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Archiv der Kategorie: Ganz Kurz

Siri ist tot

Akt 1
Siri ist tot. Also, fast. Sie zuckt noch ein wenig, wenn man sie anspricht oder den Homebutton drückt, geht dann aber gleich wieder aus. Das diktieren von Text funktioniert auch nicht mehr. Ich tippe auf ein defektes Frontmikro.

Akt 2
Ich latsche zum autorsierten Apple-Reparaturdealer in der Stadt. Der guckt dullig auf´s iPhone und sagt „Da müssense zur Technik. Das könnwa nur in der Technik prüfen.“ Und wo ist diese Technik? „In Rotzdorf, wa.“ Rosdorf ist 5 Kilometer entfernt.

Stattdessen mache ich einen Termin beim Apple Store in Hannover. Da muss ich sowieso die Tage hin, und die reparieren wenigstens sofort. Die ham nämlich die Technik im Haus, wa.

Zuhause stecke ich ein Headset an. Siri bleibt tot. Jetzt wird es interessant, denn am Frontmikro kann es nicht liegen. Na, mal gucken was der Apple Store sagt.
Als Vorbereitung auf den Termin mache ich ein Backup. Ist sowieso dran, alle 14 Tage ziehe ich eines. Verschlüsselt, natürlich. Mal gucken ob das Passwort tut. Oh, da liegt ein altes, unsicheres drauf. Gleich mal gegen ein besseres Passwort tauschen. Mit Sonderzeichen drin.

Akt 3
Hm. Backup ist durch. Wenn es ein Softwarefehler ist, vielleicht hilft das Löschen des Telefons und einspielen aller Daten aus dem Backup? Bei Apple funktioniert das reibungslos. Gesagt, getan: Ich klicke auf „Wiederherstellen“ und iTunes löscht das Telefon, dann beginnt es mit Wiedereinspielen der Daten. Das läuft aber nicht lange.

„Auf dieses iPhone kann nicht geschrieben werden“, sagt iTunes. WTF?! Was ist denn nun los? Ich probiere ein älteres Backup. Ich nehme die Verschlüsselung raus. Immer das gleiche: Das Einspielen beginnt, dann stürzt das Telefon ab und kommt in jungfräulichen Zustand wieder. Ich verdächtige Windows hier Unfug zu treiben und schalte sämtliche Securitydinge ab. Nichts. Kurz überlege ich, ob ich das Backup auf einen Mac übertragen und von dort aus einspielen kann. Nee, geht nicht, habe kein passendes USB-C-Kabel.

Ich stochere im Netz nach Lösungen, finde aber nicht mal das Problem. Am Ende gebe ich auf.

Akt 4
Ich richte das Telefon frisch ein. Kalender, Kontakt und Mails kommen aus der Applewolke, Apps aus dem Appstore, Fotos vom NAS. Was ich verloren habe: Daten in langlaufenden Apps, sowas wie „Wann habe ich aufgehört zu rauchen“. Verschmerzbar.

Was richtig schmerzt: In jeder App muss ich mich mit dem jeweiligen Account neu anmelden. Obwohl ich nur die wichtigsten Apps neu installiert habe, sind das 54 Anmeldevorgänge.

Am schmerzhaftesten ist aber: JEDE App und seine Mudder nervt jetzt mit „Du benutz mich zum ersten Mal, guck mal, was ich tolles kann“, fast jede App schickt Begrüßungsmails. Das nervt. So sehr, dass es fast unerheblich ist, dass Siri wieder lebt.

Spät in der Nacht gucke ich mir das Backupverzeichnis von iTunes an und lösche da über 30 GB an kaputten Backup raus, die alleine an dem langen Abend entstanden sind. Was auch immer da schief gelaufen ist: Braucht kein Mensch, sowas.

Und die Lehre daraus? Gibt es nicht. Selbst gute Systeme fallen mal aus, selbst Backup schützen nicht vor Verlust. Manchmal sind Dinge einfach kaputt, und dann hat man Arbeit.

 
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Verfasst von - 30. Januar 2018 in Ganz Kurz

 

Private Knöllchen

Parkscheiben sind ein aussterbendes Relikt vergangener Zeiten. Dachte ich zumindest. Dabei erlebt die Parkscheibe gerade ein erstaunliches Revival, denn man braucht sie jetzt praktisch bei jedem Supermarktbesuch. Wait, what?

