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Archiv der Kategorie: Ganz Kurz

Reisetagebuch Shorties (5): Toxische Hassbayern und Geisterglocken

Auf Fernreise mit der Barocca.

  • Plötzlich tauchte bei 5.000 Touren ein helles Klingeln auf, das mich fast wahnsinnig werden liess. Was ist das? Die Ventile? Irgendwas lose? Kurze Zeit später war dann Eigenfacepalmierung angesagt, hatte ich doch schlicht vergessen, dass seit Neuestem die Guardian Bell am Gepäckträger hängt.

    Die kleine Glocke sorgt dafür, das böse Geister, die sich am Motorrad festsaugen, durch das Gebimmel irre werden und abfallen. Immer wenn ein Moppedgeist auf den Asphalt aufschlägt, hinterlässt er ein Schlagloch. Es gibt viele Schlaglöcher hier. Guardian Bells soll man nicht kaufen, man muss sie geschenkt bekommen. Wie gut, dass mein Sternzeichen Wassermann ist. Wassermänner sind nicht abergläubisch 🙂 Danke für das Geschenk, Mobbedzwerch!

  • Am Strand. Nebenan hat eine Familie aus Bayern drei Generationen an stattlichen Wampen in Liegestühlen geparkt. Die Sonne scheint, ein mildes Lüftchen weht, das Meer lädt zum Baden ein. Ein Tag zum Entspannen und genießen. Was macht die Familie? Die sicher 80jährige Oma Wampe erklärt über Stunden und lang und breit, welchen Nachbarn sie wegen welcher Kleinigkeit angezeigt hat, mit welchem Anwalt, wie ihre Versicherung für alles zahlt, und wer im Dorf als nächster dran ist. Sohn Wampe, irgendwo in den 50ern, bekräftigt minütlich, dass das „Recht so“ sei. Und Enkel wampe, sicher auch schon in den 20ern, glotzt ungeniert und minutenlang Leute an. Weil eine Sonnenbrille ja unsichtbar macht. Wie kann man so leben? Wie halten die es mit sich selbst aus? Müssten die Leute nicht an dem Hass, den sie permanent versprühen, selbst ersticken?

    Das sind toxische Menschen, von sowas muss man sich fernhalten, sonst wird allein vom Anhören dieses ganzen Hasses die eigene Seele schmutzig.

  • Auch in Italien gibt es OBI:

    Dort werden hemmungslos deutsche Waren mit deutschen Verpackungstexten und ohne Übersetzung verkauft. Ratlose Italiener stehen vor Regalen und befragen ihre Smartphones, was wohl ein „Filzzuschnitt selbstklebend“ ist.

  • Ich fand diesen Laden ja schon immer super gruselig:

    Vorne Süßwarenautomaten und Reittiere und Musik aus den 80ern, dahinter ein schummriger Laden, der sich irgendwo im Dunkel verliert. Sieht aus wie eine Fassade, um Kinder in die Untiefen des Hauses zu locken, auf das sie nie mehr gesehen werden.

    Nun ist wenige Meter entfernt ein zweiter Laden aufgepoppt.

    Was ist das? Eine Phänomen a la „Needful Things“? Oder eine Lebensform, die sich von Kindern ernährt und aussieht wie ein Laden? Stephen King, übernehmen Sie!

  • Die Vorliebe der Italiener für deutsche Worte kennt keine Grenzen. Neu: Das Modelabel „Doppelgänger“, das gerade rapide expandiert.

    Das Wort mögen die Amis auch, aber die nutzen das nicht für Mode, sondern für Stephen King Geschichten.

  • Apropos Amis: Die exportieren mittlerweile ihren Hass. So wie die Amerikanerin, die sich mitten in Florenz über eine Frau mit Kopftuch beklagte. Ob es denn hier keine Security gäbe, oder warum könnten Muslime sich hier, mitten in einer Touristenstadt, frei bewegen? Ich wollte gerade was sagen, dann holte ich innerlich das Popcorn raus und wartete, bis die vermeintliche Muslima sich umdrehte. Zum Glück hatte die ältere Nonne die Hassrede nicht gehört. Ich ergriff dann die Gelegenheit, die der Amerikanerin ohnehin gerade etwas peinlich war, um ihr zu erklären, dass sie hier nicht in Trumpland ist und SELBSTVERSTÄNDLICH auch Muslime sich frei bewegen dürfen, auch zwischen texanischen Wabbelärschen.
  • Nachdem meine Tankbuch-App nicht mehr supported wird, bin ich mit der ganzen Baggage zu Spritmonitor.de umgezogen. Das ist ein nettes Tankbuch, das on the fly brauchbare Statistiken rauswirft. Das Besondere: Die Plattform dazu vergleicht Modellübergreifend den Verbrauch und ordnet den ein. Die Barocca liegt da nur so mittel, aber die große Überraschung ist die Renaissance: Von allen registrierten ZZR600 (mindestens 60) ist meine Maschine mit 4,25 Litern auf 100 km die mit dem geringsten Verbrauch. Der größte Heizer im Vergleich braucht mit 9,86 Litern mehr als doppelt so viel.

    Kann man mal sehen, was vorausschauendes Fahren, viel Landstraße und ein gut gepflegter Motor so ausmachen.

