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Archiv der Kategorie: Ganz Kurz

Weg isse

So, Experiment „Neue Matratze“ ist beendet. Ich hatte mir ja eine neue Matratze gekauft und war nach einigen Tagen darauf nicht sicher, ob die wirklich zu mir passt. Nach einer Woche war ich es dann, denn wenn man keine Bewegung mehr machen kann ohne laut zu stöhnen, dann ist es nicht die richtige. Im Ernst, ich habe noch nie solche Rückenschmerzen gehabt wie in der vergangenen Woche. Die mittelharte Variante mit der Komfortauflage war irrsinnig bequem, aber schlicht zu weich. Ich biin super darauf eingeschlafen – aber schon in der Nacht wegen schmerzender Rippen aufgewacht.

Zum Glück bietet Matrazzo ja 100 Tage lang ein Rückgaberecht an. Das ist auch gut so… dass es auch anders geht beweisen gerade die recht kostspieligen Matratzen, die die Nachbarn versuchen loszuwerden. Gekauft im klassischen Bettenfachgeschäft stellten die sich nach einigen Tagen auch als Fehlkauf heraus, nun versuchen die Nachbarn sie zu verschenken. Da hatte ich es besser, wenn auch nicht ganz einfach. Betstellt man bei Matrazzo übers Internet, kommt bei Rückgabe eine Spedition und holt die Matratze wieder ab. Kauft man die aber im Geschäft in Duderstadt, muss man sie auch selbst dahin zurückbringen. Eine Matratze alleine zusammen zu rollen, zu verschnüren und wieder ins Auto zu stopfen ist gar nicht einfach.

Ich werde in Kürze nochmal die Matrazzo in Hart ausprobieren, denn Qualität und Material hat mich voll überzeugt. Aber bei aller Liebe zu dem kleinen Geschäft: Die werde ich übers Internet bestellen, denn von Matratzen Hin- und Hergejökel habe ich erstmal die Nase voll.

 
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Verfasst von - 21. November 2017 in Ganz Kurz

 

Weichgespült

In Polen marschieren 60.000 Nazis mit einem Fackelzug durch Warschau, fordern „Reines Blut“, ein „Weißes Europa“ und einen „Islamischen Holocaust“.

Das ZDF nennt das „eine Demonstration von Einwanderungsskeptikern“.

Rodrigo Duterte, der Präsdident der Philipinen, hat Mordkommandos aufgestellt, die durch die Städte patrouillieren und Drogendealer und Drogensüchtige abschlachten. Er selbst vergleicht sich gerne mit Hitler. Die Vereinten Nationen verurteilen das auf´s Schärfste, können aber nichts tun.

NDR Info nennt das: „Duterte wird gelegentlich für seine Drogenpolitik kritisiert“.

Sprache ist ein mächtiges Werkzeug. Man kann sie nutzen um Dinge auf den Punkt zu bringen. Man kann sie genauso verwenden um Dinge zu verharmlosen und zu verschleiern.
Wer letzteres tut, macht sich mitschuldig.

 
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Verfasst von - 13. November 2017 in Ganz Kurz

 

Kein Matratzenkasper

Matratzen sind seltsame Dinger, das wusste schon Douglas Adams. Neben Globbern ist die bemerkenswerteste Eigenschaft von Matratzen ihre enorme Gewinnmarge. Die Dinger sind in der Herstellung meist supergünstig, im Geschäft aber sauteuer. Wer sich schon mal gefragt hat wie sich die verranzten „Concord“-Läden an jeder Ecke halten können: Das ist das Geheimnis.

Niedrige Herstellungskosten, hoher Verkaufspreis, damit ist das Matratzengeschäft wie gemacht für Start-Ups, die auf Disruption gebürstet sind. Eine amerikanische Firma geht dabei besonders aggressiv zu Werke. Der Name der Firma klingt für deutsche Ohren nach Puppentheater, dabei meinen die es bitter ernst. Anders ist es nicht zu erklären, das man der Werbung praktisch nicht entkommen kann. Jeder Influencer, von Podcastmachern bis zum Youtuber, durfte schon mal über die vermeintliche Revolution in der Matratzentechnologie berichten, und wenn das Review nicht so ausfiel wie gewünscht, gab es Gegenmaßnahmen – aber das ist eine andere Geschichte.

