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Archiv der Kategorie: Gnadenloses Leben

Momentaufnahme: Januar 2018

Herr Silencer im Januar 2018
„…“

Wetter: Anfang des Monats irrsinnig warm, in der ersten Woche pendeln die Temperaturen zwischen 6 und 16 Grad. Dazu Regen, Regen, Regen. Dann kommt am 18. Orkan Friederike und legt Norddeutschland lahm, kurz drauf pendelt das Thermometer um Null Grad, dazu Schnee, Schnee, Schnee, der aber immer gleich wieder taut. Ab der dritten Woche klettern die Temperaturen wieder auf plus 5 bis 10 Grad.

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Lesen:

Michael Wolff: Fire and Fury – Inside the Trump White House
Dieses Buch ist vermutlich bald das auflagenstärkste nach der Bibel, und das ist verständlich – jeder würde gerne bei Trump Fliege an der Wand spielen, und nach eigenem Bekunden hat der Autor genau das getan: Er lungerte im Weißen Haus rum, wurde größtenteils ignoriert und hat zugehört. Dazu noch ein paar Interviews mit Staffern und Bannon, ordentlich atmosphärische Beschreibungen dazu und fertig ist das Erfolgsbuch.

Ich bin mir sehr sicher, das Wolff auch eine Prise Fantasie in den Details hat einfließen lassen – und warum auch nicht, wenn es der Lesbarkeit dient und die wichtigen Dinge stimmen.

Ob das so ist, kann niemand außerhalb des Weißen Hauses prüfen, aber fest steht: Wolffs Schilderungen erklären eine Menge Phänomene, die man von Außen beobachten kann. Damit meine ich nicht die Cheeseburger-im-Bett-Stories, auf die das Buch in den Medien reduziert wird, sondern die Schilderung der Machtzirkel um Trump herum.

Das Ziehen und Zerren von Jared Kushner und Ivanka Trump auf der einen Seite, Bannon auf der anderen und Reince Priebus irgendwo dazwischen. Die Schilderungen der Aktionen dieser Gruppen sind der Kern des Buchs. Beim Lesen insbesondere der Schilderungen von Bannons Doktrin bin ich doppelt dankbar, das der Kerl bei Trump in Ungnade gefallen ist – der hätte sonst noch richtig gefährlich werden können. Empfehlenswerte Lektüre, spannend zu lesen!

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Hören:

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Sehen:

The Good Place (Season 2) [Amazon Video]
Eleanor (Kristen Bell, „Veronica Mars“, „Assassins Creed II“) stirbt bei einem Unfall und wacht im „Good Place“ auf. So erklärt es ihr zumindest Michael (Ted Danson, „Cheers“, „CSI“), aber am Ende von Staffel 1 erfahren wir: Alles gelogen, in Wirklichkeit ist die Dauergrinsende-Glücklich-Nachbarschaft ein Versuch des Bad Place. Die Dämonen wollen mehr Freizeit und versuchen deshalb eine Konstellation schaffen, in der Menschen sich gegenseitig die Hölle bereiten. Nur: Das funktioniert nicht so wie geplant, und nach 816 Neustarts des „Good“ Place muss Michael sich auf einen Deal mit Eleanor einlassen.

Bright [Netflix]
Los Angeles in der Gegenwart, aber einer alternativen Welt: Menschen sind nicht die einzigen Humanoiden, und schon gar nicht die herrschende Spezies. Die Welt wird beherrscht von den schönen und reichen Elfen, die Menschen stehen gesellschaftlich knapp über den in Gangs organisierten Orks. Um deren Inklusionsfähigkeit zu testen, wird ein Ork versuchsweise zum Polizeioffizier gemacht und geht mit Will Smith auf Streife. Das klappt überhaupt nicht und eskaliert, als die beiden Cops in ein magisches Drogenhaus gerufen werden.

Fängt langsam und leicht langweilig an, entfaltet dann einen unheimlichen Sog und lässt einen nicht mehr los: Bright ist ein Film, der voller netter Ideen steckt. Problem dabei ist, dass er sich nicht so ganz entscheiden kann wo er hinwill. Actionthriller? Copmovie? Sozialkritische Dystopie? Am Ende macht er von allem etwas. Die dabei entstehende Mischung ist etwas unfokussiert, aber nett anzuschauen. Dazu tragen auch die wirklich guten Schauspieler bei. Und das Noomi Rapace hier als Ivank-Trump-Lookalike so richtig böse sein darf, ist eine sehr charmante Idee.

Birdman [BluRay]
Riggan Thomas war in den 90ern mal ein Star. In Superheldenfilmen spielte er den „Birdman“, dann ging es mit seiner Karriere bergab. Heute versucht er sich an einer Off-Broadwayinszenierung eines selbstverfassten Theaterstücks. Kurz vor der Premiere geht alles drunter und drüber: Der Hauptdarsteller wird von einem Scheinwerfer erschlagen, der Ersatz ist offensichtlich verrückt, Riggan geht das Geld aus und eine Kritikerin schwört, ihn zu vernichten – weil Leute die Figuren wie „Birdman“ spielen keine Schauspieler seien, sondern lediglich unbegabte Promis. Während Riggan unter dem Druck anfängt zu bröckeln, wird Birdman immer stärker.

Der Film wirkt, als wäre er komplett in einer Einstellung gedreht. Das ist aber schon der eine Trick des Ponys, der Rest ist so Artsy-Fartsy (inkl. Jazzuntermalung!!) das es nervt.

A Kurdish Movie [Vimeo]
Claudio von Planta ist der Kameramann, dem wir „A long Way Round“ und „A long way South“ zu verdanken haben. Dank einer Corwodfundingaktion fährt er jetzt mit einem knorrigen Iren auf Moppeds durch Nordsyrien. Die Reise hat durchaus bewegende Momente, etwa wenn die beiden von einem Polizeipräfekten alte Hondas geschenkt bekommen, oder wenn sie in Frontnähe durch verlassene Geisterorte fahren, an denen man noch sieht, wie viel die syrischen Flüchtlinge zuückgelassen haben.

Was mir nicht gefällt ist der Mangel an Narration. Von Planta hält einfach drauf und schneidet einzelne Szenen zusammenhanglos aneinander. Es gibt kein Voiceover, keine Erklärungen, nicht mal eine Übersichtkarte. Und nach 45 Minuten ist der Film einfach abrupt vorbei. Daran sieht man, dass ein Kameramann noch keinen guten Film macht. Für die 2,95 Euro Leihgebühr, die Vimeo dafür haben möchte, kann man sich das aber durchaus angucken.

Foto: Britta Korkowsky (http://www.thop.uni-goettingen.de)

Shirley Valentine [Theater im OP]
Shirley Bradshaw leert eine Flasche Wein und redet mit der Wand, während sie das Abendessen zubereitet. Donnerstags muss es immer Hackbraten geben, und der muss genau in dem Moment auf dem Tisch stehen, wenn ihr Mann nach Hause kommt. Das ist eigentlich schon alles, was man über das Leben der englischen Unterschichtenhausfrau wissen muss, alles andere kann man sich vorstellen.

Mit Mitte 40 ist sie zu alt für Neues, die Kinder sind aus dem Haus – Shirley Bradshaw wird nur noch für den Hackbraten gebraucht. Da bietet sich plötzlich eine Gelegenheit, dem Stumpfsinn für zwei Wochen zu entfliehen. Eine Freundin bietet Shirley an, sie 14 Tage nach Griechenland zu begleiten. Sie zaudert, aber dann erinnert sie sich an eine Zeit vor der Ehe, als sie noch Shirley Valentine hieß. Am Ende findet sie nicht nur die Kraft, ohne ihren Mann zu verreisen – sie kehrt auch nie in ihr Hackbratenleben zurück.

Das ThoP startet mit einer kleinen, aber sehr feinen Produktion ins neue Jahr. „Shirley Valentine“ ist ein tragkomisches Einpersonenstück, das die Darstellerin Birthe Schulz-Kolling tatsächlich ganz allein stemmt und zwei Stunden lang trägt. Der Stoff überrascht – denkt man nach dem ersten Akt man wüsste, wie alles weitergehen wird, ist die Freude um so größer, wenn Shirley den Ausbruch aus ihrem selbstgemachten Käfigleben schafft.

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Spielen:

Dishonored: Death of the Outsider [PS4]
Billie Lurk, die Kapitänin der „Dreadful Whale“ aus Dishonored II, bekommt von ihrem alten Mentor Daud einen letzten Auftrag: Sie soll für ihn den Outsider töten, jenes allmächtige Wesen, das den „Dishonored“-Protagonisten stets ihre Kräfte gibt. Nur: Wie tötet man einen Gott?

Schön: Dieser Stand-Alone DLC beantwortet Kernfragen der beiden „Dishonored“-Spiele und erklärt, was der Outsider ist und woher er kommt. Serientypisch geschieht das über eine locker in Zwischensequenzen erzählte Geschichte, zwischen der Level voller Schleichen und Erkunden eingeschoben sind. Was zunächst nach billiger McGuffin-Jagd aussieht, entpuppt sich als Stealth-Adventure mit vielen Details und Nebenmissionen.

Unschön: Auch im DLC ist man mehr mit Quicksave und Quickload beschäftigt als mit Spielen. Immersion gibt´s nicht, hier läuft alles auf Trial& Error hinaus, was Geduld erfordert. Dazu kommen Glitches und Designschwächen: NPCs können teilweise durch Wände gucken, was zumindest teilweise mit einer absurden Über-powerung des Spielercharakters ausgeglichen wird.

Netter letzter Teil, reicht jetzt aber auch. Mehr muss nicht.

Außerdem als Wiederholung: Horizon: Zero Dawn Hauptspiel, Assassins Creed Syndicate

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Machen:
Müde sein. Ich freue mich morgens beim Aufstehen schon darauf, abends wieder früh ins Bett zu gehen. Da passt es eigentlich nicht, dass das Dschungelcamp so spät kommt.
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Neues Spielzeug:
Ein weiterer Sensor für Anna. Gebraucht gekauft, ist aber leider in der Post verschütt gegangen.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 31. Januar 2018 in Momentaufnahme

 

Das war das Jahr, das war (2017)

Lange hat es sich angekündigt, nun passierte es: 2017 fühlte sich an wie der Anfang vom Ende

Wenn man morgens die Nachrichtenseiten aufmacht um zu checken, ob der US-Präsident schon den dritten Weltkrieg ausgerufen hat oder ob Nazis durch Berlin marschieren, dann stimmt etwas ernsthaft nicht.

Schon mehrere Jahre fragte ich mich wie lange es noch gut geht, dass die aktuelle politische Generation auf Grundwerten und Solidarität rumtrampelt und daraus Kapital schlägt. 2017 gab es die Quittung dafür: In den USA bereichern Trump und Konsorten ungehemmt und drehen die Uhr zurück in die 50er. In Europa spalten Brexit und fehlende Visionen die Gemeinschaft, Rechtspopulismus wurde salonfähig und gewählt, Länder wie Polen, Ungarn oder auch die Türkei werden in Autokratien umgebaut.

„Die Medien“ machen dabei ziemlich ungehemmt mit. In der Türkei zogen eine Zeitung über die andere her, so lange bis alle im Knast saßen. In den USA gießt FOX Öl in die Leere von Trumps Hirn und stachelt ihn damit weiter an. Jüngst wurden sie dafür zum einflussreichsten Medium gekürt, wozu Trump ihnen umgehend gratulierte. Ob er gerafft hat, dass die den Preis bekommen haben, weil sie IHN beeinflussen? Vermutlich nicht.

In Deutschland sieht es nicht besser aus, hier wird in Kommentarspalten gerade vehement eine Neuauflage der Großen Koalition gefordert, und die Weigerung der SPD als Taktieren und schlimmstenfalls Flucht vor der Verantwortung gewertet. Die meisten Kommentatoren ignorieren dabei völlig die Tatsache, dass eine GroKo in Deutschland keinen Platz mehr für Opposition lässt, damit Demokratie nachhaltig schädigt und am Ende zu solcher Unzufriedenheit führt, dass die Leute bei der nächsten Wahl den Extremen ihre Stimme geben. Ach, alle den Beruf verfehlt, Politiker wie Journalisten, aber ich kann halt nicht alles machen.

Mein persönliches Jahr war geprägt von viel Licht und viel Schatten. Irgendwie Dauermüde, dennoch beruflich erfolgreich, zu gleichen Teilen Freude und Leid an einem neuen Motorrad, dann Leid in der Familie. Ich bin froh, dass das Jahr vorbei ist und freue mich auf das nächste. Fühlt sich gerade an wie „Level durchgespielt, ihr habt größtenteils überlebt, Get Ready for Round 2“.

Und sonst noch?

Worte des Jahres: Menschen sterben, andere werden geboren. Das ist der Kreis des Lebens.

Einschneidendstes Erlebnis:
Der Tod eines Vertrauten.

Zugenommen oder abgenommen? Zugenommen.

Verstörendstes Ereignis:
Der doofe Unfall und seine lange Nachgeschichte.

Bestes Ereignisse: Übernahme der Garage. In Orten weit weg wie ein alter Bekannter begrüßt werden. Neue Freundschaften.

Mehr ausgegeben oder weniger? Mehr.

Mehr bewegt oder weniger? Weniger. Seufz.

Die hirnrissigste Unternehmung? Einen 40PS-Kleinwagen nach Frankreich überführen.

Ort des Jahres? Die Forellenfarm „Trout Lodge“ in den apuanischen Alpen.

Die teuerste Anschaffung? Die V-Strom, ganz klar.

Das leckerste Essen? „Wilddieb“

2017 zum ersten Mal getan? Ein NAS eingerichtet.

2017 nach langer Zeit wieder getan? An einem PC rumgebaut.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Erstarkender Rechtsradikalismus, dumme Nachbarn, Beerdigungen

Gereist? Oh ja.

2017 war in einem Wort…? Urgh (Geräusch das man macht wenn man die Zähne zusammenbeißt und die Luft anhält)

Film des Jahres: Dunkirk

Theaterstück des Jahres: „The Play that goes wrong“ im Duchess Theatre

Musical des Jahres: „Kinky Boots“ im Adelphi Theatre

Podcast des Jahres: GamesPodcast

Spiel des Jahres: War ein ausgezeichnetes Jahr für erstklassige Games. „Uncharted: Lost Legacy“, „Wolfenstein 2“, „Senuas Sacrifice“, „What Remains of Ediths Finch“, um nur ein paar zu nennen. Mein persönliches Game of the Year war aber das unfassbar gut geschrieben, toll designte und zum Verliebenen schöne „Horizon: Zero Dawn“.