 
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Verfasst von - 20. Juni 2018 in Ganz Kurz, Motorrad, Reisen

 

Impressionen eines Wochenendes (19): Neues im PS.Speicher

Einbeck ist für vieles bekannt: Für die historische Altstadt, für das Bockbier, die Tierquälereien von Till Eulenspiegel, dafür, dass ich dort geboren wurde und seit einigen Jahren auch für den PS-Speicher.

Das ist ein ehemaliger Kornspeicher, den einer der Gründer von Poco-Domäne (das mit der Katzenberger, wissen schon) gekauft und für seine Sammlung umgebaut hat. Die Sammlung, das sind allerhand Exponate. Allen gemein ist: Sie haben Motoren und Räder.

Der Besuch im PS-Speicher beginnt mit der Fahrt in einer Zeitmaschine. Die sieht zwar aus wie ein Fahrstuhl, bringt einen aber ganz an die Anfänge der Motorisierung. Allererste Fahrräder mit Hilfsmotor und automobile Vorfahren sind hier zu sehen.

Es gibt schöne und hässliche und skurrile Fahrzeuge zu bestaunen. Skurril wie dieses Ding, das den Motor in der Radnabe hat:


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Verfasst von - 27. Mai 2018 in Ganz Kurz

 

Reisetagebuch Städtetour (6): Unfinished Business mit Jessica Rabbit

Februar 2018: Tag sechs einer Städtereise südlich der Alpen. Heute geht es nach Turin, wo ich meinen Onkel aufgeben möchte und Jessica Rabbit aus dem Jahr 200 v.C. begegne.

Mittwoch, 14. Februar 2018, Genua
Als ich um kurz nach Acht die Tür von Lo Zenzero hinter mir zuziehe, fühlt sich das seltsam an – als würde ich zu früh von hier weggehen.

Leicht melancholisch, aber gespannt auf den Tag trabe ich die hundert Meter die Straße runter, an deren Ende sich der Bahnhof Brignole befindet.

Als sich die Türen des Regionale Veloce, der mich aus der Stadt bringen wird, schließen, fühlt sich das auch nicht wie ein Abschied an – ich werde bestimmt mal wieder nach Genua kommen, das weiß ich jetzt schon.

Der Zug rumpelt unter Genua hindurch, sieht am Bahnhof Principe nochmal kurz Tageslicht, dann macht er sich auf seinen langen Weg durch die Tunnel der umliegenden Berge.

Bei Roncio kommt er dauerhaft wieder an die Oberfläche. Hier sind die Berge schneebeckt, und alles ist übergefroren.


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Verfasst von - 26. Mai 2018 in Ganz Kurz, Reisen

 

Der bildungsferne Jedi

„GameTwo“ ist eine lustige, kleine und dabei hochprofessionelle Internetsendung über, eben, Games. Eine Rubrik in der Sendung heisst „Wünsch Dir was“, und Redakteur Michi hat sich ein neues Star Wars-Spiel mit Lichtschwertduellen und einer frischen Grundidee und Story gewünscht. Zum Beispiel „Die Hauptfigur könnte ein bildungsferner Jedi sein, der seine Macht mißbraucht, bis er einen Meister findet.

Wie das aussehen kann, spielt er gleich mal selbst vor, und ICH KANN NICHT AUFHÖREN DIESES VIDEO ZU GUCKEN BITTE MACH JEMAND DIESES VIDEO AUS ICH MACH MICH SONST EIN VOR LACHEN OMG LOL ROFL!!!!!

Das ist fast so gut wie das legendäre „The Slap“:

 
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Verfasst von - 24. April 2018 in Ganz Kurz

 

Impressionen eines Wochenendes (18): Einfach weggepustet

Ein kleiner Ausflug am Wochenende führte mich in meinen Heimatort. Der liegt im Leinetal, Luftlinie rund 30 Kilometer vom Nordwestlichen Harzrand entfernt. Wenn man von oben auf Deutschland guckt, liegt das Leinetal ziemlich genau in der Mitte und ist damit von allen spannenden Orten maximal weit entfernt. Ein bergiges Gebiet mit vielen Feldern, Wiesen und Wäldern, dass man, wenn überhaupt, nur vom durch- oder dran vorbeifahren kennt.

Mit der letzten Bergkuppe vor dem Tal stimmt irgendwas nicht. Ich kenne die typischen Silhouetten des Leinetals mein ganzes Leben lang. An den Berghängen sind Felder, oben drauf dichter Wald. Also, WIRKLICH dichter Wald. Nicht sowas wie das hier, das aussieht wie Zahnbürste von Oppa.

Ich fahre näher ran, stoppte die V-Strom auf einem Feldweg und kAnn kaum glauben, wie es hier aussieht. Vom Wald ist an dieser Stelle praktisch gar nichts übrig. Es sieht aus wie nach einem Krieg. Die Erde ist aufgewühlt, Wurzelballen umgekippter Bäume ragen in der Luft, Baumreste stehen schief in der Mark.

Erinnert sich noch wer an Friederike? Das war der Sturm, der am 18. Januar 2018 über Deutschland hinwegzog. Die Bahn machte damals komplett dicht, weshalb später vor allem aus Teilen Süddeutschlands heftige Kritik kam. Nach dem Motto „Soll´n das, bei uns war schönes Wetter, kann doch nicht so schlimm gewesen sein!“ Tja, hm.

