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Archiv der Kategorie: Ganz Kurz

Bestseller Nr. 1 in Spiralförmige Rührstäbe

Manchmal läuft das autoamtische Kategorisierungssystem von großen Plattformen komplett Amok. Das trifft u.a. auch Netflix („Filme in der Kategorie dokumenarische Sci-Fi-Tragödien mit Adam Sandler“), aber Amazon produziert den schönsten Schrott:

 
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Verfasst von - 21. Juli 2017 in Ganz Kurz

 

Vorüber

Die beste physikalische Gesetzmäßigkeit in unserem Teil des Universum, gleich nach der Schwerkraft, ist der lineare Ablauf der Zeit. Sie tickt unaufhaltsam vor sich hin, und auch wenn es uns manchmal vorkommt als ob sie verfliegt oder sich ewig zieht: In jedem Moment wird aus Zukunft Gegenwart, aus Gegenwart Vergangenheit.

Der Nachteil dieses Konzepts: Schöne Momente lassen sich nicht anhalten und ewig bewahren. Der nicht zu unterschätzende Vorteil: Alles hat einmal ein Ende, alles geht irgendwann vorüber. Ein Leben genauso wie die schwersten aller Tage, denen man voller Angst und Sorge entgegensieht. Alles kommt und geht und dann ist es irgendwann vorüber. 

Die Abschiednahme von einem geliebten Menschen fällt auch in diese Kategorie. Ich habe noch nie jemanden verloren der mir so nahestand, und ich wusste nicht, was der Tag der Beisetzung mit mir machen würde. Der Tag dräute in der Zukunft, düster und schwarz, dann kam er, und nun ist er Vergangenheit. Die Lücken, die in Leben hinterlassen wurden, werden erst kommende Jahre füllen, aber dieser eine Tag, der ist vorüber.

Gedankt sei dem linearen Zeitablauf.

 
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Verfasst von - 19. Juni 2017 in Ganz Kurz

 

 
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Verfasst von - 3. Juni 2017 in Ganz Kurz

 

On the Road. Again.

Auf Tour, mit dem Motorrad.

Kann ich auch brauchen. Keine Ahnung, was in diesem Jahr los ist, aber das gesamte Frühjahr durch bis jetzt bin ich schlecht gelaunt, leicht reizbar, unfit und dauernd müde. In den vergangenen Wochen bin ich quasi nach Hause gekommen, habe noch ein, zwei Stunden was gemacht und bin dann ins Bett gefallen – um am nächsten Morgen müder wieder aufzustehen als ich beim Einschlafen war. Für andere Aktivitäten, Side- und Blogprojekte oder sogar Sport, war keine Kraft da.

Körperliche Ursachen, sagt Tante Doktor, gibt es angeblich nicht, das ist aber nicht wirklich ein Trost. In anderen Jahren hat mein Körper vor einer Sommerreise gesummt vor Energie, in diesem Jahr schleppe ich mich bildlich über die Ziellinie des Urlaubs und frage mich, wie ich die körperlichen Herausforderungen der Reise meistern soll. Aber vielleicht ist es genau das, was ich brauche kann: Herausgefordert werden, in Kombination mit Konzentration auf was anderes.

Dafür ist Motorradfahren nämlich gut geeignet: Das Bewusstsein konzentriert sich ganz auf´s Fahren, für alle anderen Gedanken ist gar kein Platz. Erst ab dem dritten, vierten Tag auf der Straße stellt sich ein Zen-artiger Zustand ein, bei dem der Körper schön weiter Motorrad fährt, aber ein Teil der Gedanken auf Wanderschaft geht. Der Kopf wird dabei angenehm leer, Prioritäten werden zurechtgerückt und die Sicht auf´s eigene Leben wieder etwas klarer.