Beim Produkt des Start-Ups handelt es sich um eine Matratze aus unterschiedlichen Schaumlagen, der Werbung nach nicht zu kalt und nicht zu warm, nicht zu weich und nicht zu hart und dabei total günstig ist. Der disruptive Dienst: Man bestellt die Matratze per Internet, bekommt die sehr schnell per Paketbote, kann sie dann bis zu hundert Tagen ausprobieren und bei Nichtgefallen wird das Ding wieder abgeholt. Risikofreier, bequemer Kauf ohne einen verranzten Laden betreten zu müssen. Klar, dass das Erfolg hat.

Neu ist dabei allerdings wirklich nur die Bestellung übers Netz und der 100-Tage-Rückgabeservice. Ansonsten ist das Produkt der Amerikaner keineswegs revolutionär, denn Kaltschaummatratzen gibt es schon lange. Im Gegensatz zu den früher üblichen Federkernmatrazen sind sie leiser, haltbarer und stützen den Rücken besser. Auch meine letzte Matratze war eine Schaummatratze, für nen Hunni bei Aldi gekauft und gut drauf geschlafen. Jetzt, nach fast 10 Jahren, hat sie aber eine merkliche Kuhle und war deshalb reif für den Austausch.

Ich hatte auch schon mit der Internetmatratze geliebäugelt, denn um ehrlich zu sein: Ich finde das Konzept einer geringen Auswahl recht reizvoll. Eine Matratze fits all, keine Gedanken verschwenden ob man jetzt doch besser die Boxspring oder die 7-Zonen-Klima-Komfort-Latexkernversion nimmt. Allerdings war mir das Geschäftsgebahren der Amerikaner zuwider. Aber mittlerweile gibt es viele Nachahmer, die mit ähnlichem Service locken. Einer davon, stellte ich überrascht fest, sitzt hier bei mir um die Ecke. „Matrazzo“ ist in Duderstadt angesiedelt und unterhält dort ein Ladengeschäft, bietet aber ansonsten auch Bestellung übers Internet, 100 Tage Testen und kostenfreie Abholung bei Nichtgefallen.

Ein Besuch bei Matrazzo war der Hauptgrund, warum ich letzten Samstag in Dudeltown war.

Ladengeschäft in Duderstadt. Bild: Matrazzo.de

Der nett gemachte Laden bietet Testflächen, auf denen man die Matrazzo-Matratze probeliegen kann. Es gibt nämlich nur eine Bauform, die aber in hart, mittel und weich und jeweils in zwei Höhen, 18 und 22 cm. Die Matratze besteht aus zwei Schaumlagen, einem Stützschaum und einem Komfortschaum. In letzteren sinkt der Körper ein wenig ein, so werden Rücken und Hüften gestützt. Der Höhenunterschied in den Versionen 18 und 22 cm liegt in der Dicke der obersten Schaumschicht, in die hohe Variante sinkt man etwas tiefer. Die amerikanische Matratze wirbt mit vier Schaumschichten, aber das, so die Matrazzo-Leute, sei Schaumschlägerei. Je weniger Schichten, desto besser, denn dadurch wird weniger Kleber benötigt und die Matratze besser belüftet.

Bei Matrazzo muss man davon ausgehen dass sie wissen, wovon die sprechen, denn das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochterfirma der Otto-Bock-Kunststoff GmbH. Die machen seit über 60 Jahren erstklassige Matratzen aus Kaltschaum, haben die aber in der Vergangenheit nur als Zulieferer für Firmen wie Dunlopillo produziert. Halb Duderstadt schläft auf Otto-Bock-Matratzen, weil man bis vor Kurzem jemanden kennen musste der bei Otto Bock arbeitet, um eine kaufen zu können. Der Erfolg der Amerikaner hat den Konzern jetzt bewogen ebenfalls die Zwischenhändler auszuschalten und seine Matratzen direkt übers Netz zu verticken. Und guck an, auch ein Traditionskonzern kann eine ordentliche Website mit frischem Start-Up-Gefühl. Auf der Seite findet sich u.a. auch ein Härtegradrechner und launige Erklärvideos.