Die Aufräumarbeiten sind schon beeindruckend weit, dutzende Baumstämme liegen abholbereit am Forstweg. Die Kerben im Holz zeigen, dass das keine Handarbeit war, sondern automatische Harvester am Werke waren, vermutlich ein ganzes Heer. Hauptsache weg mit dem Holz, bevor sich darin Schädlinge einnisten.

Später erfahre ich von einem Forstwirt, das allein in diesem Flurstück so viel Holz gefallen ist, wie man sonst in 5 Jahren schlagen würde: Über 100.000 Kubikmeter. Von überall her wurden Harvester rangekarrt, um der Holzmenge Herr zu werden. Fast rund um die Uhr karren LKW die Baumstämme auf Züge zu den kleinen Bahnhöfen im Leinetal, die das Holz zur Verarbeitung nach Süddeutschland und Polen bringen. Die Holzpreise sind im Keller, aber für die Forsteigentümer lohnt sich das Ganze trotzdem. Sie bekommen vom Land Förderung und Beihilfen für die Beseitigung der Schäden, außerdem Ausfallsgeld und Entschädigungen. Eher ein Grund zum Frohlocken als zur Sorge.

Dennoch, die Zerstörung, die Friederike hier angerichtet hat, ist enorm. In Anbetracht der Tatsache, dass die ICE-Trasse und die Nord-Süd-Achse des Bahnverkehrs nur zwei Kilometer von hier entlang laufen und nicht klar war, ob der Sturm am Harzrand nach Osten weitergeht oder nach Süden abdreht, war die Sperrung des Bahnverkehrs während Friederike absolut richtig, ganz egal ob in Teilen Bayerns zeitweise die Sonne schien oder nicht.

 
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Verfasst von - 17. April 2018 in Ganz Kurz

 

137

Die Zahl 137 verfolgt mich schon mein ganzes Leben. Sie taucht immer wieder auf, mal als Personalnummer im Job, mal auf groß auf Paketen, mal versteckt in Werbeanzeigen und Texten. Was mich schon früh zu dem Schluß führte: Douglas Adams irrte. Nicht 42 ist die Antwort auf das Leben, das Universum un den ganzen Rest. Es ist die 137.

Heise Online bestätigt nun diesen Verdacht. In einem launigen Artikel über die „Aufmüpfige 137“ beschreibt der Autor, wie ein Mathematikprofessor von der 137 träumt, die auf die Metaphysik aller Zahlen hinweist. „When the world goes pop, we shall go pop too“ – Wenn die Welt untergeht, verschwinden auch die Zahlen.

Tatsächlich berechnete später der Astrophysiker Sir Arthur Eddington, dass die 137 der Kehrwert der Sommerfeldschen Feinstrukturkonstante ist. Oder anders ausgedrückt: „Basierend auf der Sommerfeldschen Feinstrukturkonstante, kam Eddington zum Schluss, dass 137 die Zahl ist, die das Universum zusammenhält.“

Aha. Nun, das erklärt einiges. Wenn mich die 137 dauernd stalked, erklärt das zumindest den gelegentlichen Ausfall der natürlichen Entropie, weshalb mir ständig Dinge passieren, die eigentlich extrem unwahrscheinlich sind. Aber warum hat die Metaphysik ausgerechnet an mir solchen Spaß? Bin ich ein Endzeitapostel? Oder wird die Welt einfach enden, wenn ich ende? Zumindest letzteres werde ich nie erfahren.

 
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Verfasst von - 12. April 2018 in Ganz Kurz

 

Augenmysterium

„P… D… 2… K… 6… 8…“
„OK, können sie die dritte Reihe auch lesen?“
„M… … D… … Äh…. Hm… Also… Das nächste könnte eine 5 sein.“
„So besser oder so?“

Ich bin ja normalerweise nicht gut in diesen „So-besser-oder-so“-Dingen. Ich bin dann immer der, der fragt „Kann ich das erste nochmal sehen?“ Aber hier, beim Optiker des Vertrauens, da läuft´s. Ich bin nach drei Jahren mal wieder hier, weil sich die Augen gelegentlich müde anfühlen, und wenn ich was in der Ferne lesen möchte, schiebe ich manchmal die Brille hoch oder merke, wie ich die Augen zusammenkneife. Das sind so die ersten Anzeichen, dass man mal wieder die Sehschärfe kontrollieren lassen sollte.

Also ab zum Optiker. Der fährt ein Prüfgestell mit Testlinsen vor´s Gesicht, darin stellt er meine aktuellen Brillenwerte ein, dann muss ich auf eine Tafel mit kleiner werdenden Buchstaben und Ziffern gucken. Der Optiker macht dann Stück für Stück Einstellungen am Messapparat, und ich muss immer sagen, ob ich damit jetzt besser oder schlechter gucken kann.