Serie des Jahres: American Gods

Buch des Jahres: Ich habe wenige Bücher gelesen, das beste war definitiv Blood, Sweat & Pixels

Ding des Jahres: V-Strom DL 650

Spielzeug des Jahres: Synology DS218+

Enttäuschungen des Jahres: Mass Effect Andromeda

Die schönste Zeit verbracht damit…? In einer Wohnung in Siena zu kochen.

Vorherrschendes Gefühl 2017? Da müssen wir jetzt durch.

Erkenntnis(se) des Jahres: 1. Sowas wie das Dritte Reich kann auch heute noch passieren, überall. 2. Ich bin grau geworden.

In diesem Sinne: Ich wünschen einen guten Start in ein tolles 2018!

Nekrolog:
War dieses Jahr nicht so schlimm wie im vergangenen, was den Kahlschlag der Helden angeht. Im Gegenteil, waren auch einige dabei, wo ich sagen würde: Wurde auch Zeit.
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Verfasst von - 31. Dezember 2017 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Dezember 2017

Herr Silencer im Dezember 2017
„Noch 6 Monate bis Sommersonnenwende.“

Wetter: Pünktlich am 01. Advent fallen 20 Zentimeter Schnee – sehr gemütlich! Dann wird es erst kalt und regnerisch, dann warm und regnerisch. Pünktlich zu Weihnachten ist es mit 10 Grad frühlingshaft und windig.

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Lesen:

Jean-Yves Ferri und Didier Conrad: Asterix in Italien
Obelix hat sich in den Kopf gesetzt Rennfahrer werden zu wollen. Da trifft es sich gut, dass das römische Reich just ein Rennen ausgelobt hat um die Qualität seiner Straßen zu beweisen. Zusammen mit Kumpel Asterix startet der Hinkelsteinhersteller zu einer Wettfahrt quer durch Italien und muss dabei gegen Briten, Römer, Goten, Russen und Kuschiterinnen antreten.

Urvater Uderzo (der gerade 90 geworden ist) hatte die Asterix-Reihe in den letzten Jahren an den Baum gefahren. Spätestens als er außerirdische Mickeymäuse mit Twitterfeeds angreifen ließ war klar, dass der alte Mann nicht mehr wirklich weiß worüber er schreibt, aber generell mal gegen die Welt von heute ist.

Mit den neuen Autoren hat sich das zum Glück geändert. Der Zeichenstil ist eine 1:1 Kopie des klassischen Asterix-Stils, wie er seit den 70ern gepflegt wird, aber die Story ist wieder liebenswert, naiv und lustig. „Asterix in Italien“ ist so, wie ich ihn aus meiner Kindheit kenne: Mit lustigen Wimmelbildern und Karikaturen und leicht zu folgender Handlung. Letztlich zwar belanglos, aber ganz witzig. Mehr erwarte ich gar nicht.

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Hören:

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Sehen:

The Good Place (Season 1) [Amazon Video]
Eleanor (Kristen Bell, „Veronica Mars“, „Assassins Creed II“) stirbt bei einem Unfall und wacht im „Good Place“ auf. So erklärt es ihr zumindest Michael (Ted Danson, „Cheers“, „CSI“) als er sie voller Stolz durch den von ihm geplanten Ort im Jenseits führt. Die Vorortnachbarschaft wird nur von den besten und reinsten Seelen bevölkert, die allesamt ihren Seelenpartner gefunden haben, den ganzen Tag lächelnd durch die Gegend laufen und sich voll lieb haben.

Das Problem dabei: Der Neuzugang ist weder eine gute Seele noch war sie ein guter Mensch, ganz im Gegenteil. Eleanor war eine stinkstiefelige white Trash Bitch, die nur durch ein dummes Versehen im „Good Place“ gelandet ist. Nun ist sie von den ganzen guten Menschen im Himmel tödlich angenervt. Die Anwesenheit einer zynischen Seele führt zu Problemen: Der gute Ort bekommt Fehlfunktionen, gigantische Shrimps fallen vom Himmel, Höllenschlunde öffnen sich unvermittelt und die ortseigene Siri spackt ab. Während Michael nach dem Grund für die Katastrophen sucht, muss sich Eleanor anstrengen zu verbergen, das sie hier eigentlich nicht hin gehört.

„Höher schneller weiter“ scheint bei Serien ja aktuell zu gelten. Immer monströser die Budgets, immer größer die Casts und die Namen der Stars. „The Good Place“ ist das genaue Gegenteil: In nur einem Set gedreht, ein Kern-Cast aus nur 6 Personen. Die Schauspieler sind großartig: Ted Danson als leicht trotteliger Engel ist super, Kristen Bell kann endlich noch zynischer als in „Veronica Mars“ ihre böse Seite ausleben und die Nebencharaktere sind allesamt gut besetzt.

Die mit 13 Folgen recht kurze Staffel, die Episodenlänge von nur 20 Minuten und die fantastischen Drehbücher sorgen dafür, dass überhaupt keine Durchhänger entstehen. Im Gegenteil: Immer, wenn man denkt man habe verstanden, worum es eigentlich geht, dreht die Serie alles um 90 Grad, spätestens ab Folge 5 ist das oben geschilderte Szenario nicht mehr Grundlage der Serie. Scheint es anfangs, als würde sich die gesamte Story um Eleanor drehen, rücken plötzlich andere Charaktere in den Vordergrund um andere Fragen abzuhandeln und die Serie weiterzutragen.

Kern von Staffel 1 ist am ehesten die Erforschung der Frage „Wann ist man eigentlich „gut“?“. Ist die Charitylady eine gute Person, weil sie ihr ganzes Leben Spenden für Arme gesammelt hat? Oder zählt das nicht, weil sie das nur getan hat um ihre Schwester auszustechen? Dieser Kernfrage wird mit großem Witz zuleibe gerückt. Allein als die Leitung des „Bad Place“ auftaucht und „Böse Politikerreden-Karaoke spielt, musste ich mehrfach lauthals loslachen. Die große, größte Überraschung kommt dann am Ende von Staffel 1 und lässt einen mit offenem Mund zurück. Da Staffel 2 schon verfügbar ist, ist es zumindest kein totaler Cliffhanger.

In der Summe würde ich sagen: Innovativste Serien seit Jahren, aber nicht für jeden geeignet. Unter den Jensseitsserien ist „Good Place“ nicht so stylisch oder überdreht wie „Pushing Daisies“ und nicht so muffelig langweilig wie „Dead Like me“. Fans der beiden Serien (oder Verehrer von Kristen Bell) werden „Good Place“ lieben, alle anderen können zumindest mal einen Blick drauf werfen.

Baby Driver [BluRay]
Der junge Baby steht in der Schuld von Kevin Spacey, deshalb muss er Fluchtwagen für dessen Banküberfälle fahren. Als seine Kollegen immer bösartiger und durchgeknallter werden, bringt das Baby dazu sein Leben zu überdenken. Da er darin nicht der schnellste ist, geht das ganze südwärts.

OK, die Story passt auf einen Bierdeckel, das besondere ist hier was anderes: Nahezu alle Actionszenen sind passgenau auf die Musik geschnitten. Storyvehikel dafür ist, dass Baby einen Tinnitus hat, den er dadurch überspielt, dass er ständig Musik hört. Daher läuft, ballert und fährt hier alles im Takt der Musik. Dafür gibt es ein Fleißsternchen, der Rest ist nett – aber warum der Film so dermaßen von der Kritik gehyped wurde, erschliesst sich mir nicht ganz, denn letztlich ist das ganze recht dumm.

Star Wars: The Last Jedi [Kino]
Ausführliche Besprechung hier.

Hexenschuss [Theater im OP]
England, in den prüden 50ern: Gelangweilte Hausfrau holt sich Lover ins Haus, der verrenkt sich den Rücken, fällt in die Badewanne und kann sich nicht mehr bewegen. Dummerweise kommt der Ehemann nach Hause, mit ganz anderen Sorgen im Gepäck, in Form einer zugedröhnten und liebestollen Stewardess. Und dann ist da noch der ständig mampfende Klavierstimmer.

Uuuuund noch eine Screwball-Komödie am ThOP, damit haben die es dieses Jahr echt. „Hexenschuss“ folgt zwar klassischen Mustern und lässt kein Klischee aus, ist aber dennoch eine der lustigeren. Das liegt an den netten Ideen der Regie, aber auch an der durchgehend guten Leistung der Darsteller. Mit zweieinhalb Stunden ist es lediglich mindestens 30 Minuten zu lang, aber hey, für eine lustigen Abend ist das OK.

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Spielen:

Horizon: Zero Dawn. The Frozen Wilds.
Die Zivilisation ist zerfallen, Städte sind nur noch Ruinen, die primitive Menschen ziehen durch die verheerte Landschaft. Aber genug von Sachsen, jetzt zum DLC von „Horizon: Zero Dawn“.

Seltsame Geschichten erzählt man sich ein Tal im Norden. Die Maschinentiere dort seien bösartig geworden und Berge würden Feuer spucken. Jägerin Aloy macht sich auf und wandert über die schneebedeckten Pässe der Gebirge, um auf die Stämme der Banuk zu treffen. Die berichten von einem Dämon, der die Tiere des Nordens stark und aggressiv macht und von ganz neue Tierarten, die Jagd auf die Jäger machen.

Eine bessere Sci-Fi-Geschichte als in dem, im Februar erschienenen, „Horizon: Zero Dawn“ ist in den letzten 10 Jahren nicht erzählt worden, weder in Büchern noch in Filmen oder Spielen. „Frozen Wilds“ knüpft nicht an das Ende von Aloys Geschichte an, sondern spielt kurz davor und passt sich perfekt in das Hauptspiel ein. Am Ende der Suche hat Aloy eine neue Verbündete.

Bis es soweit ist, verbringt man rund 30 Stunden mit „More of the same“ aus jagen, handeln und spannenden Missionen. Auch die Dualität funktioniert noch, selbst wenn man den Twist des Hauptspiels schon kennt. Wenn Aloy „Metallvögel“ in einem unterirdischen Bunker findet und damit nichts anfangen kann, oder gar nicht begreift, was Vulkane und Yellowstone miteinander zu tun haben weiß man als Spieler, was Reaperdrohnen sind und warum der Yellowstone stabilisiert werden musste. Die Kluft zwischen dem Wissen des Spielcharakters und des Spielers hat immer noch seinen Reiz.

Unter Level 40 und ohne die Shieldweaver-Rüstung sollte man sich allerdings nicht in den Norden trauen, dazu ist er zu rau. Wer sich dorthin wagt, wird schon optisch belohnt. Die gefrorene Wildnis ist wunderschön in Szene gesetzt: Verharschte Schneefelder glitzern im Sonnenlicht, Pulverschnee wird über Bergkämme gewirbelt und Geysire dampfen am Rand von farbigen Seen. Die Landschaft ist so schön, dass man oft einfach stehenbleiben und sich in Ruhe umschauen möchte. Dafür bleibt aber nicht viel Zeit, denn neue Maschinentypen und urige Menschencharaktere beschäftigen einen ständig. „Frozen Wilds“ ist viel DLC für´s Geld und gibt Hoffnung, dass Hersteller Guerilla Games den Zauber des Hauptspiels in einem echten Sequel wiederholen kann.

Ausserdem gespielt: Horizon: Zero Dawn Hauptspiel

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Machen:
Erst viel Arbeit, dann über Weihnachten: Nüscht.

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Neues Spielzeug:
FritzBox 7580, noch eine Folge des Derangements.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 28. Dezember 2017 in Momentaufnahme

 

Google weiß, was ich letzten Sommer getan habe

Es begab sich irgendwann im Spätsommer: Der Akku des Telefons schien sich schneller zu leeren als sonst. Das passiert manchmal, meist ist irgendeine App schuld, die nach einem Update buggy ist und im Hintergrund Amok läuft. Meist gibt sich das nach einiger Zeit und einem Update.

Diesmal nicht. Der Akkuverbrauch blieb über Wochen konstant hoch. Im Oktober ging mir das Ganze so auf den Sacque, dass ich mal nachforschte. Tatsächlich war es Google Maps, was im Hintergrund ständig den Standort abfragte. Ich griff zur Brachialmaßnahme und entzog der App die Rechte für Standortzugriff, dann war der Spuk vorbei.

Bis heute glaubte ich an einen Fehler im Zusammenspiel mit Apples iOS. Bis ich gerade in der Desktopversion von Google Maps den Eintrag „Meine Zeitachse“ fand. Kannte ich nicht, also mal angeklickt und – Boom: Bewegungsprofile für jeden Tag, von April bis Oktober. Für jeden Tag ist fein säuberlich gespeichert, wann ich wo war und wie lange ich mich dort aufgehalten habe, inkl präziser Adresse oder Bezeichnung des Standorts. Der Mitfahrerparkplatz in Wiesloch-Rauenberg am 02. Juni? Jetzt kann ich nachschlagen, wie lange ich dort nach dem Unfall auf den Abschleppdienst gewartet habe.

Das die Profile überhaupt gespeichert werden ist wohl ein wenig bekannter Nebeneffekt der Funktion „Standort teilen“ in Google Maps. Ähnlich wie „Freunde“ in iOS teilt man darüber den eigenen Standort mit ausgewählten Personen. Anders als in „Freunde“ wird der Standort aber nicht nur abgefragt und übertragen wenn die ausgewählten Personen die App nutzen, sondern permanent. Und die permanente Übertragung wird von Google mitgeschnitten und gespeichert. Vermutlich steht das sogar irgendwo im Kleingedruckten, dass man abgenickt hat, aber ernsthaft, Google: WTF?

Die Suchmaschine ist mittlerweile ja für vieles gut, aber das man googlen kann, wo man wann was gemacht hat – nein.
Einfach nur: Nein.