Ja, da staunt der Endkunde: Supermärkte, insbesondere in Innenstadtnähe, setzen neuerdings externe Firmen zur Bewirtschaftung ihrer Parkflächen ein. Das heißt im Klartext: Parkt jemand falsch, kriegt er von einer Firma ein Knöllchen.

Ich finde es ja total super, wenn innenstadtnahe Supermärkte was gegen Dauerparker auf ihren Stellflächen tun. Noch superer ist es, dass BMW-Fahrer, die ihren M6 schräg über drei Behinderten- und zwei Muter-und-Kind-Parkplätze parken, sofort eine reingewürgt bekommen. Viel weniger super ist allerdings, dass als „Nicht den Einstellbedingungen entsprechend“ schon bedeutet, dass man ein Köllchen bekommt, sobald man die Parkscheibe vergisst.

Ja, richtig gehört: Man stellt sein Auto auf den Supermarktplatz, geht einkaufen und bei der Rückkehr hat man ein Ticket über 25 bis 40 Euro am Fahrzeug. Weil man die Parkscheibe vergessen hat. Dabei ist es vollkommen unerheblich, dass der Angestellte der Parkfirma sogar gesehen hat, dass man nur kurz in den Supermarkt gegangen ist. Keine Scheibe heißt Knöllchen. Das ist rechtens, wenn die Einstellbedingungen groß aushängen – und das tun sie meistens. Hat man einmal ein solches Ticket bekommen, hilft eventuell noch die Vorlage des Kassenbons, um zu beweisen das man wirklich einkaufen war. Dabei ist man allerdings auf die „Kulanz“ des Parkraumunternehmens angewiesen.

Das Phänomen privater Parkraumbewirtschafter auf Supermarktparkplätzen ist relativ neu, zumindest in meinen Breitengeraden, aber es greift um sich. Binnen kürzester Zeit haben hier in Göttingen je ein REWE, ein LIDL und ein Penny die Hilfssheriffs engagiert. Ist für mich glatt ein Grund da nicht mehr hin zu fahren, denn mit Parkscheiben habe ich es nicht so.

 
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Verfasst von - 26. Januar 2018 in Ganz Kurz

 

Definitionssache

Der Böhmermann bringt es mal wieder auf den Punkt:

 
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Verfasst von - 11. Januar 2018 in Ganz Kurz

 

Verzeigt noch eins!

„Bitte beachten Sie, dass Falschparker gebüsst werden.

„Falsches Parkieren wird verzeigt“

Es tut mir sooo leid, liebe Schweizerischen Freunde, aber diese Ausdrücke sind in Deutschland so nicht in Gebrauch und klingen für meine Ohren so fremd, dass diese ernstgemeinten Warnungen bei mir ein breites Grinsen auslösen.

 
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Verfasst von - 2. Januar 2018 in Ganz Kurz

 

Last Minute

Auf den letzten Metern von 2017 ist mir eingefallen, dass ich seit Ende Oktober dieses seltsame, zwanzigjährige Jubiläum posten wollte:

Obwohl ich es fast täglich benutze, habe ich lange nicht begriffen, dass die „1997“ im Logo bedeutet, dass es nun schon zwanzig Jahre her ist, dass ich dieses „Murphys Irish Red“ Glas aus dem „Kleinen Rastkeller“ habe mitgehen lassen. Bitte keine moralischen Vorhaltungen, sowas gehört als Student zu guten Ton. Aber ey: ZWANZIG JAHRE!

 
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Verfasst von - 31. Dezember 2017 in Ganz Kurz

 

Google weiß, was ich letzten Sommer getan habe

Es begab sich irgendwann im Spätsommer: Der Akku des Telefons schien sich schneller zu leeren als sonst. Das passiert manchmal, meist ist irgendeine App schuld, die nach einem Update buggy ist und im Hintergrund Amok läuft. Meist gibt sich das nach einiger Zeit und einem Update.

Diesmal nicht. Der Akkuverbrauch blieb über Wochen konstant hoch. Im Oktober ging mir das Ganze so auf den Sacque, dass ich mal nachforschte. Tatsächlich war es Google Maps, was im Hintergrund ständig den Standort abfragte. Ich griff zur Brachialmaßnahme und entzog der App die Rechte für Standortzugriff, dann war der Spuk vorbei.