***

Ist schon merkwürdig. Obwohl ich jetzt schon zum sechsten Mal auf Fernreise mit dem Zweirad bin, habe ich kurz vorher immer noch ein komisches Gefühl in der Magengegend. Es kann hat halt viel passieren, wenn man wochenlang und allein unterwegs ist. Dazu kommt, dass es diesmal mit einem Mopped losgeht, dass ich noch gar nicht richtig kenne – ich kann die V-Strom zwar fahren, aber die Ticks und Eigenarten von Maschinen bekommt man erst nach einiger Zeit raus.

Wer wissen möchte, ob es mich noch gibt, kann ab und an mal in auf twitter.com/silencer137 reingucken, da gibt es mit Sicherheit den ein oder anderen Eintrag.

So, und nun drückt mal die Daumen, dass mir keine Passatfahrer in die Quere kommen und schlechtes Wetter und Pannen an mir vorbeigehen.
Man liest sich!

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Verfasst von - 31. Mai 2017 in Ganz Kurz, Meta

 

Hand drauf

Jeder Handschlag ein Duell: Wenn Donald Trump anderen die Hand gibt, lohnt es sich genau hinzusehen. Der orangefarbene Primat hat nämlich eine ganz besondere Handschütteltechnik. Erst hält er seine Hand ausgestreckt, geöffnete Handfläche nach oben, als würde er seinem Gegenüber ein Stück Torte präsentieren. Dann grabscht er blitzschnell zu, greif die andere Hand, dreht sie um 90 Grad und reisst gleichzeitig mit aller Kraft seinen Arm bis an die Hüfte zurück und zieht die Leute an sich heran. Im ungünstigsten Fall bringt er damit die Leute aus dem Gleichgewicht und sie stolpern auf ihn zu, im merkwürdigsten Fall machen beide eine Reissbewegung, und es zieht aus, als wollten Trump und der „Begrüßte“ Holz sägen. Dann beginnt Trump sein Gegenüber zu tätscheln, während er gönnerhaft grinst.

Das sieht schon sehr schräg aus:

Ist natürlich alles eine Kraftprobe. Durch seinen Handschlag versucht Trump andere zu dominieren. Er unterwirft seine Gäste bereits bei der Begrüßung. Den japanischen Premier hat er damit vollkommen überrumpelt, spätestens seitdem ist die Masche aber bekannt. Für ausländische Staatschefs ist Händeschütteln mit Trump seitdem eine Feuerprobe. Gut gemacht hat das Justin Trudeau, der Kanadier, der sich einfach mit der linken Hand an Trump abgestützt hat, damit der ihn nicht an sich heranreissen konnte. Oder Macron, der Trumps Hand mit stählerndem Griff packte und keinen Millimieter bewegte. Großartig!

Das ein simpler Handschlag eine Kraftprobe und ein Ritual zur Unterwerfung sein kann, ist mir persönlich erst Anfang des Jahres klar geworden. Es war auf einer IT-Tagung. Fast alle Teilnehmenden waren Männer, Anteil der Frauen ca. 1 Prozent. Einer der Frauen gab ich die Hand – und war im nächsten Moment sehr verblüfft. Anstatt eines normalen Handschlags setzte Sie ihre Hand in einem spitzen Winkel an meine, und drückte dann von oben mit ihrem Daumen in mein Daumengelenk. Das war nicht nur sehr unangenehm, weil an der Stelle Nerven zusammenlaufen, sie drückte meine Hand auch von oben einfach runter. Das war kein Handschlag unter zwei Menschen, die sich auf Augenhöhe begegnen, das war absolute Dominanz.

Hatte ich so noch nie erlebt, war sehr unangehem und macht in der Rückschau die Dame zu einem Menschen, mit dem ich nichts weiter zu tun haben möchte.
Seitdem achte ich genauer auf Handschläge.

 
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Verfasst von - 30. Mai 2017 in Ganz Kurz

 

Hohlspiegel

SPIEGEL Online gerade so:

Heimwerkerblog? Echt jetzt?

