Ganz Kurz

Burned Hand

„Burned Hand teaches Best“ sagen die Engländer, „die verbrannte Hand lehrt am Besten“. In meinem Fall ist das umgekehrt.

Neulich, an einem Samstag Abend: Ich bin mit der Renaissance auf dem Weg ins Theater. Das Motorrad summt durch die warme Abendluft, als ich plötzlich denke: Ich müsste mal in der Firma vorbeigucken. Da hat eine neue Kollegin angefangen. Heute ist Samstag, und sie war das erste Mal ganz alleine. Sie müsste jetzt schon Feierabend gemacht haben, aber vielleicht sollte ich mal gucken ob alles OK ist?

Kurz an die Jackentasche gefasst: Kein Schlüssel für die Arbeit dabei. Ach egal, denke ich mir, wird schon alles OK sein. Theater fängt immerhin in 45 Minuten an.

Doch der Gedanke lässt mir keine Ruhe. Ist wohl wirklich alles OK? Kurz vor dem Ziel halte ich die ZZR an, wende und flitze 10 Kilometer zurück nach Hause, hole die Schlüssel zur Firma und fahre dort vorbei.

Sieht alles OK aus, die neue Kollegin ist schon weg, aber alles ist in Ordnung. Im Rausgehen komme ich an der Kaffeeküche vorbei. Da drin steht so eine kleine Pantryküche, wie man sie aus Studentenbuden kennt. So ein altes Ding, eine Kombination aus oben Spüle und zwei Kochplatten und unten Kühlschrank und Putzmittelschrank. Was ist das denn? Glimmt da ein kleines Licht auf der Vorderseite? Ist das immer an?

Ich gehe näher ran und schirme die Leuchte mit der Hand ab. Doch, die glimmt. Tut sie das immer, wenn der Kühlschrank läuft? Habe ich noch nie drauf geachtet. Oder ist eine der Kochplatten an? Beide Platten werden nie benutzt und sind mit Edelstahlabdeckungen versehen. Sieht alles normal aus, zumindest glüht da nichts oder so. Ich sehe mir die Regler der Kochplatten auf der Vorderseite des Herds an. Beide stehen auf Null.

Mit einer schnellen Bewegung berühre ich mit einer Fingerspitze die Vordere der beiden Platten und ziehe dann sofort die Hand zurück zurück. Heiß ist die Platte nicht. Ich berühre sie schnell mit zwei Fingern, dann lege ich die ganze Handfläche auf. Nein, die ist nur Lauwarm. Das kann vom laufenden Kühlschrank kommen. Vermutlich ist das bei der hinteren Platte auch so, denke ich und lege die Handfläche auf die größere der beiden Herdplatten.

Noch bevor die Nerven den Schmerz ans Hirn weitergemeldet haben, hören die Ohren das Zischen, das die Handfläche auf der heißen Herdplatte verursacht. Dann kommt der Schmerz. Ich höre mich selbst laut schreien, unkontrolliert und tief, wie ein Tier, dann reiße ich die Hand zurück und torkele vom Herd weg. Ich begreife, was da gerade geschehen ist, springe zum Wasserhahn und drehe das kalte Wasser auf.

Die Handfläche, die ich in den Wasserstrahl halte, ist knallrot. Sofort fliessendes Wasser ist wichtig, denn sonst verbrennt die Haut im Inneren weiter, auch wenn sie schon von der Hitzequelle getrennt ist. Jetzt stellt sich ein pulsierender Schmerz ein. Noch kann ich klar denken. Ich fummele das Handy aus der Tasche, lasse die Sprachassistentin meine Abendverabredung anrufen und sage den Theaterbesuch ab.

Dann besehe ich mir die Drehregler am Herd. Der von der hinteren Platte ist ganz locker und fällt ab, als ich dagegenstupse. Anscheinend ist der schon mal abgefallen, und jemand hat ihn verkehrt wieder aufgesetzt. Und zwar so, dass er um 180 Grad versetzt war. Er stand auf null, die Herdplatte lief aber auf drei. Vorsichtig schütte ich Wasser auf die Edelstahlbdeckung. Es zischt, als das Wasser augenblicklich verdampft. Ich drehe am Reger herum, bis die kleine Lampe ausgeht. Dann stehe ich eine weitere Minute an der Spüle und kühle die schmerzende Hand, bis ich das Wasser abdrehe und zum Motorrad laufe. Vielleicht bleibt nicht viel Zeit bis der Schock einsetzt, dann will ich lieber zu Hause sein.