„Ist der Kreis auf dem roten Untergrund schärfer und kontrastreicher oder auf dem grünen?“
„Rot.“
„Und jetzt?“
„Grün.“
„Und jetzt?“
„Beide gleich“
„Und noch mal die dritte Reihe. Die vierte muss nicht, aber die dritte sollten Sie lesen können.“

Beim Optiker bin ich ohnehin alle paar Jahre. Die nehmen sich nämlich mehr Zeit für Sehtests als Augenärzte. Von Ärzten lasse ich nur den Augenhintergrund checken, ein Mal im Jahr. Das ist bei mir auch notwendig, denn mit 11 Dioptrien Fehlsichtigkeit ist mein Augapfel so verkrümmt, dass die Netzhaut reissen kann. Deshalb: Regelmäßige Checks. Immerhin lassen sich meine seltsamen Augen noch korrigieren. Mit einer gut eingemessenen Brille erreiche ich eine Sehschärfe von 120 Prozent. Normalerweise ist man froh, wenn man Sehfehler wie meine auf 80 Prozent korrigieren kann.

Nach einer halben Stunde „So-oder-so-besser“ sagt der Optiker „So, jetzt haben wir die Ergebnisse. Das linke Auge ist um eine ganze Dioptrie schlechter geworden, das rechte fast genauso viel“.

„WAS?!“, entfährt es mir, „Das kann doch nicht sein! Ich merke, wenn meine Augen signifikant schlechter werden! Hätte ich eine Dioptrie zu wenig, wären das 40 Prozent Sehschärfe, damit würde ich doch gar nichts mehr erkennen können! Das kann nicht stimmen“. „Ist aber so“, sagt der Optiker bedauernd. Ich runzele die Stirn.

Ich schwenke die Messapparatur mit den Prüflinsen von meinem Gesicht weg und setze meine alte Brille auf. Die, die angeblich jetzt eine Dioptrie zu schwach ist. Dann schaue ich beiläufig auf die Wand mit der Buchstabiertafel.

„K-D-P-F-6-7-4-5-Z“, lese ich flüssig und ohne ein Stocken vor. „Das war jetzt aber nicht die dritte Reihe“, sagt der Optiker verwundert. „Nee, das war die vierte“, sage ich.

Jetzt runzeln wir beide die Stirn. Mit einer Dioptrie zu wenig durfte ich nicht mal erkennen das überhaupt Buchstaben an der Wand sind. In der Messapparatur haben meine Augen schlechtere Werte als mit der Brille? Das ist uns beiden noch nicht untergekommen.

Ein Mysterium.
Der Termin bleibt ohne Ergebnis. Stattdessen machen wir einen neuen. Andere Tageszeit, woher soll ich die Augen entspannen.
Mal sehen, was dann rauskommt.

 
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Verfasst von - 10. April 2018 in Ganz Kurz

 

Spannung!! Vom Abenteuer, Karten für Harry Potter 8 zu buchen

Soll ich die jetzt nehmen oder nicht? Ich merke, dass ich vor Nervosität zittere. Zwei Schritte zurück. Einer vor. Wieder das gleiche Ergebnis. Verdammt.

Kaum jemand kennt alle Teile der „Harry Potter“-Geschichte. „Moment“, werden jetzt viele sagen, „ich habe alle sieben Bücher gelesen und alle 8 Filme gesehen!“ Tja, mag sein, aber es gibt ACHT Bücher, und das letzte ist nicht verfilmt worden.

Das Siebte endet kurz nach dem Sieg über Voldemort, in der letzten Szene verabschieden Harry und Ginny Potter ihr Kind am Bahnsteig nach Hogwarts. Das achte Buch spielt 19 Jahre später. „Harry Potter and the Cursed Child“ ist allerdings kein Roman und kein Film. Es ist ein Drehbuch für ein Theaterstück, und das lief bis vor Kurzem nur an einem Ort auf der Welt: Dem Palace Theatre in London.

Man denke in diesem Zusammenhang an einen neuen Star Wars-Film, der nur in einem Kino auf der Welt läuft. Das gibt eine kleine Vorstellung davon, wie gewaltig der Andrang auf die Karten ist. Mittlerweile läuft die Produktion zwar auch in New York und Melbourne, aber dennoch ist die Nachfrage riesig. Erschwerend kommt hinzu: Die Geschichte ist so episch, dass ein Theaterbesuch nicht reicht, um sie zu in Gänze erleben. Man muss tatsächlich zwei Vorstellungen besuchen, jede gut 150 Minuten lang, um alles zu sehen. Fast 6 Stunden braucht es, um „The Cursed Child Part I & II“ zu sehen.

Das Palace Theatre veröffentlicht alle drei Monate Karten für die Vorstellungen in einem Jahr, zu beziehen nur Online und in Minuten ausverkauft. Heute war es wieder soweit, es gab Karten für den Zeitraum Februar bis April 2019. Der Buchungsvorgang war… eine interessante Erfahrung.

Die Harry-Potter-Produktion arbeitet mit zwei Ticketvertrieben zusammen, die beide unter dem Webauftritt http://www.harrypottertheplay.com arbeiten, aber leicht unterschiedliche Buchungseiten haben. Die ATG-Seite ist etwas übersichtlicher, auf der Seite von Nimax hat man dafür mehr Optionen.

