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Archiv der Kategorie: Service

Kein Matratzenkasper

Matratzen sind seltsame Dinger, das wusste schon Douglas Adams. Neben Globbern ist die bemerkenswerteste Eigenschaft von Matratzen ihre enorme Gewinnmarge. Die Dinger sind in der Herstellung meist supergünstig, im Geschäft aber sauteuer. Wer sich schon mal gefragt hat wie sich die verranzten „Concord“-Läden an jeder Ecke halten können: Das ist das Geheimnis.

Niedrige Herstellungskosten, hoher Verkaufspreis, damit ist das Matratzengeschäft wie gemacht für Start-Ups, die auf Disruption gebürstet sind. Eine amerikanische Firma geht dabei besonders aggressiv zu Werke. Der Name der Firma klingt für deutsche Ohren nach Puppentheater, dabei meinen die es bitter ernst. Anders ist es nicht zu erklären, das man der Werbung praktisch nicht entkommen kann. Jeder Influencer, von Podcastmachern bis zum Youtuber, durfte schon mal über die vermeintliche Revolution in der Matratzentechnologie berichten, und wenn das Review nicht so ausfiel wie gewünscht, gab es Gegenmaßnahmen – aber das ist eine andere Geschichte.

Beim Produkt des Start-Ups handelt es sich um eine Matratze aus unterschiedlichen Schaumlagen, der Werbung nach nicht zu kalt und nicht zu warm, nicht zu weich und nicht zu hart und dabei total günstig ist. Der disruptive Dienst: Man bestellt die Matratze per Internet, bekommt die sehr schnell per Paketbote, kann sie dann bis zu hundert Tagen ausprobieren und bei Nichtgefallen wird das Ding wieder abgeholt. Risikofreier, bequemer Kauf ohne einen verranzten Laden betreten zu müssen. Klar, dass das Erfolg hat.

Neu ist dabei allerdings wirklich nur die Bestellung übers Netz und der 100-Tage-Rückgabeservice. Ansonsten ist das Produkt der Amerikaner keineswegs revolutionär, denn Kaltschaummatratzen gibt es schon lange. Im Gegensatz zu den früher üblichen Federkernmatrazen sind sie leiser, haltbarer und stützen den Rücken besser. Auch meine letzte Matratze war eine Schaummatratze, für nen Hunni bei Aldi gekauft und gut drauf geschlafen. Jetzt, nach fast 10 Jahren, hat sie aber eine merkliche Kuhle und war deshalb reif für den Austausch.

Ich hatte auch schon mit der Internetmatratze geliebäugelt, denn um ehrlich zu sein: Ich finde das Konzept einer geringen Auswahl recht reizvoll. Eine Matratze fits all, keine Gedanken verschwenden ob man jetzt doch besser die Boxspring oder die 7-Zonen-Klima-Komfort-Latexkernversion nimmt. Allerdings war mir das Geschäftsgebahren der Amerikaner zuwider. Aber mittlerweile gibt es viele Nachahmer, die mit ähnlichem Service locken. Einer davon, stellte ich überrascht fest, sitzt hier bei mir um die Ecke. „Matrazzo“ ist in Duderstadt angesiedelt und unterhält dort ein Ladengeschäft, bietet aber ansonsten auch Bestellung übers Internet, 100 Tage Testen und kostenfreie Abholung bei Nichtgefallen.

Ein Besuch bei Matrazzo war der Hauptgrund, warum ich letzten Samstag in Dudeltown war.

Ladengeschäft in Duderstadt. Bild: Matrazzo.de

Der nett gemachte Laden bietet Testflächen, auf denen man die Matrazzo-Matratze probeliegen kann. Es gibt nämlich nur eine Bauform, die aber in hart, mittel und weich und jeweils in zwei Höhen, 18 und 22 cm. Die Matratze besteht aus zwei Schaumlagen, einem Stützschaum und einem Komfortschaum. In letzteren sinkt der Körper ein wenig ein, so werden Rücken und Hüften gestützt. Der Höhenunterschied in den Versionen 18 und 22 cm liegt in der Dicke der obersten Schaumschicht, in die hohe Variante sinkt man etwas tiefer. Die amerikanische Matratze wirbt mit vier Schaumschichten, aber das, so die Matrazzo-Leute, sei Schaumschlägerei. Je weniger Schichten, desto besser, denn dadurch wird weniger Kleber benötigt und die Matratze besser belüftet.

Bei Matrazzo muss man davon ausgehen dass sie wissen, wovon die sprechen, denn das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochterfirma der Otto-Bock-Kunststoff GmbH. Die machen seit über 60 Jahren erstklassige Matratzen aus Kaltschaum, haben die aber in der Vergangenheit nur als Zulieferer für Firmen wie Dunlopillo produziert. Halb Duderstadt schläft auf Otto-Bock-Matratzen, weil man bis vor Kurzem jemanden kennen musste der bei Otto Bock arbeitet, um eine kaufen zu können. Der Erfolg der Amerikaner hat den Konzern jetzt bewogen ebenfalls die Zwischenhändler auszuschalten und seine Matratzen direkt übers Netz zu verticken. Und guck an, auch ein Traditionskonzern kann eine ordentliche Website mit frischem Start-Up-Gefühl. Auf der Seite findet sich u.a. auch ein Härtegradrechner und launige Erklärvideos.

Aber welche Matratze ist nun die richtige für mich?

Generell, so erklärte mir das wirklich freundliche Fachpersonal, schlafen die Deutschen eigentlich auf zu harten Matratzen. Das ist mir in der Tat auch schon aufgefallen, und mit weicheren Matratzen im Ausland hatte ich auch schon gute Erfahrungen gemacht. Die benötigte Härte lässt sich zum Teil anhand des BMI berechnen, aber natürlich spielen auch Vorlieben und Alter eine Rolle. Ich lag in der Ausstellung intensiv Probe, und war beeindruckt: Bezugqualität, aber auch die Stützkraft der Matratze und der Liegekomfort sind in allen Varianten sehr gut. Am Ende wählte ich die die mittelharte Version, aber mit der hohen Komfortschaumvariante. In der normalen Höhe merkt man schneller die feste Stützschicht, und gerade wenn man Seitenschläfer ist kann es angenehmer sein, wenn Schulter und Becken etwas tiefer einsinken.