Den Handschuh wieder anzubekommen ist kein Problem, Gas geben aber schon. Jeder Dreh am Gasgriff tut höllisch weh. Zum Glück muss ich nur 10 Minuten fahren. Zu Hause stelle ich die ZZR in die Garage und laufe in meine Wohnung. Dort angekommen, versuche ich so vorsichtig wie möglich den Motorradhandschuh wieder auszuziehen. Die Hand ist schon stark angeschwollen, und vor Schmerzen steigen mir die Tränen in die Augen, während ich langsam den Handschuh abziehe. Hautfetzen bleiben am Leder zurück. Dann halte ich die Hand so schnell wie möglich wieder unter fließendes Wasser und ziehe mir einen Küchenstuhl heran, während ich auf das Einsetzen des Schocks warte.

Der bleibt weitgehend aus, nur ganz kurz wird mir jetzt ein wenig schwindelig. So, und nun? Jetzt stehe ich hier, die Hand tut wie irre weh, sobald ich sie unter dem fließenden Wasser weg nehme. Soll ich ins Krankenhaus fahren? Vorsichtig besehe ich mir die Handfläche. Die ist in voller Fläche verbrannt und knallrot, bis auf da, wo sich bereits Blasen bilden. Das ist gut. Blasen sind gut.

Ich habe 10 Jahre in der Systemgastronomie gearbeitet und alle Arten von Verbrennungen gesehen. Blasen sind gut, denn dann ist noch Haut da, die Blasen werfen kann. Ernsthaft. Verletzungen durch Friteusenfett, bspw, sind viel schlimmer, denn dann wird die Haut nicht verbrannt, sie verschmort einfach. Da ist dann nichts mehr was Blasen werfen oder später heilen könnte. Da hta man dann einfach ein Loch im Körper. Gerade weil ich schon so viel gesehen habe, Verbrennungen, Verschmorungen und Verätzungen, kann ich auch sehen, dass das hier viel schlimmer aussieht, als es ist.

Die Verbrennung ist großflächig, ja, aber nicht tief. Krankenhausbesuch lohnt nicht. Alles, was ein Arzt jetzt machen könnte, wäre das Kühlen mit fließendem Wasser zu empfehlen. Fließend übrigens deswegen, weil das Bewegungsgefühl die Nerven beruhigt. Gefühlt schreit nämlich gerade jeder Nerv vor Schmerz, und nur die Ablenkung durch kühles, bewegtes Wasser hilft dabei, ihn fast auf Null zu bringen. Eiskalt darf das Wasser übrigens auch nicht sein, weil man sonst Gefahr läuft, die Körpertemperatur zu stark zu senken. Und Eiswürfel wären ganz falsch, weil man sich damit zusätzlich zu Verbrennungen auch noch Erfrierungen einhandeln könnte.

Irgendwann schlafe ich vor Erschöpfung auf dem Küchenstuhl ein, die verbrannte Hand immer noch in der Spüle.


Die folgende Woche ist die Hölle. Erst ist die ganze Handfläche und alle Fingerspitzen eine einzige Ansammlung von Blasen, dann hinterlasse ich überall abgefallene Hautfetzen. Aber immerhin hatte ich recht, es war nur die oberste Hautschicht. Die Schmerzen sind schon am nächsten Tag nicht mehr schlimm und schon nach wenigen Tagen ganz weg.

Trotzdem: Scheißspiel. 10 Jahre Systemgastronomie, in denen ich an und in 180 Grad heißen Friteusen und riesigen Clamshell-Grills rumhantiert habe. 10 Jahre, in denen ich Leute an diesen Geräten und deren Reinigung ausgebildet habe. Unburned hand teached best. Und seit 25 Jahren bügele ich Hemden. NIE habe ich mich so riesig verbrannt, und jetzt, in einem Moment der Unachtsamkeit, habe ich quasi diese eine Szene da aus Indiana Jones nachgespielt. Schön Blöd.

Trotzdem, so eine verbrannte Hand ist ein geringer Preis im Gegensatz zu dem, was die laufende Herdplatte noch hätte anrichten können.

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Erschüttert

Ich bin gerade einigermaßen erschüttert. Grund: Ich habe gerade mal Fotos verglichen, die auf der letzten Reise entstanden sind.

Eines dieser Bilder ist mit dem iPhone8 entstanden, eines mit einer brandneuen 4K-Postfokus-Lumix TZ 81. Und nun raten Sie mal, welches Gerät welches Bild gemacht hat.

Die Lösung ist natürlich klar, sonst wäre es ja keine Überraschung: Das rechte Bild stammt aus der Handyknipse.

Genau.
So habe ich auch geguckt.

Warum soll man sich noch eine Kamera kaufen, wenn dabei so ein Murks im Vergleich zu Handybildern rauskommt?

Die TZ81 steht in der langen Tradition der Panasonic-Travelzoom-Kameras. Von denen hatte ich schon die TZ11, die TZ41, die TZ61 und nun die TZ81. Und, was soll ich sagen: Obwohl die 81er fast doppelt so groß ist wie die TZ41 von vor sieben Jahren, macht sie deutlich schlechtere Bilder, insbesondere bei schwieriger Beleuchtung.