Aber welche Matratze ist nun die richtige für mich?

Generell, so erklärte mir das wirklich freundliche Fachpersonal, schlafen die Deutschen eigentlich auf zu harten Matratzen. Das ist mir in der Tat auch schon aufgefallen, und mit weicheren Matratzen im Ausland hatte ich auch schon gute Erfahrungen gemacht. Die benötigte Härte lässt sich zum Teil anhand des BMI berechnen, aber natürlich spielen auch Vorlieben und Alter eine Rolle. Ich lag in der Ausstellung intensiv Probe, und war beeindruckt: Bezugqualität, aber auch die Stützkraft der Matratze und der Liegekomfort sind in allen Varianten sehr gut. Am Ende wählte ich die die mittelharte Version, aber mit der hohen Komfortschaumvariante. In der normalen Höhe merkt man schneller die feste Stützschicht, und gerade wenn man Seitenschläfer ist kann es angenehmer sein, wenn Schulter und Becken etwas tiefer einsinken.

Mitnahme, genau wie Versand, ist denkbar einfach. Die Matratze kommt vakuumverpackt in einem handlichen Paket, das so hoch ist wie die Matratze breit. Passt selbst in der größten Variante, 140×200, bequem in den Kofferraum eines PKW. Schneidet man das vakuumierte Dings auf, saugt die Matratze schlagartig die Luft aus dem Schlafzimmer und rollt sich aus.

Kauft man im Ladengeschäft, zahlt man übrigens 10 Euro weniger und bekommt als frischgebackener Matrazzobesitzer wahlweise eine Flasche Sekt oder eine Tafel Schokolade dazu. An der Kasse stellt sich dann übrigens auch raus, dass die amerikanische Konkurrenz, anders als sie vehement behaupten, NICHT besonders günstig ist. Matrazzo unterbietet die Preise um rund ein Drittel.

Letztlich habe ich es mir jetzt also einfach gemacht und sehr schnell eine Matratze gekauft. Weil sich das Ding gut anfühlte, und weil ich die Kombination aus geringer Auswahl und einem vertrauenswürdigen Unternehmen, das sagt: „Wir haben 60 Jahre Erfahrung, dass ist unser bestes Produkt“ unwiderstehlich fand.

Auf der Matrazzo schlafe ich jetzt die fünfte Nacht, und es ist… seltsam. Zunächst: Sie ist saubequem. Der Komfortschaum umschmiegt die Körperkonturen, die Stützschicht gibt nur wenig nach. Egal in welcher Lage: Ich schlafe supergut ein. Doof nur: Beim Aufwachen habe ich diffuse Rückenschmerzen. Also, eigentlich nicht richtig Schmerzen, aber mein Rücken fühlt sich anders an.

Das ist mir noch nie passiert. Ich kann normalerweise auf jeder x-beliebigen Hotelmatratze gut und ohne Nebeneffekte schlafen. Nun heißt es in der Matratzenliteratur, man müsse sich vielleicht erst dran gewöhnen, so zwei Wochen könne das schon dauern. Ich bin nun ein wenig ratlos, denn meine Rückenschmerzen können zwei Ursachen haben: Entweder, die Matratze ist nicht die richtige für mich, ich sinke zu weit ein und habe im Schlaf ein Hohlkreuz. Oder: Mein Rücken (der ohnehin wegen meiner ungesunden Körperhaltung belastet ist) wird zum allerersten Mal ordentlich gestützt und muss sich erst dran gewöhnen, weil er sowas Gesundes gar nicht kennt. Das halte ich nicht für unwahrscheinlich, denn ich habe wirklich das Gefühl mich tagsüber gerader zu halten, und mein Rücken fühlt sich etwas kräftiger an.

Man merkt mir vielleicht meine momentane Irritation an. Einerseits ist die Matratze super, andererseits schlafe ich darauf anders, und ich kann noch nicht sagen ob das gut ist. Wie auch immer es weitergeht: Es ist beruhigend zu wissen, dass in den nächsten 95 Tagen eine Mail reicht, und schon wird die Matrazzo wieder abgeholt und ich bekomme mein Geld wieder. Was ich auf jeden Fall behalte ist das zugehörige Kissen, denn das ist wirklich uneingeschränkt und ohne Gewöhnung super.