 
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Verfasst von - 18. Dezember 2017 in Ganz Kurz, Gnadenloses Leben

 

Momentaufnahme: November 2017

Herr Silencer im November 2017
„…und gleich ist wieder Weihnachten!“

Wetter: Grau, Regen, kalt – der Monat startet mit nachts 4, tagsüber 6 Grad Celsius. Dann wird es kälter und dunkler, zur Monatsmitte nähern wir uns zum ersten Mal dem Gefrierpunkt. Unerwartet kommen um den 20. noch einmal Sonnenschein und 15 Grad um die Ecke, aber nicht lange – am Ende des Monats kommen wir bei 2 Grad und SChneefall an.

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Lesen:

Dan Brown: Origin
Ein unermesslich reicher, unglaublich cooler, so schöner, unfassbar intelligenter und gut riechender Mensch verkündet den Religionsführern der Welt, dass er in einem Monat irgendwas veröffentlichen wird, das sämtliche Glaubenssysteme auf der Welt zerstören kann. Folgerichtig ist er eine Woche später tot. Nur gut das Tom Hanks, der 1,80 große, Tweedsakko tragende Symbololologe mit dem fotografischen Gedächtnis, der Mentor des toten Typen war. Zusammen mit einer superschönen Spanierin und einer britischen KI macht sich Hanks daran rauszufinden, was denn jetzt eigentlich so wichtig war.

Ich gebe es zu: Ich war mal ein Riesen Fan von Dan-Brown-Romanen, mittlerweile ertrage ich die nur noch unter Schmerzen. Woran das liegt? Ganz einfach: Brown ist kein guter Autor. Seine Bücher sind immer nach dem gleichen Muster zusammengeklebt: Die gleichen, mit der Kettensäge aus Holz geschnitzten Figuren tauchen in jedem Werk auf: Das große Geheimnis. Ein Mord. Langdons unwahrscheinliche Verbindung dazu. Die Schnitzeljagd rund um die Welt. Grützedoofe Nebencharaktere. Der (religiös motivierte) Killer auf seiner Fährte. Die hübsche Doofe, die nur mit Langdon flüchtet, damit er ihr die ganze Zeit die Handlung mansplainen kann. Letztlich bleibt immer nur die – zugegebenermaßen stets gut geklaute – Grundidee, die auf den letzten Seiten als Storytwist daherkommt, aber in einem Haufen zusammenhangloser Episoden ohne Bezug zueinander untergeht. Seit dem Erfolg von „Sakrileg“ traut sich anscheinend auch kein Lektor mehr an sein Geschreibsel, anders sind die nachgerade albernen Charaktere und die adjektivüberladenen Beschreibungen nicht zu erklären. Ob der obligatorische Twist am Ende die Qual der Brown´schen Prosa wert ist, kann ich aktuell noch nicht sagen – ich komme mit dem Dinge einfach nicht zu Ende.

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Hören:

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Sehen:

Frau Müller muss weg [Theater im OP]
Helikopter-Eltern fordern eine Grundschullehrerin auf ihre Klasse abzugeben. Sie würde die Kinder überfordern, und dabei stehen doch die Zeugnisse für weiterführende Schulen bevor.

Selten so viel gelacht im Theater. Eltern, die allen anderen und nur nicht sich selbst Schuld an ihren missratenen Gören geben und sich im Verlauf eines Abends gegenseitig zerfleischen. Tolles Ausgangsmaterial, super gespielt.

Justice League [Kino]
Superman ist tot, die Welt hat alle Hoffnung verloren. Außerdem sind Aliens hinter drei Lootboxen her, die irgendwo auf der Erde rumgammeln. Irgendwie riecht Batman das und kommt auf die abwegige Idee ein Team zu gründen, um die Welt gegen einen CGI-Aushilfsteufel zu verteidigen. Doof nur, das ihm dafür nur so Ottos wie Wasserman, Blitzjunge, ein Zombie und ein depressiver Cyborg zur Seite stehen.

Ach, es ist wie meistens bei DC-Comicverfilmungen. „Justice League“ ist der übliche, schlechte Zak Snyder-Unfug, der sich damit nahtlos in den Lattendoofen und nicht mal unterhaltsamen Quatsch wie „Man of Steel“ und „Batman v. Superman“ einreiht. Anders als bei Konkurrent Marvel gibt es bei DC keine Vision, keinen Plan, keine Aussage, keine Charaktere, kein Gefühl. Eben ein typischer Zac Snyder-Film. Allerdings stieg der Nazieulenfilmmann kurz vor Ende aus, und Joss „Avengers“ Whedon sollte es richten.

Das hat nicht so richtig geklappt. Snyder-typisch ist der ganze Film ist eine einzige, zusammenhanglose Aneinanderreihung von dummen Szenen. Die sind stellenweise nett gefilmt, manchmal aber auch einfach schlecht getrickst, Sinn ergibt das Ganze aber nicht.

An manchen Stellen merkt man, dass Whedon versucht hat durch Nachdrehs sinnvolle Dialoge unterzubringen – aber das ändert nichts am Resultat. DC schafft es nicht, die Figuren aus den 1940er Jahren spannend und sinnvoll in die Gegenwart zu bringen. „Supermann“ mag vor 80 Jahren gerockt haben, heute ist die Figur so charakterlos und langweilig, dass man sie hätte im Grab lassen sollen. „Batman“ in der Snyderversion ist nachgerade albern, kein Vergleich zu Nolans düsteren „Dark Knight“. Die einzig coole und funktionierende Figur ist ausgerechnet Gal Gadots „Wonderwoman“, die Szenen voller Wucht hat und ausnahmslos immr rockt, wenn sie auf der Leinwand ist. Aber der Charakter wurde auch von Patti Jenkins transponiert – einer Regisseurin mit einer Vision, die über Nazieulen hinausgeht.

Transformers – The Last Knight [PSN]
Warum kommen die Transformers immer wieder? Anthony Hopkins weiß es: Weil irgendso ein Dings auf der Erde versteckt ist, das voll wichtig ist. Die Jagd auf das Dings ist diesmal schwerer, weil eine Metalische Optimus Prime umgepolt hat.

Ich würde ja sagen: Die Transformers kommen immer wieder, weil das Krachbumm-Spektakel an den Kinokassen so viel Kohle macht. „The Last knight“ ist inhaltlich und wirtschaftlich zwar der schwächste Film der Reihe, war aber in China so beliebt, dass eine weitere Fortsetzung bestimmt kommt. Und warum auch nicht? Riesenroboter, schöne Menschen, hektische Krawallaction und dazu Michael Bays pompöse Bildkreationen funktionieren fast immer. Worum es am Ende ging? Egal. Das einzige was hängenbleiben wird, sind Transformers, die im zweiten Weltkrieg Nazis umbringen.

Despicable Me 3 [PSN]
Der ehemalige Superschurke Gru arbeitet mittlerweile als Geheimagent für die guten und kann damit sein Bösewicht-Reihenhaus halten und seine drei Adoptivtöchter versorgen. Das ändert sich, als er nach einem verpatzten Auftrag gefeuert wird. Es fügt sich, das kriminelle Verwandschaft auftaucht und auch die Minions endlich wieder richtig böse sein wollen. Gru gerät in Versuchung.

Ah, herrlich. Wirklich, ganz, ganz große Kunst. Dieser Film dreht erzählerisch und grafisch alle Regler auf 11. Allein die Animationen sind so fein beobachtet und umgesetzt, dass selbst kleinste Nuancen der Charaktere in Körpersprache rüberkommen. Auch storytechnisch bleibt einem ständig der Mund offen stehen. Besonders als Kind der 80er wird man immer wieder rufen: „Ja! Genau so war das damals!“

Thor: Ragnarok [Kino]
Hela, die Göttin des Todes, wird aus ihrem Gefängnis befreit. Ihr Ziel: Alles unterjochen. Und das sie mächtiger ist als Thor und Hulk zusammen, kann sie auch keiner aufhalten.

Wow. Ein Marvelfilm mit Humor und cooler Geschichte. Cate Blanchett als superböser Catsuit-Göttin könnte ich stundenlang zusehen, und Jeff Goldblums Schauspiel ist die beste Performance, die ich je von ihm gesehen habe. Genervt hat mich nur das quietschige Weltdesign auf dem Schrottplaneten, ein kleiner Hänger im Mittelteil und das echt schlechte CGI in manchen Szenen, insbesondere den von New York nach Norwegen exportierten. Dennoch großer Spaß und definitiv der beste Marvel Film in diesem Jahr.

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Spielen:

Wolfenstein: The new Colossus
Das Jahr 1960: Die Nazis haben den Krieg gewonnen. In den USA hat sich der weiße Mittelstand mit der Ideologie der Besatz schnell arrangieren können, nennenswerten Widerstand gibt es nicht. Den versucht nun BJ Blaskowicz zu organisieren. Problem dabei: Nach der finalen Konfrontation mit General Strasse ist Blaskowiczs Körper hinüber, er kann nicht mehr laufen, die Organe versagen. Lediglich ein Da´at Ychud-Anzug hält ihn noch am Leben. In der wenigen Zeit die ihm bleibt, versucht er die Welt zu verbessern und findet verbündete in jenen, die vom Naziregime gejagt und unterdrückt werden: Farbige, Behinderte, Frauen. Am meisten macht ihm dabei zu schaffen, dass er die Geburt seiner Kinder nicht mehr erleben wird.

Woah, viel Stoff für einen Shooter. Und tatsächlich ist „Wolfenstein II“ viel mehr als ein Ballergame. Das liegt an der überbordenden Story, die kohärent und in zusammengenommen sicher zwei Stunden langen Zwischensequenzen toll verfilmt und mit Over-the-Top-Charakteren erzählt wird, inkl. Beziehungsdramen und Tarantino-haften Einschüben. Das liegt an dem gruseligen Szenario, in dem Nazisoldaten in den Straßen amerikanischer Kleinstädte die Geschichtskenntnisse von Klu-Klux-Klan-Anhängern abfragen. Das liegt auch am gnadenlosen Antifaschismus des Spiels: Nazis werde hier nie glorifiziert, und das Statement des Spiels ist beunruhigend: So lange es die weiße Mittelschicht nicht selber trifft, arrangiert sie sich mit allem.

Wolfenstein entfaltet seine Wucht auch über die Schauplätze: Planet Venus! Fliegende Flugzeugträger! Ein verstrahltes New York! Roswell!. Was leider nur so mittel funktioniert ist das Gameplay. Wolfenstein II ist schon auf der mittleren Stufe viel zu schwer, selbst beim vorsichtigen Schleichen wird man ständig entdeckt und stirbt tausend Tode. Auf der einfachsten Stufe ist es dann aber gleich zu leicht und bietet gar keine Herausforderung mehr. Irgendwas stimmt da mit der Balance nicht. Ist aber egal, weil: Sehr gutes Spiel, viel Spaß dran gehabt.

Assassins Creed: Origins
Ägypten, 49 vor Christus: Bayek ist ein Medjay, eine Art Sheriff. Als solcher soll er eigentlich auf seinem Kamel von Oase zu Oase reiten und Leuten helfen, aber Bayek hat anderes im Sinn. Seitdem maskierte Nobelmänner seinen Sohn getötet haben, spürt er einer Verschwörung hinterher, in der auch der Kindpharaoh Ptolemäus verstrickt zu sein scheint. Zum Glück unterstützt Ptolemäus´ Schwester und Gemahlin (!) Kleopatra den Medjay bei seinem Feldzug. Das Bayeks Frau Aya für Kleopatra Geheimaufträge im Ausland erledigt, passt sich das ganz gut.

Uh. Was. Ist. Das. Denn.
Einerseits ist AC:O ein wunderschönes Spiel: Das komplette Ägypten ist simuliert, mit Wüsten, Pyramiden, Oasen und dem fruchtbaren Nilufer. Große Städte wie Memphis und Alexandria sind nachgebaut, es gibt einen Tag-/Nachtwechsel, Wasser-, Tier- und Pflanzenwelt ist wundervoll und wirklich fotoralistisch gestaltet. Wüsten, Berge, Oasen…. darin kann man sich verlieren, das ist ausnahmslos toll. Kein Wunder, das Spiel ist von den gleichen Leuten, die auch schon das hübsche „Black Flag“ gemacht haben. Hier ist die Schönheit gut zu sehen:

In dieser schönen und lebendigen Welt stehen NPC rum die allesamt aussehen als hätten sie schlimme Autounfälle gehabt. Pottehässliche und leblose Gesichter, Animationen aus dem Holzbaukasten. Apropos Baukasten: Aus dem sind auch die Nebenmissionen, die man jetzt absolvieren MUSS, denn AC:O nutzt ein RPG-System. Das ist nett und fühlt sich in den besten Momenten sehr nach „Witcher III“ an, erreicht aber nie die Tiefe des Vorbilds.

Die Nebenmissionen sind allesamt uninteressant und werden von den jammerlappigen, hässlichen NPCs overacted vorgetragen – das war das erste Mal, dass ich Dialoge beständig einfach abgebrochen habe, weil sie nervig und dumm waren, und mir einfach nur auf der Karte das Missionsziel anzeigen ließ. Was folgt, ist immer das gleiche: Geh dahin, untersuch den Tatort, verhaue Römer oder Krokodile. Letztlich bleibt nur ein Gefühl von repetitiven Grind – der sich „dank“ Mikrotransaktionen abkürzen lässt: Durch das Einwerfen von Echtgeld lässt sich Spielfortschritt erkaufen, und auch eine dieser verdammenswerten Lootboxmechaniken ist vorhanden. Die stört zwar im Spiel nicht, aber trotzdem: Das ist Glücksspiel und damit verdammenswert und bäh.

Das Design der Hauptmissionen ist besser, aber sie sind zu selten um eine zusammenhängende Narration zu ergeben. Da die Charaktere, inklusive Bayek, flach gezeichnet sind und sich inkonsistent verhalten, ist die Geschichte bis zum letzten Drittel der Laufzeit egal. Dann dreht die Story etwas auf, ist unlogisch und dann ratzfatz vorbei. Das Finale spielt man nicht mal mit der Figur, die man so mühsam hochgelevelt hat – WTF?! Immerhin wird die Gründung der Assasinen befriedigend und mit einem netten Twist erklärt. Das lässt einen durchaus zufrieden aus dem Spiel gehen, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass „Origins“ das gleiche Problem hat wie „Black Flag“.