Bis heute glaubte ich an einen Fehler im Zusammenspiel mit Apples iOS. Bis ich gerade in der Desktopversion von Google Maps den Eintrag „Meine Zeitachse“ fand. Kannte ich nicht, also mal angeklickt und – Boom: Bewegungsprofile für jeden Tag, von April bis Oktober. Für jeden Tag ist fein säuberlich gespeichert, wann ich wo war und wie lange ich mich dort aufgehalten habe, inkl präziser Adresse oder Bezeichnung des Standorts. Der Mitfahrerparkplatz in Wiesloch-Rauenberg am 02. Juni? Jetzt kann ich nachschlagen, wie lange ich dort nach dem Unfall auf den Abschleppdienst gewartet habe.

Das die Profile überhaupt gespeichert werden ist wohl ein wenig bekannter Nebeneffekt der Funktion „Standort teilen“ in Google Maps. Ähnlich wie „Freunde“ in iOS teilt man darüber den eigenen Standort mit ausgewählten Personen. Anders als in „Freunde“ wird der Standort aber nicht nur abgefragt und übertragen wenn die ausgewählten Personen die App nutzen, sondern permanent. Und die permanente Übertragung wird von Google mitgeschnitten und gespeichert. Vermutlich steht das sogar irgendwo im Kleingedruckten, dass man abgenickt hat, aber ernsthaft, Google: WTF?

Die Suchmaschine ist mittlerweile ja für vieles gut, aber das man googlen kann, wo man wann was gemacht hat – nein.
Einfach nur: Nein.

 
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Verfasst von - 18. Dezember 2017 in Ganz Kurz, Gnadenloses Leben

 

Dieses Windowsupdate kostet 800 Euro

Man Man man… immer wenn man denkt es läuft alles schlägt Murphy zu. Oder in meinem Fall: Windows.

Das hat gerade ein Megaupdate erfahren und einfach mal so alte Grafikkartentreiber gekillt. Mit üblen Folgen: Normalerweise hängen an meinem PC zwei Monitore, aber nach dem Update denkt er nun, er hätte nur noch einen. Neue Treiber für die 7 Jahre alte Grafikkarte gibt´s nicht.

Mit dem Kauf einer neuen Grafikkarte ist mir aber auch nicht geholfen, denn die beiden Monitore haben nur alte, analoge VGA-Anschlüsse. Zwei analoge Anschlüsse (zwei Mal VGA oder ein Mal VGA und ein adaptierbares DVI) haben die Grafikkarten heute aber nicht mehr. Also muss ich mir neben einer neuen Grafikkarte auch noch einen neuen Monitor hinstellen. Und warum?

WEIL WINDOWS MIT EINEM EINZIGEN UPDATE DIE HÄLFTE MEINER PERIPHERIE HIER IN NUTZLOSEN SCHROTT VERWANDELT HAT, DARUM.

Wer sich von modular aufgebauten Systemen auch Nachhaltigkeit verspricht, ist auf dem Holzweg. Denn vor der Nachhaltigkeit sei Windows davor! Und komme mir jetzt bitte niemand mit dem Vorschlag ich solle Linux nutzen, das kommt aus verschiedenen Gründen nicht in Frage.

Ich reg mich gerade ein Bißchen auf. Ich habe auf dieses PC-Gebastele überhaupt keine Lust mehr – ganz anderes als vor 7 Jahren, als ich die Kiste hier gebaut habe. DamalsTM war PC-Schrauben lustvolles Hobby, heute ist es Pain-in-the-Ass.

Andererseits ist jetzt der Zeitpunkt gekommen mal den Hintern hoch zu bekommen und die Infrastruktur hier komplett auf neue Füße zu stellen. Der alte Desktoprechner ist nämlich noch bis zum Kragen vollgestopft mit Festplatten älterer Bauart. Der stammt halt noch aus einer Zeit, in der es üblich war einen Rechner für alles zu haben: Datenspeicher, Mediensammlung, Arbeits- und Spielmaschine in einem Gerät. Aber das entspricht eigentlich schon seit einiger Zeit nicht mehr der Lebenswirklichkeit.