Ich will nicht ausschließen, dass ich bei den Auto- und Postfokuseinstellungen was verkehrt gemacht habe. Das würde zumindest die Unschärfe erklären, ist aber eigentlich auch keine Entschuldigung, denn die Kamera lief im „Intelligent Auto“-Modus, der sowas eigentlich von allein machen sollte.

Tja. Die nächste Reise mache ich dann lieber nochmal mit der alten Kamera. Und mit dem Handy.

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Osterkaktus

Die dicke Agathe ist ja ein unsäglich hässliches Gemüse aus dem Weltraum, das 2014 von seinem Vorbesitzer zurückgelassen wurde und seitdem bei mir sein Dasein fristet. Ein Mal im Jahr, im Dezember, erblüht Agathe und verwandelt sich in eine, nun, rosafarbene Schönheit.

So auch vor einem halben Jahr, als sie kurz vor Weihnachten förmlich explodierte. Da war ich noch beeindruckt, wie gut diese Pflanze den Kalender draufhat. Als Weihnachtskaktus punktgenau kurz vor Weihnachten blühen, diese logistische Leistung muss man ja auch mal würdigen.

Agathe ist aber gerade dabei ihre Street Credibility als Weihnachtskaktus zu verspielen, denn sie blüht schon wieder! Das ging vor drei Wochen los. Fährt sie jetzt zweeigleisig? Ist sie jetzt auch ein Osterkaktus? Oder leistet sie schon mal das Soll für 2019 ab und macht sich Weihnachten einen Lenz? Man weiß es nicht.

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Superalbtraum Passat

Man stelle sich vor, man fährt in Zeitlupe auf ein anderes Fahrzeug auf. Man sieht das Meter entfernt, tritt auf die Bremse und NICHTS passiert. Immer weiter und weiter fährt man auf das Auto vor einem zu, bis es rummst.

Sowas ist mir gerade passiert. IN EINER WASCHSTRASSE. Unglaublich, aber wahr.

Als ich um die Ecke kam, stand ein nagelneuer Passat irgendwie komisch auf dem Schleppband der Waschanlage. Anscheinend hatte der Fahrer es geschafft, sich vom Personal einweisen zu lassen und dann, als er auf dem Band stand, hat er entweder den Motor ausgemacht und vergessen den Gang einzulegen ODER er hat nicht dran gedacht, dass diese neuen Passats von selbst die Handbremse anziehen.

Jedenfalls hing der komisch auf dem Band, und ein Mitarbeiter musste ihn nochmal einweisen. Ich fuhr direkt hinter ihm rein, schon dichter, als mir lieb war. Weil mir das ganze komisch vorkam, stellte ich das Handy auf´s Armaturenbrett und ließ eine Videoaufzeichnung laufen.

Alles lief normal, bis der Wagen vor mir in den Trocknungsbereich kam. Da ging die Waschstraße plötzlich aus. Eine Bürste war wohl aus der Halterung gesprungen. Ein Angestellter kam und drückte die wieder rein.

Die Anlage lief wieder an, das Laufband ruckte weiter. Der Wagen vor mir aber nicht.

Der Fahrer hatte zwischenzeitlich den Motor an- und wieder aus gemacht, und nun bewegte sich seine Kiste keinen Millimeter. Ich konnte sehen, wie sich der Passat schüttelte, als das Laufband versuchte ihn gegen den Widerstand der Bremse weiter zu ziehen. Währenddessen bewegte sich mein Wagen immer weiter auf das stehende Hindernis zu.

Ich krallte mich ins Lenkrad. Irgendwann musste der doch merken, was da gerade passierte, oder??!? Nein, tat er nicht. Passatfahrer sind merkbefreit. Sollte ich eigentlich wissen (1,2).

Ich bin schon seit Jahren der Überzeugung, dass mich irgendwann ein Passat erwischen wird. Auf meinem Grabstein wird einst stehen „Der Passat war sein Schicksal“.

Ich latschte auf die Bremse und merkte, wie sich nun mein Wagen gegen die Bewegung der Schleppkette stemmte. Ich konnte hören, wie das Metall des Laufbands (und hoffentlich nicht meines Wagens) ächzte und stöhnte, aber trotzdem ging es unaufhaltsam weiter. Auffahrunfall in Zeitlupe, und ich konnte überhaupt nichts dagegen tun – eine Situation wie aus einem Albtraum.

Der Passatfahrer bekam das nicht mit. Mein Wagen wurde weiter geschoben. Ich stemmte den Fuß in die Bremse und murmelte nur „Neinneinnein“, weil ich nicht glauben konnte, dass das hier wirklich passiert. Dann hing ich ihm im Heck.

10, 20, 30 Sekunden, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, dann starte der Passatfahrer vor mir seinen Motor und fuhr einfach durch die restlichen Stationen durch und aus der Anlage raus.