Mitnahme, genau wie Versand, ist denkbar einfach. Die Matratze kommt vakuumverpackt in einem handlichen Paket, das so hoch ist wie die Matratze breit. Passt selbst in der größten Variante, 140×200, bequem in den Kofferraum eines PKW. Schneidet man das vakuumierte Dings auf, saugt die Matratze schlagartig die Luft aus dem Schlafzimmer und rollt sich aus.

Kauft man im Ladengeschäft, zahlt man übrigens 10 Euro weniger und bekommt als frischgebackener Matrazzobesitzer wahlweise eine Flasche Sekt oder eine Tafel Schokolade dazu. An der Kasse stellt sich dann übrigens auch raus, dass die amerikanische Konkurrenz, anders als sie vehement behaupten, NICHT besonders günstig ist. Matrazzo unterbietet die Preise um rund ein Drittel.

Letztlich habe ich es mir jetzt also einfach gemacht und sehr schnell eine Matratze gekauft. Weil sich das Ding gut anfühlte, und weil ich die Kombination aus geringer Auswahl und einem vertrauenswürdigen Unternehmen, das sagt: „Wir haben 60 Jahre Erfahrung, dass ist unser bestes Produkt“ unwiderstehlich fand.

Auf der Matrazzo schlafe ich jetzt die fünfte Nacht, und es ist… seltsam. Zunächst: Sie ist saubequem. Der Komfortschaum umschmiegt die Körperkonturen, die Stützschicht gibt nur wenig nach. Egal in welcher Lage: Ich schlafe supergut ein. Doof nur: Beim Aufwachen habe ich diffuse Rückenschmerzen. Also, eigentlich nicht richtig Schmerzen, aber mein Rücken fühlt sich anders an.

Das ist mir noch nie passiert. Ich kann normalerweise auf jeder x-beliebigen Hotelmatratze gut und ohne Nebeneffekte schlafen. Nun heißt es in der Matratzenliteratur, man müsse sich vielleicht erst dran gewöhnen, so zwei Wochen könne das schon dauern. Ich bin nun ein wenig ratlos, denn meine Rückenschmerzen können zwei Ursachen haben: Entweder, die Matratze ist nicht die richtige für mich, ich sinke zu weit ein und habe im Schlaf ein Hohlkreuz. Oder: Mein Rücken (der ohnehin wegen meiner ungesunden Körperhaltung belastet ist) wird zum allerersten Mal ordentlich gestützt und muss sich erst dran gewöhnen, weil er sowas Gesundes gar nicht kennt. Das halte ich nicht für unwahrscheinlich, denn ich habe wirklich das Gefühl mich tagsüber gerader zu halten, und mein Rücken fühlt sich etwas kräftiger an.

Man merkt mir vielleicht meine momentane Irritation an. Einerseits ist die Matratze super, andererseits schlafe ich darauf anders, und ich kann noch nicht sagen ob das gut ist. Wie auch immer es weitergeht: Es ist beruhigend zu wissen, dass in den nächsten 95 Tagen eine Mail reicht, und schon wird die Matrazzo wieder abgeholt und ich bekomme mein Geld wieder. Was ich auf jeden Fall behalte ist das zugehörige Kissen, denn das ist wirklich uneingeschränkt und ohne Gewöhnung super.

Ich werde weiter berichten.

 
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Verfasst von - 10. November 2017 in Ganz Kurz, Service

 

Saisonnachsorge: Motorradbekleidung richtig reinigen

Für die meisten neigt sich das Motorradjahr so langsam dem Ende zu. Saisonkennzeichen (Buahaha!) laufen ab, die Maschinen werden nochmal sorgfältig geputzt und dann eingewintert. 

Auch die Bekleidung will und braucht jetzt Pflege. Wer eine Lederkombi trägt, weiß das in der Regel. Nutzer von Textilkombinationen dagegen hängen meist ihre Klamotten im Herbst in den Schrank und tragen sie genauso im nächsten Frühling weiter. Dabei sind es gerade diese Kleidungsstücke, die mit ein wenig Pflege wesentlich länger halten.

Fahreranzüge aus Cordura und ähnlichen Materialien haben eine Membran. Ganz egal ob die aus Goretex, Sympatex, Polotex oder sonstwas ist, die Funktionsweise ist immer gleich: Die Klimambran soll Regen von Außen abhalten, Feuchtigkeit vom Körper aber nach Außen abgeben.

Was ist Körperfeuchtigkeit? Schweiß. Was ist in Schweiß enthalten? Salz. Dieses Salz setzt sich in die Poren der Klimamembran, und Salz hat die Eigenschaft alles anzugreifen. Das Ergebnis: Nach ein paar Jahren wird die ist die Membran so porös, dass sie auseinanderbröckelt. Und zwar wörtlich. Erst wird sie undicht, dann zerfällt sie einfach. Bekommt man meist nicht mit, weil die Membran halt in anderen Stoff einlaminiert ist, aber es ist so.

Daher sind Mebranklamotten sehr dankbar für eine ordentliche Wäsche am Ende der Saison, die das Salz rausspült und die Atmungsaktivität erhält. Auch um Handschuhe, Stiefel und Unterwäsche kann man sich bei der Gelegenheit mal kümmern. Dabei sind aber ein paar Dinge zu beachten.

Textilkombis
Kleidung aus Cordura oder ähnlichen Stoffen kann man einfach in der Waschmaschine waschen. Auch Materialmixe aus Textil und Leder, wie bei meiner Mohawk, können das problemlos ab.

Wichtig dabei:

  • Vor dem Waschen alle Protektoren entfernen (was der leichte Teil ist, die Dinger wieder einzubauen ist dagegen die Härte)
  • Alle Reißverschlüsse und Klettriegel schließen.
  • Keinen Weichspüler verwenden! Weichspüler macht die Mebran sofort kaputt. Darauf achten, dass auch das Waschmittel keinen Weichspüleranteil und keine Bleiche enthält. Wer auf Nummer sicher gehen will: Von Dr. Wack gibt es S100 Waschmittel (bei Louis oder Polo für ca. 11 Euro/Flasche) für Motorradbekleidung. Das Zeug ist spitze und enthält garantiert nichts, was die Klamotten angreift.

