Ganz Kurz

Invasion

Zuerst habe ich es nur aus den Augenwinkeln wahrgenommen. Dann habe ich nochmal hingesehen und war irritiert. Schließlich habe ich mich genauer umgeschaut und kam aus dem Schmunzeln nicht mehr raus.

Eine der Besonderheiten des Antihelden „Deadpool“ ist, das er sich bewusst ist, nur eine Comicfigur zu sein. Es ist immer etwas schräg, wenn er in Büchern, Spielen und Filmen immer wieder die vierte Wand durchbricht und sich direkt an das Publikum wendet. Über diese Metaebene guckt er auch gerne mal in anderen Publikationen vorbei und bringt deren Geschichten durcheinander. Oder er macht auf dem Computer einfach was er will und versteckt sich in seinem eigenen Game vor dem Spieler.

Deadpool treibt also Unsinn in Bereichen, in die er nicht gehört – und das tut er aktuell sogar in der Realität, genauer: im DVD-Regal. Dort hat er andere Filme übernommen. Egal ob Trash wie „Speed“ oder „Predator“, Klassiker wie „Terminator“, „X-Men“ oder „Planet der Affen“ oder schräges Zeug wie „Die Rache der Eierköpfe“ – plötzlich spielt Deadpool überall die Hauptrolle. Zumindest, wenn man den Covern glaubt.

Ist natürlich nur ein Promo-Gag zum Homerelease von „Deadpool 2“, aber ein überaus gelungener. Ich hatte auf jeden Fall vergnügliche Minuten beim Durchstöbern der DVD-Abteilung um rauszufinden, was Deadpool noch alles übernommen hat.

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N7adelwerk

Ab und zu habe ich auch einen Mach-Deine-Scheiße-Tag. Dann reisse ich mich zusammen und mache den Kram, der schon schon lange liegt und doch endlich mal gemacht werden muss.

Normalerweise fällt es mir nicht schwer auch unliebsame Dinge anzupacken. Augen zu und durch und fertig, das ist normalerweise meine Devise.

Was aber wirklich immer liegen bleibt sind Nähsachen. Übers Jahr hat halt diese Jackentasche ein Loch bekommen und hier hat sich eine Naht gelöst und da will ein Reissverschluss nicht mehr und hier müsste mal eine Gurtschnalle erneuert werden…

Einmal im Jahr, meist vor Beginn der Motorradsaison, setze ich mich dann hin und greife zu Nadel und Faden. Nadelwerk, eben. Ich kann nicht besonders gut oder sauber nähen, aber ich kriege die Sachen hin, die gemacht werden müssen.

In diesem Jahr was das nicht nur lästige Pflicht. Klar gab es die doofen Löcher und blöden Nähte…

Aber es gab auch Dinge mit Nadel und Faden zu tun, die mir Spaß machen: Optimierung und De-Branding.

Optimierung heißt meistens: Unpraktische Dinge an Kleidung und Gepäck ändern und leichter machen. So habe ich zum Beispiel richtig gute Packing Cubes geschenkt bekommen. Das sind diese Einsätze, die man in größeren Gepäckstücken nutzt um Ordnung zu halten. Superleicht und wirklich praktisch. Die wären sogar noch leichter, wenn der Hersteller nicht drauf bestanden hätte, auf JEDEN Cube ein dickes Gummidings mit dem Markennamen aufzunähen.

Dieses Gumidings wiegt fast so viel wie einer der kleinen Packingcubes. Also zur Nähschere gegriffen und die Cubes davon befreit. Zack, wieder Gewicht gespart. Und es sind diese kleinen und kleinsten unnötigen Gewichte, die sich addieren die in der Summe darüber entscheiden, wie schwer und handhabbar am Ende das gesamte Reisegepäck ist.

So ganz nebenbei sehen die Cubes ohne Branding auch noch besser aus.

De-Branding betreibe ich übrigens sehr gerne, gerade bei Taschen und Ruckssäcken. Gefühlt gibt es bei Gepäckstücken nur zwei Extreme:

  1. No-Name-Sachen ohne Branding. Die fallen meist in China direkt so aus der Fabrik raus. Ist aber meist billiger Mist, der nach zwei Mal angucken auseinanderfällt.

  2. Relativ gute und wertige Taschen und Backpacks, die aber auf´s heftigste gebrandet sind und bei denen das Herstellerlogo mindestens drei Mal auf jeder kleinen Lasche steht.