Ich löste die Bremse und wartete bis mein Wagen am Ausgang war.

Passiert ist nichts, außer einer kleinen Beule am Nummernschild und einem Kratzer am Spiegel, der aber nichts mit dem Passat zu tun hat. Ich werde darauf verzichten irgendwen anzuzeigen. Trotzdem: Traumatisches Erlebnis, so zur Tatenlosigkeit verdammt zu sein.

Und was lehrt uns die ganze Sache? Autowaschen ist gefährlich. Sollte man ganz sein lassen.

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Pinguin-Card

Apple führt jetzt eine eigene Kreditkarte ein. Verfügbar nur in den USA. Aber aus Alooominum! Mit ohne Unterschrift! Was den Fanboys gerade einen Pflaumensturz beschert, über das kann Huhu nur müde lächeln. Was ich gerade erst rausgefunden habe: Huhu, der Pinguin, der hier im Blog hinter dem Kommentarkasten wohnt, hat längst seine eigene Kreditkarte!

Die Pinguin-Card ist, genau wie die Apple-Card, ebenfalls exklusiv nur in einem Land verfügbar. Statt aus billigem Cola-Dosenmaterial ist die Pinguin-Card aber aus edlem Titan. Natürlich ist sie auch Unterschriftsfrei.

Huhu steckt voller Überraschungen. Und er ist uns allen weit voraus.

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Schön war aus

Sonnengelb, Bananengelb, Zitronengelb, Butterblumengelb, Limonengelb, Kanariengelb, Goldgelb, Maisgelb, Honiggelb… Es gibt sooo viele schöne Gelbtöne. Sogar Schwefelgelb ist noch nett.

Aber irgendwie schaffen es die Macher der HU-Plaketten, JEDE Farbe scheiße aussehen zu lassen. Nach Schorfbraun, Ferkelrosa, Hustenschleimorange, Erbrochen-Grün und Dreckigblau ist der Reigen der Terrorfarben wieder bei schmutzigem Popelgelb angekommen.

Naja, wurscht. Hauptsache die Plakette noch bekommen, bevor die ganzen Saisonkennzeichenfahrer wieder die Untersuchungsstationen fluten.
Ein Fahrzeug ist damit durch, zwei sind dieses Jahr noch dran.

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Invasion

Zuerst habe ich es nur aus den Augenwinkeln wahrgenommen. Dann habe ich nochmal hingesehen und war irritiert. Schließlich habe ich mich genauer umgeschaut und kam aus dem Schmunzeln nicht mehr raus.

Eine der Besonderheiten des Antihelden „Deadpool“ ist, das er sich bewusst ist, nur eine Comicfigur zu sein. Es ist immer etwas schräg, wenn er in Büchern, Spielen und Filmen immer wieder die vierte Wand durchbricht und sich direkt an das Publikum wendet. Über diese Metaebene guckt er auch gerne mal in anderen Publikationen vorbei und bringt deren Geschichten durcheinander. Oder er macht auf dem Computer einfach was er will und versteckt sich in seinem eigenen Game vor dem Spieler.

Deadpool treibt also Unsinn in Bereichen, in die er nicht gehört – und das tut er aktuell sogar in der Realität, genauer: im DVD-Regal. Dort hat er andere Filme übernommen. Egal ob Trash wie „Speed“ oder „Predator“, Klassiker wie „Terminator“, „X-Men“ oder „Planet der Affen“ oder schräges Zeug wie „Die Rache der Eierköpfe“ – plötzlich spielt Deadpool überall die Hauptrolle. Zumindest, wenn man den Covern glaubt.

Ist natürlich nur ein Promo-Gag zum Homerelease von „Deadpool 2“, aber ein überaus gelungener. Ich hatte auf jeden Fall vergnügliche Minuten beim Durchstöbern der DVD-Abteilung um rauszufinden, was Deadpool noch alles übernommen hat.

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N7adelwerk

Ab und zu habe ich auch einen Mach-Deine-Scheiße-Tag. Dann reisse ich mich zusammen und mache den Kram, der schon schon lange liegt und doch endlich mal gemacht werden muss.

Normalerweise fällt es mir nicht schwer auch unliebsame Dinge anzupacken. Augen zu und durch und fertig, das ist normalerweise meine Devise.

Was aber wirklich immer liegen bleibt sind Nähsachen. Übers Jahr hat halt diese Jackentasche ein Loch bekommen und hier hat sich eine Naht gelöst und da will ein Reissverschluss nicht mehr und hier müsste mal eine Gurtschnalle erneuert werden…

Einmal im Jahr, meist vor Beginn der Motorradsaison, setze ich mich dann hin und greife zu Nadel und Faden. Nadelwerk, eben. Ich kann nicht besonders gut oder sauber nähen, aber ich kriege die Sachen hin, die gemacht werden müssen.