  • Waschanleitung beachten! Ich stelle die Waschmaschine auf einen Schonwaschgang, Handwäsche, 30 Grad.
  • Nur minimal Schleudern! Maximal 400 Umdrehungen, dann nass aufhängen. Aber bitte nicht direkt an der Heizung.
  • Nach dem Trocknen baue ich meine Textilkombi gleich wieder zusammen. Bis alle Protektoren wieder richtig sitzen dauert es ein wenig. Dann imprägniere ich den Kram gleich wieder, meist mit S100. Ich mache zwei Durchläufe: Zuerst wird alles eingesprüht, dann trocknen gelassen. Dann gehe ich mit einem Föhn drüber und erwärme alles ganz leicht, dadurch verbinden sich die getrockneten Imprägniermitteltropfen zu einer dichten Oberfläche. Der zweite Durchlauf erfolgt genauso.

Regenkombis
Klassische Regenkombis aus dickem Polyamid brauchen keine spezielle Reinigung. Sind sie dreckig, einfach mit Seifenwasser drüberwischen, fertig. Moderne Regenklamotten wie meine Stormchaser haben aber auch eine Membran, weshalb ich die auch mit S100 im Handwaschgang wasche, bei 400 Umdrehungen schleudere und dann nass aufhänge.

Unterwäsche
Klar, Moppedunterwäsche wäscht man, versteht sich von selbst. Hier zwei kleine Tips:

1. Funktionsunterwäsche ist meist aus Polyester. Das ist nicht schlimm, stinkt aber sehr schnell. Spätestens am Saisonende sollte man deshalb der Wäsche einen guten Schuß Hygienespüler zusetzen. Der eliminiert alles was riechen kann.

2. Unterwäsche aus Merinowolle ist so ziemlich das geilste was es gibt. Das Zeug ist sowas wie die Funktionsfaser der Natur: Sehr leicht, trocknet in Nullkommanix, hält bei Kühle warm, hält bei Hitze trocken. Und: Es riecht nicht! auch nach tagelangem Tragen in großer Hitze reicht es meist, die Klamotten über Nacht auszulüften. Das liegt u.a. an Eiweißmolekülen in der Wolle, die den Bakterien, die das Müffeln verursachen, das Leben schwer machen. Merinounterwäsche mag es, so wenig wie möglich gewaschen zu werden. Wenn dann aber doch, dann entweder ganz ohne oder mit einem sehr milden Waschmittel, Schonwaschgang, Schleudern bei max. 1.000 Umdrehungen, NICHT in einen Trockner stecken.

Handschuhe
Handschuhe aus Leder lassen sich gut mit Lederseife schamponieren. Textil/Lederkombinationen und Handschuhe mit Membran lassen sich genauso in der Maschine waschen wie Textilkombis s.o.)

Stiefel
Meine Alpine Stars Web sind aus Leder. Die werden ordentlich feucht abgewischt, dann dick mit „Floral“-Paste eingeschmiert. Sobald das getrocket ist, wird der alles, was nicht eingezogen ist, mit einem weichen Lappen abgewischt. Danach sehen die Stiefel wie neu aus und sind imprägniert, ohne das die Atmung des Leders beeinträchtigt wäre.

Helm
Der Helm wird von außen ordentlich mit Seifenwasser abgewaschen, tote Insekten aus den Lüftungsöffnungen gepuhlt. Anschließen gehe ich mit NIGRIN Politur/Wachs über die Helmschale. Dadurch strahlt der Metalliklack nicht nur, sondern Dreck setzt sich wesentlich langsamer daran ab. Wenn im nächsten Frühjar alles voller Selbstmordinsekten ist, reicht meist ein drüberwischen und alles ist wieder sauber.

Bei meinen NOLAN-Helmen nehme ich das Visier ab und mache die Dichtungen sauber, anschließen gehe ich mit einem Gummipflegemittel darüber. Verkratzte Visiere werden ersetzt.

Wenn das Jahr so richtig heftig war, mit Reisen in den Süden, ist meist das Innenutter mit mehreren Litern Schweiß getränkt, dazu gelb von Sonnencreme und Insektenschutzmittel. Beim NOLAN N90 baue ich das Innenfutter einfach aus und schmeiße es in den Handwaschgang der Waschmaschine, mit S100 Membranwaschmittel. Wichtig: Es darf NICHT geschleudert werden. Das Innenfutter tropfnass entnehmen und bei Raumtemperatur trocknen. Beim N104 geht das wegen des Notbremslichts so einfach nicht mehr, da beschränke ich mich in diesem Jahr auf ordentlich einschamponieren und abwischen – den Horror DAS Ding auseinanderzubauen spare ich mir für nächstes Jahr auf.

 
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Verfasst von - 7. Oktober 2017 in Motorrad, Service

 

Wer keine Rettungsgasse bildet, hat einen extrem kleinen Pimmel

„Die haben mich gefragt, was ich mir einbilden würde, wer ich überhaupt sei, und ich soll nicht so einen Zirkus machen.“

Der Satz ist nicht an der Theke eines Schnellrestaurants gefallen, sondern wurde genau so einem Stadtbrandinspektor ins Gesicht gesagt – WÄHREND er auf dem Weg zur Rettung eines Schwerverletzten war.

Was war passiert? Unfall auf der Autobahn, Stau, Rettungskräfte kommen nicht durch, weil irgendwelche Bematschten die Rettungsgasse verstopfen. Passiert in Deutschland leider dauernd.

Jetzt könnte man natürlich sagen: Was soll man denn bitte erwarten? Die Deutschen sind zu doof sich ans Rechtsfahrgebot zu halten, begreifen nicht wie das Reißverschlusssystem funktioniert und sind sogar von Kreiseln überfordert, wen wundert es da, dass sie Rettungsgasse nicht können?

