große Baustellen in den Bergen. Die Autobahn ist an dieser Stelle ohnehin schon kurvig, und baustellenbedingt sind jetzt alle Fahrstreifen einzeln aufgeteilt und in noch mehr Kurven verlegt. Jeder Fahrstreifen ist alle paar Meter mit mit kleinen Reflektoren auf Stoßstangenhöhe markiert. Das ist irritierend, denn es sind Tausende von Reflektoren, und durch die Kurven und Erhebungen der Berge ist der Blickwinkel manchmal so, dass man nur noch ein Meer aus orangefarbenen Lichtern sieht, aber nicht mehr, wo eigentlich die eigene Fahrspur langführt.

Ich bin die Strecke vor einigen Wochen mit dem Auto gefahren, ausgeruht und konzentriert, und fand das hier dennoch verwirrend. Jetzt, mit fast 12 Stunden Fahrzeit auf der Uhr, muss ich ernsthaft kurz bremsen und mich in all dem Geglitzer und Gefunkel umschauen und stark konzentrieren um zu sehen, wo meine Fahrspur weitergeht. Als ich aus diesem Glühwürmchenwald heraus bin, atme ich erleichtert auf. Jetzt ist die Kilometerzahl nur noch zweistellig, und ich zähle in 10km-Schritten runter.

Um Kurz vor 21 Uhr passiere ich das Ortsschild von Göttingen, und wenig später rollt die Barocca in die Garage und kommt neben der ZZR zum stehen. GESCHAFFT!!

Ich falle vom Motorrad und bin dankbar, dass ich wohlbehalten wieder hier bin. 1.061 Kilometer habe ich heute zurückgelegt. An einem Tag von Venedig bis Göttingen mit maximal Tempo 100. Dreizehn Stunden unterwegs, durch einen Orkan und fast ohne Pausen.

Ich trage die Koffer ins Haus, pelle mich aus den Klamotten, hole ein Bier aus dem Kühlschrank und sinke am Küchentisch in mich zusammen. Toll war die Fahrt und die ganze Reise, aber ich bin auch froh wieder mit heiler Haut zu Hause angekommen zu sein.

Am nächsten Tag geht die V-Strom sofort in die Werkstatt, und eine Woche später ist sie wieder in einem Topzustand. Die neue Kette ist von DID und ein verstärktes Modell, das mich nicht so schnell im Stich lassen wird.

Alle Verschliessteile sind neu gemacht worden, und sogar neue Reifen hat sie schon drauf.

Damit ist sie jetzt schon bereit für die nächste Tour. Denn auch wenn sich die letzten 3 Wochen und die dabei zurückgelegten 5.908 Kilometer angefühlt haben wie eine Probefahrt: Schon im Juni 2018 geht es auf eine richtig große Tour, in wirklich unbekannte Gefilde. Und dafür ist die V-Strom genau die richtige Maschine, das weiß ich nun, und freue mich schon auf das nächste Kapitel im Reisetagebuch Motorradtour, das wir 2018 gemeinsam schreiben werden.

Die ganze Reise in der Rückschau:

 
15 Kommentare

Verfasst von - 27. Januar 2018 in Motorrad, Reisen

 

15 Antworten zu “Reisetagebuch (13): Das Ende einer Reise

  1. Bla (@blablog)

    27. Januar 2018 at 07:27

    Wow, was für ein Ritt.

    Das Vorurteil mit den „armen“ Motorradfahrern kannte ich noch gar nicht. Nur, dass Motorradfahren „ein Hobby“ sei, hab ich schon oft gehört und auch nicht verstanden.

    Es freut mich zu lesen und bestärkt meine Meinung und Erfahrung, dass eine Kette, selbst wenn sie sehr ausgelutscht ist, nicht zwingend gleich reißen muss. Warum auch. Damit es dazu nicht kommt, sollte man das Ritzel (und das Kettenblatt) nicht vergessen. Die nutzen gerne, gerade wenn man mit Öhler unterwegs ist, früher ab, als das Ende der Kette naht. Und sie befördern das Ende der Kette. Ein Freund ist mal ohne Ritzelzähne in den Alpen liegen geblieben. Ich war in Dänemark kurz davor, wie ich erst hinterher sah.

    Aber dein Urteil, dass La Barocca „keine Wurst vom Teller zieht“, kann ich mir nur mit der Existenz der Renaissance erklären. Der V2 will gedreht werde, und dann stehen auch die 70(?)PS an und alles ist gut. Meine Alps haben „nur“ einen 50PS V2, eine 650er VStrom habe ich auch schon mal gefahren und ich weiß, wovon ich rede.