Ich mag Qualität, aber ich weigere mich, mit Rucksäcken rumzulaufen, auf denen fett „Jack Wolfskin“ oder „The North Face“ oder sowas steht. Ich habe keinen Bock Werbung für diese Marken zu laufen, und deshalb habe ich vor einige Jahren angefangen den Herstellerschriftzug zu übernähen und Anhänger und Zipperlaschen mit dem Firmenlogo einfach abzuschneiden oder gegen was Neutrales zu ersetzen.

Ehrlich, ich habe eine fast schon körperliche Aversion gegen diese Outdoormarken. Wenn ich durch die Fußgängerzone gehe und jeder Zweite hat ein fettes „Wolfskin“ oder sonstwas-Logo auf der Schulter, ich möchte mich auf selbige erbrechen.

Leider machen die Outdoorhersteller aber oft ganz cooles und hochwertiges Zeug. Dieser Zwiespalt hat bei mir zu einer De-Branding-Obsession geführt. Echt, bevor ich mir irgendwas Neues zulege, schaue ich sogar, wie gut sich die Herstellerlogos entfernen oder abdecken lassen.

Zum Übernähen der ersten Logos hatte ich nichts anderes als Flauschband von Klettverschlüssen. Hier stand zum Beispiel mal fett „Jack Wolfskin“, mitten auf dem Brustgurt, und an dem Reissverschluss hing ein murmelgroßer und -schwerer Anhänger mit Tatzenlogo.

Hm. Sieht nicht so ganz supi aus. Was könnte man da mal draufkletten? Sollte am Besten was sein, was mir was bedeutet. Ah, ja:

Nun kann ich nicht auf jeden Rucksack drei Mal das EU-Logo draufmachen. Irgendwann kam mir der Gedanke, das es nett wäre, aus der No-Logo-Haltung einen Nerd-Gag zu machen. Sprich: Die bekannten Marken auszutauschen gegen eine, die es in der wirklichen Welt nicht gibt, die Insider aber erkennen würden.

So kam es, dass die besten meiner Rucksäcke und Taschen den Schriftzug „N7“ tragen. Das ist ein Insidergag für die Fans von Science Fiction. Im fiktiven Universum der „Mass Effect“-Reihe bezeichnet N7 die höchste Qualitätsstufe. Die beste Ausrüstung trägt bei Mass Effect immer das N7-Logo.

Die meisten dieser Patches sind immer noch mit Klett aufgebracht. An Orten, wo ich seriös auftrete, sind die schnell entfernt. Ansonsten freue ich mich über diesen kleinen Gag, der mich nicht in eine laufende Litfaßsäule für Outdoorhersteller verwandelt und der dafür sorgt, dass meine Gepäckstücke unverwechselbar sind. Wenn Sie also einmal auf einem Bahnhof umgerannt werden, und der davon Eilende trägt einen Rucksack mit einem N7-Logo, dann wissen Sie, wer das war.

Hier einige Stücke aus der aktuellen N7-Kollektion:

Ist das bescheuert? Vielleicht. Aber ich habe meinen Spaß dran, und beim diesjährigen Nadelwerk-Tag wurde auch wieder massiv De-Branding betrieben. Adieu, Osprey-Geier, hallo neutraler Patch.

Neutral zumindest so lange, bis das Gepäckstück sich bewährt und es verdient hat, mit einem N7-Schriftzug geadelt zu werden.