In obigen Fall haben Idioten tatsächlich vorsätzlich eine vorhandene Rettungsgasse verstopft und dann die Retter angepöbelt. Dafür werden sie jetzt hoffentlich derbe zur Rechenschaft gezogen. Aber viele Autofahrer WISSEN gar nicht wie Rettunggasse geht, weil sie es nicht in der Fahrschule gelernt oder nicht mehr präsent haben. Rettungsgasse? Wo bildet man die bei mehrspurigen Straßen? Zwischen der Linken und mittleren Spur? Oder zwischen der rechten und mittleren? Oder ist der Standstreifen die Rettungsspur?

Um sich das ganz einfach zu merken, gibt es seit Anfang des Jahres die „Rechte-Hand-Regel“. Der Daumen ist die linke Spur, die Finger alle anderen, und ZWISCHEN Daumen und Fingern wird die Rettungsgasse freigehalten. Das sieht dann so aus:

Die Regel gilt übrigens auch in Österreich und der Schweiz.
Ach, nochwas: Wer keine Rettungsgasse bildet UND DANN auch noch die RETTUNGSKRÄFTE DUMM ANMACHT hat einen einen extrem kleinen Pimmel. Und wählt in 94% aller Fälle auch noch AFD.

 
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Verfasst von - 17. März 2017 in Service

 

KFZ zulassen

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Was genau muss ich eigentlich alles mitbringen und tun um ein Auto oder Mopped an- oder umzumelden? Ich schreibe das mal auf, weil ich es jedesmal wieder vergesse. Gut, mache ich halt auch nicht so häufig. Hier der Workflow im März 2017:

Gebraucht wird:

  • Kraftfahrzeugbrief und, falls vorhanden, Kraftfahrzeugschein (in Neusprech: Zulassung Teil II und I)
  • TÜV-Bescheinigung (aka HU-Bescheinigung)
  • Versicherungsnummer (eVB-Nummer, ersetzt die Doppelkarte)
  • Personalausweis
  • Einzugsermächtigung für KFZ-Steuer
  • Ggf. Wunschkennzeichenbescheingung
  • Ggf. Terminnummer

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1. Vorbereitung

  • Kraftfahrzeugbrief, Schein, TÜV-Bescheinigung: Bekommt man in der Regel vom Vorbesitzer oder Händler. Falls nicht, würde ich mir Gedanken machen.
  • Einzugsermächtigung KFZ-Steuer: Formular dem Internet holen, ausdrucken und ausfüllen, ansonsten liegt es aber auch im Warteraum aus. Wichtig: Man muss seine IBAN zur Hand haben, Bankleitzahl und Kontonummer werden nicht mehr akzeptiert.
  • Versicherungsnummer: Ersetzt die Doppelkarte von früher. Kann man nahezu ad-hoc von den Versicherern bekommen, neuerdings sogar per SMS auf´s Handy. Bei meinem Versicherer war es so: Auf die Website gehen, Daten zu Leistung, Hubraum, Kilometer pro Jahr, Erst/Zweitfahrzeug, Übernahme von Schadenfreiheitsklassen, Nutzerkreis und Versicherungsbeginn angeben, auf „Vertrag abschliessen“ klicken, schon fällt eine eVB Nummer raus. Die ausdrucken oder notieren. Der Versicherer schickt dann in den nächsten Tagen Vertragsunterlagen, die braucht man aber zum Anmelden nicht.
  • Wunschkennzeichen: Für nahezu alle Zulassungsstellen kann man vorab im Netz schauen, ob eine gewünschte Buchstaben/Zahlenkombination frei ist und sich die gegen ca. 13 Euro für 7 Kalendertage reservieren. Einfach nach „Wunschkennzeichen“ in Kombination mit dem eigenen Wohnort googeln.
  • Termin: Bei vielen Stellen des Öffentlichen Dienstes ist es möglich vorab online einen Termin zu buchen. Das geht mit zwei Klicks, danach erhält man eine Terminnummer. Die Funktion findet man, so sie denn angeboten wird, auf der Website der KFZ-Zulassungstelle des Wohnortes.

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2. Durchführung
– Begib Dich zur KFZ-Zulassungsstelle. Bei uns ist die im Rathaus. Hast Du bereits vorab einen Termin gebucht und eine Terminnummer erhalten, sei kurz vor der Terminzeit dort und nimm im Warteraum Platz. Hast Du keine Terminnummer, zieh eine vom Automaten an der Wand. Der ist mittlerweile mit einem Touchscreen ausgerüstet und fragt, was man möchte. Führerscheinangelegenheit? Fahrzeug anmelden? Wähle die geeignete Option aus. Einfach die Hand auf das ganze Display pressen geht auch (habe ich in der Tat beobachtet).
– Der Automat druckt einen Schnibbel mit der Wartenummer.
– Das Display über der Tür macht „BingBong“ und zeigt die aktuell aufgerufene Warte- oder Terminnummer und dahinter einen Platz. Keine Bange, wenn Deine Terminnummer nicht zur vereinbarten Zeit aufgerufen wird. Termine sind unverbindlich und können plus 30 Minuten liegen.

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– Wenn Deine Nummer angezeigt wird, in den Raum und zum angezeigten Platzgehen und der netten Sachbearbeiterin die vorbereiteten Unterlagen in die Hand drücken. Nicht aufregen, wenn sie zwischendruch mit anderen Kolleginnen schackt, telefoniert und dabei Sachen sagt „Ich muss hier gerade noch nen Kunden fertig machen“. Immer im Hinterkopf behalten: Du bist Gast in ihrem Wohnzimmer, was man an den vielen privaten Bildern, den Diddl-Postkarten, der stattlichen Sammlung Ü-Ei-Figuren und der Pflanzensammlung erkennen kann.

– Die Sachbearbeiterin gibt eine Plastikkarte aus. Damit gehst Du zur Kasse oder dem Zahlautomaten. Denk dran Bargeld mitzunehmen, denn der EC-Kartenleser des Automaten ist IMMER kaputt. Karte in den Aotumaten, Bargeld einfüttern. Schon kommt eine Quittung raus, auf der auch das vergebene Kennzeichen steht. DIE QUITTUNG IST WICHTIG. Mit der gehst Du jetzt zum Schildermacher.