Wer Tickets haben möchte, abonniert am besten den Newsletter auf der Website, dann wird man rechtzeitig informiert wann der Verkauf startet. An einem Tag X geht es dann um 11:00 Uhr los, um eine Chance zu haben muss man 30 Minuten vorher auf der Seite sein. Dort betritt man einen virtuellen Warteraum, während ein Timer runtertickert.

Kommt er bei Null an, geht es los: Alle Wartenden bekommen eine Nummer, die willkürlich zugelost wird. Die Nummer gibt die Position in der Warteschlange an. Ich muss zugeben: Ich bin nervös. Ich bin allerdings auch derjenige, der bei Ebay-Auktionen drei Sekunden vor Schluss vor Adrenalin kaum aus den Augen gucken kann. Werde ich dieses Mal Karten bekommen? Falls nein, werde ich ein Jahr warten müssen bis zum nächsten Versuch.

Das Buchungssystem läuft stabil, die Seite ist erreichbar und reagiert flüssig. Das ist bei so vielen, gleichzeitigen Aufrufen auch schon eine Kunst für sich. Ich bin in zwei Browsern eingeloggt. Während meine eine Identität Platz 90.489 bekommt, hat die andere Glück: Platz 175. Man sieht übrigens jederzeit wie viele Personen vor einem sind, und wie lange es ungefähr dauert, bis man dran ist.

Kommt man in die Buchungseite, hat man bei Nimax 5 Minuten, bei ATG 15 Minuten Zeit. Nun gilt es zunächst auszuwählen: Möchte man beide Teile an einem Tag oder an aufeinanderfolgenden Tagen sehen? Oder doch nur ein Ticket für einen Teil? Dann muss das Datum gewählt werden. Auf der ATG-Seite sucht man sich jetzt eine Preiskategorie aus, dann bekommt man vom System die besten Plätze zugewiesen – oder das, was der Computer dafür hält.

Auf der Nimax-Seite kann man sich zumindest aussuchen, ob man im Parkett oder auf einem der Balkone sitzen möchte, aber auch hier ist dann der Platz vom Buchungssystem vorausgewählt. Man bekommt übrigens in beiden Vorstellungen denselben Platz. Ist der also mies, ärgert man sich gleich zwei Mal darüber.

Klick-Klick-Klick
, ich möchte beide Teile an einem Tag, im Februar 2019… „Superplätze in I19“, meldet die Website. Ja, nee, glaub ich nicht.

Ich habe nämlich nebenbei die Website „Seatplan“ offen. Die kann ich uneingeschränkt empfehlen, die ist für London eines meiner wichtigsten Planungsinstrumente. Auf Seatplan.com sind von fast allen Londoner Locations die Sitzpläne abrufbar. Aber nicht nur das: Nutzer der Seite können Rezensionen und Bilder zu jedem einzelnen Platz posten. Im Besten Fall kann man auf Seatplan also genau sehen, wie der Blick auf die Bühne ist.

„I19“ liegt im „Dress Circle“, dem ersten Balkon. Recht weit weg von der Bühne, und oben drüber wölbt sich schon der nächste Balkon, der Grand Circle. Das Bild ist von seatplan.com:

„Ist nicht so toll“, schreiben die Rezensionen. „Lieber einen Platz weiter unten nehmen“. Und: „Platz war für mich OK, aber ich habe auch nur 10 Pfund für die Karte bezahlt. Gepriesen sei Last Minute, hehe“, schreibt einer. Nun, billig sind die Tickets im regulären Verkauf mal nicht. Die Preislage, in der der Computer mir gerade Plätze sucht, liegt bei 70 Pfund. Für Londoner Verhältnisse ist das günstig, aber dazu kommen noch 5 Euro Gebühren, und man braucht halt zwei Tickets, und schon ist man bei 150 Pfund, was aktuell 170 Euro sind. Dafür kann man 10 mal ins Kino gehen.

Ich gehe nochmal zwei Schritte zurück und wähle nochmal, aber wieder bietet mir der Computer nur I19 an. Oder einen Platz im Parkett, aber da ist die Gefahr groß, dass ein großer Mensch vor mir sitzt und ich 6 Stunden lang einen Hinterkopf begutachten kann. Nein, wenn, dann Balkon. Aber so meilenweit von der Bühne entfernt?
Der Timer tickert langsam runter, ich muss mich entscheiden…

Kurz darauf habe ich tatsächlich die I19-Tickets für HP8. An meinem Wunschdatum. Aber halt auf einem nicht optimalen Platz. Aber hey, es geht noch schlimmer, Seatplan hat auch Bilder vom „Balcony“. In dessen letzter Reihe muss man schwindelfrei, man guckt gefühlt senkrecht und aus großer Höhe auf einen kleinen Ausschnitt der Bühne. DAS sind schlechte Plätze.

Bild: Seatplan.com

Wie ein befriedigender Kauf fühlt sich das trotzdem nicht an. Aber ein nicht-ganz-so-doller Platz besser ist als keiner, oder?

Wrong. Später am Tag kam die Erkenntnis: Ich fahre nicht nur, aber auch wegen dieses Stücks nach London. Dann sollte das Erlebnis besser ein Gutes sein.
Am Abend, als der Ansturm auf die Website vorbei ist und das Buchungssystem wieder ohne Warteschlange arbeitet, klicke ich mich nochmal durch den Bestellprozess.