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Jahresanfangsirrsinn

  • 2019 geht genauso irre weiter wie 2018 aufgehört hat. Viel zu tun, keine Zeit für irgendwas. Das ist nur so mittelgut. Ich wache morgens schon mit einem Puls von 120 auf, die Verspannung in der Schulter lässt mich ständig aufstöhnen und ab der Mitte des Tages bin ich totmüde. Für das Blog bedeutet das: Freude, wenn ich es wenigstens schaffe, das Reisetagebuch ein Mal in der Woche weiter zu führen. Einige andere Beiträge, die mir echt wichtig sind, werden wohl noch länger im Entwurfsordner bleiben.
  • Immerhin habe ich es geschafft eine Langzeitblutdruckmessung zu machen. Die Ergebnisse sind unschön, gelinde gesagt. Das Messgerät warf teilweise Fehlermeldung E12. Die Arzthelferin musste den Fehlercode nachschlagen. Er bedeutet: Messung nicht möglich, Blutdruck zu hoch. WTF?
  • Tee. Grüner Tee soll ja den Blutdruck senken. Aber den ganzen Tag Tee trinken ist seltsam.
  • Ich habe zum ersten Mal mit meinem Telefon bezahlt, in dem ich es an einen Parkautomaten gehalten habe. Androidnutzern mag das nur ein müdes Lächeln entlocken, für Apple-Nutzer ist das aber spektakulär. Knapp vier Jahre nach dem Rollout in Kasachstan(!) kommt Apple Pay nun auch nach Deutschland. Auch wenn die Sparkassen hier noch rummaulen und lieber wieder was eigenes basteln würden.
  • Ich habe etwas beim Otto-Versand bestellt. Zum ersten Mal in meinem Leben.
  • Heute das erste Mal seit dem 18. Dezember wieder eingekauft.
  • Das Kleine Gelbe AutoTM sieht immer noch aus wie ein Lowrider. Vorne steht der Wagen hoch, hinten hängt er tief. Die Reaktion der Werkstatt, auf meine Aussage: „Das sind nicht die richtigen Federn, die sie da vorne eingebaut haben“: „Wer sagt das?“. Meine Rechtsanwältin feilt sich schon die Eckzähne nach.
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Motorradsaison 2018: Die Top 5

Am Ende einer Saison ist es immer ganz gut, mal kurz inne zu halten und zu reflektieren: Was hat in Sachen Motorrad, Reisen und Ausrüstung gut funktioniert, was war ärgerlich und wird besser ausgetauscht?

In diesem Jahr lag mein Schwerpunkt eher auf der Erneuerung meiner Schutzausrüstung als auf Basteleien an den Maschinen, dementsprechend sind die Listen sehr Textillastig. (hier die Flop 5)

Heute: Die Top 5

5. Flexible Wäscheleine

Zwei vertüddelte Gummibänder mit Haken an den Enden, das ist alles. Dieses Simpelding hat mir auf den letzten Reisen viel Freude bereitet.

In die verdrehten Gummisehnen kann man die Wäsche direkt einklemmen, man braucht keine Wäscheklammern. Dadurch, dass ich nun unterwegs mehr trocknen kann, muss ich noch weniger Klamotten mitnehmen. Völlig super. Auf dem Bild ist noch die Bungee Clothesline von Coghlans zu sehen, mittlerweile nehme ich aber eine von Pearl mit. Die ist leichter und nimmt weniger Platz weg, außerdem liegt ein Universalstöpsel für Waschbecken bei. Für 6,90 Euro die beste Anschaffung des Jahres.

4. „Adventurescheibe“ von Powerbronze

Die V-Strom ist ein tolles Motorrad, aber nicht ohne Probleme. Sie ist groß, und man sitzt mehr in als auf ihr. Die Kanzel ist meterweit weg, und dadurch gibt es Luftwirbel, die dem Fahrer auf den Helm ballern. Das gibt Kopfschmerzen und taube Ohren. Die meisten V-Strom-Fahrer nutzen deshalb schrankwandgroße Scheiben von Drittanbietern, hinter denen es windstill ist. Das sieht nicht nur seltsam aus, sondern verhindert auch zuverlässig die Belüftung des Helms.

Mein Bestreben war es deshalb, eine Scheibe zu finden, die den Windstrom über die Schultern, aber unter dem Helm durchleitet. Nach mehreren Fehlversuchen mit Sportscheibe und Originalscheiben habe ich nun die ideale Scheibe für mich gefunden: Die Adventurescheibe der britischen Manufaktur Powerbronze. Extra für mich gemacht und importiert. Leider nicht besonders kratzfest, aber von der Form her genau das, was ich wollte. Die kurze Scheibe ist sicher nicht für jeden was, zumal nun auch das Navi ungeschützt dem Regen ausgesetzt ist, aber für mich und in wärmeren Gefilden genau das Richtige. Danke für den Tip, Leser DL650R.

3. Alpine Stars Tech Air

Hä? Die Alpine Stars Airbagjacke taucht doch auch in den Flop 5 auf, odr? Stimmt. Sie ist schwer, für Reisen kaum zu gebrauchen und meine hatte nach einigen Wochen Fehler. Aber: Es ist eine f…ing Jacke mit einem rundum-Airbag! Sie ist völlig autark: Kein Rumfummeln mit Reissleinen, keine Anbauteile am Motorrad. Wenn die Kalibrierung funktioniert, tut sie das so zuverlässig, dass man völlig vergisst, was man da trägt. Während der Fahrt sowieso, und wenn man nicht gerade bei 30 Grad auf Berge klettert, ist sie völlig OK. Dazu kommt die exzellente Verarbeitung der Jacke an sich sowie die Tatsache, dass sie der Airbag auch in andere Alpine Stars-Jacken einklippen lässt. Verdienter dritter Platz.