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– Betritt den Laden des Schildermachers. Warte, bis die Toilettenspülung ertönt und er um die Ecke kommt. Gib ihm nicht die Hand. Gib ihm die Quittung und sage ggf. dazu das es ein Motorrad-/Saison-/Sonstwasspezialkennzeichen ist.
– Warte, bis der Schildermacher das Schild gemacht hat. Vergiß die Quittung aus dem Automaten nicht, die er Dir wiedergibt, die ist IMMER NOCH WICHTIG.

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– Geh zurück in die KFZ-Zulassung, aber nicht zurück zur Sachbearbeiterin. Geh stattdessen zu dem Fenster AUSGABE. Grüße die mit dem Rücken zu Dir sitzende Verwaltungsfachangestellte und warte. Irgendwann hat sie mit den Kollegen fertig erzählt und dreht sich um. Gib ihr das Kennzeichen und die Quittung aus dem Automaten.

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– Sie siegelt jetzt das Kennzeichen, d.h. klebt TÜV- und Kommunalplakette auf. Dann musst Du den Empfang quittieren, danach bekommst Du Kennzeichen und einen Haufen Unterlagen.

– Entferne Dich vorsichtig rückwärts vom Ausgabeschalter, damit Du nicht länger die Aura der dahinter lebenden Angestellten störst, dann guck Dir Unterlagen an. Es sollten jetzt da sein: Fahrzeugbrief und -schein mit neuem Kennzeichen und Dir als Halter und Deine TÜV-Unterlagen. Kontrolliere das Kennzeichen, ob die TÜV-Plakette richtig klebt (Jahreszahl in der Mitte, Kontrollmonat auf 12 Uhr).

Glückwunsch, Dein Fahrzeug ist nun auf Dich zugelassen!

 
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Verfasst von - 9. März 2017 in Service

 

Podcasttip: Schöne Ecken auf Silencers Spuren

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Der Podcast „Schöne Ecken“ dreht sich um, äh.

Tja.

Nach Eigensauskunft ist „Stadtkultur aus urbaner, ästhetischer und lukullischer Sicht“ Gegenstand des Podcasts, eine verkürzte Beschreibung für „Die Macher laufen irgendwo rum und erzählen was sie sehen oder essen“. Dabei kommt oft eine gelungene und manchmal auch lehrreiche Mischung aus Podcast und Hörspiel raus.

In den letzten Wochen haben sich Cornelis und Sven durch Italien bewegt. Quasi auf den Spuren dieses Blogs wagen sie sich auf eine Rennstrecke hoch über den Straßen Turins, bestaunen das Reich des irren Architekten, stolpern über Staglieno, verlaufen sich in Genua und besuchen am Ende Venedig. Das Konzept war der Überraschungsreise hier im Blog im vergangenen Jahr nicht unähnlich: Cornelis hat die Italienrundfahrt geplant, Sven wusste aber nie, wo es als nächstes hingeht. Das die beiden dabei gelegentlich unter Wortfindungstörungen leiden, weil sie schlicht überwältigt sind, sei ihnen nachgesehen.

In den Folgen des Podcasts kann man nun die Orte, über die ich schreibe, auch akustisch erleben. Wer jetzt zwischen den Jahren also gerade Langeweile hat und was auf die Ohren braucht: Anhörempfehlung! „Schöne Ecken“ gibt es kostenlos im iTunes-Store und auf der Webseite http://www.schoene-ecken.de zum Abspielen oder als MP3-Download, jeweils mit einer Fotogalerie:

SE 141, Mailand, Expogeländer und Bahnhof Rho Fiera
SE 142: Turin, Lingotto
SE 143: Turin, Mole Antonelliana
SE 144: Genua, Staglieno
SE 145: Genua, Hafen
SE 146: Staglieno

Gelegentlich stellen die Beiden Mutmaßungen an (und liegen manchmal mit ihrem „Ich könnte mir vorstellen…“ meilenweit daneben). Wer wissen möchte, wie es sich wirklich verhält, finden hier im Blog Kontext und die wirklich wahre Faktenlage 😉

Bild oben: http://www.schoene-ecken.de

 
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Verfasst von - 28. Dezember 2016 in Linktip, Service

 

Fernsehhinweise

JotBee schrieb: DingDong! Darf ich hier darauf hinweisen, dass der NDR ab heute (14.12.16) und nächste Woche (21.12.16) wieder drei neue Folgen der Serie „Tatortreiniger“ versendet?
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/der_tatortreiniger/index.html

Vielen Dank für den Hinweis! Und nicht nur der Tatortreiniger ist zurück, auch SHERLOCK lässt sich nach drei Jahren Pause(!!) wieder mit einer neuen Staffel blicken (Das Neujahrs-Special im vergangenen Jahr zählt nicht als Staffel). Im Dezember darf man ruhig mal wieder den Fernseher entstauben, bei so viel Qualitätsware. Hier die Termine, wann die Flimmerkiste einzuschalten ist:


Der Tatortreiniger, Staffel 6

NDR

Episode 1: „Sind Sie sicher?“, Mittwoch, 14. Dezember 2016 (Folge in der Mediathek ansehen)
Episode 2: „Özgür“, Mittwoch, 21. Dezember 2016, 22.00 Uhr
Episode 3: „Schluss mit Lustig“, Mittwoch, 21. Dezember 2016, 22.30 Uhr
Wiederholungstermine


Sherlock, Staffel 4

BBC One

Episode 1: „The Six Thatchers“, Sonntag, 01. Januar 2017, 21.00 Uhr UTC
Episode 2: „The Lying Detective“, Sonntag, 08. Januar 2017, 21.00 Uhr UTC
Episode 3: „The Final Problem“, Sonntag, 15. Januar 2017, 21.00 Uhr UTC

 
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Verfasst von - 18. Dezember 2016 in Service

 

Euronotruf: Eine Nummer für Alles.

Und dann biste im Ausland und plötzlich passiert was. Du brauchst die Polizei. Oder einen Krankenwagen. Oder die Feuerwehr. Und nun? Wie lautet die nationale Notrufnummer? Und wenn Du dann jemanden erreichst: Kannst Du Dich mit dem verständigen? Was, wenn Du einen Dorfpolizisten am anderen Ende hast, der kein Wort englisch spricht? Was dann?