Aha, jetzt sind bei Nimax auch die besonders guten Karten auswählbar! Das Preisband „Premium“ enthält die Karten, die man WIKRLICH will. Gute Sicht auf die Bühne, praktisch nicht verbaubar. Und tatsächlich noch für mein Wunschdatum erhältlich!

Schnell klicke ich mir die und fühle kurzzeitig den Endorphinrausch. Der endet, als die Bezahlung mittendrin scheitert, weil meine Kreditkarte mit einer App authorisiert werden möchte, die ich gerade nicht auf dem Handy habe.

Ich bin kurz am Boden zerstört, aber nicht lange, denn tatsächlich hatte ich das verkehrte Datum ausgewählt. An meinem Wunschdatum gibt es keine Premiumkarten. Aber eine Woche vorher…

Lange Rede, kurzer Sinn: JETZT habe ich nicht nur irgendwelche Karten, sondern sogar richtig gute. Leider nicht an meinem Wunschdatum, aber dicht dran. Und dieser Blick auf die Bühne ist es wert, das Datum der Reise zu verschieben:

Bild: Seatplan.com

Puh, spannender Tag. An dessem Ende steht nun fest: Ich fahre im Februar 2019 wieder mal nach London. Und ich werden den achten Teil von Harry Potter sehen.

Auch wenn ich gerade viel Geld ausgegeben habe: Ich freu mich! Jetzt muss ich mich nur noch darum kümmern, dass ich die zuerst geklickten I19-Karten erstattet bekomme. Denn in Summe 350 Pfund wäre selbst für das tollste Theaterstück der Welt zu viel…

 
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Verfasst von - 9. April 2018 in Ganz Kurz

 

Wenn Nazis Langeweile haben

Hier, im ehemaligen Zonenrandgebiet, gehen manchmal komische Dinge vor sich. In Niedersachsen gibt es „freie Kameradschaften“ von Neonazis, im benachbarten Thüringen hat sich ein „Freundeskreis Thüringen“ formiert (heißt neuerdings „Volksbewegung“), und der dazwischenliegende Harz ist voller Reichsbürger, die bewaffnet hinter den Tannen sitzen und auf den nächsten Gerichtsvollzieher warten.

Ungefährlich sind diese Gruppierungen nicht, denn um es mal klar zu sagen: Das sind stramm rechte und gewaltbereite Nazis. Und sie haben viel Langeweile, anders ist es nicht zu erklären, dass sie regelmäßige Ausflüge nach Göttingen machen, eine eher linke Unistadt, um hier „Mahnwachen“ abzuhalten. Ich weiß jetzt nicht genau wozu, vermutlich zum Gedenken an ihre letzten Hirnzellen, die sie in Nordhäuser Doppelkorn ertränkt haben.

Diese „Mahnwachen“ laufen dann in der Regel so: Ein Dutzend Nazis reist per Bahn an. Am Gleis werden sie von einer Hundertschaft Polizei empfangen, die sie auf dem Weg durch den Bahnhof schützt. Dann gucken die Nazis aus der Bahnhofstür raus und sehen 2.000 Gegendemonstranten und Schilder wie „Jede Minute die ihr hier seid spenden wir 100 Euro an Flüchtlinge“.

Dann stehen die Glatzen 10 Minuten (oder 1.000 Euro) betreten in der Gegend rum, steigen in den nächsten Zug und sind wieder verschwunden. Bis sie einige Wochen später wieder eine Mahnwache anmelden und das armselige Theater von vorne losgeht.

Weil also bei angemeldeten Demos so viele Gegendemonstranten da sind, kamen die Nazis nun auf eine glorreiche Idee: Eine unangemeldete Spontandemo!
Also stellten sich ein paar der Neonazis ins nahegelegende Friedland, wo das große Grenzdurchgangslager ist, hielten eine knitterige „Freundeskreis“-Fahne hoch und pupten rum.

Als dann die Polizei anrückte um den Quatsch zu beenden, tanzte ein ganz schlauer Nazis mit einer „Presse“-Armbinde um die Polizisten rum und hielt ihnen ein Smartphone ins Gesicht. Damit streamte er alles live auf Facebook, und während er die Gesichter der Polizeibeamten übertrug, kommentierte er „Hier noch mal unser ganz spezieller Freund“ oder „Das sind alles Polizisten, die wir nicht brauchen in unserem neuen Deutschland“ (Quelle: HNA)

Vor Gericht redete sich der 29-jährige Facebooknazi damit raus, dass er ja Journalist sei. Der bei seinen Eltern im Keller wohne. Nein, Einkommen habe er nicht, deshalb könne man ihn auch nicht belangen. Glücklicherweise hatte das Gericht die Faxen sehr schnell dicke und verhängte eine saftige Geldstrafe, TROTZ fehlendem Einkommens. Begründung: Mit einem abgeschlossenen BWL-Studium könne der 29-jährige theoretisch gutes Geld verdienen, und diesem angenommenen Einkommen legte es die Tagessätze zugrunde.

Ein schönes Urteil, und ein sehr deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl: Leute, fangt was mit eurem Leben an. Stellt den Doppelkorn weg und kriegt den Hintern hoch – nicht Ausländer sind daran schuld, dass ihr bei euren Eltern im Keller lebt. Und wenn ihr Langeweile habt, macht was sinnvolles, keine Hassaktionen gegen Menschen und Staat.