2. Vanucci VC1 Handschuhe

Absolut wasserdicht, leicht, so gefüttert, dass sie zwischen 5 und 20 Grad nutzbar sind. Die neuen sind ein wenig steifer als die Vorgänger, aber das kann auch daran liegen, dass ich die alten acht Jahe lang getragen habe.

1. Daytona Touring Star GTX

Jeder ernsthafte Moppedfahrer schwört auf Daytonas, die Stiefel aus der gleichnamigen Manufaktur in Bayern. Ein Daytona-Stiefel besteht aus bis zu 185 Einzelteilen, die per Hand zusammengebaut werden. Die Stiefel haben eine Metallplatte in der Sohle und sind absolut wasserdicht. Geht ein Stiefel kaputt, auch nach Jahren, kann man den einschicken, und Mitarbeiter von Daytona versuchen den nach der eigentlichen Arbeitszeit in Handarbeit zu reparieren.

Als ich mit dem Motorradfahren wieder anfing, waren mir Daytonas viel zu teuer. Dann musste ich von Nürnberg mit den Füßen in eiskaltem Wasser fahren und erkannte, dass Napoleon recht hatte: Es gibt kaum etwas wichtigeres als trockene und warme Füße! Die Alpine Stars Web Goretex war danach meine erste Wahl, weil die sicher, leicht und wasserdicht waren. Die kaufte ich dann 2016 noch einmal, weil mir wegen einer Fuß-OP andere Stiefel nicht passten. Leider ist die Alpine Stars Qualität nicht mehr so supi, und deswegen sind es nun Daytonas geworden, der Touringstar GTX von Louis, der Baugleich ist mit dem normalen Road Star GTX. Erster Eindruck: Geil. Fest, wertig, ein echter Kracher. Auch kilometerweit durch Städte laufen geht damit, auch wenn sie deutlich schwerer sind als die Alpine Stars und so steif, das es irgendwann Blasen gibt. Aber vielleicht ändert sich das noch.

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Die dicke Agathe 2018

Das ganze Jahr über steht dieser große Kübel im Weg. Eine wirklich schwerer Bottich von einem Blumentopf. Im Winter steht er im Gang und stört permanent. Echt, ich habe schon ein Rollbrett besorgt, um das Ding einfacher hin- und herbewegen zu können. Im Sommer steht er auf dem Balkon rum. Einen schönen Anblick bietet er nie, denn in dem Topf wohnt Agathe.

Agathe war mal ganz klein, als ich sie vor vier Jahren vom Vormieter erbte. Damals war das eigentlich der Topf von so einem großen, zauseligen Palmengewächs, aber das hat mal den, äh, Kopf verloren. Da sah Agathe ihre Chance und hat den Blumenpott übernommen. Seitdem wächst sie wie Zeng und ist mittlerweile riesig. Problem dabei: Agathe ist hässlich wie die Nacht. Ihre Triebe sind grün wie Schnodder und hängen fleischig und schlapp wie die Finger eines Aliens über den Topfrand. Kein schöner Anblick, zumindest für 11 Monate im Jahr.

Und dann passiert seit vergangenem Jahr kurz vor Weihnachten das hier: Agathe… blüht!

Über Nacht verwandelt sie sich in eine farbenfrohe Schönheit, als wollte sie mir damit danken, dass ich sie den Rest des Jahres nicht zum Strauchschnitt gebe. Die Strategie funktioniert. Für diesen tollen Anblick, auch wenn er nur zwei Wochen anhält, schiebe ich Agathe und ihren Monsterblumentopf gerne von links nach rechts.

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Impressionen eines Wochenendes (24): Hamburg 2018

Eine liebgewonnene Tradition im November: Erst zwei Tage Kongress mit viel Arbeit und anschließenden Gesprächen mit potentiellen Kunden, dann noch etwas in der Stadt an der Elbe verschnaufen. Dieses Jahr habe ich es sogar auf die Elbphilharmonie geschafft.

Arbeitszimmer von Dieter Rahms. Er hatte in Bett da drinnen, und einen Stuhl, der aus einem Block Alu gefräst ist.

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Lesen Sie unsere Artikel, sie sind sehr relevant.