Bislang hatte ich mir vor jeder Reise die landesspezifischen Notrufnummern notiert. Gegen potentielle Sprachprobleme kann man sich nicht vorbereiten, dachte ich. Tatsächlich, und das war mir neu, gibt es einen einheitlichen, europäischen Notruf.

Was hat die EU je für uns getan? Nun, zum Beispiel hat sie dafür gesorgt, dass dieser Quatsch mit den national unterschiedlichen Notrufnummern aufhört, der Notruf vereinheitlicht wird und kompetentes Personal die Anrufe entgegennimmt.

Über die 112 kommt man IN JEDEM EUROPÄISCHEN LAND in der nächsten Leitstelle raus. Das Personal dort MUSS englisch sprechen können und ist zuständig für ALLE Arten von Notfällen. Je nach Bedarf schicken die dann Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei los.

Die 112 hat aber noch weitere, ziemlich coole Features:

  • Sie lässt sich von jedem Telefon aus wählen, und zwar IMMER. In Telefonzellen ohne Einwurf von Münzen, bei Handys ohne eingelegte SIM-Karte.
  • Hat ein Handy keinen Empfang im eigenen Netz, benutzt es andere Netze, falls verfügbar.
  • 112-Notrufe haben im Handynetz Priorität, notfalls schaltet das Netz andere Verbindungen ab, um Notrufe weiterzuleiten. Deshalb funktioniert selbst an Silvester die 112, während andere Anrufe im überlasteten Netz nicht durchkommen.
  • Die Leitstelle bekommt IMMER die Telefonnummer des Anrufers gezeigt, auch wenn der sie auf „Anonym“ gestellt hat und verbergen will.
  • Die Leitstelle kann eine GSM-Ortung auslösen und so den Standort bestimmen, das funktioniert in manchen Ländern allerdings nicht so super.
  • In den USA funktioniert die 112 auch, dort wird sie auf die 911 weitergeleitet. Umgekehrt wird für Amerikaner in Europa die 911 auf die 112 geleitet.

Cool, oder? Und der Hammer ist: Das ist schon seit 2007 so. Mit meinem Nichtwissen bin ich nicht allein. Nur ca. 20 Prozent wissen, dass die 112 so funktioniert. Um den einheitlichen Euronotruf bekannter zu machen, gibt es seit 2009 den „Tag des europäischen Notrufs“. Es ist der 11. Februar.

 
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Verfasst von - 19. Oktober 2016 in Service

 

Kartenzahlungsverfahren im Überblick

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Eigentlich wollte ich einfach durch die Absperrung rauschen. So wie immer. Durch das schnelle Personenvereinzelungssytem in der Londoner U-Bahn kann man nämlich einfach so durch zu laufen, ohne den Schritt verlangsamen zu müssen. Man muss nur seine Plastikkarte in einer fließenden Bewegung vor das Lesegerät halten, Zack, die Absperrung schwuppt zur Seite, und schon ist man in der Tube.


An diesem Morgen klappte das nicht, ich lief mit vollem Schwung gegen das Gitter. Meine Oystercard wollte nicht. Eine freundliche Angestellte von Transport for London war sofort zur Stelle und fand auch gleich die Ursache: Das Guthaben auf der Karte war aufgebraucht. Am Abend zuvor waren noch über 20 Pfund darauf gewesen. Die waren nun weg. Aber warum?

Aktuelle EC- und Kreditkarten sind kein dummes Stück Plastik mehr. Im Chip sitzt ein kleiner Computer, und in die Karte eingebacken ist eine Kupferantenne. Außerdem gibt es immer noch den Magnetstreifen und die Kartennummern, mit denen bezahlt werden kann.

Ein Zahlungskarte der Gattung der Kredit- oder Debitkarten angehören hat heute nicht nur eine, sondern gleich mehrere Bezahlfunktionen. Was die eigene Karte kann, erkennt man auf den darauf abgebildeten Symbolen. Und ja, es lohnt sich, die mal genauer anzugucken, wie meine London geschichte verrät.

Kreditkarte: Gibt es seit 1894, und so sicher sind sie auch. Insbesondere die Kreditkartenfunktionen, bei denen der Magnetstreifen ausgelesen wird oder mit einem Imprinter ein Abdruck(!) der erhabenen Kreditkartennummern genommen wird sind hoffnungslos unsicher, werden aber nur noch sehr selten verwendet. Bei Kreditkarten wird meist per Nummer plus Unterschrift oder PIN oder mit der Nummer plus Sicherheitsnummer bezahlt. Abrechnung erfolgt monatlich, vierteljährlich oder jährlich. Das Verfahren ist bei deutschen Händlern unbeliebt, weil die Teilnahme am Kreditkartennetzwerk und die Gebühren höher sind als bei nationalen Debitkarten. Die EU hat zwar das Interbankenentgeld auf 0,3% des Preises gedeckelt, aber das macht leider nur einen Teil der Kosten für den Händler aus.

Girocard/Electronic Cash: Nationale Debitkarte der Deutschen Kreditwirtschaft. Bis 2007 hieß die EC-Karte, jetzt Girocard. Debitkarten belasten, anders als Kreditkarten, zeitnah das eigene Konto. Identifikation erfolgt mittels PIN und Onlineabfrage der Bankensperrdatei im Hintergrund. Ist recht sicher und für den Einzelhandel günstiger als Kreditkarten. Giropay hat damit nichts zu tun, dass ist das Überweisungsverfahren im Internet.


Prepaid-Kreditkarte:
Sieht aus wie eine Kreditkarte, steht auch Mastercard oder Visa drauf, ist aber eine Debitkarte. Allerdings kann man damit nur ausgeben, was man auf dem Konto hat, man bekommt also keinen Kredit im eigentlichen Sinne. Das macht bei 95% aller Zahlungen keinen Unterschied und ermöglicht Kostenkontrolle, weil man sich nicht in Schulden stürzen kann. Allerdings akzeptieren Mietwagenfirmen diese Karten in der Regel nicht um Kautionen zu hinterlegen. Mitarbeiter solcher Firmen werden regelmäßig darauf trainiert Prepaid-Karten zu erkenne, um sie dann abzuweisen.