 
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Verfasst von - 27. März 2018 in Ganz Kurz

 

Siri ist tot

Akt 1
Siri ist tot. Also, fast. Sie zuckt noch ein wenig, wenn man sie anspricht oder den Homebutton drückt, geht dann aber gleich wieder aus. Das diktieren von Text funktioniert auch nicht mehr. Ich tippe auf ein defektes Frontmikro.

Akt 2
Ich latsche zum autorsierten Apple-Reparaturdealer in der Stadt. Der guckt dullig auf´s iPhone und sagt „Da müssense zur Technik. Das könnwa nur in der Technik prüfen.“ Und wo ist diese Technik? „In Rotzdorf, wa.“ Rosdorf ist 5 Kilometer entfernt.

Stattdessen mache ich einen Termin beim Apple Store in Hannover. Da muss ich sowieso die Tage hin, und die reparieren wenigstens sofort. Die ham nämlich die Technik im Haus, wa.

Zuhause stecke ich ein Headset an. Siri bleibt tot. Jetzt wird es interessant, denn am Frontmikro kann es nicht liegen. Na, mal gucken was der Apple Store sagt.
Als Vorbereitung auf den Termin mache ich ein Backup. Ist sowieso dran, alle 14 Tage ziehe ich eines. Verschlüsselt, natürlich. Mal gucken ob das Passwort tut. Oh, da liegt ein altes, unsicheres drauf. Gleich mal gegen ein besseres Passwort tauschen. Mit Sonderzeichen drin.

Akt 3
Hm. Backup ist durch. Wenn es ein Softwarefehler ist, vielleicht hilft das Löschen des Telefons und einspielen aller Daten aus dem Backup? Bei Apple funktioniert das reibungslos. Gesagt, getan: Ich klicke auf „Wiederherstellen“ und iTunes löscht das Telefon, dann beginnt es mit Wiedereinspielen der Daten. Das läuft aber nicht lange.

„Auf dieses iPhone kann nicht geschrieben werden“, sagt iTunes. WTF?! Was ist denn nun los? Ich probiere ein älteres Backup. Ich nehme die Verschlüsselung raus. Immer das gleiche: Das Einspielen beginnt, dann stürzt das Telefon ab und kommt in jungfräulichen Zustand wieder. Ich verdächtige Windows hier Unfug zu treiben und schalte sämtliche Securitydinge ab. Nichts. Kurz überlege ich, ob ich das Backup auf einen Mac übertragen und von dort aus einspielen kann. Nee, geht nicht, habe kein passendes USB-C-Kabel.

Ich stochere im Netz nach Lösungen, finde aber nicht mal das Problem. Am Ende gebe ich auf.

Akt 4
Ich richte das Telefon frisch ein. Kalender, Kontakt und Mails kommen aus der Applewolke, Apps aus dem Appstore, Fotos vom NAS. Was ich verloren habe: Daten in langlaufenden Apps, sowas wie „Wann habe ich aufgehört zu rauchen“. Verschmerzbar.

Was richtig schmerzt: In jeder App muss ich mich mit dem jeweiligen Account neu anmelden. Obwohl ich nur die wichtigsten Apps neu installiert habe, sind das 54 Anmeldevorgänge.

Am schmerzhaftesten ist aber: JEDE App und seine Mudder nervt jetzt mit „Du benutz mich zum ersten Mal, guck mal, was ich tolles kann“, fast jede App schickt Begrüßungsmails. Das nervt. So sehr, dass es fast unerheblich ist, dass Siri wieder lebt.

Spät in der Nacht gucke ich mir das Backupverzeichnis von iTunes an und lösche da über 30 GB an kaputten Backup raus, die alleine an dem langen Abend entstanden sind. Was auch immer da schief gelaufen ist: Braucht kein Mensch, sowas.

Und die Lehre daraus? Gibt es nicht. Selbst gute Systeme fallen mal aus, selbst Backup schützen nicht vor Verlust. Manchmal sind Dinge einfach kaputt, und dann hat man Arbeit.

 
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Verfasst von - 30. Januar 2018 in Ganz Kurz

 

Private Knöllchen

Parkscheiben sind ein aussterbendes Relikt vergangener Zeiten. Dachte ich zumindest. Dabei erlebt die Parkscheibe gerade ein erstaunliches Revival, denn man braucht sie jetzt praktisch bei jedem Supermarktbesuch. Wait, what?

Ja, da staunt der Endkunde: Supermärkte, insbesondere in Innenstadtnähe, setzen neuerdings externe Firmen zur Bewirtschaftung ihrer Parkflächen ein. Das heißt im Klartext: Parkt jemand falsch, kriegt er von einer Firma ein Knöllchen.

Ich finde es ja total super, wenn innenstadtnahe Supermärkte was gegen Dauerparker auf ihren Stellflächen tun. Noch superer ist es, dass BMW-Fahrer, die ihren M6 schräg über drei Behinderten- und zwei Muter-und-Kind-Parkplätze parken, sofort eine reingewürgt bekommen. Viel weniger super ist allerdings, dass als „Nicht den Einstellbedingungen entsprechend“ schon bedeutet, dass man ein Köllchen bekommt, sobald man die Parkscheibe vergisst.