Aus dem Blogbriefkasten:

Guten Tag,
Ich hatte vor einiger Zeit eine Anfrage betreffend einer Publikaiton auf Ihrer Homepage gesendet.

Wir würden Ihnen gerne einen sehr relevanten redaktionellen Artikel anbieten, der für Ihre Leser zugleich interessant und aktivierend ist und auf natürliche Weise zur Website meines Partners verlinkt ist.

Wir sind offen für verschiedene Arten von Kooperationsmöglichkeiten, um einen Artikel zu platzieren. Ich freue mich auf Ihre Antwort, falls dies für Sie interessant ist.
Leder habe ich noch keine Rückmeldung gekriegt und möchte deswegen auf diesem Anfragen, ob die Mail gut angekommen ist und ob es bereits eine Rückmeldung gibt?
Allerbesten Dank im Voraus und freundliche Grüsse, ….

(Alle Fehler im Original)

Sehr geehrte Werbemenschen,

Ne.
Einfach nur: Ne.

Zwar ist hier im Blog mangels Zeit gerade wenig los, aber ich bin mit Sicherheit nicht so verzweifelt, dass ich „sehr relevante redaktionelle interessante und aktivierende Artikel“ von Außerhalb einladen müsste. Mal ganz abgesehen davon, dass es gegen meine eigenen Regeln wäre. (ich bezahle viel Geld, um die Kiste hier komplett werbefrei zu halten).

Was mich aber schon mal interessieren würde: Ob diese hochwertigen Publikaitonen (SIC) von der gleichen, sehr relevanten Redaktion verfasst werden, die auch diese Mails schreibt. Falls ja, hier ein Tip: Macht die Schule zu Ende. Lernt was Vernünftiges. In Influencermarketing liegt leder (SIC) keine Zukunft, nicht allgemein und für Euch speziell mal gar nicht.

Allerbeste Grüsse,

Ihr aktivierender und sehr interessanter
Silencer

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Voll die Action

Der Veranstaltungskalender in meiner Stadt rockt wie Sau.

Sage niemand, in Göttingen sei nichts los. Nicht im Bild übrigens: Die vielen Veranstaltungen, die laut Website am 01.01.1970 stattfinden.

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Ausgeglüht

„Öl gewechselt, Kupplungszug gewechselt, neue Reifen, Auspuff nachgezogen – das ist wichtig bei den Viechern“, der Meister blickt kurz auf, dann liest er weiter, „Kühlflüssigkeit und neue Kerzen hatten wir im letzten Jahr erst. Lager gecheckt, Bremsen gecheckt, Kette auch erst letzten Jahr neu, Motor gecheckt, Kühlsystem gecheckt… Keine Undichtigkeiten, Gabel ist auch OK. Die DL ist in einem sehr guten Zustand.“ Sehr schön. Die Barocca ist jetzt schon bereit für die Reise im kommenden Jahr. Und dieses Mal war die Wartung gar nicht teuer. Eine Erleichterung, nach den irren Kosten im vergangenen Jahr.

„Wir kriegen den Bremssattel nicht wieder hin“, sagt der Meister. „Immer wenn wir den los haben, sitzt er nach einer Umdrehung wieder fest. Und die Dinger sind teuer.“ Ich blicke ihn an. Jetzt weiß ich, was der Techniker im Frühjahr beim Reifen umstecken mit „da sitzt was fest“ meinte. Und warum der Spritverbrauch des Kleinen Gelben AutosTM trotz Sommerreifen so hoch war. Ich bin mit angezogener Bremse gefahren!

„Wie teuer“, will ich wissen.

„Über 220 Euro allein der eine Sattel. Das reicht aber nicht. Die Bremse ist ausgeglüht, die Scheibe ist Blitzeblau, total hin. Das kann man nur paarweise wechseln. Da brauchen Sie hinten komplett neue Bremsscheiben und Klötze, dann mindestens den einen Sattel, dazu die Arbeitszeit, das macht…“

Mir fällt das Essen aus dem Gesicht. Tja, Fahrzeuge sind teuer. Scheiße ist es trotzdem. Es macht keinen Spaß, so viel Geld nur für die Erhaltung des Status Quo auszugeben.

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Go home, Hermes.

Acht Tage für ein Paket innerhalb Deutschlands? Wenn ich sowas schon höre, weiß ich sofort: Hermes.