Stattdessen würde ich heute gerne mal auch übers Smartphone oder das Netbook auf Daten zugreifen. Da bietet es sich an, mal den alten Rechner in Rente zu schicken und durch einen schlanken Mini-PC in Kombination mit einem zentralen Datenspeicher, einem NAS, zu ersetzen. Rüdiger von Thatblog hat mir mit wertvollen Tips geholfen – Danke dafür! Nun steht die Qual der Wahl an, und die Qual des Gebastels. Und jede Sekunde während des Bastelsn werde ich Windows dafür verfluchen, dass sein verschissenes Update mich nun einige Hundert Euro kosten wird. GRRRR.

 
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Verfasst von - 27. November 2017 in Ganz Kurz

 

Ist der BER schon fertig?

Nein, natürlich nicht. Aber heute vor genau 2000 Tagen hätte er eröffnet werden sollen:

Das ist eine gute Gelegentheit ein absurdes Jubiläum zu feiern und mal wieder die Seite http://www.istderBERschonfertig.de zu empfehlen, die ist meist aktuell.

 
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Verfasst von - 23. November 2017 in Ganz Kurz

 

Weg isse

So, Experiment „Neue Matratze“ ist beendet. Ich hatte mir ja eine neue Matratze gekauft und war nach einigen Tagen darauf nicht sicher, ob die wirklich zu mir passt. Nach einer Woche war ich es dann, denn wenn man keine Bewegung mehr machen kann ohne laut zu stöhnen, dann ist es nicht die richtige. Im Ernst, ich habe noch nie solche Rückenschmerzen gehabt wie in der vergangenen Woche. Die mittelharte Variante mit der Komfortauflage war irrsinnig bequem, aber schlicht zu weich. Ich biin super darauf eingeschlafen – aber schon in der Nacht wegen schmerzender Rippen aufgewacht.

Zum Glück bietet Matrazzo ja 100 Tage lang ein Rückgaberecht an. Das ist auch gut so… dass es auch anders geht beweisen gerade die recht kostspieligen Matratzen, die die Nachbarn versuchen loszuwerden. Gekauft im klassischen Bettenfachgeschäft stellten die sich nach einigen Tagen auch als Fehlkauf heraus, nun versuchen die Nachbarn sie zu verschenken. Da hatte ich es besser, wenn auch nicht ganz einfach. Betstellt man bei Matrazzo übers Internet, kommt bei Rückgabe eine Spedition und holt die Matratze wieder ab. Kauft man die aber im Geschäft in Duderstadt, muss man sie auch selbst dahin zurückbringen. Eine Matratze alleine zusammen zu rollen, zu verschnüren und wieder ins Auto zu stopfen ist gar nicht einfach.

Ich werde in Kürze nochmal die Matrazzo in Hart ausprobieren, denn Qualität und Material hat mich voll überzeugt. Aber bei aller Liebe zu dem kleinen Geschäft: Die werde ich übers Internet bestellen, denn von Matratzen Hin- und Hergejökel habe ich erstmal die Nase voll.

 
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Verfasst von - 21. November 2017 in Ganz Kurz

 

Weichgespült

In Polen marschieren 60.000 Nazis mit einem Fackelzug durch Warschau, fordern „Reines Blut“, ein „Weißes Europa“ und einen „Islamischen Holocaust“.

Das ZDF nennt das „eine Demonstration von Einwanderungsskeptikern“.

Rodrigo Duterte, der Präsdident der Philipinen, hat Mordkommandos aufgestellt, die durch die Städte patrouillieren und Drogendealer und Drogensüchtige abschlachten. Er selbst vergleicht sich gerne mit Hitler. Die Vereinten Nationen verurteilen das auf´s Schärfste, können aber nichts tun.

NDR Info nennt das: „Duterte wird gelegentlich für seine Drogenpolitik kritisiert“.

Sprache ist ein mächtiges Werkzeug. Man kann sie nutzen um Dinge auf den Punkt zu bringen. Man kann sie genauso verwenden um Dinge zu verharmlosen und zu verschleiern.
Wer letzteres tut, macht sich mitschuldig.