In diesem Jahr was das nicht nur lästige Pflicht. Klar gab es die doofen Löcher und blöden Nähte…

Aber es gab auch Dinge mit Nadel und Faden zu tun, die mir Spaß machen: Optimierung und De-Branding.

Optimierung heißt meistens: Unpraktische Dinge an Kleidung und Gepäck ändern und leichter machen. So habe ich zum Beispiel richtig gute Packing Cubes geschenkt bekommen. Das sind diese Einsätze, die man in größeren Gepäckstücken nutzt um Ordnung zu halten. Superleicht und wirklich praktisch. Die wären sogar noch leichter, wenn der Hersteller nicht drauf bestanden hätte, auf JEDEN Cube ein dickes Gummidings mit dem Markennamen aufzunähen.

Dieses Gumidings wiegt fast so viel wie einer der kleinen Packingcubes. Also zur Nähschere gegriffen und die Cubes davon befreit. Zack, wieder Gewicht gespart. Und es sind diese kleinen und kleinsten unnötigen Gewichte, die sich addieren die in der Summe darüber entscheiden, wie schwer und handhabbar am Ende das gesamte Reisegepäck ist.

So ganz nebenbei sehen die Cubes ohne Branding auch noch besser aus.

De-Branding betreibe ich übrigens sehr gerne, gerade bei Taschen und Ruckssäcken. Gefühlt gibt es bei Gepäckstücken nur zwei Extreme:

  1. No-Name-Sachen ohne Branding. Die fallen meist in China direkt so aus der Fabrik raus. Ist aber meist billiger Mist, der nach zwei Mal angucken auseinanderfällt.

  2. Relativ gute und wertige Taschen und Backpacks, die aber auf´s heftigste gebrandet sind und bei denen das Herstellerlogo mindestens drei Mal auf jeder kleinen Lasche steht.

Ich mag Qualität, aber ich weigere mich, mit Rucksäcken rumzulaufen, auf denen fett „Jack Wolfskin“ oder „The North Face“ oder sowas steht. Ich habe keinen Bock Werbung für diese Marken zu laufen, und deshalb habe ich vor einige Jahren angefangen den Herstellerschriftzug zu übernähen und Anhänger und Zipperlaschen mit dem Firmenlogo einfach abzuschneiden oder gegen was Neutrales zu ersetzen.

Ehrlich, ich habe eine fast schon körperliche Aversion gegen diese Outdoormarken. Wenn ich durch die Fußgängerzone gehe und jeder Zweite hat ein fettes „Wolfskin“ oder sonstwas-Logo auf der Schulter, ich möchte mich auf selbige erbrechen.

Leider machen die Outdoorhersteller aber oft ganz cooles und hochwertiges Zeug. Dieser Zwiespalt hat bei mir zu einer De-Branding-Obsession geführt. Echt, bevor ich mir irgendwas Neues zulege, schaue ich sogar, wie gut sich die Herstellerlogos entfernen oder abdecken lassen.

Zum Übernähen der ersten Logos hatte ich nichts anderes als Flauschband von Klettverschlüssen. Hier stand zum Beispiel mal fett „Jack Wolfskin“, mitten auf dem Brustgurt, und an dem Reissverschluss hing ein murmelgroßer und -schwerer Anhänger mit Tatzenlogo.

Hm. Sieht nicht so ganz supi aus. Was könnte man da mal draufkletten? Sollte am Besten was sein, was mir was bedeutet. Ah, ja:

Nun kann ich nicht auf jeden Rucksack drei Mal das EU-Logo draufmachen. Irgendwann kam mir der Gedanke, das es nett wäre, aus der No-Logo-Haltung einen Nerd-Gag zu machen. Sprich: Die bekannten Marken auszutauschen gegen eine, die es in der wirklichen Welt nicht gibt, die Insider aber erkennen würden.

So kam es, dass die besten meiner Rucksäcke und Taschen den Schriftzug „N7“ tragen. Das ist ein Insidergag für die Fans von Science Fiction. Im fiktiven Universum der „Mass Effect“-Reihe bezeichnet N7 die höchste Qualitätsstufe. Die beste Ausrüstung trägt bei Mass Effect immer das N7-Logo.

Die meisten dieser Patches sind immer noch mit Klett aufgebracht. An Orten, wo ich seriös auftrete, sind die schnell entfernt. Ansonsten freue ich mich über diesen kleinen Gag, der mich nicht in eine laufende Litfaßsäule für Outdoorhersteller verwandelt und der dafür sorgt, dass meine Gepäckstücke unverwechselbar sind. Wenn Sie also einmal auf einem Bahnhof umgerannt werden, und der davon Eilende trägt einen Rucksack mit einem N7-Logo, dann wissen Sie, wer das war.

