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Archiv der Kategorie: Ganz Kurz

Hohlspiegel

SPIEGEL Online gerade so:

Heimwerkerblog? Echt jetzt?

 
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Verfasst von - 19. Mai 2017 in Ganz Kurz

 

Ich werfe den ersten Stein

„80 Prozent aller Teenager bis 16 Jahren haben etwas getan, was strafbewährt zu ahnden wäre, mithin ein Verbrechen darstellen“, sagt der Jurist und guckt in die Runde. Unsere Gruppe besteht aus 20 Personen, die letzten Minuten hat der Jurist uns was von Kriminalitätsstatistiken erzählt. Dass die seit 1993 sinken, kontinuierlich, Jahr für Jahr. Und das mit den Jugendlichen. Besonders Jungs stellen Unfug an, aber nur bis sie 16 sind, danach hört das abrupt auf.

„Gehen Sie mal in sich. Melden Sie sich, wenn Sie noch NIE ein Verbrechen begangenhaben. Haben Sie nie etwas geklaut, eine Kneipenschlägerei angefangen, Vandalismus oder Fahrerflucht begangen?“

Ich melde mich.
Und gucke verblüfft in die Runde.
Ich bin tatsächlich der einzige. Die Gruppe besteht aus Akademikern, die meisten sind klassische Schlipsträger, ungefähr 1/3 Frauen. Manche treten von einem Fuß auf den anderen, ein paar verkreuzen die Arme vor der Brust und schauen zu Boden, einer blickt versonnen in die Ferne und grinst dabei leicht.

Ich bin einigermaßen erstaunt. Wie kann das denn sein? Bin ich wirklich so eine Ausnahme? Ich habe tatsächlich nie eine Schlägerei angefangen – wenn man clever ist, bekommt man andere dazu sich zu prügeln. Vandalismus ist Zeitverschwendung, Fahrerflucht und Diebstahl gehören sich ohnehin nicht. Ich handele nicht unbedingt nach der Kantschen Maxime („„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Er ist im System Immanuel Kants das grundlegende Prinzip der Ethik.“), aber stets nach dem Motto „Was ich nicht will, dass man mir tu, füg ich keinem anderen zu“.

Anscheinend bin ich damit ziemlich alleine.
Erstaunlich.

 
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Verfasst von - 17. Mai 2017 in Ganz Kurz

 

Repeal & Replace, UK Edition

Die französischen Wählerinnen und Wähler haben der Welt gerade einen letzten Rest an Hoffnung bewahrt, zumindest für den Moment.
Anderswo ist es jetzt schon so Zappenduster, da würde es schon jetzt nicht auffallen, wenn jemand komplett das Licht ausmacht. Die Rede ist vom Unvereinigten Königreich.

Nach dem Wahlsieg Macrons titelte die „Daily Mail“ beleidigt, dass „Dieses mal Frankreich den Deutschen Benzin und Kugeln gespart hat“. Der offensichtliche Nazivergleich wird rangezogen um die Wahl Macrons als einen weiteren Affront gegen Brexit-UK hinzustellen. Unverantwortlich, sowas. Aber die Britische Presse hat ja ohnehin fast im Alleingang für den Brexit gesorgt, da braucht einen das nicht zu wundern.

Viel schlimmer ist, dass vorvergangene Woche ein Gesetz erlassen wurde, dass Echtzeitüberwachung von Personen nicht nur erlaubt, sondern den Providern zur gesetzlichen Auflage macht. DAS geht weit über alles hinaus, was George Orwell sich in seinen schlimmsten Fieberträumen ausgeschwitzt hat.

Geradezu niedlich ist dagegen diese Meldung aus dem Londoner Evening Standard. Die Tories wollen die Fuchsjagd wieder einführen.

Und da sage noch mal einer, May und Konsorten würden nicht in ihrer ganz eigenen Welt leben.

Als Nächstes dann: Die Wiederbelebung der Dampflokindustrie. Gesundheitssystem gibt es ja schon nicht mehr. Da zeichnet sich ein Bild ab: Die Briten rollen gerade die Neuzeit zurück, bis in die Zeit der industriellen Revolution. Dagegen wirkt Trumps Repeal & Replace geradezu lächerlich.

 
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Verfasst von - 10. Mai 2017 in Ganz Kurz

 

Uff.

Ich wage wieder auszuatmen und sage still Danke. An alle, die heute wählen waren und damit über die Zukunft Europas entschieden haben.

 
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Verfasst von - 7. Mai 2017 in Ganz Kurz

 

Kaliumiodid

Auf Amazon sind Jodtabletten gegen Strahlenkrankheit ausverkauft. Das ist alles, was man über den Zustand der Welt an diesem Morgen wissen muss.