    Mir hat dein Reisetagebuch sehr gut gefallen. Nicht nur inhaltlich. Du schreibst so, dass es Spaß macht, auch diese längeren Texte gerne zu lesen. Vielen Dank dafür.

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  2. Silencer

    27. Januar 2018 at 12:33

    Wow, Danke für das Lob! Und Danke für´s mitreisen 🙂

    Ja, Ketten machen wohl so einiges mit, auch wenn sie fertig sind. Ich hätte vorher auch nie gedacht, dass man es SO deutlich merkt, wenn die ihr End-of-Life erreicht haben. Witzigerweise sahen übrigens Kettenblatt und Ritzel noch gut aus, das Blatt hatte allerdings Spiel.

    Und ja, Du hast recht: Ich bin von der ZZR versaut, sowohl was Laufruhe als auch Leistung angeht. Dagegen nimmt sich die V-Strom wie ein Trecker aus 🙂 Ich liebe sie aber trotzdem.

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  3. Olpo Olponator

    27. Januar 2018 at 12:57

    Holla … das Ende war heftig genug, obwohl die Kette nicht brach … 😉
    Ich war ständig versucht, Dir zu schreiben: „Kauf‘ Dir eine D.I.D in VX2 Qualität – die hat X-Ringe statt solche mir O-Querschnitt, die hält länger wegen der besseren Fetthaltigkeit der Gummis und das V steht für verstärkt…“ – aber rechtzeitig fiel mir jedesmal ein, daß dies ein NachDerReiseBericht ist … offenbar hattest Du in der Vorauswahl genau dieses Produkt gewählt … 😉

    Reisebeschreibungen sind immer dann besonders schwierig interessant zu halten, wenn man nur Kilometer macht, also eigentlich fast nix passiert, außer daß Straße verbrannt wird – Du machst das ausgezeichnet und abwechslungsreich, man kann die wenigen Eckpunkte in der Schilderung gut nachvollziehen; es gibt andere, ‚bekanntere‘ Beispiele, die in letzter Zeit echt fad zu lesen wurden und eigentlich nur mehr aus einer Abfolge von seelenlosen, immer gleichen Bildern und uninteressantem Text bestehen, der sich immer häufiger über äußere Umstände beklagt und insgesamt gefühlte IchWeißNichtWiesoIchMirDasAntue-Texte geworden sind – im Gegensatz zu früheren, flotten Berichten…

    Bei manchen scheint das Reisen mit dem Alter mitzu“reifen“; ich hoffe, auf Dich wird dies nicht zutreffen … 😉

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  4. Silencer

    27. Januar 2018 at 20:25

    Ja, genau auf die VX2 war ich scharf. Hätte ich die nicht im Hinerkopf gehabt, dann wäre in Siena irgendeine Kette draufgekommen. Und danke für das Lob 🙂 Du hast recht, Transitetappen sind meist langweilig, deshlab lasse ich die auch oft weg.

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  5. Albrecht Wagenhöfer

    28. Januar 2018 at 09:03

    Die Leistung vom Strömchen reicht m.M. nach völlig aus, man muß nur gegenüber
    „Dicken“ etwas öfter schalten. Dafür kommst du doch in einen Minimalbereich von knapp 4
    Litern? Das sind Werte, welche schon 50er Mopeds verbrauchen können.
    Toller Bericht.

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  6. Olpo Olponator

    28. Januar 2018 at 10:19

    @Silencer:
    Langweilig sind’s vor Allem für Leser. Selbst sitzt man ja immer im Brennpunkt, obwohl auf der Autobahn … naja … Feuchtes/kaltes Wetter ‚hilft‘ dabei ungemein, nicht schläfrig zu werden. Nebel ist eine ganz besondere Angelegenheit … ;-).
    Bei der Ausfahrt aus der Unterkunft wäre ich vielleicht sogar vorerst nach rechts gefahren, um bei nächster Gelegenheit (Ampel oder dgl.) zu wenden. Mir stellen sich beim Schreiben die Nackenhaare auf, wenn ich mir DIESE Situation vorstelle – vielleicht kann man sie erst richtig prickelnd nachfühlen, wenn man sie dem eigenen Nervenkostüm schonmal zugemutet hat – Du warst offenbar wirklich einigermaßen erholt *kicher* …

    @Albrecht: Mit dem ‚richtigen‘ 50erl kommt man nichtmal in die Nähe des 4 Liter-Wertes.
    Meine Ditech braucht ‚auf Tour‘ im Schnitt 2,3 Liter Sprit plus etwa 1 Liter 2T-Öl auf 4000 Kilometer.
    Du schriebst auch ‚können‘ 😉