Ich werde weiter berichten.

 
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Verfasst von - 10. November 2017 in Ganz Kurz, Service

 

Oktoberliebe 2017

Früher bekannt als TOaZ (Tollster Oktober aller Zeiten), mittlerweile die Oktoberliebe: Der 10. Monat des Jahres ist eine tolle Zeit, aus der man nochmal so richtig Energie schöpfen kann bevor der deprimierende November um die Ecke geschlichen kommt.

In Göttingen findet zum Beispiel im Oktober der Literaturherbst statt. Zwei Wochen lang kommen Größen aus Wissenschaft und Literatur in die Stadt und lesen aus ihren neuesten Werken oder machen andere, komische Sachen. So wie Susanne Fischer, Thomas Gsella und noch ein paar Nasen, die man aus der taz „Wahrheit“ kennt. Die versuchten sich an einer Séance für Harry Rowohlt, was so mittelgut funktionierte. Der Großteil der Herrschaften scheint in den Neunzigern hängengeblieben zu sein, und schon damals fand ich ihre Sonette, Dramolette und Gedichte total verstaubt und überhaupt nicht komisch. Aber die Anekdoten zu Harry Rowohlt, die waren gut!

Marc-Uwe Kling war auch da um aus seinem neuen Buch „Qualityland“ vorzulesen. Das Buch selbst ist ziemlich meh, aber die Bühnenperformance zusammen mit Boris the Beast machte das wett.

In Einbeck fand das Eulenfest statt. Der Flohmarkt war in diesem Jahr mickrig, gebackene Eulen gab´s auch nicht, aber immerhin habe ich Senfschnitzel probiert und ein tolles Buch für die gerade eingeschulte Tochter des Cousins gefunden.

Dann gab es die letzte Fahrt mit der Renaissance durch einen goldenen Solling, bevor die Kiste für dieses Jahr eingewintert wurde.

Alles in allem: Ein echt schöner Oktober. Jetzt kann der Winter kommen.

 
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Verfasst von - 29. Oktober 2017 in Ganz Kurz

 

Ich habe mir Wetter gekauft!

…und es sollte besser GUTES erweitertes Europawetter sein, sonst gibt es keine gute Bewertung auf itunes.

 
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Verfasst von - 27. September 2017 in Ganz Kurz

 

[Gelöst] Was ist das?

Hier, ich schon wieder, der Typ der Pflanzen hybsch findet, aber keine Ahnung davon hat. Deshalb eine Frage an die geneigten LeserInnen: Was´n das, was hier so herbstlich bunt in form einer Hecke rumsteht?

Lösung: Frau B. Hat´s gewusst: Feuerdorn muss das sein. Dankeschön!

 
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Verfasst von - 24. September 2017 in Ganz Kurz

 

Auf die Barrikaden!

Auch italienische Innenstädte werden jetzt mit Barrikaden gegen Terrorismus geschützt. Man stellt am Eingang der Fußgängerzonen das Härteste auf, was es in diesem Land gibt: Nonnas, Großmütter. Denen entgeht nichts, an denen kommt keiner vorbei.

 
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Verfasst von - 23. September 2017 in Ganz Kurz

 

Fokus

Bunte Blätter kleben auf regennassen Straßen. Es ist kalt. Ich leugne den Herbst, kann ihn aber nicht ignorieren. Der Balkon ist schon eingemottet. 8.000 Kleinigkeiten stehen noch an. Lange Tage und kurze Nächte. Dann die beiden aufregendsten Tage des Jahres. Dann alles in Ordnung bringen. Nicht von den Wetteraussichten irritieren lassen, die von Schnee sprechen.
Alles ausblenden.
Auf das Wesentliche konzentieren.
Fokussieren.

Die letzten Meter sind die schwersten. Jetzt nur nicht nachlassen, nicht aufgeben und vor allem nicht krank werden.
Durchhalten.
Nur noch bis Ende der Woche.