Das war auch toll anzusehen, aber weil alles andere letztlich egal war, war es es kein besonders Gutes Spiel – und ein echt schlechtes Assassins Creed. Was ebenfalls gelitten hat sind die Gamemechaniken. Assassins Creed setzte immer auf schleichen, klettern und kämpfen, wobei schleichen nie gut funktionierte. In „Origins“ funktioniert schleichen sehr gut, dafür sind Parcours und Kampf kaputt. Statt auf ein „Arkham“-Kampfsystem setzt man auf das von Dark Souls, minus dessen Agilität. Die Folge: In Kämpfen lässt sich die Figur nicht kontrolliert und direkt steuern, ständig macht sie was sie will. Damit verkommen Kämpfe zu dummem Buttonmashing. Und weil es allen Ernstes Bossgegner gibt, geht der Spielspaß in den Keller.

„Origins“ ist die Kardashian unter den Assassins Creeds: Hübsch anzusehen, aber unter der Oberfläche rotzdumm.

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Machen:
Konferenzen! König der Löwen! Wischmeyer!

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Neues Spielzeug:
Ein NAS, ein Synology DS 218+

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 30. November 2017 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Oktober 2017

Herr Silencer im Oktober 2017
„Ist da gerade ein Huhn am Fenster vorbeigeweht?!“

Wetter: Am Monatsanfang einstellig kalt und Orkan, aber dann steigen die Temperaturen wieder in Nicht-Heizungsbereich um die 15 Grad. Das zweite Wochenende ist sommerlich, mit 4 Tagen Sonne und Temperaturen um die 24 Grad. Nach diesem letzten Aufbäumen des Spätsommers schleicht das gute Wetter langsam davon in einstellige Temperaturbereiche und Nebel. Am Monatsende gibt es den zweiten, ordentlichen Herbstorkan, dann wird’s niedrig einstellig.

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Lesen:

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Hören:

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Sehen:

Kong: Skull Island [PS Network]
In den 70ern entdeckt die brandneue Satellitentechnologie „Landsat“ eine Insel, die vollkommen abgeschieden von der Außenwelt liegt. Eine Expedition macht sich auf nach „Skull Island“.

King Kong? Echt jetzt? Dazu genervtes Augenrollen. – So ungefähr war meine Reaktion auf diese Neuverfilmung des Stoffes. Zum Glück setzten die Macher auf Style over Substance: Die Geschichte ist gar nicht so wichtig, der titelgebende Affe wird zum Glück schon nach 2 Minuten eingeführt. Wichtig sind die markigen Bilder und tollen Effekte, durch die teure Schauspieler toben. Tom Hiddleston hat merklich Spaß an der Rolle des Actionhelden, und auch die anderen sind gut aufgelegt. Unerwartet unterhaltsam.

Kingsman: The golden Circle [Kino]
Kingsman wird attackiert. Eben noch ein unabhängiger Geheimdienst in der Tarnung eines britischen Schneidergeschäfts, nun ein rauchendes Loch in der Erde. Einzige Überlebendes: Der junge, aber mittlerweile sein Potential ausschöpfende Agent Galahad und Merlin, der Techniker. Gemeinsam entdecken sie eine bis dahin unbekannte Schwesterorganisation: Statesman, ein Kingsman-Pendant in den USA. Zusammen mit den Cowboys versuchen sie raus zu bekommen wer hinter dem Anschlag auf Kingsman steckt – und treffen neben einem neuen Feind auch mit alten Bekannten zu tun.

„Kingsman“ kam vor drei Jahren aus dem Nichts und überraschte mit großartigen Schauspielern, Over-the-Top-Bondstory, völlig abgefahrenen Figuren und ebenso innovativen wie irren Actionszenen. „Golden Circle“ ist die konsequente Fortführung all dieser Aspekte, ein gigantischer Spaß, den man auch Colin Firth, Jeff Bridges, Channing Tatum, Halle Berry, Mark Strong und Julianne Moore ansieht.

Bent [ThOP – Theater im OP]
Max kostet das Leben in der Großstadt richtig aus: Wechselnde Liebhaber, Drogen, Alkohol. Aus Problemen quatscht er sich mit „Deals“ heraus. Das ändert sich abrupt, als Schwule vom Naziregime zu Volksfeinden erklärt werden. Max kommt ins KZ, wo er Erfahrungen macht, aus denen ihn kein Deal der Welt mehr befreit.

„Bent“ wurde erstmals 1979 mit Ian McKellen in der Hauptrolle aufgeführt. Die Inszenierung am Theater im OP ist die Deutsche Uraufführung. Das Stück beeindruckt mit einem faszinierenden Bühnenbild: Anfangs ist alles mit bunten Laken verhüllt, deren Farben auch in den „Winkeln“ vorkommen, die KZ-Insassen tragen mussten. Rosa stand für Schwul, ein gelber Doppelwinkel für Jude, grün für Wiederholungstäter, braun für Sinti usw. Jede Szene spielt in einer Farbecke, danach wird das Laken weggeräumt. Stück für Stück wird so eine Bahnstrecke aufgedeckt, die am Ende als Steinbruch dient.

In diesem schleppen die Darsteller stundenlang Steine – das ist eine ebenso beeindruckende Leistung wie ermüdend für das Publikum, etwas Straffung hätte hier gut getan, ohne das die Wirkung verloren gegangen wäre. Auf jeden Fall Respekt an Bühnenbau, Regie und Darsteller!
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Spielen:

Nur altes Kram – als Vorbereitung auf „New Colossus“ noch einmal „Wolfenstein“ und „The Old Blood“.
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Machen:
Den Oktober genießen. Dann wird die V-Strom durchgewartet und die Renaissance durchgepustet, und dann alles eingewintert.

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Neues Spielzeug:
Neues Telefon von der Firma bekommen. Das iPhone 8 ist boring as hell, aber total zuverlässig – auf das iPhone X mit seiner experimentellen Gesichtserkennung und dem Bildschirm mit unbekannter Qualität wollte ich nicht warten.

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 30. Oktober 2017 in Momentaufnahme

 

Hier kommt der Herbst! – Saisonende 2017

Also höret und lobet das Herbstwiesel, das Euch wissen lässt, dass nun die Zeit für lange Abende bei Netflix und guten Büchern und Heißgetränken der eigenen Wahl angebrochen ist! Auf das alles kuschelig sein möge und gemütliches Einmuckeln zelebriert werde! Auf der Couch rumliegen und Videospiele spielen ist nun keine Sünde mehr, denn die Zeit des Motorrads ist für dieses Jahr vorbei! Preiset das Herbstwiesel, das die Blätter bunt anmalt und alles gemütlich werden lässt!

Die Motorradsaison 2017 ist damit offiziell beendet. Wer jetzt nicht mehr fährt, muss kein schlechtes Gewissen haben. Für mich war es die längste und aufregendste Saison seit langem, aber auch die frustrierendste. Es ist viel passiert, fassen wir mal zusammen.

Im Januar kam ich auf die Idee, unbedingt die Tremola fahren zu wollen. Und erstaunlicherweise sah ich mich da nicht auf meiner treuen Kawasaki ZZR 600, der Renaissance, sondern auf einer Reiseenduro.

Folgerichtig verliebte ich mich im Februar spontan in eine fünf Jahre alte V-Strom, die hier in der Gegend bei einem Händler rumstand.

Den ganzen Februar hindurch hibbelte ich rum, wann ich die große Schwarze mit den 36.000 Kilometern auf der Uhr endlich probefahren dürfte. Als die Temperaturen über den Nullpunkt kletterten und der Schnee weg war, erlaubte es der Händler endlich.

Am Tag des Kaufs.

Noch am gleichen Tag unterzeichnete ich den Kaufvertrag, und eine Woche später, am 03. März, stand die V-Strom bei mir vor der Tür. Wenige Tage später war sie schon in der Werkstatt meines Vertrauens und wurde umgebaut: Tieferlegung, automatisches Ölsystem, anderer Sturzbügel, Erweiterung des Gepäcksystem usw. usf.

Im April dann eine unerwartete Überraschung und DIE Freude des Jahres: Ich konnte ganz unverhofft eine ganze Garage unter dem Haus übernehmen. Garagen sind hier auf dem Dorf Mangelware, und dann auch noch direkt unter meinem Wohnzimmer eine zu bekommen, da wurde ein Traum wahr. Seitdem stehen ZZR und V-Strom nicht mehr an der Straße, sondern schön im Trockenen.

Netter Nebenffekt: Ich habe einen Rückzugsort, an dem ich einfach ungestört und geschützt vor den Blicken der Nachbarn rumbasteln kann. Wenn man an der Straße stehend schraubt, kommt alle fünf Minuten ein Otto vorbei und versucht einem ein Gespräch aufzuzwingen. Die Garage erlaubt Zen-artige Ruhe.

Der Juni war hart. Zu Beginn der ersten, großen Reise wurde die V-Strom von einem Auto umgefahren. Der Trottel von Unfallgegner meldete den Vorfall nicht seiner Versicherung, und so zog sich die Reparatur. Den Großteil des Sommers stand die V-Strom in der Werkstatt, erst Mitte Juli kam sie wieder raus. Immerhin war sie reparabel, und immerhin war es nur Blechschaden. Das war mein erster, echter Unfall mit einem Auto, und ich bin froh, dass mir nichts passiert ist.

Im Juli war das Wetter mies und ich hatte nicht viel zu tun. Ein Regennasser Nachmittag in der Garage bescherte der Renaissance schwarze Leuchten.

Die Maschine hat jetzt kein farbiges Teil mehr an sich und wirkt, als sei sie aus einem Schwarz-Weiß-Film gefallen. Wenn man drauf guckt, hat man das Gefühl, dass die Augen nicht richtig funktionieren, weil in den Grenzen eines ZZR-förmigen Umrisses alles nur grau ist.

Später im Monat kam die V-Strom wieder aus der Werkstatt, und die erste Tour führte nach Bad Orb und von da aus gemeinsam mit Freunden durch den Spessart.

Im August machte ich einen kleinen Ausflug mit der ZZR, der zu einer 1.400 Kilometer langen Tour durchs Saarland, Frankreich und Belgien ausartete. Highlight war der Besuch von Verdun und die dortigen Geschichtslektionen.

Im September ging es dann endlich mit der V-Strom auf Tour, über Österreich nach Italien und Retour. Das war toll, fühlte sich aber eher wie eine erweiterte Probefahrt an. An deren Ende wusste ich genau was alles noch an der Maschine geändert werden musste bis wirklich alles passte – aber The Real Thing war es bis dahin noch nicht. Das die Kette völlig fertig war minderte den Fahrspaß erheblich – am Ende wollte ich nur noch nach Hause.

Im Oktober ging die V-Strom wieder in die Werkstatt und bekam einmal alle Verschleißteile neu. Reifen, Kette, Bremsbeläge, Öl, Zündkerzen, Luftfilter, Bremsflüssigkeit, Ventilspiel eingstellt, usw.

Seit vorgestern ist sie wieder zurück, heute wurde sie geputzt und für die Einwinterung fertig gemacht. Die ZZR steht bereits abgedeckt und mit abgelassenen Vergasern daneben.

Die beiden dürfen jetzt vom Sommer träumen. In fünf Monaten wecke ich sie dann aus dem Winterschlaf und präsentiere ihnen neue Pläne für gemeinsame Touren, die ich über den Winter aushecke.

In der Summe: Neues Mopped, Garage, Unfall, Reise mit angezogener Handbremse – die Saison 2017 war teuer und unbefriedigend, aber kein Komplettausfall.

Zeit, mal die Daten der Maschinen auszulesen und auszuwerten. Das war die Motorradsaison 2017 in Zahlen:
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Verfasst von - 23. Oktober 2017 in Momentaufnahme, Motorrad

 

Momentaufnahme: September 2017

Herr Silencer im September 2017
„Ich werde mir den Urlaub sowas von verdient haben, aber SOWAS von!“

Wort des Monats:
„Verlikung“

Wetter: Schon zum Monatsanfang reden alle davon, dass der Herbst kommt. Mich nervt das an, ich will nicht, dass der Sommer schon vorbei ist. Tatsächlich schwankt das Wetter zwischen Sonnenschein und 8 Grad, Regen und 17 Grad, und allem dazwischen. Dann wird es kühler.

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Lesen:

Eoin Colfer: And another Thing [Kindle]
Der sechste Teil der Trilogie „Per Anhalter durch die Galaxis“, ca. 30 Jahre später: Trillian besteht nur noch aus kybernetischen Ersatzteilen, Arthur Dent lebt wie ein Einsiedler auf einer einsamen Insel und freut sich, dass ihn keiner anschreit, ihre gemeinsame Tochter Random Dent ist Präsidentin der Galaxis und verliebt in ein Wiesel, und Ford Prefect malträtiert seine Leber. Also alles gut? Mitnichten, denn der bösartige Hitchhikers Guide Mark 2 spielt mit Zeit und Raum herum, um ein für alle Mal die Erde auszulöschen – in ALLEN Paralleluniversen.

Vor sieben Jahren zuletzt gelesen, aber auch heute noch finde ich die Fortsetzung großartig. Anders als der, nach eigenem Bekunden schlampige und faule, Douglas Adams hat sich der von den Erben engagierte Eoin Colfer wirklich Gedanken um eine ordentliche Story gemacht, und dann exakt die Tonalität der frühen Bücher getroffen. Das ist erwachsen, witzig und gut gemacht. Schade, dass Colfer dafür einen Shitstorm der Fanboys abbekommen hat, der ihm die Lust an weiteren Fortsetzungen gründlich verleidet hat.

Jason Schreier: Blood, Sweat and Pixels [Kindle]
„Hier ist eine andere Theorie: JEDES Videspiel wird unter Ausnahmebedingungen produziert. Wie auch sonst? In Videospielen kommt Kunst und Technik zusammen, und beides ändert sich zu schnell um planbar zu sein. Es ist, als ob man jedes Mal, bevor man einen Film dreht, eine neue Kamera erfinden muss. Und während man filmt, wird jeden Tag das Drehbuch umgeschrieben.“

„Kotaku“-Autor Jason Schreier erzählt aus der Games Industrie und wirft einen Blick hinter die Kulissen. In 13 Kapiteln erzählt er Anekdoten aus der Entstehung von 13 Spielen, darunter „Pillars of Eternity“, „Uncharted 4“, berichtet von den Katastrophen in der Entwicklung von „Mass Effect: Andromeda“ oder „Dragon Age Inquisition“ und beleuchtet, warum „Star Wars 1313“ nie erschienen ist. Unmenschliche Crunchtimes, Eitelkeiten, durchdrehende Produzenten und fremdgehende Autoren inklusive. Wer schon immer mal wissen wollte was geschah nachdem Amy Henning Naughty Dog verließ, wo die Ballsaal-Szene mit Nathan und Elena in „Uncharted 4“ hin ist, warum „Shovel Knight“ immer noch nicht fertig ist und wie es zu „Witcher III“ kam, der wird dieses Buch nicht aus der Hand legen können. Nebenbei lernt man was über Softwareprojektmanagement.