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  7. Stephan

    28. Januar 2018 at 16:51

    Respekt für diese Schluss-Etappe! Gerade gegen Ende des Urlaubs hätte ich diese wahrscheinlich in 3 Unterabschnitte gestückelt, um den Erholungseffekt nicht gleich wieder zu verbrennen.
    Und vielen Dank fürs „mitnehmen“ auf diese Tour…auch wenn es nicht gerade meine bevorzugte Himmelsrichtung in Europa ist zeigt es doch, was mit der kleinen V-Strom alles möglich ist und dass sie (auch für mich) das perfekte Urlaubs- Motorrad ist.

    Viele Grüße aus Dresden

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  8. Silencer

    29. Januar 2018 at 12:31

    Olpo: Hatte ich in Erwägung gezogen, das rechts Abbiegen. Allerdings hat die Straße in die Richtung auf fast 5 Kilometer keinen Kreisel und keine Ampel, an der man gefahrloser hätte umdrehen können.

    Stephan: Ah, noch ein V-Stromer! Sehr schön!

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  9. kalesco

    31. Januar 2018 at 09:52

    Schön dass du uns wieder mitgenommen hast, danke! Aber diese letzte Etappe, naaa, g’scheit war das net. 😉

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  10. Miki

    1. Februar 2018 at 18:07

    Junge, Junge, nachdem ich hier fertig hatte, hab ich erst gemerkt, dass ich nun beim Lesen ganz verkrampft saß, so spannend war das. Gut, dass du heil angekommen bist wusste man ja, aber ich hab befürchtet, du kackst noch vor Göttingen ab, hättest ja allen Grund gehabt. Respekt. Und danke für deine spannenden Berichte. Schon die Ausfahrt war ja spektakulär… hätte ich in dem Auto dahinter gesessen..ich hätte geschimpft wie ein …. hm…egal. Aber „Organspender“ wär drin vorgekommen! Pass bitte auf dich auf!

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  11. Silencer

    2. Februar 2018 at 09:52

    Kalesco: Tjaaaa, naja. 🙂

    Miki: Und das Schimpfen hätte ich auch verstehen können, das wäre berechtigt gewesen! Aber keine Bange, ich passe schon auf und vermeide unnötige Risiken wo es geht. Du kennst das ja, wer viel unterwegs ist, hat genug gefährliche Situationen, das muss man nicht noch provozieren.

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  12. DL650R

    5. Februar 2018 at 14:59

    Schöner Bericht. Freue mich schon mich abends durch die fast 10 Jahre Blog zu lesen, jetzt wo ich gezwungen bin die Android-Installation auf den HP Touchpads im Familienkreis auf Stabilität zu testen. 🙂

    Zwei Ausstattungsentscheidungen bringen mich aber nun zum neugierigen Nachfragen. Das Erste sind die neuen Reifen. Wofür hast du dich entschieden und warum? Und das Zweite ist die Autobahnplakette. War das nicht eine elende Pfriemelei die wieder abzubekommen zzgl. Kratzern an den Gabelholmen? Oder anders gefragt, hast du dch bewusst gegen die hier entschieden oder gar nicht erst in Erwägung gezogen?

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  13. Silencer

    5. Februar 2018 at 17:09

    Reifen sind wieder Metzeler Tourance Next. Hervorragende Bremswerte, gutes Kurvenverhalten, fahren sich auch nach langen Autobahnetappen nicht eckig. Das sind die für mich ausschlaggebenden Faktoren. Auf der ZZR habe ich Pirelli Angel GTs, die sind ähnlich super.

    So einen Vignettenhalter hatte ich mir angeguckt und die Anschaffung verworfen. Sieht albern aus, und die österreichische Vignette ist aus Folie, die kriegt man rückstandslos und in einem Stück von den pulverbeschichteten Gabelrohren ab.

    Was klebt wie Sau ist die Schweizer Vignette, aber die muss nicht sichtbar angebracht sein, deshalb klebe ich mir die auf den Tank, auf den Teil der von der Sitzbank verdeckt wird.

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  14. zwerch

    10. März 2018 at 17:16

    2017 ist letztlich doch noch gut geworden. Deine Berichte lese ich sehr gerne und „tauche“ in die Reisen ein 😉
    Ich freu mich auf den Bericht in 2018!

    Gefällt 1 Person

     
  15. Silencer

    11. März 2018 at 22:19

    Danke, Mobbedzwerch! Ich freue mich über eine virtuelle Sozia!

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