Hier einige Stücke aus der aktuellen N7-Kollektion:

Ist das bescheuert? Vielleicht. Aber ich habe meinen Spaß dran, und beim diesjährigen Nadelwerk-Tag wurde auch wieder massiv De-Branding betrieben. Adieu, Osprey-Geier, hallo neutraler Patch.

Neutral zumindest so lange, bis das Gepäckstück sich bewährt und es verdient hat, mit einem N7-Schriftzug geadelt zu werden.

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Jahresanfangsirrsinn

  • 2019 geht genauso irre weiter wie 2018 aufgehört hat. Viel zu tun, keine Zeit für irgendwas. Das ist nur so mittelgut. Ich wache morgens schon mit einem Puls von 120 auf, die Verspannung in der Schulter lässt mich ständig aufstöhnen und ab der Mitte des Tages bin ich totmüde. Für das Blog bedeutet das: Freude, wenn ich es wenigstens schaffe, das Reisetagebuch ein Mal in der Woche weiter zu führen. Einige andere Beiträge, die mir echt wichtig sind, werden wohl noch länger im Entwurfsordner bleiben.
  • Immerhin habe ich es geschafft eine Langzeitblutdruckmessung zu machen. Die Ergebnisse sind unschön, gelinde gesagt. Das Messgerät warf teilweise Fehlermeldung E12. Die Arzthelferin musste den Fehlercode nachschlagen. Er bedeutet: Messung nicht möglich, Blutdruck zu hoch. WTF?
  • Tee. Grüner Tee soll ja den Blutdruck senken. Aber den ganzen Tag Tee trinken ist seltsam.
  • Ich habe zum ersten Mal mit meinem Telefon bezahlt, in dem ich es an einen Parkautomaten gehalten habe. Androidnutzern mag das nur ein müdes Lächeln entlocken, für Apple-Nutzer ist das aber spektakulär. Knapp vier Jahre nach dem Rollout in Kasachstan(!) kommt Apple Pay nun auch nach Deutschland. Auch wenn die Sparkassen hier noch rummaulen und lieber wieder was eigenes basteln würden.
  • Ich habe etwas beim Otto-Versand bestellt. Zum ersten Mal in meinem Leben.
  • Heute das erste Mal seit dem 18. Dezember wieder eingekauft.
  • Das Kleine Gelbe AutoTM sieht immer noch aus wie ein Lowrider. Vorne steht der Wagen hoch, hinten hängt er tief. Die Reaktion der Werkstatt, auf meine Aussage: „Das sind nicht die richtigen Federn, die sie da vorne eingebaut haben“: „Wer sagt das?“. Meine Rechtsanwältin feilt sich schon die Eckzähne nach.
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Motorradsaison 2018: Die Top 5

Am Ende einer Saison ist es immer ganz gut, mal kurz inne zu halten und zu reflektieren: Was hat in Sachen Motorrad, Reisen und Ausrüstung gut funktioniert, was war ärgerlich und wird besser ausgetauscht?

In diesem Jahr lag mein Schwerpunkt eher auf der Erneuerung meiner Schutzausrüstung als auf Basteleien an den Maschinen, dementsprechend sind die Listen sehr Textillastig. (hier die Flop 5)

Heute: Die Top 5

5. Flexible Wäscheleine

Zwei vertüddelte Gummibänder mit Haken an den Enden, das ist alles. Dieses Simpelding hat mir auf den letzten Reisen viel Freude bereitet.

In die verdrehten Gummisehnen kann man die Wäsche direkt einklemmen, man braucht keine Wäscheklammern. Dadurch, dass ich nun unterwegs mehr trocknen kann, muss ich noch weniger Klamotten mitnehmen. Völlig super. Auf dem Bild ist noch die Bungee Clothesline von Coghlans zu sehen, mittlerweile nehme ich aber eine von Pearl mit. Die ist leichter und nimmt weniger Platz weg, außerdem liegt ein Universalstöpsel für Waschbecken bei. Für 6,90 Euro die beste Anschaffung des Jahres.

4. „Adventurescheibe“ von Powerbronze

Die V-Strom ist ein tolles Motorrad, aber nicht ohne Probleme. Sie ist groß, und man sitzt mehr in als auf ihr. Die Kanzel ist meterweit weg, und dadurch gibt es Luftwirbel, die dem Fahrer auf den Helm ballern. Das gibt Kopfschmerzen und taube Ohren. Die meisten V-Strom-Fahrer nutzen deshalb schrankwandgroße Scheiben von Drittanbietern, hinter denen es windstill ist. Das sieht nicht nur seltsam aus, sondern verhindert auch zuverlässig die Belüftung des Helms.