Ja, richtig gehört: Man stellt sein Auto auf den Supermarktplatz, geht einkaufen und bei der Rückkehr hat man ein Ticket über 25 bis 40 Euro am Fahrzeug. Weil man die Parkscheibe vergessen hat. Dabei ist es vollkommen unerheblich, dass der Angestellte der Parkfirma sogar gesehen hat, dass man nur kurz in den Supermarkt gegangen ist. Keine Scheibe heißt Knöllchen. Das ist rechtens, wenn die Einstellbedingungen groß aushängen – und das tun sie meistens. Hat man einmal ein solches Ticket bekommen, hilft eventuell noch die Vorlage des Kassenbons, um zu beweisen das man wirklich einkaufen war. Dabei ist man allerdings auf die „Kulanz“ des Parkraumunternehmens angewiesen.

Das Phänomen privater Parkraumbewirtschafter auf Supermarktparkplätzen ist relativ neu, zumindest in meinen Breitengeraden, aber es greift um sich. Binnen kürzester Zeit haben hier in Göttingen je ein REWE, ein LIDL und ein Penny die Hilfssheriffs engagiert. Ist für mich glatt ein Grund da nicht mehr hin zu fahren, denn mit Parkscheiben habe ich es nicht so.

 
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Verfasst von - 26. Januar 2018 in Ganz Kurz

 

Definitionssache

Der Böhmermann bringt es mal wieder auf den Punkt:

 
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Verfasst von - 11. Januar 2018 in Ganz Kurz

 

Verzeigt noch eins!

„Bitte beachten Sie, dass Falschparker gebüsst werden.

„Falsches Parkieren wird verzeigt“

Es tut mir sooo leid, liebe Schweizerischen Freunde, aber diese Ausdrücke sind in Deutschland so nicht in Gebrauch und klingen für meine Ohren so fremd, dass diese ernstgemeinten Warnungen bei mir ein breites Grinsen auslösen.

 
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Verfasst von - 2. Januar 2018 in Ganz Kurz

 

Last Minute

Auf den letzten Metern von 2017 ist mir eingefallen, dass ich seit Ende Oktober dieses seltsame, zwanzigjährige Jubiläum posten wollte:

Obwohl ich es fast täglich benutze, habe ich lange nicht begriffen, dass die „1997“ im Logo bedeutet, dass es nun schon zwanzig Jahre her ist, dass ich dieses „Murphys Irish Red“ Glas aus dem „Kleinen Rastkeller“ habe mitgehen lassen. Bitte keine moralischen Vorhaltungen, sowas gehört als Student zu guten Ton. Aber ey: ZWANZIG JAHRE!

 
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Verfasst von - 31. Dezember 2017 in Ganz Kurz

 

Google weiß, was ich letzten Sommer getan habe

Es begab sich irgendwann im Spätsommer: Der Akku des Telefons schien sich schneller zu leeren als sonst. Das passiert manchmal, meist ist irgendeine App schuld, die nach einem Update buggy ist und im Hintergrund Amok läuft. Meist gibt sich das nach einiger Zeit und einem Update.

Diesmal nicht. Der Akkuverbrauch blieb über Wochen konstant hoch. Im Oktober ging mir das Ganze so auf den Sacque, dass ich mal nachforschte. Tatsächlich war es Google Maps, was im Hintergrund ständig den Standort abfragte. Ich griff zur Brachialmaßnahme und entzog der App die Rechte für Standortzugriff, dann war der Spuk vorbei.

Bis heute glaubte ich an einen Fehler im Zusammenspiel mit Apples iOS. Bis ich gerade in der Desktopversion von Google Maps den Eintrag „Meine Zeitachse“ fand. Kannte ich nicht, also mal angeklickt und – Boom: Bewegungsprofile für jeden Tag, von April bis Oktober. Für jeden Tag ist fein säuberlich gespeichert, wann ich wo war und wie lange ich mich dort aufgehalten habe, inkl präziser Adresse oder Bezeichnung des Standorts. Der Mitfahrerparkplatz in Wiesloch-Rauenberg am 02. Juni? Jetzt kann ich nachschlagen, wie lange ich dort nach dem Unfall auf den Abschleppdienst gewartet habe.

Das die Profile überhaupt gespeichert werden ist wohl ein wenig bekannter Nebeneffekt der Funktion „Standort teilen“ in Google Maps. Ähnlich wie „Freunde“ in iOS teilt man darüber den eigenen Standort mit ausgewählten Personen. Anders als in „Freunde“ wird der Standort aber nicht nur abgefragt und übertragen wenn die ausgewählten Personen die App nutzen, sondern permanent. Und die permanente Übertragung wird von Google mitgeschnitten und gespeichert. Vermutlich steht das sogar irgendwo im Kleingedruckten, dass man abgenickt hat, aber ernsthaft, Google: WTF?

Die Suchmaschine ist mittlerweile ja für vieles gut, aber das man googlen kann, wo man wann was gemacht hat – nein.
Einfach nur: Nein.

 
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Verfasst von - 18. Dezember 2017 in Ganz Kurz, Gnadenloses Leben