Marc-Uwe Kling: Quality Land [Kindle]
In der Zukunft: Das Leben der Menschen wird von Algorithmen bestimmt. Peter nimmt an, dass es Systemfehler gibt. Aber wer glaubt ihm das?

Marc-Uwe Kling wirft einfach mal alles auf einen Haufen: Gesellschaftskritik, Kapitalismuskritik, Superintelligenztheorie, Plattformkritik, Filterbubblephänomene und Schirrmachersche Algorithmenangst. Nichts bahnbrechend neues, alles woanders schon tiefer und besser dargestellt worden, aber so nett und gesammelt erklärt hat man Netztheorien selten gelesen. Leider kommt keine gute Geschichte dabei raus. Die Charaktere sind erratisch-egal, die Handlung belanglos und unspannend – und unkomisch. das überrascht nicht wirklich, abseits des Kängurus ist Klings schaffen dann doch eher so meh.

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Hören:

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Sehen:

Fast & Furious 8 [PS Network]
Dominik Touretto fährt Auto, dann Bumm, dann Charlize Theron, dann The Rock, dann irgendwas mit U-Booten im Schnee.

Hä? Ach, egal. Unterhaltsam, wie immer, aber fragen Sie mich nicht worum es da ging. Irgendwas mit Autos, vermutlich.

The Founder [PS Network]
Ray Croc ist Vertreter. Mit einem Kofferraum voller fünfarmiger Multimixer fährt er durch die USA und hält sich gerade so über Wasser, denn kein Schnellrestaurant der Welt will fünf Milchshakes gleichzeitig herstellen. Dann bestellt ein Kunde aber gleich ein halbes Dutzend Mixer. Und dann nochmal. Neugierig, wer so viele Shakes verkauft, besucht Croc das Restaurant der Brüder McDonald und lässt sich ihr „Speedy System“ zeigen. Begeistert von der Idee einer neuen Art von Fast Food macht Croc aus „McDonald´s“ ein Franchise und wird dabei immer skrupelloser – bis er sogar die Brüder ausbootet.

Die Geschichte von Croc und McDonalds ist eine der großen Legenden der Businesswelt und wird hier wunderbar ausgspielt. Weder wird Croc als Bösewicht gezeichnet, noch die Brüder McDonald als die Hinterwäldler, als die sie oft dargestellt werden. Ein interessanter und spannender Film über die Gründung des größten Franchises der Welt. Für ehemalige „McD“-Mitarbeiter (wie mich) ist es spannend zu sehen, wie alles begonnen hat und was sich seit Restaurant Nr. 1 getan hat. Alle anderen lernen nebenbei die Grundprinzipien kennen und woher die „Standards“ kommen.

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Spielen:

Uncharted: The Lost Legacy [PS4]

Chloe Frazer ist eine Diebin, und jetzt hat sie sich entschieden, etwas sehr wertvolles zu stehlen: Den Stoßzahn der indischen Gottheit Ganesha. Hinter der Reliquie ist auch eine Rebellengruppe her, die ausgerüstet ist wie eine Armee. Zum Glück ist Chloe bei der Schnitzeljagd durch indische Großstädte und den Dschungel nicht allein: Sie hat die Söldnerin Nadine Ross engagiert. Das Muskelpaket, das zuletzt den Drake-Brüdern ordentlich einheizte, soll der Diebin den Rücken frei halten. Das tut sie auch – bis Chloe, ganz ihrer Natur entsprechend, alle verrät.

Ursprünglich als DLC zu „Uncharted 4“ konzipiert, ist „The Lost Legacy“ nun in ein Standalone-Spiel mutiert. Und das hat es in sich: Mit Frazer und Ross sind die beiden interessantesten Nebencharaktere aus allen Uncharted-Teilen am Start. Die beiden stellen nicht nur geballte Frauenpower dar, sondern unterhalten vor allem durch ihre unterschiedlichen Sichten auf die Welt.

Die kleinen Gespräche und Wortgeplänkel während Kletter- und Entdeckungspassagen machen die Figuren lebendig. Der dritte Star im Bund ist die Umwelt. Selbst Uncharted 4 kann nicht mit so lebendiger Flora und Fauna und so spektakulären Schauplätzen aufwarten. dazu sehen die Hauptfiguren nahezu lebensecht aus:

Dazu kommt die spannende Geschichte, der interessante Widersacher und ein perfekt balanciertes Gameplay. Dass die Spielzeit kürzer ist als bei den großen Uncharteds ist verkraftbar, dafür gibt es keine Hänger. In der Summe: Ein in jeder Hinsicht großartiges Actionadventure, dass stolz neben den „großen“ „Uncharteds“ und den letzten „Tomb Raiders“ stehen kann.

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Machen:
ArbeitArbeitArbeit… ah, Urlaub!

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Neues Spielzeug:

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 29. September 2017 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: August 2017

Herr Silencer im August 2017
Ich brauch´mal Urlaub…

Wort des Monats:
„Unzuparkbar“ (auf Empfehlung von Olpo)

Wetter:
Anfang des Monats sonnig und heiß, dann regnerisch und lauwarm, und am 20. kommt der Herbst durch die Tür: Morgens teilweise nur 6-9 Grad Grad und Regen. In der Nacht bleibt es dann auch kalt, tagsüber springen die Temperaturen dann wie wild zwischen 20 und 30 Grad. Fühlt sich an wie ein warmer Herbst.
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Lesen:

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Hören:

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Sehen:

Dunkirk [Kino]
Der zweite Weltkrieg: Am Strand von Dünnkirchen sitzen 400.000 Soldaten fest, eingekesselt von deutscher Infanterie und unter Beschuss der Luftwaffe. Die Navy schickt zivile Boote los, um die Leute da rauszuholen.

Filme von Christopher Nolan haben immer einen besonderen Twist. In „Memento“ lief die Geschichte rückwärts, in „Prestige“ war der Film ein Zauberstück. In „Dunkirk“ laufen nun drei Handlungsebenen ab, aber in unterschiedlichen Zeitrahmen. Eine Handlung erstreckt sich über den Verlauf einer Woche, einer über einen Tag, einer über eine Stunde, aber alle sind parallel montiert und finden einen Knotenpunkt, an dem sich alle verschränken.

Die Zeit ist ohnehin das beherrschende Element. Der Film macht Druck, Druck, Druck – auch im Soundtrack, in dem beständig eine Uhr tickt. Zusammen mit der kurzen Laufzeit von 2 Stunden (für Nolan-Verhältnisse ist das kurz!) kommt dabei ein spannender wie sehenswerter Film heraus, der mit erzählerischen Traditionen bricht, ein ohrenbetäubendes Sounddesign hat und den Zuschauer verwundert, aber mit einem seltsam leeren Gefühl zurücklässt. Das kommt daher, dass der Film sich für alles Wesentliche schlicht nicht interessiert.

Historische Korrektheit, Charaktere, Zeichnung, Empathie – das wird alles zurückgefahren und erstarrt in Platzhaltern und Posen, die den Zuschauer nie mitleiden lassen, sondern ihn zum distanzierten Beobachter machen. Das kann man entweder als geniale Weiterentwicklung des Genres „Kriegsfilm“ sehen, oder als „schlecht gemacht“. In jedem Fall ist die Wirkung besonders, was Dunkirk in meinen Augen nicht zu einem überragenden, aber zu einem sehr interessanten Film macht.

Valerian und die Stadt der tausend Planeten [Kino]
Valerian ist ein Superduperweltraumagent, der ein Dings klauen und auf eine Multi-Spezies-Raumstation, die Stadt der tausend Planeten, bringen soll. Dort hat man andere Probleme, anscheinend gehen im historischen Teil der Station seltsame Dinge vor. Valerian geht dem nach, stellt sich möglichst dumm an und trifft Rhianna.

„Der teuerste europäische Film“, posaunte es im Vorfeld des Streifens. Das sieht man auch, die 200 Millionen sind nämlich sämtlich in die Spezialeffekte geflossen. Luc Besson wollte hier einen Kindheitstraum wahr machen und einen Comic aus seiner Kindheit auf die Leinwand bringen. Kein Geld mehr übrig war leider für Drehbuch und Schauspieler: Der Protagonist sieht so verquollen aus als hätte er jede Nacht Party gemacht, und die Geschichte wirkt, als hätte Besson besoffen in einer Bar einer beliebigen Person erzählt, was er von seinen 60er-Jahre-Comics noch so im Kopf hat, und diese Person durfte dann das Drehbuch schreiben.

Anders ist die Menge an geballtem Mumpitz nicht zu erklären, die sich hier ansammelt. Allein schon, dass Valerian in den ersten Minuten an seiner CoPilotin rumfummelt, dann aber trotz halbnacktem Gespiels nicht zum Stich kommt und sie daraufhin den Rest des Films heiraten will ist ein Plotdevice gone horribly wrong. Von den hirnzermatschenden Dialogen will ich gar nicht erst anfangen, zumal die Plotholes und das schlimme Pacing noch viel übler sind. Höchstrafe ist dann, dass der Film zwischendurch 10 Minuten anhält um ein Musikvideo von Rhianna zu zeigen. WTF? In der Summe: Schöne Bilder, aber Zeitverschwendung das zu gucken.

Schüsse, Küsse und Omelets [Theater im OP]
Mr. Fisher ist Geschäftsführer eines Autohauses in Hamburg, gleichzeitig in Teilzeit auch Spion für die britische Wirtschaftskammer. Er ist zudem ein wenig verpeilt, und so wundert es nicht, als zwischen streng vertraulichen Operationen, dem Umgang mit seiner Geliebten, seiner Frau, einer Prostituierten und einer Vertreterin der Autokette alles drunter und drüber geht.

Hm. Noch eine Screwball-Komödie am ThOP, und keine gute. Wenn ausnahmslos alle Charaktere abgrundtief doof handeln, Situationen unglaubwürdig herbeigeschrieben werden, dann bricht irgdendwann der Suspension of Disbelief und damit die Aufführung. Das die Schauspieler allesamt tolle Leistungen abliefern, macht es umso trauriger, dass diese Inszenierung auf der Bananenschale des schlechten Quellmaterial ausgerutscht ist.

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Spielen:

Senuas Sacrifice [PS4]
Schottland, im Jahr 500 oder so. Senua ist eine Pikte und letzte Überlebende eines Massakers an ihrem Clan. Sie macht sich auf um die Seele ihres Geliebten aus Helheim, dem Reich des Todes, zurück zu holen. Das Problem dabei: Senua ist psychisch schwer krank, sie leidet an Psychosen, sieht Halluzinationen und kämpft in Wahrheit nicht gegen die Unterwelt, sondern gegen ihre Krankheit: Die Monster sind in ihr.

„Senuas Sacrfice“ will Psychosen erfahrbar machen, und der dafür betriebene Aufwand ist beachtlich. In Zusammenarbeit mit Betroffenen und Ärzten haben die Entwickler versucht, die Symptome zu simulieren. Widerstreitende Stimmen wispern um den Spieler herum und verunsichern ihn, Migräneanfälle lassen Kerzen zu Flutlichtern werden, Schatten in den Augenwinkeln bewegen sich und bei vielen Aktionen ist der der enorme Kraftaufwand spürbar, den Senua betreiben muss, um Überhaupt mit ihrem Leben weiter zu machen und gegen die Leere in sich selbst anzukämpfen. Mitfühlbar wird das auch durch die realistische Darstellung der Hauptfigur, mit der man wirklich mitleidet. Überhaupt, die Grafik: Nicht nur Senua, auch die sturmumtoste Küste ist wahnwitzig schön und detailliert dargestellt. Senuas Sacrfice ist das bislang schönste Spiel für die PS4. Das verwundert umso mehr, als das ein Team von nur 12 Personen das Spiel entwickelt hat und selbst distributiert, das hat kein Publisher finanziert.

Was leider nur so mittel funktioniert ist das Gameplay. Senua muss abwechselnd mit dem Schwert kämpfen und Umgebungsrätsel lösen. Das unterhält nicht wirklich, denn Steuerung ist unpräzise: Die Hälfte der Zeit hat man das Gefühl keine Kontrolle über die Spielfigur zu haben, weil man während Ausweichanimationen keine Kontrolle hat. Dazu kommt, dass die Seuerung nicht erklärt wird: Senuas Sacrifice verzichtet auf jegliche Oncsreen-Einblendungen, und bis zum Ende wusste ich nicht, was die Tastenbelegung alles kann. In den Kämpfen wiederholen sich Gegner ständig und sind selbst auf einfachen Schwierigkeitsstufen stark. Die Rätselmechanik funktioniert, nutzt sich schnell ab und nervt dann stellenweise. Durchbrochen wird die Struktur aus Räsel und Kampf immer wieder durch erzählerische Passagen und solche, die wirklich ungewöhnlich sind. So liegt ein Level nahezu im Dunkel, und lässt sich nur nach Gehör navigieren. Das ist innovativ, aber sicher auch nicht jedermans Sache.

Diese kleinen spielerischen Mängel sind aber nicht wild, denn zum einen ist das Pacing sehr gut, zum anderen ist das Game mit ca. 6-8 Stunden recht kurz, aber dafür atmosphärisch sehr dicht. Immer wollte ich wissen, wie es mit Senua weitergeht und wie ihre Geschichte ausgeht. Ein interessantes und wichtiges Spiel, aber leider kein Meisterwerk. Die 30 Euro, die Entwickler Ninja Theory dafür im Direktvertrieb haben möchte, ist es aber allemal wert.