 
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Verfasst von - 13. November 2017 in Ganz Kurz

 

Kein Matratzenkasper

Matratzen sind seltsame Dinger, das wusste schon Douglas Adams. Neben Globbern ist die bemerkenswerteste Eigenschaft von Matratzen ihre enorme Gewinnmarge. Die Dinger sind in der Herstellung meist supergünstig, im Geschäft aber sauteuer. Wer sich schon mal gefragt hat wie sich die verranzten „Concord“-Läden an jeder Ecke halten können: Das ist das Geheimnis.

Niedrige Herstellungskosten, hoher Verkaufspreis, damit ist das Matratzengeschäft wie gemacht für Start-Ups, die auf Disruption gebürstet sind. Eine amerikanische Firma geht dabei besonders aggressiv zu Werke. Der Name der Firma klingt für deutsche Ohren nach Puppentheater, dabei meinen die es bitter ernst. Anders ist es nicht zu erklären, das man der Werbung praktisch nicht entkommen kann. Jeder Influencer, von Podcastmachern bis zum Youtuber, durfte schon mal über die vermeintliche Revolution in der Matratzentechnologie berichten, und wenn das Review nicht so ausfiel wie gewünscht, gab es Gegenmaßnahmen – aber das ist eine andere Geschichte.

Beim Produkt des Start-Ups handelt es sich um eine Matratze aus unterschiedlichen Schaumlagen, der Werbung nach nicht zu kalt und nicht zu warm, nicht zu weich und nicht zu hart und dabei total günstig ist. Der disruptive Dienst: Man bestellt die Matratze per Internet, bekommt die sehr schnell per Paketbote, kann sie dann bis zu hundert Tagen ausprobieren und bei Nichtgefallen wird das Ding wieder abgeholt. Risikofreier, bequemer Kauf ohne einen verranzten Laden betreten zu müssen. Klar, dass das Erfolg hat.

Neu ist dabei allerdings wirklich nur die Bestellung übers Netz und der 100-Tage-Rückgabeservice. Ansonsten ist das Produkt der Amerikaner keineswegs revolutionär, denn Kaltschaummatratzen gibt es schon lange. Im Gegensatz zu den früher üblichen Federkernmatrazen sind sie leiser, haltbarer und stützen den Rücken besser. Auch meine letzte Matratze war eine Schaummatratze, für nen Hunni bei Aldi gekauft und gut drauf geschlafen. Jetzt, nach fast 10 Jahren, hat sie aber eine merkliche Kuhle und war deshalb reif für den Austausch.

Ich hatte auch schon mit der Internetmatratze geliebäugelt, denn um ehrlich zu sein: Ich finde das Konzept einer geringen Auswahl recht reizvoll. Eine Matratze fits all, keine Gedanken verschwenden ob man jetzt doch besser die Boxspring oder die 7-Zonen-Klima-Komfort-Latexkernversion nimmt. Allerdings war mir das Geschäftsgebahren der Amerikaner zuwider. Aber mittlerweile gibt es viele Nachahmer, die mit ähnlichem Service locken. Einer davon, stellte ich überrascht fest, sitzt hier bei mir um die Ecke. „Matrazzo“ ist in Duderstadt angesiedelt und unterhält dort ein Ladengeschäft, bietet aber ansonsten auch Bestellung übers Internet, 100 Tage Testen und kostenfreie Abholung bei Nichtgefallen.

Ein Besuch bei Matrazzo war der Hauptgrund, warum ich letzten Samstag in Dudeltown war.

Ladengeschäft in Duderstadt. Bild: Matrazzo.de

Der nett gemachte Laden bietet Testflächen, auf denen man die Matrazzo-Matratze probeliegen kann. Es gibt nämlich nur eine Bauform, die aber in hart, mittel und weich und jeweils in zwei Höhen, 18 und 22 cm. Die Matratze besteht aus zwei Schaumlagen, einem Stützschaum und einem Komfortschaum. In letzteren sinkt der Körper ein wenig ein, so werden Rücken und Hüften gestützt. Der Höhenunterschied in den Versionen 18 und 22 cm liegt in der Dicke der obersten Schaumschicht, in die hohe Variante sinkt man etwas tiefer. Die amerikanische Matratze wirbt mit vier Schaumschichten, aber das, so die Matrazzo-Leute, sei Schaumschlägerei. Je weniger Schichten, desto besser, denn dadurch wird weniger Kleber benötigt und die Matratze besser belüftet.