 
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Verfasst von - 19. Mai 2017 in Ganz Kurz

 

Ich werfe den ersten Stein

„80 Prozent aller Teenager bis 16 Jahren haben etwas getan, was strafbewährt zu ahnden wäre, mithin ein Verbrechen darstellen“, sagt der Jurist und guckt in die Runde. Unsere Gruppe besteht aus 20 Personen, die letzten Minuten hat der Jurist uns was von Kriminalitätsstatistiken erzählt. Dass die seit 1993 sinken, kontinuierlich, Jahr für Jahr. Und das mit den Jugendlichen. Besonders Jungs stellen Unfug an, aber nur bis sie 16 sind, danach hört das abrupt auf.

„Gehen Sie mal in sich. Melden Sie sich, wenn Sie noch NIE ein Verbrechen begangenhaben. Haben Sie nie etwas geklaut, eine Kneipenschlägerei angefangen, Vandalismus oder Fahrerflucht begangen?“

Ich melde mich.
Und gucke verblüfft in die Runde.
Ich bin tatsächlich der einzige. Die Gruppe besteht aus Akademikern, die meisten sind klassische Schlipsträger, ungefähr 1/3 Frauen. Manche treten von einem Fuß auf den anderen, ein paar verkreuzen die Arme vor der Brust und schauen zu Boden, einer blickt versonnen in die Ferne und grinst dabei leicht.

Ich bin einigermaßen erstaunt. Wie kann das denn sein? Bin ich wirklich so eine Ausnahme? Ich habe tatsächlich nie eine Schlägerei angefangen – wenn man clever ist, bekommt man andere dazu sich zu prügeln. Vandalismus ist Zeitverschwendung, Fahrerflucht und Diebstahl gehören sich ohnehin nicht. Ich handele nicht unbedingt nach der Kantschen Maxime („„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Er ist im System Immanuel Kants das grundlegende Prinzip der Ethik.“), aber stets nach dem Motto „Was ich nicht will, dass man mir tu, füg ich keinem anderen zu“.

Anscheinend bin ich damit ziemlich alleine.
Erstaunlich.

 
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Verfasst von - 17. Mai 2017 in Ganz Kurz

 

Repeal & Replace, UK Edition

Die französischen Wählerinnen und Wähler haben der Welt gerade einen letzten Rest an Hoffnung bewahrt, zumindest für den Moment.
Anderswo ist es jetzt schon so Zappenduster, da würde es schon jetzt nicht auffallen, wenn jemand komplett das Licht ausmacht. Die Rede ist vom Unvereinigten Königreich.

Nach dem Wahlsieg Macrons titelte die „Daily Mail“ beleidigt, dass „Dieses mal Frankreich den Deutschen Benzin und Kugeln gespart hat“. Der offensichtliche Nazivergleich wird rangezogen um die Wahl Macrons als einen weiteren Affront gegen Brexit-UK hinzustellen. Unverantwortlich, sowas. Aber die Britische Presse hat ja ohnehin fast im Alleingang für den Brexit gesorgt, da braucht einen das nicht zu wundern.

Viel schlimmer ist, dass vorvergangene Woche ein Gesetz erlassen wurde, dass Echtzeitüberwachung von Personen nicht nur erlaubt, sondern den Providern zur gesetzlichen Auflage macht. DAS geht weit über alles hinaus, was George Orwell sich in seinen schlimmsten Fieberträumen ausgeschwitzt hat.

Geradezu niedlich ist dagegen diese Meldung aus dem Londoner Evening Standard. Die Tories wollen die Fuchsjagd wieder einführen.

Und da sage noch mal einer, May und Konsorten würden nicht in ihrer ganz eigenen Welt leben.

Als Nächstes dann: Die Wiederbelebung der Dampflokindustrie. Gesundheitssystem gibt es ja schon nicht mehr. Da zeichnet sich ein Bild ab: Die Briten rollen gerade die Neuzeit zurück, bis in die Zeit der industriellen Revolution. Dagegen wirkt Trumps Repeal & Replace geradezu lächerlich.