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Machen:
ArbeitArbeitArbeit

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Neues Spielzeug:

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 30. August 2017 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Juli 2017

Herr Silencer im Juli 2017
Wort des Monats: „Kuchenhoffnung“

Wetter: Warm und sonnig, Temperaturen minimal immer so 20 Grad, meist höher. Bis am 25. die Sintflut kommt: Dauerregen spült die Temperaturen in den 12 Grad-Keller und verursacht in Teilen Südniedersachsens heftige Überschwemmungenn. Dann geht es hochtemperaturig mit 20-28 Grad weiter.

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Lesen:

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Hören:

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Sehen:

Saturday Night Fever [Domfestspiele]
Ausführliche Besprechung hier.

Beautiful Thing [Theater im OP]
Ein trostloser Plattenbau in Thames Mead im Südosten von London. Hier leben leicht defekte, aber liebenswerte White-Trash-Charaktere. In dieser Umgebung entdecken zwei Pubertierende homosexuelle Gefühle füreinander.

Tolle Szenebilder, starke Darsteller, mäandernde Geschichte mit einem zu langen, ersten Akt. Coming of Age-Geschichten finde ich normalerweise furchtbar, diese hier ging so – noch besser wäre sie gewesen, hätte man das Material um 30 Minuten gestrafft. Die Stärke des Stücks ist eindeutig die Darstellung der skurrilen Charaktere, es macht Spaß, denen beim Leben zuzusehen.

The Amazing Spider-Man (2012) [Netflix]
Peter Parker wird von einer Spinne gebissen. Natürlich tut er, was jeder Schüler in seiner Situation tun würde: Er mutiert, zieht sich Strumpfhosen an und bekämpft das Böse. Zeitgleich: Wissenschaftler wird von Echse gebissen. Natürlich tut er, was jeder Wissenchaftler in seiner Situation tun würde: Er mutiert, rennt halbnackt durch New York, beisst Leute und will eine Armee aus Echsenmenschen erschaffen.

ARGH. WAS FÜR EIN UNGLAUBLICHER SCHEIß! Dieser Film ist so brüllend schlecht, sowas habe ich echt selten erlebt. Das beginnt beim miserablen Casting – es wirkt, als hätte Sony die erstbesten Leute von der Straße gezerrt und vor die Kamera gestellt. Kein Schauspieler trifft seinen Charakter, untereinander gibt es keine Chemie, kein gutes Spiel, nirgends. Am wenigsten von dem Boyband-Typen mit der Monchichi-Frisur, der Peter Parker darstellen soll. Dazu kommt: Die Story ist schlimm. Die Effekte sind schlecht. In jeder Szene passiert etwas, das mich Facepalmen lässt. Unfassbarer Müll, keine Ahnung weshalb der Film seinerzeit so hoch bewertet wurde.

Spiderman: Homecoming (2017) [Kino]
Peter Parker wird NICHT von einer Spinne gebissen, zumindest wird das nicht nochmal erklärt. Er hat schon seine Kräfte, deswegen wurde er von Tony Stark mit zum Kampf gegen Captain America nach Berlin genommen (in „Civil War“). Das hat den Jungen verändert. Seitdem sitzt er in seinem Appartment in New York und wartet darauf, dass sich die Avengers wieder bei ihm melden. Die haben aber ganz anderes zu tun, und so kämpft Peter in der Zwischenzeit mit seinem Doppelleben, einer unerwiderten Liebe, und den Tatsachen, dass bald der Homecoming-Ball stattfindet und jeder seine Tante May heiß findet. Bis er einen illegalen Waffenhandel in New York aufdeckt und dann richtig Mist baut.

Wow, SO muss Spiderman! Endlich liegt die Lizenz wieder bei Marvel, und yeah, haben die das richtig hinbekommen. Das Casting ist auf den Punkt: Tom Holland spielt Peter exakt so, wie er nach den Comics sein muss. Michael Keaton darf endlich als Bösewicht glänzen. Die Story ist simpel, aber nicht doof, und wird dadurhc veredelt, dass wirklich jeder Charakter glaubwürdige Motive für sein Handeln hat. Nach „Guardians 2“, der der bislang schlechteste Marvel-Film war, ist „Spiderman“ nun der vielleicht beste.

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Spielen:

Nier Automata [PS4]
In ferner Zukunft: Die Erde wurde von Maschinenwesen übernommen, die von Aliens geschickt wurden. Die Menschheit ist vor Tausenden von Jahren auf den Mond geflüchtet und schickt von dort Kampfandroiden, die den Maschinen einheizen sollen. Eine solche Androidin ist 2B, die in den Überresten der Erde ihren Missionen nachgeht.

WTF? „Nier Automata“ ist konzentrierte Absurdität. Das beginnt bei der Hauptfigur: Androidin 2B trägt Kampfschwerter, eine Augenbinde und ein Goth-Lolita-Röckchen. Die Gegener sind knuffige Roboterchen, die man am Liebsten knuddeln möchte. Das Gameplay variiert zwischen Actionadventure, RPG, Sidescroller, Hack´n´Slay und Stickshooter und wechselt manchmal von Szene zu Szene – man hat das Gefühl, mehr als ein Spiel zu spielen.

Dabei ist es so schwer zugänglich, dass es an eine Zumutung grenzt. Bis nach dem ersten Bosskampf kann man nicht mal speichern. Verliert man den, muss man 20 Minuten noch einmal spielen. Auch die Schnellreisefunktion muss erkämpft werden. Der Schwierigkeitsgrad ist heftig, die Bedienung in der Standardbelegung fummelig und die Konfiguration der Spielfigur fast unmöglich. Und doch: Nier Automata sprüht vor Kreativität. Überraschungen und WTF-Momente sind ist die Belohnungen für die Zumutungen. Ein Spiel, dass wirklich ständig mit Skurrilitäten überrascht.

Zur Sperrigkeit gehört leider auch, dass man nach einem Spieldurchlauf nur einen Teil der Geschichte erlebt hat. Beim jedem neuen Spielstart erlebt man Geschehnisse, die parallel oder nach der Haupthandlung spielen, und zwar aus der Sicht einer anderen Figur. Das ist originell, aber ebenfalls sperrig – es dauert zu lange, bis man den diesem Punkt ist. Narrationsfans kommen nicht bis dahin, weil die Geschichte zu dünn gestreut ist, und durchschnittliche Spieler sind nach einem Durchlauf am Ende, weil die Core-Spielmechanik seltsam unbefriedigend ist. „Nier: Automata“ ist dennoch ein Riesenerfolg geworden, irgendeinen (japanischen) Nerv muss es also treffen.

„Nier: Automata“ ist eine Wundertüte, bei der man nie weiß, was man als nächstes findet. Wenn man was findet, weiß man nichts mit anzufangen, weil die Fundsache absurd ist.

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Machen:
– Der Nachbarin einen neuen Job erschreiben
– Die V-Strom wieder auf Vordermann bringen
– Reiseplanung für Oktober.

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Neues Spielzeug:

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 31. Juli 2017 in Momentaufnahme

 

Schriftliche Verwarnung mit Verwarngeld / Anhörung

…oder, wie ich es nenne: Betriebskosten. 😉

Das erste mal seit 2001 geblitzt worden. Guter Schnitt. Wenn es mich mal erwischt, trage ich es wie ein Mann und zahle einfach.

Für „Ich bin aber auf dem Bild gar nicht richtig zu erkennen“-Gewinsel oder, bei Bußgeldbescheiden aus dem Ausland, das „Wir haben hier aber gar keine Halterhaftung, mein Auto war ganz allein in Frankreich“-Rumgeflenne habe ich schlicht kein Verständnis.

Wenn man Scheiße baut und sich dabei erwischen lässt, soll man auch dazu stehen.

 
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Verfasst von - 26. Juli 2017 in Gnadenloses Leben

 

DHL nimmt keine Wickelmumien

Dieser Homunkulus von einem Paket kam neulich bei mir an.

Eine echte Wickelmumie, jeder Quadratzentimeter von Klebeband bedeckt. Ich habe es kurz geöffnet, den Inhalt gecheckt, dann sollte es wieder auf Reisen gehen. Aber da war Elizaveta davor.

„Mit dem Paket werden Sie aber nicht glücklich“, sagte die moldavische Chefin der hiesigen Postfiliale, als ich mit dem Klebebanddesaster ihren Laden betrat. „Das ist Sperrgut“.
„Was?“, entfuhr es mir.

„Ja, neulich war ein DHL-Berater hier, der hat mir gesagt, ich hätte schon 100 Euro Umsatzausfall gemacht, weil ich Sachen, die eigentlich Sperrgut waren, als normales Paket angenommen hätte. Jetzt gibt es härtere Regeln. Das hier hat er da gelassen.“

Sie schiebt mir einen Schnellhefter über den Tresen. „Woran erkenne ich Sperrgut“, steht auf dem ersten Blatt. Dahinter sind in Klarsichthüllen Bilder von seltsamsten Dingen abgebildet. Ein Benzinkanister, der mit Lappen umwickelt ist. Ein Stück Regenrinne, verpackt in einen Müllsack. Ein Gartengerät, vielleicht eine Harke, über die notdürftig Geschenkpapier gefrickelt ist. Und irgendwas Undefinierbares, von oben bis unten in Klebeband eingewickelt.

Auf das tippt die Postfrau. „Ihr Paket fällt in die Kategorie. Wenn das so umwickelt ist, ist es für DHL jetzt Sperrgut. Härtere Regeln. Sperrgut kostet 26 Euro, dazu kommt Porto.“ Sie sieht mich fragend an.

„Nee“, sage ich. „Ich gucke mal, ob ich einen neuen Karton finde.“

Ich würde mich jetzt über die härteren Regeln aufregen, wenn, ja wenn ich nicht wüsste, was Leute manchmal so verschicken.

Wir haben im Büro jemanden, der gelegentlich solche Lieferungen bekommt, und ich muss ganz ehrlich sagen: Meine Toleranzgrenze ist erreicht, wenn der Transportdienst hier fünf Liter-Kanister mit hochbrennbaren Reinigungsalkohol oder Industrieklebstoffen anschleppt, die überhaupt keine Verpackung haben und deren Gefahrenstoff-Aufkleber mit einer Paketmarke überklebt wurde. Von daher finde ich etwas härtere Regeln durchaus sinnvoll.

Nur: Sowohl meine Wickelmumie als auch die explosiven Kanister kamen nicht per DHL, sondern per GLS, und die sind verzweifelt genug so einen Kram auch zukünftig zu befördern.

Wer also, sagen wir mal, eine Gasflasche, eine Topfpflanze oder eine lebende Kuh versenden will: Einfach flächendeckend Klebeband drum rum, GLS nimmt das schon mit. Wenn DHL jetzt picky ist, wird GLS der neue Lieblingsversanddienst aller ebayer.

 
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Verfasst von - 22. Juli 2017 in Gnadenloses Leben

 

Momentaufnahme: Juni 2017

Herr Silencer im Juni 2017
„…“

Wetter: Das ist der erste Juni seit 5 Jahren den ich in Deutschland verbringe, und ich muss sagen: Hier ist er auch ganz nett. Nur ein wenig inkonsistent, was die Temperatur angeht. Es ist warm und sonnig bei Temperaturen zwischen 13 und über 30 Grad. An den Urlaubsorten, an denen ich gewesen wäre, herrschte dagegen das beste Wetter seit 5 Jahren. o_O

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Lesen:

Immer noch „American Gods“

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Hören:

Gamespodcast
Klassische Printmagazine zu Gamingthemen sterben seit 15 Jahren einen langsamen Tod, Webseiten ergehen sich im Abschreiben von Pressemeldungen. Das ist schade, denn Gaming ist ein schönes Hobby, dem Fachjournalisten für Hintergrundberichterstattung, Einordnungen und Interpretationen gut tun.

André Peschke und Jochen Gebauer sind zwei gamejournalistische Urgesteine, die aus Jux mit einem Podcast („Auf ein Bier“) zum Thema Videospiele anfingen. Der erfreute sich rasch großer Beliebtheit, und die beiden gingen einen mutigen Schritt: Sie kündigten ihre Redakteursposten bei Gamestar und starteten das Projekt „Weltherrschaft“. Das Ziel: Einen Podcast machen, für den Leute monatlich Geld und damit Einnahmen in einer Höhe generieren, dass die beiden davon leben können. Sowas ist in der deutschen Podcastszene verpönt und wurde vor einem Jahr belächelt. Heute können Peschke und Gebauer nicht nur vom Podcast leben, sie haben sogar schon zwei weitere Mitarbeiter eingestellt.

Gamespodcast.de bietet für 5 Dollar ca. 15 Sendungen pro Monat, mit den verschiedensten Formaten. Die „Wertschätzung“ ist die klassische Rezension, „10 Jahre Klüger“ nimmt sich Themen von vor 10 Jahren vor und schaut, wie die sich entwickelt haben (mit Christian Schmidt als Co-Host!). „Anekdoten“ ist genau das, „Walkthough“ beschäftigt sich mit Hintergründen aus der Industrie. Kolumnen, Interviews und Reportagen runden das ganze ab. Da alle Beteiligten mit großem Fachwissen aufwarten und unabhängig von Verlags- und Herstellerdruck agieren können, ist der Gamespodcast vielleicht das erste wirklich komplett unabhängige und professionelle Medium über Games, was wir in Deutschland haben und damit eigentlich ein Muss für alle Gamer. Für mich sind das die am besten angelegtesten 5 Dollar der letzten Jahre.

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Sehen:

Pirates of the Caribbean: Dead Man tell no Tales [Kino]
Johnny Depp macht irgendwas und dann Piraten.

Johnny Depp fuhr in letzter Zeit veritable Flops ein: „Alice im Wunderland 2“, „Mordecai“, ein obskurer Film mit dem Namen „Yoga Hosers“ – alle an der Kinokasse untergegangen. Er braucht dringend wieder einen Kassenerfolg, und damit braucht er die Figur des Captain Jack Sparrow genauso wie sie ihn.