 
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Verfasst von - 18. April 2017 in Ganz Kurz

 

Konfirmandenmode

Meist merkt man ja erst Jahre später, wie doof die Mode früher wirklich war. Die End-90er waren einigermaßen dezent, aber neulich, beim Gucken von „Friends“, fiel mir auf, wieviel Stoff MANN damals am Körper trug. Der Schnitt mancher Anzüge schlackerte und schlotterte geradezu am Körper rum.

Aber das sah immer noch besser aus als das, was es im Moment zu kaufen gibt. Da brauchen keine Jahre dazwischen zu liegen um zu erkennen, das die aktuelle Herrenmode… nun, ALBERN ist.

Mal ernsthaft, WER außer Hipsterchen zieht Anzüge an, die 3 Nummern zu klein sind? Damit sieht man aus wie ein Clown. Das passt natürlich zum restlichen Clownsoutfit der Hipstcherchen, mit ihren Riesenbrillen, Vogelnestern auf dem Kopf und Skinnyjeans. Irgendwo lacht sich ein Mugato darüber kaputt.

Nein, spätere Generationen werden nur zurückgucken, kichern und sagen „Mit was habt ihr damals gewaschen, dass euch alle Klamotten eingelaufen sind? Oder gab es keine passenden Klamotten zu kaufen?“

 
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Verfasst von - 29. März 2017 in Ganz Kurz

 

Technikgestützter Fail

Aus einem Prospekt:

„Unsere Dash Cams sind ultrakompakt und diskret, können aber unterwegs eine große Hilfe sein. Sie zeichnen während der Fahrt hochwertige Videos auf und bieten (…) den Go!-Alarm. Der Go!-Alarm kommt zum Einsatz, wenn haltende Fahrzeuge vor Ihnen wieder losfahren.“

OMG das darf doch nicht war sein! Wir haben tatsächlich das Problem, dass immer mehr Autofahrer das rote Licht einer Ampel als „STOP! HandyTime“! interpretieren, ihr Ding rausholen und daran rumspielen und dann das Anfahren verpeilen. Und jetzt gibt es auch noch Technik, die diesen Fail unterstützt? ARGH. So war das irgendwie alles nicht gedacht.

 
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Verfasst von - 24. März 2017 in Ganz Kurz

 

Quark Express

Mir wurde gerade vorgehalten, ich sei “passiv-aggressiv”.

Das ist natürlich Quark.

ICH BIN NICHT PASSIV, VERDAMMTE SCHEIßE!

 
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Verfasst von - 22. März 2017 in Ganz Kurz

 

Amercia First

„America First“ ist die Devise von Trump. Dazu gehört wohl auch, dass man die kostbaren, eigenen Waren gar nicht mehr außer Landes lässt. Oder wie ist das sonst zu erklären, dass mein Paket erst eine Woche durch die Südstaaten dümpelt und sich nun in Fort Worth häuslich eingerichtet hat?

 
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Verfasst von - 14. März 2017 in Ganz Kurz

 

Übertrieben

Die Stadt übertreibt es etwas mit der Bürokratie.

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(gesehen im Rathaus Göttingen)

 
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Verfasst von - 6. März 2017 in Ganz Kurz

 

Von modernen Hofschranzen und -narren

Absolutistische Herrscher ziehen sie an wie Scheißehaufen die Schmeißfliegen: Günstlinge, Opportunisten, Höflinge, Ranschmeißer. 

Der alte, aber richtige Begriff für solche Leute lautet: Hofschranzen. Königshöfe waren voll von solchen Subjekten, die alles, was der Herrscher tat und sagte, glorifizierten. Seltsame Moden sind nur entstanden, weil Hofschranzen die Ticks und Eigenheiten der Mächtigen und Reichen nachahmten.

Und heute? Vorhang auf für Hope Hicks, einer PR-Beraterin am Hofes des amerikanischen Königs.

Quelle: Washington Post

Quelle: Washington Post


Quelle: Huffington Post.

Quelle: Huffington Post.

Laut Insidern fällt sie dadurch auf, dass sie in Gegenwart des Präsidenten mädchenhaft kichert, nahe an ihn ranrückt und bei jeder Gelegenheit Körperkontakt zu Donald Trump herstellt. Außenstehenden fällt vor allem die merkwürdige Gesichtsfarbe auf. Anscheinend wird es am Hofe Trump gerade zur Mode sich mit SprayTan fleckig-orange anzumalen. Genau wie der Herrscher.