Die Prognose ist kein Witz, die brauchen wirklich so lange. Kein anderes Paketunternehmen schafft es, zwischen Einlieferung und Zustellung sechs Tage lang eine Lieferung „im Logistikzentrum zu sortieren“. Und das liegt nicht an den schlecht bezahlten und überarbeiteten Zustellern, es ist die Logistikkette an sich, die da kaputt ist.

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Thermische Erregungsprüfung

Ich musste mich gerade einer „peripheren, thermischen, vestibulären Erregungsprüfung“ unterziehen. Das kam so.

Am Samstag lungerte ich so auf dem Balkon rum und dachte mir: Mensch, hier könnteste mal wieder fegen. Also ich den Besen in die Hand und so feg, feg…

Plötzlich wurde mir leicht schwindelig, und der leichte Piepton, den ich in den Tag schon gelegentlich im Ohr hatte, wurde lauter. Und dann war plötzlich das linke Ohr taub. Einfach so.

Das blieb auch so, für den Rest des Samstags. Auf dem linken Ohr hörte ich nahezu gar nichts, außer diesem unangenehmen Piepton. Das sind so die klassischen Anzeichen für einen Hörsturz. Früher hätte man gesagt: „Uh, Hörsturz! Notfall! Blaulicht, Tatütata, Krankenhaus, Cortisoninfusion!“

Macht man aber heute nicht mehr, heute sagt man erst mal: Abwarten, Tee trinken, in den meisten Fällen geht das nach 24-48 Stunden von alleine weg.

Tatsächlich war es am nächsten Tag ein wenig besser. Der Piepton war leiser, aber das Gehör war immer noch so, als hätte ich ordentlich Wasser im Ohr. Am Tag drauf auch, also bin ich dann mal zur HNO-Ärztin gegangen. Die hat erst in die Ohren geguckt, um zu gucken, ob die auch sauber sind und nichts den Hörgang verstopft. Dann gab´s einen Hörtest, bei dem man halt einen Knopf drücken muss, wenn man einen Ton hört. Die Frequenzen der Testtöne ändern sich, und genau auf der Frequenz des Tinnitus hört man lange Zeit nichts.

Dann kam das, was ich noch nicht kannte: Die thermische, vestibuläre Erregungsprüfung. Die geht so: Man bekommt 44 Grad warmes Wasser ins Ohr gespült, dann fällt man einfach um. Deshalb ist es gut, dass man dabei auf einer Liege liegt, wegen der Verletzungsgefahr und so.

Das warme Wasser regt nämlich das Gleichgewichtsorgan im Ohr an. In den Bogengängen beginnt Flüssigkeit zu rauschen, und nahezu sofort wird einem schwindelig. Das Zimmer beginnt sich so rasant zu drehen, als hätte man gerade einen doppelten Absinth auf Ex getrunken.

Das sieht man aber nicht, denn man trägt eine Art Skibrille, und in der ist es absolut dunkel. In der Brille sind Videokameras, die die Augenbewegung messen. Je nachdem, ob das warme Wasser im linken oder im rechten Ohr war, dreht sich das Zimmer nach links oder rechts. Das sagt zumindest der Gleichgewichtssinn den Augen, und die versuchen das zu erfassen und zucken in einem wilden Stagmus entgegen der Drehrichtung. Zucken die Augen nicht, ist der Gleichgewichtssinn angeschlagen.

Faszinierend, oder? Ich zumindest hatte von diesem Test noch nie was gehört. Und man, ist der unangenehm. Wie Achterbahnfahren im Dunkeln.

Am Ende die Diagnose: Mit meinem Gleichgewichtssinn ist alles OK, mit dem Rest auch. Es war wohl tatsächlich ein Hörsturz. Aber wo kam der her? Stress habe ich aktuell nicht, was also hat das ausgelöst? Die Ärztin zuckt mit den Schultern. „Kann schon mal am Wetter liegen. Oder Sie haben zu wenig getrunken. Oder beides“.

Oder Balkon saubermachen ist einfach ungesund. Man weiß ja nie. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte ich besser auch auf Fensterputzen verzochten und Staubwischen meiden.

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Der gackernde Busch

Komme ich aus dem Urlaub wieder, hat die hiesige Fauna komische Dinge gemacht. Anscheinend gibt es den Hahn des Nachbarn nicht mehr, der sonst immer mitten in der Nacht über den Zaun geflattert und vor meinem Schlafzimmerfenster aufmarschiert ist, um dann in ohrenbetäubender Lautstärke herumzukrähen, bis er heiser war.