 
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Verfasst von - 10. Mai 2017 in Ganz Kurz

 

Uff.

Ich wage wieder auszuatmen und sage still Danke. An alle, die heute wählen waren und damit über die Zukunft Europas entschieden haben.

 
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Verfasst von - 7. Mai 2017 in Ganz Kurz

 

Kaliumiodid

Auf Amazon sind Jodtabletten gegen Strahlenkrankheit ausverkauft. Das ist alles, was man über den Zustand der Welt an diesem Morgen wissen muss.

 
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Verfasst von - 18. April 2017 in Ganz Kurz

 

Konfirmandenmode

Meist merkt man ja erst Jahre später, wie doof die Mode früher wirklich war. Die End-90er waren einigermaßen dezent, aber neulich, beim Gucken von „Friends“, fiel mir auf, wieviel Stoff MANN damals am Körper trug. Der Schnitt mancher Anzüge schlackerte und schlotterte geradezu am Körper rum.

Aber das sah immer noch besser aus als das, was es im Moment zu kaufen gibt. Da brauchen keine Jahre dazwischen zu liegen um zu erkennen, das die aktuelle Herrenmode… nun, ALBERN ist.

Mal ernsthaft, WER außer Hipsterchen zieht Anzüge an, die 3 Nummern zu klein sind? Damit sieht man aus wie ein Clown. Das passt natürlich zum restlichen Clownsoutfit der Hipstcherchen, mit ihren Riesenbrillen, Vogelnestern auf dem Kopf und Skinnyjeans. Irgendwo lacht sich ein Mugato darüber kaputt.

Nein, spätere Generationen werden nur zurückgucken, kichern und sagen „Mit was habt ihr damals gewaschen, dass euch alle Klamotten eingelaufen sind? Oder gab es keine passenden Klamotten zu kaufen?“

 
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Verfasst von - 29. März 2017 in Ganz Kurz

 

Technikgestützter Fail

Aus einem Prospekt:

„Unsere Dash Cams sind ultrakompakt und diskret, können aber unterwegs eine große Hilfe sein. Sie zeichnen während der Fahrt hochwertige Videos auf und bieten (…) den Go!-Alarm. Der Go!-Alarm kommt zum Einsatz, wenn haltende Fahrzeuge vor Ihnen wieder losfahren.“

OMG das darf doch nicht war sein! Wir haben tatsächlich das Problem, dass immer mehr Autofahrer das rote Licht einer Ampel als „STOP! HandyTime“! interpretieren, ihr Ding rausholen und daran rumspielen und dann das Anfahren verpeilen. Und jetzt gibt es auch noch Technik, die diesen Fail unterstützt? ARGH. So war das irgendwie alles nicht gedacht.

 
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Verfasst von - 24. März 2017 in Ganz Kurz

 

Quark Express

Mir wurde gerade vorgehalten, ich sei “passiv-aggressiv”.

Das ist natürlich Quark.

ICH BIN NICHT PASSIV, VERDAMMTE SCHEIßE!

 
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Verfasst von - 22. März 2017 in Ganz Kurz

 

Amercia First

„America First“ ist die Devise von Trump. Dazu gehört wohl auch, dass man die kostbaren, eigenen Waren gar nicht mehr außer Landes lässt. Oder wie ist das sonst zu erklären, dass mein Paket erst eine Woche durch die Südstaaten dümpelt und sich nun in Fort Worth häuslich eingerichtet hat?

 
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Verfasst von - 14. März 2017 in Ganz Kurz

 

Übertrieben

Die Stadt übertreibt es etwas mit der Bürokratie.

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(gesehen im Rathaus Göttingen)

 
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Verfasst von - 6. März 2017 in Ganz Kurz

 
 
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