Mein Bestreben war es deshalb, eine Scheibe zu finden, die den Windstrom über die Schultern, aber unter dem Helm durchleitet. Nach mehreren Fehlversuchen mit Sportscheibe und Originalscheiben habe ich nun die ideale Scheibe für mich gefunden: Die Adventurescheibe der britischen Manufaktur Powerbronze. Extra für mich gemacht und importiert. Leider nicht besonders kratzfest, aber von der Form her genau das, was ich wollte. Die kurze Scheibe ist sicher nicht für jeden was, zumal nun auch das Navi ungeschützt dem Regen ausgesetzt ist, aber für mich und in wärmeren Gefilden genau das Richtige. Danke für den Tip, Leser DL650R.

3. Alpine Stars Tech Air

Hä? Die Alpine Stars Airbagjacke taucht doch auch in den Flop 5 auf, odr? Stimmt. Sie ist schwer, für Reisen kaum zu gebrauchen und meine hatte nach einigen Wochen Fehler. Aber: Es ist eine f…ing Jacke mit einem rundum-Airbag! Sie ist völlig autark: Kein Rumfummeln mit Reissleinen, keine Anbauteile am Motorrad. Wenn die Kalibrierung funktioniert, tut sie das so zuverlässig, dass man völlig vergisst, was man da trägt. Während der Fahrt sowieso, und wenn man nicht gerade bei 30 Grad auf Berge klettert, ist sie völlig OK. Dazu kommt die exzellente Verarbeitung der Jacke an sich sowie die Tatsache, dass sie der Airbag auch in andere Alpine Stars-Jacken einklippen lässt. Verdienter dritter Platz.

2. Vanucci VC1 Handschuhe

Absolut wasserdicht, leicht, so gefüttert, dass sie zwischen 5 und 20 Grad nutzbar sind. Die neuen sind ein wenig steifer als die Vorgänger, aber das kann auch daran liegen, dass ich die alten acht Jahe lang getragen habe.

1. Daytona Touring Star GTX

Jeder ernsthafte Moppedfahrer schwört auf Daytonas, die Stiefel aus der gleichnamigen Manufaktur in Bayern. Ein Daytona-Stiefel besteht aus bis zu 185 Einzelteilen, die per Hand zusammengebaut werden. Die Stiefel haben eine Metallplatte in der Sohle und sind absolut wasserdicht. Geht ein Stiefel kaputt, auch nach Jahren, kann man den einschicken, und Mitarbeiter von Daytona versuchen den nach der eigentlichen Arbeitszeit in Handarbeit zu reparieren.

Als ich mit dem Motorradfahren wieder anfing, waren mir Daytonas viel zu teuer. Dann musste ich von Nürnberg mit den Füßen in eiskaltem Wasser fahren und erkannte, dass Napoleon recht hatte: Es gibt kaum etwas wichtigeres als trockene und warme Füße! Die Alpine Stars Web Goretex war danach meine erste Wahl, weil die sicher, leicht und wasserdicht waren. Die kaufte ich dann 2016 noch einmal, weil mir wegen einer Fuß-OP andere Stiefel nicht passten. Leider ist die Alpine Stars Qualität nicht mehr so supi, und deswegen sind es nun Daytonas geworden, der Touringstar GTX von Louis, der Baugleich ist mit dem normalen Road Star GTX. Erster Eindruck: Geil. Fest, wertig, ein echter Kracher. Auch kilometerweit durch Städte laufen geht damit, auch wenn sie deutlich schwerer sind als die Alpine Stars und so steif, das es irgendwann Blasen gibt. Aber vielleicht ändert sich das noch.

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Die dicke Agathe 2018

Das ganze Jahr über steht dieser große Kübel im Weg. Eine wirklich schwerer Bottich von einem Blumentopf. Im Winter steht er im Gang und stört permanent. Echt, ich habe schon ein Rollbrett besorgt, um das Ding einfacher hin- und herbewegen zu können. Im Sommer steht er auf dem Balkon rum. Einen schönen Anblick bietet er nie, denn in dem Topf wohnt Agathe.

Agathe war mal ganz klein, als ich sie vor vier Jahren vom Vormieter erbte. Damals war das eigentlich der Topf von so einem großen, zauseligen Palmengewächs, aber das hat mal den, äh, Kopf verloren. Da sah Agathe ihre Chance und hat den Blumenpott übernommen. Seitdem wächst sie wie Zeng und ist mittlerweile riesig. Problem dabei: Agathe ist hässlich wie die Nacht. Ihre Triebe sind grün wie Schnodder und hängen fleischig und schlapp wie die Finger eines Aliens über den Topfrand. Kein schöner Anblick, zumindest für 11 Monate im Jahr.

Und dann passiert seit vergangenem Jahr kurz vor Weihnachten das hier: Agathe… blüht!

Über Nacht verwandelt sie sich in eine farbenfrohe Schönheit, als wollte sie mir damit danken, dass ich sie den Rest des Jahres nicht zum Strauchschnitt gebe. Die Strategie funktioniert. Für diesen tollen Anblick, auch wenn er nur zwei Wochen anhält, schiebe ich Agathe und ihren Monsterblumentopf gerne von links nach rechts.