Dafür hat eines der Hühner jetzt Nachwuchs und die Rolle der Anführerin übernommen. Sobald es Mittags richtig heiss wird, führt das Huhn seine vier Küken und drei andere Hühner über und unter dem Zaun durch, marschiert über unseren Rasen und wacht darüber, dass all seine Schützlinge unter dem großen Rhododendronbusch vor unserem Haus Platz nehmen. Darin ist es schattig und kühl, und die Hühner picken und scharren darin herum. Das sieht man von außen natürlich nicht. Von meinem Balkon aus sieht man nur einen Busch, der aus unerklärlichen Gründen wackelt und gackert.

Vor meiner Abreise zur Sommertour versteckte sich ein dickes, braunes Kaninchen irgendwo im Garten. Das ist jetzt weg, dafür sind zwei dicke, schwarze Kaninchen da.

Das eine wird von einer, ebenfalls neu zugezogenenen, Nachbarskatze durch den Garten gejagt. Das sieht merkwürdig aus, weil die Katze sehr klein ist und das Karnickel sehr dick. Würde es nicht weglaufen, sondern sich auf die Katze setzen, wäre die platt.

Das andere Karnickel hat offensichtlich schon mal kargestellt, wer hier der Boss ist. Dementsprechend unbehelligt von der Katze liegt es mitten auf dem Rasen rum und macht mal nix, was bei der Hitze naürlich gut ist.

Wohnen auf dem Dorf. Man muss es einfach lieben.

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Telegonen

„Telegon“ – Da hat die Autokorrektur doch glatt einen Begriff rausgewürgt, der sich anhört, als hätte sie ein Telefon mit Klingonen gekreuzt.

Wie sowas wohl aussähe? Haarige, stacheliges Smartphones, deren Sprachassistenten extrem launig und unfreundlich sind?
Braucht niemand, oder?

Obwohl – vielleicht wäre das sogar ganz cool, wenn das Telegon nur aktiv wird, wenn man dummes Zeug damit macht. Also, wenn zum Beispiel ein Autofahrer während der Fahrt anfängt eine Textnachricht zu verfassen, dann könnte ihn das Telegon unvermittelt und auf voller Lautstärke anbrüllen „LASS DAS, DU FLACHSTIRNIGER TARG!“ und den Dienst verweigern. Oder wenn ein Schwachmat im Kino lieber Facebook guckt, dann könnte das Telegon die „Schmerzstock“-Funktion einsetzen.

Doch, wenn ich so drüber nachdenke, hätte ich gerne in jedem Handy einen Telegonen.
Gott, ist das warm hier.

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Reisetagebuch Shorties (5): Toxische Hassbayern und Geisterglocken

Auf Fernreise mit der Barocca.

  • Plötzlich tauchte bei 5.000 Touren ein helles Klingeln auf, das mich fast wahnsinnig werden liess. Was ist das? Die Ventile? Irgendwas lose? Kurze Zeit später war dann Eigenfacepalmierung angesagt, hatte ich doch schlicht vergessen, dass seit Neuestem die Guardian Bell am Gepäckträger hängt.

    Die kleine Glocke sorgt dafür, das böse Geister, die sich am Motorrad festsaugen, durch das Gebimmel irre werden und abfallen. Immer wenn ein Moppedgeist auf den Asphalt aufschlägt, hinterlässt er ein Schlagloch. Es gibt viele Schlaglöcher hier. Guardian Bells soll man nicht kaufen, man muss sie geschenkt bekommen. Wie gut, dass mein Sternzeichen Wassermann ist. Wassermänner sind nicht abergläubisch 🙂 Danke für das Geschenk, Mobbedzwerch!

  • Am Strand. Nebenan hat eine Familie aus Bayern drei Generationen an stattlichen Wampen in Liegestühlen geparkt. Die Sonne scheint, ein mildes Lüftchen weht, das Meer lädt zum Baden ein. Ein Tag zum Entspannen und genießen. Was macht die Familie? Die sicher 80jährige Oma Wampe erklärt über Stunden und lang und breit, welchen Nachbarn sie wegen welcher Kleinigkeit angezeigt hat, mit welchem Anwalt, wie ihre Versicherung für alles zahlt, und wer im Dorf als nächster dran ist. Sohn Wampe, irgendwo in den 50ern, bekräftigt minütlich, dass das „Recht so“ sei. Und Enkel wampe, sicher auch schon in den 20ern, glotzt ungeniert und minutenlang Leute an. Weil eine Sonnenbrille ja unsichtbar macht. Wie kann man so leben? Wie halten die es mit sich selbst aus? Müssten die Leute nicht an dem Hass, den sie permanent versprühen, selbst ersticken?