 
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Verfasst von - 11. September 2017 in Ganz Kurz

 

Demokratischer Volksport 2017

„Die Befragung des Wahl-O-Mat ist demokratischer Volkssport geworden“, sagt Thomas Krüger. Er muss es wissen, denn als Chef der Bundeszentrale für politische Bildung verantwortet er den interaktiven Fragebogen, der seit 2002 rund 50 Millionen mal geklickt wurde.

In den Wahl-O-Maten sind die Positionen aller Parteien hinter 38 zugespitzte Aussagen hinterlegt. Klickt man sich da durch, bekommt man am Ende als Ergebnis die Partei, die die eigenen Standpunkte am Besten zu vertreten behauptet.

Seit heute ist der Wahl-O-Mat mit den Positionen zur Bundestagswahl am 24.09. bestückt – und der Anstrurm so hoch, dass er aktuell nicht erreichbar ist.

Wenn sich der Ansturm etwas gelegt hat, findet man den Wahl-O-Maten hier:
https://www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat/

 
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Verfasst von - 30. August 2017 in Ganz Kurz

 

Bye, SPON

Ach, SPIEGEL Online fehlt mir ja schon ein wenig.

Schon länger kann man die Seite nicht mehr ohne Adblocker besuchen, weil man dann von blinkenden und blitzenden Bannern, animierten Skyscrapern und durch´s Bild fliegendem Videomüll blind wird. Unabhängig davon konnte man echte Videos nicht angucken, weil SPON vor einen 10 sekündigen Nachrichtenschnipsel von Youtube oder REUTERS 30 bis 60 Sekunden Werbung schaltete. Erträglich war das Ganze wirklich nur mir Adblocker, auch wenn durch den immer mehr Werbung durchrutschte.

Seit vergangener Woche wird man nun von SPIEGEL Online geblockt, wenn man einen Adblocker im Browser hat. Sowas kannte ich bislang nur von den Seiten des SPRINGER-Verlags, aber BILD und Co. lese ich ohnehin nicht. Nun also auch SPON.

Die bieten zwar auch ein Abo an, aber das ist 1. preislich nicht angemessen für Inhalte wie „Massentourismus an der Ostsee“, „die Enttäuschung der Trump-Anhänger“ oder „So gefährlich ist ihr Küchenschwamm“ und 2. wird m.W. auch dieser Content mit Werbung ausgeliefert. Und das ist es dann genau nicht wert.

Tja. Wir hatten eine lange, gemeinsam Geschichte. Seit 1997 lese ich SPON, jetzt heißt es Abschied nehmen. Mach´s gut, SPIEGEL ONLINE.

 
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Verfasst von - 28. August 2017 in Ganz Kurz

 

Wibbel Stetz

Braucht hier noch jemand seinen Wibbel gestetzt? Dann nix wie los zum Schwammeneumel!


Echt, ich habe keine Ahnung was das ist und was das soll, aber allein die seltsamen Worte machen mich lachen.
(…und ich habe auch kein Interesse daran zu erfahren was das in echt ist. Das würde die Magie kaputt machen)

 
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Verfasst von - 18. August 2017 in Ganz Kurz

 

Reichsbürgerverwahrung

Reichsbürger sind, wir erinnern uns, diese Komiker, die die Existenz der Bundesrepublik Deutschland nicht anerkennen wollen. Nach Reichsbürgerideologie ist Deutschland eine GmbH, gegründet von den alliierten Siegermächten. In Wahrheit bestünde das Deutsche Reich bis heute, weil es ja nach dem Krieg keinen Friedensvertrag gegeben hätte.

In Facebook-Gruppen oder Youtube-Channels tauschen sich Reichsbürger aus und geben sich gegenseitig „Tipps“, wie man mit den illegitimen Besatzer umzugehen hat. Post von Behörden brauche man nicht anzunehmen, Banken müsse man nur ein Schriftstück zukommen lassen um Kredite nicht bedienen zu müssen und die Polizei müsse man auch nicht anerkennen, die können einem gar nichts – all so´n Quatsch wird da verbreitet.