Leider ist „Pirates 5“ kein guter Film geworden. Zwar sind neben Johnny Depp auch wieder große Actionpieces und viel Rum dabei, der Scope ist aber leider völlig flöten gegangen. Selbst wenn Großes gezeigt wird, den Regisseuren Joachim Rønning und Espen Sandberg gelingt es nicht, daraus große Bilder zu machen. Der Film wirkt klein-klein, was weder der Serie noch Jack Sparrows Ego angemessen ist. Dazu kommt die unkohärente Story und das Desinteresse für die eigentlich interessanten Figuren, aus denen kaum was gemacht wird. Einzig der heimliche Star der gesamten Reihe, Geoffry Rush als Captain Barbossa, brilliert wieder. Von daher: Pirates 5 ist kein Totalausfall, aber leider auch nicht gut.

The Mummy (2017) [Kino]
Tom Cruise (gespielt von Tom Cruise, der Tom Cruise spielt) stirbt nicht mehr, seitdem er eine Mumie ausgebuddelt hat. Die möchte ihn gerne heiraten. Dagegen hat Dr. Jekyll etwas, der eine geheime Anti-Mumien-Organisation leitet. Mr. Hyde gefällt das.

Seitdem Marvel mit filmübergreifenden Geschichten und Figuren so einen Erfolg hat, möchte jedes Studio ein eigenes „Cinematic Universe“. Die Universal Studios haben mit viel Tamm-Tamm ein eigenes „Dark Universe“ angekündigt, in dem sich Figuren wie Van Helsing, der Werwolf, Frankenstein und andere klassische Gruselmonster tummeln sollen. Was dabei übersehen wurde: Damit Marvel so einen Erfolg haben konnte, haben die erstmal ein halbes Dutzende gute Solofilme gemacht, in dem sie Welten und Figuren aufgebaut haben. „Die Mumie“ spart sich dieses Worldbuilding, und fällt damit auf die Nase. Der Film ist auf allen Ebenen einfach erschreckend schwach. Die Handlung ist Banane, die Bilder auf TV-Serienniveau und ein, in einem Keller herummoppernder, Russel Crowe bleibt auch nicht im Gedächtnis. Lediglich Sofia Boutella als Wüstenprinzessin liefert wieder mal eine tolle Performance ab, hat aber so wenig Screentime, dass sie den Film nicht tragen kann. Das müsste Tom Cruise machen, aber da kommt wieder nur Tom Cruise bei raus. Umbeantwortet bleibt auch in diesem Film wieder: Wieso altert Tom Cruise im echten Leben eigentlich nicht?

Wonder Woman [Kino]
Irgendwo, versteckt vor der Welt, liegt die Insel der Amazonen. Dort wächst die junge Diana auf, wird in der Kampfkunst ausgebildet und lernt die Geschichten des Weibsvolks. Eines Tage fällt ihr ein Mann vor die Füße. Der ist Pilot im ersten Weltkrieg. Diana zieht hinaus in die Welt, um diesen Krieg eigenhändig zu stoppen.

So naiv wie die Story klingt ist der Film zum Glück nicht. Nicht gerade einfach, denn immerhin ist die zugrundeliegende Comicfigur, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, eine Amazone mit einem Schwert und einem leuchtenden Lasso, die Shorts in Farben der amerikanischen Flagge und einen Metall-BH trägt, während sie mit ihren Armreifen Pistolenkugeln abwehrt. Damit spielt die Figur der „Wonder Woman“ in einer Peinlichkeitsliga wie „Superman“ und anderen Figuren aus den 1940er Jahren.

Umso erstaunlicher ist es, dass Regisseurin Pattey Jenkins und Hauptdarstellerin Gal Gadot hier Figuren und Geschichte liefern, in der der „Suspension of Disbelief“ funktioniert. Die Welt, die der Film erschafft, ist in sich glaubhaft und die Figuren sind sich nicht, wie in den anderen DC-Filmen, komplette Arschgeigen („Man of Steel“), erratische Weicheier („Batman v. Superman“) oder komplett egal („Suicide Squad“). Nein, „Wonder Woman“ berührt und bewegt und fasziniert mit tollen Charakteren vor einer unverbrauchten Kulisse. Vorwerfen kann man ihm allerdings die schwachen Bilder, deren potentielle Wucht immer wieder durch Fixierung auf Gal Gadots stets makelloses Gesicht stark gedämpft wird – man stelle sich in dem Zusammenhang „Im Westen nichts Neues“ vor, der komplett durch eine Selfiecam von einem Model gefilmt wird. Unschön zudem das unmutige Ende – WW hätte eine für Comicfilme bislang ungekannte philosophische Tiefe erreichen können, vergurkt es aber auf die letzten Meter zugunsten eines trivialen Bosskampfes.

Der Film ist also bei Weitem nicht so gut, wie ihn die Kritiker gerade hochjazzen. Daraus spricht vielleicht auch die Erleichterung, dass es DC gelungen ist, wenigstens EINEN Film zu machen, der nicht kompletter Müll ist. Immerhin ist er gut genug um zu unterhalten, man freut sich ja schon über Kleinigkeiten.

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Spielen:

Mass Effect: Andromeda [PS4]
Andromeda zum Dritten. Drei Monate habe ich gebraucht, um mich durch dieses Machwerk zu quälen. Am Ende wollte ich nur noch, dass es vorbei ist. Die Mischung an Unsinn, die das Spiel auffährt, ist wirklich schwer erträglich. Bis auf den Kroganer Drack sind alle Charaktere nervig und schlecht geschrieben, die Hauptstory versandet auf halbem Weg und kommt dann nicht mehr in den Quark, und die Nebenmissionen sind dumme Schnitzeljagden. Da wundert es nicht, dass das Ende eine Frechheit ist: Ein Zwischenbossgegner wird recycelt. Hat man den besiegt, läuft der Abspann. WTF? Die 53 investierten Stunden Lebenszeit bekomme ich nie wieder.

What Remains of Edith Finch? [PS4]
Die 17jährige Edith Finch kehrt in ihr Elternhaus zurück. Das große Anwesen liegt verlassen am Rand der Küste, seit dem Ereignis vor einigen Jahren. Aber was genau ist da passiert? Und was hat es mit dem Fluch der Finches auf sich, der ein Familienmitglied nach dem anderen getötet hat?

„What Remains…“ ist eine gerade mal 4 Stunden dauernde, schwer zu beschreibende Erfahrung. Formal ist es ein Walking Simulator, denn mit Edith geht man von Raum zu Raum in diesem Haus, dass viele besondere Räume beinhaltet. Dort erzählt Edith die Geschichte der ehemaligen Bewohner, und in die sind motorisch und visuell packende Minispiele eingearbeitet. Die sind nicht schwer, nur irre interessant.

Wenn sich in einer Geschichte ein Fließbandarbeiter in immer komplexer werdende Traumwelten flüchtet, dann ist das eine visuelle Pracht, die der Spieler direkt miterlebt: Mit einer Hand muss er Fließbandarbeit verrichten, mit der anderen eine Spielfigur in einer Fantasygeschichte steuern. Dabei sind die verhandelten Themen nicht ohne. Es geht um Erfahrungen wie Angst und Tod, und dabei wird auch vor heftigen Episoden, wie dem Verlust eines Kindes, nicht zurückgeschreckt. Das ist aber nie gruselig inszeniert, sondern als bereichernde Erfahrung. Am Ende entlässt einen das Spiel mit einem Gefühl, dass hier gerade das Leben sehr abgefeiert wurde – und dann muss man als Spieler für sich entscheiden: Was hat es denn nun auf sich, mit diesem Fluch? Und was bleibt von Edith Finch? Der Downloadtitel kostet auf XBOX, PS4 und PC 20 Euro. Das scheint viel, für netto 4 Stunden Spiel – aber die Spielerfahrung ist es wert, denn die beschäftigt einen noch Tage später.

Assassins Creed II [PS4 Remaster]
Italien, 1476. In Florenz wehren sich die Medici gegen die Pazzi-Verschwörung, in Rom will Rodrigo Borgia Papst werden, in Venedig träumt Leonardo da Vinci neue Stufen von Kunst und Wissenschaft herbei und in Forlì führt Catharina Sforza ein hartes Regiment. Mittendrin: Der junge Ezio Auditore. Der hat anfangs nur Weibergeschichten und Party im Kopf. Das ändert sich, als durch eine Intrige seine Familie ermordet wird. Ezio schwört Rache, stellt sich bei deren Umsetzung aber denkbar ungeschickt an. Zum Glück gibt es da Menschen, die ihn anleiten. Fast 30 Jahre kreuzt sich Ezios Geschichte mit denen der prominenten Figuren der Renaissance. Am Ende steht die Erkenntnis: Es gibt keine einfachen Wahrheiten.

Ach, spielerisch und vom Storytelling ist ACII immer noch eine Offenbarung. Die Orte sind wunderschön gestaltet, die erzählte Geschichte ist faszinierend und perfekt mit dem SciFi-Überbau und einer Story in der Gegenwart verwoben, Open World-Krempel ist sämtlichst optional und, bis auf der erklettern der Türme, keine Pflicht. Das perfekte Assassins Creed!

Der Remaster aus der „Ezio Collection“ für die aktuellen Konsolen ist leider weit weniger perfekt. Zwar wurde die Sichtweite erhöht, die Auflösung angepasst und für Gebäude und Kleidung höher aufgelöste Texturen verwendet, aber leider nichts an den Gesichtern gemacht. Die sehen, besonders bei den Nebenfiguren, gruselig aus. Spielt aber kaum eine Rolle: Wer nur ein einziges AC spielen will, sollte das hier nehmen.

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Machen:
Trauern. Eine Garage einrichten. Auf die Reparatur der V-Strom warten.

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Neues Spielzeug:

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
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Verfasst von - 30. Juni 2017 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: Mai 2017

Herr Silencer im Mai 2017
„Gleich geht es los.“

Wetter: Monatsanfang einstellige Temperaturen und Regen, Monatsmitte morgens 0-4 Grad, tagsüber 10-12 und trocken. Gegen Ende des Monats zeigt der Mai dann, was er wirklich kann: Sonne und 12 bis 20 Grad, an den letzten Tagen sogar Hochsommer mit 30 Grad und Sonne.

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Lesen:

Neil Gaiman: Amercian Gods
Shadow hat allen Grund schlechte Laune zu haben: Er kommt gerade aus dem Knast, er hat erfahren das seine Frau verstorben ist, er hat keine Perspektive. Deprimiert und am Boden nimmt er das Jobangebot eines gewissen Mr. Wednesday an, ihn auf einem Roadtrip durch die USA zu begleiten. Schon bald merkt Shadow, dass irgend etwas merkwürdig ist an Mr. Wednesday und den Menschen, die sie auf ihrer Reise besuchen. Sind es wirklich Menschen? Oder sind es alte Götter, halbvergessen und mangels Anhängern ihrer Macht beraubt?

Habe ich vor 16 Jahren das letzte Mal gelesen. Tolles Buch über sich ändernde Zeiten und alte Erinnerungen, über Dinge, die wir verehren und wie Götter leiden. Die Geschichte ist schwer zu verorten. Ein Mysterthriller? Ein Fantasykrimi? Irgendwie sowas. Und dazwischen auch ganz anders, denn wie schon in „Sandman“ streut Gaiman auch hier immer wieder kleine, für sich stehende Kurzgeschichten in die Hauptstory ein. Ein Buch wie ein Roadtrip, und zwar ein sehr guter.

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Hören:

Heinz Strunk: Der goldene Handschuh
In den 70er Jahren ermordete Fritz Honka mehrere Prostituierte im Hamburger Trinkermilieu. Seine Opfer lernte er in der Kneipe „Der goldene Handschuh“ kennen. Die Leichen zerstückelte und versteckte er auf Altona und in seiner Wohnung.

Heinz Strunk ist sonst er für lustige Erinnerungen aus den 80ern gut. Hier schlägt er einen ganz anderen Ton an. Akribisch hat er Honka und seinen Opfern hinterherrecherchiert, sich in das Trinkermilieu hineinversetzt und daraus eine bedrückende Erzählung gemacht, die über jede Grenzen hinausgeht. Ungeschönt und unerträglich sind die Schilderungen der kaputten Trinker, der Menschen ohne Gedächtnis, ohne Identität, ohne Willen, die für eine Flasche Korn alles machen. Strunks Studie zeigt, wie Honkas Verbrechen möglich wurden und wie es sein konnte, dass niemand die getöteten Frauen vermisste. Ein soziokultureller Abgrund. Das ist wirklich, wirklich harter Stoff. Ich konnte das nur in Etappen hören und habe Monate dafür gebraucht.

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Sehen:

Guardians of the Galaxy Vol. 2 [Kino]
Die selbsternannten „Beschützer der Galaxie“ nehmen als Freelancer Kammerjägerjobs an. Als sie für eine goldene Trulla arbeiten, klaut der Waschbär alte Radioröhren. Dann findet Peter Quill seinen Vater, der das ganze Universum aufessen möchte.

Um es mal kurz zu machen: „Guardians Vol. 1“ war ein super Film, dieser hier ist es nicht. Dafür gibt es zu wenig wichtige Dinge, alles plätschert irgendwie vor sich hin, und alles, was in Teil 1 cool war, wird bis zum erbrechen wiederholt. Teil 1: Die 3 Sekunden Baby-Groot waren cool. Teil 2: 5 Minuten Babygroot-Solo. Teil 1: Die zwei Szenen mit Yondus Gedankenpfeil waren cool. Teil 2: Gedankenpfeil wird gefühlt 20 Minuten am Stück gezeigt. Apropos gefühlte Zeit: Guardians II ist mit 2,5 Stunden nicht nur gefühlt viel zu lang. Am Ende will man nur noch, dass es vorbei ist. Einer der schlechtesten Marvel-Filme bislang.

American Gods [Amazon Video]
„American Gods“ ist als Serie wunderbar Twin-Peaks-est umgesetzt. Charakterschauspieler, HDR-Optik, schräge Blickwinkel. Manchmal bleibt man der Vorlage auf die Dialogzeile treu, manchmal wird zeitgemäß variiert. Große Kunst, auf jeden Fall, und ich hoffe auf weitere Staffeln – die 8 Folgen der ersten bilden nur einen Teil des Buches ab.

Arrival [Amazon Video]
Überall auf dem Planeten landen Raumschiffe. Wissenschaftler gehen an Bord und stehen erstmal im Nebel. In dem stecken Außerirdische, die komische Zeichen in die Luft malen. Weil die Aliens nichts machen als rumkrakeln, beschliesst das Militär sie wegzubomben. Eine Linguistin findet das nur so mitteltoll.