Bei Matrazzo muss man davon ausgehen dass sie wissen, wovon die sprechen, denn das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochterfirma der Otto-Bock-Kunststoff GmbH. Die machen seit über 60 Jahren erstklassige Matratzen aus Kaltschaum, haben die aber in der Vergangenheit nur als Zulieferer für Firmen wie Dunlopillo produziert. Halb Duderstadt schläft auf Otto-Bock-Matratzen, weil man bis vor Kurzem jemanden kennen musste der bei Otto Bock arbeitet, um eine kaufen zu können. Der Erfolg der Amerikaner hat den Konzern jetzt bewogen ebenfalls die Zwischenhändler auszuschalten und seine Matratzen direkt übers Netz zu verticken. Und guck an, auch ein Traditionskonzern kann eine ordentliche Website mit frischem Start-Up-Gefühl. Auf der Seite findet sich u.a. auch ein Härtegradrechner und launige Erklärvideos.

Aber welche Matratze ist nun die richtige für mich?

Generell, so erklärte mir das wirklich freundliche Fachpersonal, schlafen die Deutschen eigentlich auf zu harten Matratzen. Das ist mir in der Tat auch schon aufgefallen, und mit weicheren Matratzen im Ausland hatte ich auch schon gute Erfahrungen gemacht. Die benötigte Härte lässt sich zum Teil anhand des BMI berechnen, aber natürlich spielen auch Vorlieben und Alter eine Rolle. Ich lag in der Ausstellung intensiv Probe, und war beeindruckt: Bezugqualität, aber auch die Stützkraft der Matratze und der Liegekomfort sind in allen Varianten sehr gut. Am Ende wählte ich die die mittelharte Version, aber mit der hohen Komfortschaumvariante. In der normalen Höhe merkt man schneller die feste Stützschicht, und gerade wenn man Seitenschläfer ist kann es angenehmer sein, wenn Schulter und Becken etwas tiefer einsinken.

Mitnahme, genau wie Versand, ist denkbar einfach. Die Matratze kommt vakuumverpackt in einem handlichen Paket, das so hoch ist wie die Matratze breit. Passt selbst in der größten Variante, 140×200, bequem in den Kofferraum eines PKW. Schneidet man das vakuumierte Dings auf, saugt die Matratze schlagartig die Luft aus dem Schlafzimmer und rollt sich aus.

Kauft man im Ladengeschäft, zahlt man übrigens 10 Euro weniger und bekommt als frischgebackener Matrazzobesitzer wahlweise eine Flasche Sekt oder eine Tafel Schokolade dazu. An der Kasse stellt sich dann übrigens auch raus, dass die amerikanische Konkurrenz, anders als sie vehement behaupten, NICHT besonders günstig ist. Matrazzo unterbietet die Preise um rund ein Drittel.

Letztlich habe ich es mir jetzt also einfach gemacht und sehr schnell eine Matratze gekauft. Weil sich das Ding gut anfühlte, und weil ich die Kombination aus geringer Auswahl und einem vertrauenswürdigen Unternehmen, das sagt: „Wir haben 60 Jahre Erfahrung, dass ist unser bestes Produkt“ unwiderstehlich fand.

Auf der Matrazzo schlafe ich jetzt die fünfte Nacht, und es ist… seltsam. Zunächst: Sie ist saubequem. Der Komfortschaum umschmiegt die Körperkonturen, die Stützschicht gibt nur wenig nach. Egal in welcher Lage: Ich schlafe supergut ein. Doof nur: Beim Aufwachen habe ich diffuse Rückenschmerzen. Also, eigentlich nicht richtig Schmerzen, aber mein Rücken fühlt sich anders an.