Electronic Cash Chip: Genau wie Giropay, aber normalerweise offline. Hier wird im Chip der Karte ein monatlicher Kreditrahmen definiert. Der Chip sagt der Kasse, für wie viel Kredit er noch gut ist. Ist ds Limt noch nicht erreicht, entfallen die Kosten für Onlineabfrage. Die erfolgt nur, wenn das Limit im Chip erreicht ist oder über einen definierten Zeitraum keine Verbindung zwischen Bank und mehr aktiv war.

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Maestro oder V PAY: Debitfunktion von Mastercard (Maestro) oder VISA (V Pay). Verhält sich genauso wie Electronic Cash. Unterschied: Maestro wird weltweit nahezu überall akzeptiert, speichert aber wichtige Infos im Magnetstreifen und ist deshalb anfällig für Skimming, dem Datenklau am Lesegerät. V PAY speichert die Infos im Chip der Karte und ist deshalb Skimmingsicher, wird aber nur in Europa, und hier auch nicht in allen Ländern, akzeptiert. Bei beiden Verfahren ID mittels PIN.

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Elektronische Lastschrift: Weil die Einzelhändler sich gerne die Gebühren für die Banken sparen wollen, verwenden sie das Lastschriftverfahren mit Unterschrift als Identifikation. Hierbei wird über den Magnetstreifen die Kartennummer gelesen und dann die Unterschrift aus dem Kassenbon mit der auf der Karte verglichen. Oder auch nicht. Nachteil: Unsicher, auch für Händler, denn Lastschriften können ins Leere laufen und der Händler auf den Kosten sitzen bleiben. Für Kunden ist es auch unsicher, denn die Unterschriftprüfung ist ungefähr so sicher wie Homöopathie eine Wissenschaft. Mit dem ELV können auch geklaute Karten belastet werden.

Elektronische Lastschrift Online:
Für den Kunden ändert sich nichts, auch hier wird lediglich mit der Unterschrift identifiziert. Im Hintergrund wird abgefragt, ob die Karte gesperrt ist. Allerdings nicht bei den Banken, sondern bei der Firma Ingenico, was das Ganze für den Einzelhandel billiger als die Abfrage der Sperrdatei bei den Banken macht.

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Geldkarte: Hier wird ein Betrag der eigenen Wahl vom Bankkonto in den Chip der Karte übertragen und von da aus quasi abtelefoniert. Nennt sich auch elektronische Geldbörse. Hat bei meiner Volksbankkarte nie funktioniert, mittlerweile nutzt außer Rauchern am Zigarettenautomaten und Herrn S. aus G. an der L. niemand mehr diese Funktion.

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NFC: Die Near Field Communication erlaubt kontaktloses bezahlen. Karten werden nur noch oder an ein Lesegerät gehalten und nicht hineingesteckt. Man braucht sie nicht mal aus dem Geldbeutel zu holen, sondern hält den einfach ans Gerät. Auch manche Handys können bereits NFC-Bezahlung. Vorteil: Der Bezahlvorgang geht schneller. Nachteil: Keine Identifikation oder Bestätigung. Eine PIN wird erst bei Beträgen über 25 Euro verlangt. VISA nennt NFC „PayWave“, Mastercard „Pay Pass“ und die Deutschen Banken „GiroGo“. Apple hat eine NFC-Bezahlung über seine Geräte entwickelt, die den Fingerabdruckleser einbezieht. ApplePay gibt es in Deutschland aber noch nicht (Stand: 08/16).

So, und wo sind nun meine 20 Pfund in der Londoner U-Bahn hin verschwunden?

Ganz einfach. Die U-Bahn-Karte verwendet die gleiche NFC-Technologie wie meine Kreditkarte, und die Tube akzeptiert inzwischen beides als Fahrschein. Man kann also entweder die Oystercard oder die Kreditkarte verwenden, um durch die Absperrung zu kommen.

Ich habe beide Karten im selben Portemonnaie, und nun war Folgendes passiert: Am Vorabend hatte die Tube die Oystercard eingelesen, als ich eine Fahrt begann. Beim Verlassen der U-Bahn hatte die Auslassschranke aber nicht die Osyster-, sondern die dahintersteckende Kreditkarte angefunkt. Die war nicht eingestempelt, also wurde von der gleich mal der Maximalbetrag für 24 Stunden wildes Fahren abgebucht. Als am nächsten Morgen die Oystercard zum Einchecken verwendet wurde, stellte das U-Bahnsystem fest, dass der Checkout vom Vorabend fehlte – und nahm an, ich sei die ganze Nacht über alle Zonen Londons umhergefahren. Dafür wurden dann 20 Pfund abgebucht.

Was lehrt uns das? Zahlungsmethoden sind vielfältig und werden immer bequemer und schneller. Aber damit steigt leider auch das Fehler- und Mißbrauchspotential. Als Endnutzer kann man außer Totalverweigerung dagegen nicht viel machen, denn zugunsten der Bequemlichkeit entfallen Möglichkeiten der Kontrolle.

 
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Verfasst von - 26. August 2016 in Service

 

Girocard oder VPay oder Maestro?!?

Und dann stand ich da wie Max-inne-Möhren, glotzte auf das PIN-Pad an der Kasse und versuchte zu enträtseln, was es von mir wollte. Als ich es verstanden hatte, kam ich aus dem Fazialpalmation nicht mehr raus, denn ich hätte NIE gedacht, dass die EU diesen Quatsch durchsetzt.

Ich bin ja glühender Europafan, aber manchmal geht mir die EU auf den Saque. Nämlich immer dann, wenn die Kommission Dinge auf den Weg bringt, von denen von vornherein klar ist, dass sie nicht nur Rohrkrepierer sind, sondern ein fetter Blattschuss ins eigene Knie.

Die Cookieregelung auf Webseiten ist so ein Beispiel. Die nervigen „Wir verwenden Cookies“-Meldungen waren zum Schutz und der Sensibilisierung der Besucher gedacht, haben aber exakt das Gegenteil erreicht: Man hat sich einfach dran gewöhnt, beim erstbesten Popup auf einer Webseite stumpf „OK“ zu klicken ohne es zu lesen. Da könnte auch „wollen sie wirklich ihre Festplatte löschen“, ich würde es nicht sehen und gleich bestätigen.