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Impressionen eines Wochenendes (24): Hamburg 2018

Eine liebgewonnene Tradition im November: Erst zwei Tage Kongress mit viel Arbeit und anschließenden Gesprächen mit potentiellen Kunden, dann noch etwas in der Stadt an der Elbe verschnaufen. Dieses Jahr habe ich es sogar auf die Elbphilharmonie geschafft.

Arbeitszimmer von Dieter Rahms. Er hatte in Bett da drinnen, und einen Stuhl, der aus einem Block Alu gefräst ist.

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Lesen Sie unsere Artikel, sie sind sehr relevant.

Aus dem Blogbriefkasten:

Guten Tag,
Ich hatte vor einiger Zeit eine Anfrage betreffend einer Publikaiton auf Ihrer Homepage gesendet.

Wir würden Ihnen gerne einen sehr relevanten redaktionellen Artikel anbieten, der für Ihre Leser zugleich interessant und aktivierend ist und auf natürliche Weise zur Website meines Partners verlinkt ist.

Wir sind offen für verschiedene Arten von Kooperationsmöglichkeiten, um einen Artikel zu platzieren. Ich freue mich auf Ihre Antwort, falls dies für Sie interessant ist.
Leder habe ich noch keine Rückmeldung gekriegt und möchte deswegen auf diesem Anfragen, ob die Mail gut angekommen ist und ob es bereits eine Rückmeldung gibt?
Allerbesten Dank im Voraus und freundliche Grüsse, ….

(Alle Fehler im Original)

Sehr geehrte Werbemenschen,

Ne.
Einfach nur: Ne.

Zwar ist hier im Blog mangels Zeit gerade wenig los, aber ich bin mit Sicherheit nicht so verzweifelt, dass ich „sehr relevante redaktionelle interessante und aktivierende Artikel“ von Außerhalb einladen müsste. Mal ganz abgesehen davon, dass es gegen meine eigenen Regeln wäre. (ich bezahle viel Geld, um die Kiste hier komplett werbefrei zu halten).

Was mich aber schon mal interessieren würde: Ob diese hochwertigen Publikaitonen (SIC) von der gleichen, sehr relevanten Redaktion verfasst werden, die auch diese Mails schreibt. Falls ja, hier ein Tip: Macht die Schule zu Ende. Lernt was Vernünftiges. In Influencermarketing liegt leder (SIC) keine Zukunft, nicht allgemein und für Euch speziell mal gar nicht.

Allerbeste Grüsse,

Ihr aktivierender und sehr interessanter
Silencer

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Voll die Action

Der Veranstaltungskalender in meiner Stadt rockt wie Sau.

Sage niemand, in Göttingen sei nichts los. Nicht im Bild übrigens: Die vielen Veranstaltungen, die laut Website am 01.01.1970 stattfinden.

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Ausgeglüht

„Öl gewechselt, Kupplungszug gewechselt, neue Reifen, Auspuff nachgezogen – das ist wichtig bei den Viechern“, der Meister blickt kurz auf, dann liest er weiter, „Kühlflüssigkeit und neue Kerzen hatten wir im letzten Jahr erst. Lager gecheckt, Bremsen gecheckt, Kette auch erst letzten Jahr neu, Motor gecheckt, Kühlsystem gecheckt… Keine Undichtigkeiten, Gabel ist auch OK. Die DL ist in einem sehr guten Zustand.“ Sehr schön. Die Barocca ist jetzt schon bereit für die Reise im kommenden Jahr. Und dieses Mal war die Wartung gar nicht teuer. Eine Erleichterung, nach den irren Kosten im vergangenen Jahr.

„Wir kriegen den Bremssattel nicht wieder hin“, sagt der Meister. „Immer wenn wir den los haben, sitzt er nach einer Umdrehung wieder fest. Und die Dinger sind teuer.“ Ich blicke ihn an. Jetzt weiß ich, was der Techniker im Frühjahr beim Reifen umstecken mit „da sitzt was fest“ meinte. Und warum der Spritverbrauch des Kleinen Gelben AutosTM trotz Sommerreifen so hoch war. Ich bin mit angezogener Bremse gefahren!

„Wie teuer“, will ich wissen.

„Über 220 Euro allein der eine Sattel. Das reicht aber nicht. Die Bremse ist ausgeglüht, die Scheibe ist Blitzeblau, total hin. Das kann man nur paarweise wechseln. Da brauchen Sie hinten komplett neue Bremsscheiben und Klötze, dann mindestens den einen Sattel, dazu die Arbeitszeit, das macht…“

Mir fällt das Essen aus dem Gesicht. Tja, Fahrzeuge sind teuer. Scheiße ist es trotzdem. Es macht keinen Spaß, so viel Geld nur für die Erhaltung des Status Quo auszugeben.

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