Das ist mir noch nie passiert. Ich kann normalerweise auf jeder x-beliebigen Hotelmatratze gut und ohne Nebeneffekte schlafen. Nun heißt es in der Matratzenliteratur, man müsse sich vielleicht erst dran gewöhnen, so zwei Wochen könne das schon dauern. Ich bin nun ein wenig ratlos, denn meine Rückenschmerzen können zwei Ursachen haben: Entweder, die Matratze ist nicht die richtige für mich, ich sinke zu weit ein und habe im Schlaf ein Hohlkreuz. Oder: Mein Rücken (der ohnehin wegen meiner ungesunden Körperhaltung belastet ist) wird zum allerersten Mal ordentlich gestützt und muss sich erst dran gewöhnen, weil er sowas Gesundes gar nicht kennt. Das halte ich nicht für unwahrscheinlich, denn ich habe wirklich das Gefühl mich tagsüber gerader zu halten, und mein Rücken fühlt sich etwas kräftiger an.

Man merkt mir vielleicht meine momentane Irritation an. Einerseits ist die Matratze super, andererseits schlafe ich darauf anders, und ich kann noch nicht sagen ob das gut ist. Wie auch immer es weitergeht: Es ist beruhigend zu wissen, dass in den nächsten 95 Tagen eine Mail reicht, und schon wird die Matrazzo wieder abgeholt und ich bekomme mein Geld wieder. Was ich auf jeden Fall behalte ist das zugehörige Kissen, denn das ist wirklich uneingeschränkt und ohne Gewöhnung super.

Ich werde weiter berichten.

 
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Verfasst von - 10. November 2017 in Ganz Kurz, Service

 

Oktoberliebe 2017

Früher bekannt als TOaZ (Tollster Oktober aller Zeiten), mittlerweile die Oktoberliebe: Der 10. Monat des Jahres ist eine tolle Zeit, aus der man nochmal so richtig Energie schöpfen kann bevor der deprimierende November um die Ecke geschlichen kommt.

In Göttingen findet zum Beispiel im Oktober der Literaturherbst statt. Zwei Wochen lang kommen Größen aus Wissenschaft und Literatur in die Stadt und lesen aus ihren neuesten Werken oder machen andere, komische Sachen. So wie Susanne Fischer, Thomas Gsella und noch ein paar Nasen, die man aus der taz „Wahrheit“ kennt. Die versuchten sich an einer Séance für Harry Rowohlt, was so mittelgut funktionierte. Der Großteil der Herrschaften scheint in den Neunzigern hängengeblieben zu sein, und schon damals fand ich ihre Sonette, Dramolette und Gedichte total verstaubt und überhaupt nicht komisch. Aber die Anekdoten zu Harry Rowohlt, die waren gut!

Marc-Uwe Kling war auch da um aus seinem neuen Buch „Qualityland“ vorzulesen. Das Buch selbst ist ziemlich meh, aber die Bühnenperformance zusammen mit Boris the Beast machte das wett.

In Einbeck fand das Eulenfest statt. Der Flohmarkt war in diesem Jahr mickrig, gebackene Eulen gab´s auch nicht, aber immerhin habe ich Senfschnitzel probiert und ein tolles Buch für die gerade eingeschulte Tochter des Cousins gefunden.

Dann gab es die letzte Fahrt mit der Renaissance durch einen goldenen Solling, bevor die Kiste für dieses Jahr eingewintert wurde.

Alles in allem: Ein echt schöner Oktober. Jetzt kann der Winter kommen.

 
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Verfasst von - 29. Oktober 2017 in Ganz Kurz

 

Ich habe mir Wetter gekauft!

…und es sollte besser GUTES erweitertes Europawetter sein, sonst gibt es keine gute Bewertung auf itunes.

 
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Verfasst von - 27. September 2017 in Ganz Kurz

 

[Gelöst] Was ist das?

Hier, ich schon wieder, der Typ der Pflanzen hybsch findet, aber keine Ahnung davon hat. Deshalb eine Frage an die geneigten LeserInnen: Was´n das, was hier so herbstlich bunt in form einer Hecke rumsteht?

Lösung: Frau B. Hat´s gewusst: Feuerdorn muss das sein. Dankeschön!

 
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Verfasst von - 24. September 2017 in Ganz Kurz

 

Auf die Barrikaden!

Auch italienische Innenstädte werden jetzt mit Barrikaden gegen Terrorismus geschützt. Man stellt am Eingang der Fußgängerzonen das Härteste auf, was es in diesem Land gibt: Nonnas, Großmütter. Denen entgeht nichts, an denen kommt keiner vorbei.

 
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Verfasst von - 23. September 2017 in Ganz Kurz

 
 
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