Wie es um das Rückgrat mancher Höflinge bestellt ist, lässt sich in ungeahnter Deutlichkeit sehen. Wer sich schon mal gefragt hat, warum sich Sprecher Sean Spicer von Trump so demütigen lässt, dass er mittlerweile in Anlehnung an ein altes Meme den Beinamen „Comical Sean“ trägt, dem sei gesagt: Spicer macht einfach ALLES und kennt überhaupt keine Schamgrenze.

Hier ist er auf einem Foto von 2007 zu sehen, wie er gerade als Osterhase für eine Feier von George W. Bush verkleidet wird. Der Man ist Hofnarr!

Bild: Twitter.com/schooley

Bild: Twitter.com/schooley

Hofschranzen. Keine Würde, keine Selbstachtung, keine Grenzen nach unten. Kein Wunder, dass Trump von der Realität nichts mitkriegt, wenn er von solchen Leuten umgeben ist.
Unfassbar.

 
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Verfasst von - 1. März 2017 in Ganz Kurz

 

Zeit ist relativ

„Ihr Artikel wurde mit HERMES verschickt. Lieferung voraussichtlich am 28.02.“

– Tja – aber in welchem Jahr? Zeit ist relativ, und im Universum von Hermes ticken die Uhren (und Kalender) ganz anders als bei uns.

 
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Verfasst von - 23. Februar 2017 in Ganz Kurz

 

No Sports. No Hope.

Winston Churchill ist bekannt für seine Zitate, die fast immer geistreich und vor allem zeitlos sind. Das hier, das von Regierungsbehörden gerade in der U-Bahn-Station unter Big Ben plakatiert wird, gehört definitiv nicht dazu:

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„Niemand weiß, was die Zukunft bringt, aber die Vergangenheit gibt Grund zur Hoffnung.“

Das ist gerade so unpassend wie nur irgendwas. Es zielt klar auf die aktuelle politische Lage ab, und funktioniert damit genau: Gar nicht. In Bezug auf den Brexit klingt es wie das Pfeifen im Walde, und wenn man es mal mit den Geschehnissen in den USA abgleicht macht es eher Angst als das es einen Grund zur Hoffnung signalisiert.

 
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Verfasst von - 14. Februar 2017 in Ganz Kurz

 

Mitgehört

London, Einkaufsstraße. Zwei Frauen steuern auf eine Boutique zu, bleiben vor dem Schaufenster stehen und mustern die Frühlingsfarbpalette.

– „O my, there is a LOT of orange, isn´t there?“
„Indeed, an AWFUL lot of orange. Maybe the new trend?“
– „Must be a trend from the US.“

Ich habe mich so weggeschmissen.
Orange is the new trump.

 
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Verfasst von - 13. Februar 2017 in Ganz Kurz

 

Er ist wieder da.

Auf Twitter geht gerade ein Foto viral. Tausendfach wird dieses Bild geteilt, dass ein Poster in einer Hollocaust-Gedenkstätte in den USA zeigt.

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Dort steht:

Frühe Warnzeichen für Faschismus:

  • Ausgprägter und fortwährender Nationalismus
  • Geringschätzung von Menschenrechten
  • Schaffung eines gemeinsamen Feindbildes
  • Betonung der Überlegenheit des eigenen Militärs
  • Unverhohlener Sexismus
  • Kontrolle der Massenmedien
  • Fixierung auf Nationale Sicherheit
  • Vermischung von Staat und Religion
  • Protektion von Unternehmen
  • Unterdrückung der Gewerkschaften
  • Verachtung von Intellektuellen und Künstlern
  • Fixierung auf harte Verbrechensbekämpfung und -bestrafung
  • Ungezügelte Vetternwirtschaft und Korruption
  • Manipulation von Wahlen

Das Poster basiert auf dem Artikel „Facism Anyone?“ von Lawrence Britt aus dem Jahr 2003. Der Artikel ist eher populärwissenschaftlich als hart sozialwissenschaftlich, aber so prägnant, dass man die Kernthesen gut auf Poster drucken kann. Weniger wahr sind sie dadurch nicht.

Wenn man sich die Liste so anguckt, kann man nur zu dem Schluss kommen: Er ist wieder da, der Faschismus. In den USA regiert er, und im Parteiprogramm und den Reden der AfD ramentert er durch Deutschland. Faschismus sollte man als solchen benennen, Rassismus auch. Wenn Euch das nächste Mal Aussagen oder Reden von Höcke, Petry, von Storch oder Scheuer unterkommen, gleicht mal die Inhalte mit der Liste ab.

 
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Verfasst von - 2. Februar 2017 in Ganz Kurz, Politik

 
 
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