Zum Wesen des echten Reichsbügers gehört es auch, dass man sich bei einer obskuren „Reichsdruckerei“ bunte „Personenausweise“ drucken lässt und der Personalausweis der BRD abgegeben wird. Denn erstens gibt es die ja gar nicht, und zweitens ist man ja kein Personal. Behörden sind verpflichtet, freiwillig abgegebene Personalausweise und Reisepässe aufzubewahren.

Mittlerweile stehen viele Reichsbürger nicht nur unter Überwachung durch Verfassungsschutz und Polizei, auch die Verwaltungen von Kommunen und Ländern haben die Faxen dicke von den Spinnern. Schleswig-Holstein ist deswegen dazu übergegangen, so die Legal Tribune Online, eine Verwahrgebühr für Dokumente zu erheben. Kommt jetzt ein Reichsbürger angetrabt und will entrüstet seinen Ausweis abgeben, wird ihm ein Kostenvoranschlag präsentiert: 5 Euro Verwahrgebühr pro Tag, macht rund 1.800 Euro pro Jahr. Die meisten Reichskrampen überlegen sich das dann nochmal.

Ich finde: Sehr coole Idee! Aber falls es da draußen jetzt verzweifelte, schleswig-holsteinische Seelen gibt, die nicht mehr ruhig schlafen können, weil sie immer noch Personal der BRD sind, sich die Verwahrgebür aber nicht leisten können: Ich bin für Euch da! Ich bewahre Euren Perso für die Hälfte auf! Schickt mir einfach 900,00 Euro und den Ausweis, ich rechne das dann selbst in Reichsmark um und schließe den Perso sicher weg!

 
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Verfasst von - 16. August 2017 in Ganz Kurz

 

Reisetagebuch Shorties (4): Landsmann

Am Rastplatz. Ich schüttele mir die Muskeln aus, als so ein Wohnmobilrentner auf mich zustrolcht. Er hat offensichtlich Langeweile und meint, sie sich dadurch vertreiben zu müssen, dass er fremde Leute anquatscht.

„Un, was sin´sie denn für ä Landsmann?“, nuschelt er.

Statt zu antworten zeige ich wortlos auf meinen Helm.


Irritiert wackelt das Rentnerchen davon. Irgendwie fehlte im wohl der weitere Text.

 
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Verfasst von - 9. August 2017 in Ganz Kurz

 

Bestseller Nr. 1 in Spiralförmige Rührstäbe

Manchmal läuft das autoamtische Kategorisierungssystem von großen Plattformen komplett Amok. Das trifft u.a. auch Netflix („Filme in der Kategorie dokumenarische Sci-Fi-Tragödien mit Adam Sandler“), aber Amazon produziert den schönsten Schrott:

 
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Verfasst von - 21. Juli 2017 in Ganz Kurz

 

Vorüber

Die beste physikalische Gesetzmäßigkeit in unserem Teil des Universum, gleich nach der Schwerkraft, ist der lineare Ablauf der Zeit. Sie tickt unaufhaltsam vor sich hin, und auch wenn es uns manchmal vorkommt als ob sie verfliegt oder sich ewig zieht: In jedem Moment wird aus Zukunft Gegenwart, aus Gegenwart Vergangenheit.

Der Nachteil dieses Konzepts: Schöne Momente lassen sich nicht anhalten und ewig bewahren. Der nicht zu unterschätzende Vorteil: Alles hat einmal ein Ende, alles geht irgendwann vorüber. Ein Leben genauso wie die schwersten aller Tage, denen man voller Angst und Sorge entgegensieht. Alles kommt und geht und dann ist es irgendwann vorüber. 

Die Abschiednahme von einem geliebten Menschen fällt auch in diese Kategorie. Ich habe noch nie jemanden verloren der mir so nahestand, und ich wusste nicht, was der Tag der Beisetzung mit mir machen würde. Der Tag dräute in der Zukunft, düster und schwarz, dann kam er, und nun ist er Vergangenheit. Die Lücken, die in Leben hinterlassen wurden, werden erst kommende Jahre füllen, aber dieser eine Tag, der ist vorüber.

Gedankt sei dem linearen Zeitablauf.

 
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Verfasst von - 19. Juni 2017 in Ganz Kurz

 
 
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