    Das sind toxische Menschen, von sowas muss man sich fernhalten, sonst wird allein vom Anhören dieses ganzen Hasses die eigene Seele schmutzig.

  • Auch in Italien gibt es OBI:

    Dort werden hemmungslos deutsche Waren mit deutschen Verpackungstexten und ohne Übersetzung verkauft. Ratlose Italiener stehen vor Regalen und befragen ihre Smartphones, was wohl ein „Filzzuschnitt selbstklebend“ ist.

  • Ich fand diesen Laden ja schon immer super gruselig:

    Vorne Süßwarenautomaten und Reittiere und Musik aus den 80ern, dahinter ein schummriger Laden, der sich irgendwo im Dunkel verliert. Sieht aus wie eine Fassade, um Kinder in die Untiefen des Hauses zu locken, auf das sie nie mehr gesehen werden.

    Nun ist wenige Meter entfernt ein zweiter Laden aufgepoppt.

    Was ist das? Eine Phänomen a la „Needful Things“? Oder eine Lebensform, die sich von Kindern ernährt und aussieht wie ein Laden? Stephen King, übernehmen Sie!

  • Die Vorliebe der Italiener für deutsche Worte kennt keine Grenzen. Neu: Das Modelabel „Doppelgänger“, das gerade rapide expandiert.

    Das Wort mögen die Amis auch, aber die nutzen das nicht für Mode, sondern für Stephen King Geschichten.

  • Apropos Amis: Die exportieren mittlerweile ihren Hass. So wie die Amerikanerin, die sich mitten in Florenz über eine Frau mit Kopftuch beklagte. Ob es denn hier keine Security gäbe, oder warum könnten Muslime sich hier, mitten in einer Touristenstadt, frei bewegen? Ich wollte gerade was sagen, dann holte ich innerlich das Popcorn raus und wartete, bis die vermeintliche Muslima sich umdrehte. Zum Glück hatte die ältere Nonne die Hassrede nicht gehört. Ich ergriff dann die Gelegenheit, die der Amerikanerin ohnehin gerade etwas peinlich war, um ihr zu erklären, dass sie hier nicht in Trumpland ist und SELBSTVERSTÄNDLICH auch Muslime sich frei bewegen dürfen, auch zwischen texanischen Wabbelärschen.
  • Nachdem meine Tankbuch-App nicht mehr supported wird, bin ich mit der ganzen Baggage zu Spritmonitor.de umgezogen. Das ist ein nettes Tankbuch, das on the fly brauchbare Statistiken rauswirft. Das Besondere: Die Plattform dazu vergleicht Modellübergreifend den Verbrauch und ordnet den ein. Die Barocca liegt da nur so mittel, aber die große Überraschung ist die Renaissance: Von allen registrierten ZZR600 (mindestens 60) ist meine Maschine mit 4,25 Litern auf 100 km die mit dem geringsten Verbrauch. Der größte Heizer im Vergleich braucht mit 9,86 Litern mehr als doppelt so viel.

    Kann man mal sehen, was vorausschauendes Fahren, viel Landstraße und ein gut gepflegter Motor so ausmachen.

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Impressionen eines Wochenendes (19): Neues im PS.Speicher

Einbeck ist für vieles bekannt: Für die historische Altstadt, für das Bockbier, die Tierquälereien von Till Eulenspiegel, dafür, dass ich dort geboren wurde und seit einigen Jahren auch für den PS-Speicher.

Das ist ein ehemaliger Kornspeicher, den einer der Gründer von Poco-Domäne (das mit der Katzenberger, wissen schon) gekauft und für seine Sammlung umgebaut hat. Die Sammlung, das sind allerhand Exponate. Allen gemein ist: Sie haben Motoren und Räder.

Der Besuch im PS-Speicher beginnt mit der Fahrt in einer Zeitmaschine. Die sieht zwar aus wie ein Fahrstuhl, bringt einen aber ganz an die Anfänge der Motorisierung. Allererste Fahrräder mit Hilfsmotor und automobile Vorfahren sind hier zu sehen.

Es gibt schöne und hässliche und skurrile Fahrzeuge zu bestaunen. Skurril wie dieses Ding, das den Motor in der Radnabe hat:


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