„Es gibt noch SciFi für Erwachsene“ und „der beeindruckstende Science Fiction Film seit „Insterstellar“, jubelte es allerorten beim Erscheinen von „Arrival“. Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, was die Kritiker zu solchen Begeisterungsstürmen hingerissen hat. „Arrival“ hat exakt eine Idee, die den Film tragen soll. Die findet man aber gar nicht mehr so supi, wenn bis zur Auflösung 2 Stunden schnarchlangweiliges Rumgeflenne ertragen musste. Auf die letzten 5 Minuten wird der Film dann noch spannend, blendet dann aber schnell aus – als wäre es pfui, wenn auf der Leinwand mal was passiert. Das die zugrundeliegnende Prämisse der Filmtragenden Idee rotzedoof und von ähnlicher Glaubwürdigkeit ist wie seinerzeit das „Scarlett Johannson wird zu einem göttlichen USB-Stick“-Desaster, gleicht die verlorene Lebenszeit kaum aus. In der Heimkinofassung hat der Film zu dem das Problem, dass das Bild so dunkel und kontrastarm ist, dass stellenweise die Augen schmerzen. Ja, „Arrival“s Bilder sollen dunkel sein, aber das hier wirkt, als hätte man vergessen einen Filter für Kinoanlagen zu entfernen: Selbst sonnige Szenen wirken, als wäre sie im Dezember gegen 16.00 Uhr aufgenommen, und in den wirklich gewollt dunkelen Szenen an Bord der Raumschiffe ist stellenweise kaum noch was zu erkennen.
Merke: Schnarchiges Rumgefuddel, tränenreich in Kamera blicken und schlechte Lichtverhältnisse definieren NICHT SciFi für Erwachsene.

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Spielen:

Mass Effect: Andromeda [PS4]
Das Ding lappte über den Rand des Vormonats. Da hatte ich ja schon heftig geschimpft, und es wird nach hinten raus nicht besser. ME: Andromeda ist in Deckungsshooter, bei dem das Deckungssystem nur so mittel bis nicht funktioniert. Es ist ein Rollenspiel, bei dem sich der eigene Charakter null entwickelt und seine Skills nutzlos sind. Die NPCs sind allesamt nervige Unsympathen oder flennende Weicheier. Das Craftingsystem ist sinnlos. Es gibt 5 verschiedene Ingame-Währungen, die auch alle sinnlos sind, weil einen das Spiel damit zuschmeisst. Die Dialoge sind unerträglich schlecht. Die Story ist völlig Banane.

Am Schlimmsten aber: „Andromeda“ ist von allem zu viel. Nahezu jeder verdammte NPC erzählt nicht nur ausführlich seine uninteressante und langweilige Lebensgeschichte, er hat auch eine Quest parat. Ich habe keine Ahnung wieviele Sidequests es insgesamt gibt, gefühlt sind es mehrer Hundert, und zwar von der bescheuertesten Sorte: Sammele Kräuter. Scanne Schrott. Fahre Wegpunkte ab. Alles garniert mit VIEL Backtracking. Die Hälfte der Zeit glotzt man auf Ladebildschirme, weil die Kräuter über die halbe Galaxis verteilt sind. Das Schlimmste: Hinter manchen der Doofquests verbergen sich wichtige Storyinfos. Das ist vom Spieldesign her so ein Müll, dass ich irgendwann keine NPCs mehr angesprochen habe, um nicht noch mehr Gejammer hören und Blümchen pflücken zu müssen. Oh, und Bossfights. Ja, richtig: Mass Effect Andromeda hält wirklich im Jahr 2017 Bossfights für eine gute Idee. Aber nicht, weil es dabei um irgendwas ginge. Das sind auch so Nebenaufträge, nach dem Motto „Geh da mal hin, mach mal das Ding weg. Oder halt nicht, ist auch egal“.

Da stellt sich das Gefühl von „Wann ist das Elend endlich vorbei?? Warum hört da nicht endlich auf???“ ein. Von Allem bietet Mass Effect zu viel, kein Wunder, dass es den Fokus verloren hat.

Full Throttle [PS4]
Die USA, in einer alternativen Zeitlinie. Ben ist ein harter Biker und Anführer einer Motorradgang. Das ändert sich jedoch schnell, Ben wacht in einer Mülltonne auf, seine Gang ist weg, und er hat einen Mord am Hacken. Auf sich allein gestellt versucht Ben herauszufinden was passiert ist.

„Full Throttle“ habe ich vom ersten Moment an geliebt. Damals, 1995, als rauskam. Beindruckende Inszenierung, röhrende Motoren, Rockmusik – das gab es in einem Point & Click-Adventure bis dahin nicht, und später nie wieder. Jetzt, 22 Jahre später, gibt es eine aufgefrischte Version für Konsolen und PC. Und die hat es in sich: Die Grafik ist überarbeitet, der Sound gesäubert und das Interface angepasst. Besonder schön: Auf Tastendruck kann man zwischen neuer und alter Version umschalten. Als Bonus gibt es einen Audiokommentar der Macher, der einen interessanten Einblick in die damalaigen Produktionbedingungen gibt. Einziger Wehrmutstropfen: Das Spiel ist nach wie vor kurz. Nach knapp 10 Stunden erklingt der Schlussakkord. Aber die Reise bis dahin ist allemal die 14 Euro wert, die aktuell dafür aufgerufen werden.

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Machen:
Eine V-Strom reisefertig machen.

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Neues Spielzeug:

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
6 Kommentare

Verfasst von - 29. Mai 2017 in Momentaufnahme

 

Momentaufnahme: April 2017

Herr Silencer im April 2017
„Was soll das heißen, der Monat ist schon wieder vorbei??“

Wetter: Monatsanfang sommerlich, dann wieder kühl, aber trocken. Die Bäume beginnen am 01.zu blühen. Mitte des Monats Temperaturen um die 6 Grad, keinerlei Sonne, dafür Regen. Dann wird es wieder Eisekalt: um den 20. sind es morgens -3 Grad und es schneit ein wenig. Wein- und Obstblüten erfrieren. Der Rest des Monats dümpelt nachts und morgens um den Gefrierpunkt herum, tagsüber sind es maximal 10 bis 12 Grad.

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Lesen:

Diverse: Michael Müller Reiseführer
Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag sind meine verlässlichste Quelle für Reisevorbereitungen. Kompakt, informativ, meist alles Relevante und Interessante gut lesbar zusammengefasst.

Francois Durpaire: Die Präsidentin
Sozialwissenschaftliche Science Fiction: Die rechtsextreme Rassistin Marine Le Pen wird am 07. Mai Präsidentin Frankreichs und beginnt sofort damit ihr Wahlprogramm umzusetzen. Die Konsequenzen sind verheerend.

Sehr gutes Buch, leider mies gezeichnet und schlecht erzählt. Ausführliche Besprechung hier.

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Hören:

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Sehen:

Where to Invade Next? [Amazon Video]
Das Pentagon ist frustriert, weil es seit dem zweiten Weltkrieg alle Kriege verloren hat. Darum engagiert es den linken Dokumentarfilmer Michael Moore. Der soll fortan alle Invasionen eigenhändig durchführen und den überfallenen Ländern ihre Errungenschaften und Ressourcen stehlen. Gesagt, getan: Alle US-Soldaten bekommen frei, Moore überfällt Europa und nimmt ein Land nach dem nächsten ein. In Interviews mit Arbeitern, Lehrern und Akademikern findet er die Besonderheiten des jeweiligen Landes heraus und „annektiert“ diese dann. Aus Italien „stiehlt“ er die Idee der Urlaubs- und Arbeitszeitregelungen, aus Finnland das Schulsystem, aus Frankreich das Schulessen, aus Slowenien die Idee der freien Hochschulbildung, aus Deutschland die Erinnerungskultur usw.

Manchmal muss man das eigene Land erst durch die Augen eines anderen sehen, damit man es genügend würdigen kann. Auch wenn die Prämisse mit den „Invasionen“ dumm und das jeweils finale Aufpflanzen der amerikanischen Flagge im „überfallenen“ Land albern ist, ist der Film auf mehreren Ebenen sehenswert. Zum einen macht er deutlich, dass viele Aspekte unserer Gesellschaft nicht selbstverständlich sind. Sie sind Errungenschaften im wahrsten Wortsinn, denn mann musste und muss um sie ringen. Moore zeigt uns das in einem Dutzend Interviews, die er mit den Menschen in den europäischen Ländern führt.

Der Film ist immer dann schockierend und gut, wenn direkt neben unseren europäischen Verhältnisse das System der USA gezeigt wird, dass im direkten Vergleich wie ein Land der dritten Welt oder des 19. Jahrhunderts wirkt. Schön sind auch die vielen, kleinen Szenen, die meist die Reaktion der Gesprächpartner zeigen. Es sind augenöffnende Momente, wenn Moore den Arbeiter bei Faber-Castell fragt, wieviele Jobs er denn wohl hat, um sich sein Mittelstandsleben leisten zu können, und der aus allen Wolken fällt; wenn er einem französischen Mädchen Cola anbietet und das höflich nickt, dann aber doch lieber Wasser trinkt; wenn er dem vielreisenden Ehepaar aus Florenz erklärt, dass es in den USA keinen bezahlten Urlaub gibt und die das gar nicht glauben können.
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Spielen:

Mass Effect: Andromeda [PS4]
600 Jahre haben die Kolonisten geschlafen, jetzt ist ihr Raumschiff am Bestimmungsort in der Andromeda-Galaxie angekommen. Dummerweise entpuppen sich die „goldenen Welten“, die ihnen versprochen wurde, als verstrahlte Wüsten- und Eisplanenten. Unter den Kolonisten sind Ressourcenknappheit und Meutereien an der Tagesordnung. Letzte Hoffnung: Sara Ryder, die Pathfinder-in. Die soll es richten und stolpert prompt beim ersten Ausflug über ein altes Terraformingsystem. Das wollen auch irgendwelche egalen Aliens nutzen, aber vorher müssen für andere dumme Aliens noch dreitausend Botengänge erledigt, zwei Milliarden mal Schrott gesammelt und fünf trilliarden Planeten gescannt werden.

Was ist DAS denn? Die Mass Effect-Reihe war mal das beste SciFi-Roleplay der Welt und glänzte mit fein geschriebenen Charakteren und tollen Geschichten, bis das Ende von Teil 3 alles in den Sand setzte. Dieses Ende war sogar so absurd schlecht, dass es die drei vorangegangenen Spiele negativer darstehen lässt als sie sind.

„Andromeda“ sollte ein Neustart werden, mit den alten Stärken von Mass Effect, aber auch anders. Dafür ließen sich die Entwickler von Bioware ganze fünf Jahre Zeit. Was nun dabei rausgekommen ist, ist geradezu absurd schlecht. Ryder ist ein Charakter aus Pappe, die sogar im Orginal eine nervende Stimme hat und Sätze von sich gibt, die an Dummheit kaum überboten werden können. Die anderen Charaktere sind ebenfalls nervige Arschgeigen, die Story ergibt in den ersten 20 Stunden überhaupt keinen Sinn und motiviert null, die Usability ist grauenvoll, die Dialoge sind mies geschrieben und die Grafik lässt zwar die PS4-Lüfter auf Hochtouren laufen, ruckelt aber trotzdem gelegentlich. Das Aussehen der Figuren bewegt sich dabei auf dem Niveau von Mass Effect 1 – und das kam 2007 raus!.

Dazu kommt vergeigtes Gamedesign: Andromeda ist über weite Teile ein Deckungshooter – bei dem das Deckungssystem nicht funktioniert! Abseits davon gibt es RPG-Elemente, die in verschachtelten Menüs mit Ordnerstrukturen versteckt sind. Ein veraltetes Dialograd. Charaktere, die in den unpassendsten Momenten ihre Lebensgeschichte von sich geben. Und warum sind Features wieder da, die in den letzten Teilen schon entsorgt wurden, weil sie nicht funktionierten? Das endlose Scannen aus Mass Effect 2 und der nervige Hüpfpanzer aus Teil 1 sind wieder da, nur das man nun NOCH mehr scannen und NOCH mehr fahren muss. Dazu kommt Sudoku. Kein Witz. Man muss allen ernstes STUNDENLANG Sudokurätsel lösen, damit es weitergeht. Ich hasse Sudoku.

Echt jetzt, WTF, Bioware? Nach dem vergurkten Ende von Teil 3 verließen viele altgediente Mitarbeiter die Firma, aber „Andromeda“ wirkt, als hätten es ganz neue Juniorentwickler und Praktikanten gebaut. Das Ding ist schlecht geschrieben, überladen, langsam, langweilig, inkonsistent und technisch übel, kurz: Es ist in jedem Aspekt schlechter als die Vorgänger. Und nicht nur das: Schlechter zu sein als die Spitzentitel des Genres könnte immer noch gut sein, aber „Andromeda“ ist nicht mal ein gutes oder auch nur befriedigendes Spiel.

Dabei verstehe ich den Ansatz und die Ideen dahinter. „Andromeda“ sollte anders als seine Vorgänger und dazu Exploration pur sein. Eine Open World, in der man Abenteuer entdeckt und eigene Lösungen finden kann. Das Potential scheint auch überall durch, aber das schlechte Drehbuch, das tranige Gamedesign und die miese technische Umsetzung hindern es an der Entfaltung. Das Spiel macht keinen Spaß, es fühlt sich nach Arbeit an. Das die einst beste Spieleschmiede der Welt nach fünf Jahren Entwicklungszeit nichts Besseres hinbekommt als diesen technischen und spielerischen Müll ist beschämend.
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Machen:
Ein Motorrad fernreisetauglich machen. Eine Reise planen. Und viel tun, damit die auch angetreten werden kann.

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Neues Spielzeug:
Ein Anker Souncore Mini. Der Bluetooth-Lausprecher ist nur 6,5 Zentimeter hoch und breit, wiegt aber 250 Gramm liefert aber ordentlich Wumms. Der Akku hält rund 15 Stunden. Damit lässt sich auch an sonst unerschlossenen Orten Podcasts und Musik hören. Typisch Anker ist die überaus wertige Verarbeitung und der geringe Preis. Das macht Freude!

Archiv Momentaufnahmen ab 2008

 
7 Kommentare

Verfasst von - 28. April 2017 in Momentaufnahme

 
 
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