Das gleiche Kaliber falsch verstandener Transparenz sorgt jetzt für maximale Verwirrung bei Kartenzahlungen. Moderne Karten tragen nämlich etliche Zahlungsmöglichkeiten mit sich rum. Welche an der Kasse verwendet wird, entschied bis vor Kurzem der Händler. Seit Juni gibt es eine Vorschrift, dass der Kunde die Zahlungsmethode auswählen soll, denn „Der Kunde soll Entscheidungsfreiheit haben“. Das ist einigermaßen sinnfrei, denn die meisten Kunden wissen nich mal, das ihre Karte mehr als ein Zahlungssystem hat, geschweige denn was die Unterschiede sind.

Für die meisten Deutschen ist ihre Zahlungskarte „Die Eurocheque-Karte“. Punkt.

Was grandioser Quatsch ist, denn die Eurocheque-Karte gibt es seit 2001 nicht mehr. Ab diesem Zeitpunkt stand EC für Electronic Cash, wobei das seit 2007 Girocard heißt*. Ausgegeben und betrieben wird das Girocard Netz von der Deutschen Kreditwirtschaft, es handelt sich also um eine nationale Debitkarte.

Die ist den international agierenden Finanzkonzernen ein Dorn im Auge, weshalb Mastercard und VISA eigene Debitsysteme geschaffen haben. Die heißen „Maestro“ (Mastercard) und „V Pay“ (VISA). Da diese beiden Konzerne die größten Ausgeber von Karten sind, ist ihre eigene Funktion meist zusätzlich zu Giropay enthalten.

Je nachdem mit welchem Unternehmen die eigene Bank kooperiert, hat die eigene Bankkarte also mindestens zwei Zahlungsfunktionen: Giropay oder Maestro/V Pay. Bei den Zahlungsarten Giropay/Maestro/V Pay entschied bis vor Kurzem der Händler was genutzt wurd. Nun soll man als Kunde selbst entscheiden, welches Zahlungsverfahren man verwenden möchte. Was einigermaßen sinnfrei ist, denn für den Kunden entstehen keine Zusatzkosten, egal für welches Verfahren er sich entscheidet.

Für die Händler gibt es aber sehr wohl einen Unterschied, denn je nach Verfahren sind die Gebühren für ihn bis zu doppelt so hoch. Bei Giropay bezahlt der Händler 0,2 Prozent des Umsatzes an die Bank, bei VPAY/Maestro sind es 0,3 bis 0,4 Prozent. Will man seinem Einzelhändler was Gutes tun, sollte man also die Giropay-Funktion verwenden. Will man ihn ärgern, V Pay/Maestro.

Bis sich rumgesprochen hat, dass dieser ganze Auwahlquatsch völlig Mumpe ist, dürfte das zu Verwirrung, Erkläraufwand und damit längeren Wartezeiten an den Kassen führen. Danke, EU! (Ich habe Dich aber trotzdem lieb)

In Teil II: Alle Verfahren, die eine Karte so können kann.

*(Die Deutsche Kreditwirtschaft hatte nämlich schlicht vergessen sich den Markenterm „EC“ zu sichern und musste die Karten deshalb umbenennen.)

 
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Verfasst von - 25. August 2016 in Ganz Kurz, Service

 

Die richtige Handschuhgröße

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Menschen neigen dazu, unangenehme Erfahrungen zu verdrängen. Herr Silencer schreibt deshalb seine Erkenntnisse und Tips zum Thema Motorradhandschuhkauf hier auf. In erster Linie für sich selbst, bevor sich das Drama in ein paar Jahren wiederholt.

Es gibt nur eine Sache, die ich noch weniger leiden kann als Schuhe kaufen: Neue HANDschuhe anschaffen. Ganz besonders: Motorradhandschuhe. Das die meisten Hersteller irre sind oder einem die Hucke vollügen, macht die Sache nicht einfacher.

Eine der beliebtesten Lügen ist, dass es sowas wie Allroundhandschuhe gäbe. Das stimmt einfach nicht. Auch Handschuhe wollen je nach Wetter, Temperatur und Einsatzzweck ausgesucht werden. Mit einem Tourenhandschuh fährt man nicht Motocross, und mit einem leicht gefütterten Handschuh hat man im Herbst oder in den Bergen schlechte Karten.

Wenn ich mit dem Motorrad verreise, hatte ich bislang zwei Paar Handschuhe dabei. Ein dick gefüttertes Paar, das dank Goretex-Membran absolut wasserdicht ist und für Temperaturen bis 15 Grad taugt. Dazu ein ungefüttertes Paar für heiße Tage, durch dessen überlappende Leder- und Carbonschichten der Wind zieht.

In letzten Jahr kam ich ein paar mal in Situationen, in denen es sehr warm und gleichzeitig nass war, weshalb ich mich jetzt mal nach ungefütterten und wasserdichten Handschuhen umgesehen habe. Bis der richtige Handschuh mit einer guten Passform gefunden war, hat mich das so einiges an Zeit und Nerven gekostet.

Meine erste Wahl war ein Handschuh von Held. Der renommierte Hersteller fertigt exzellente Handschuhe aus hochwertigen Materialien. Auf den ersten Blick passten die in Größe M: Sie waren lang genug für die Finger und saßen auch ansonsten OK. So kaufte ich die im vergangenen Herbst, konnte sie aber wegen einer Fuß-OP nicht gleich auf dem Motorrad ausprobieren. Als ich das 8 Wochen später nachholte, stellte sich heraus: Die passten exakt GAR NICHT. Dass der Daumen eher für Außerirdische Kreaturen als für Menschen gemacht ist, wußte ich vorher. Bei der Probefahrt mit dem Motorrad stellte sich dann aber raus, dass alle Finger zwar die richtige Länge hatten, rundrum aber jede Menge Raum war. Es war überall so viel Spiel, das ich die Finger in den Handschuhen bewegen konnte. Dadurch hatte ich keinen festen Griff, was natürlich gar nicht geht.

Die rote Linie zeigt, wo mein Daumen im Handschuh  "Louis75 xTraFit" von HELD endet. Der Handschuhdaumen ist rund 30 Prozent länger als bei einem normalen Menschen. Sind die vielleicht für Außerirdische vom Planeten Knäcke IV gemacht?

Die rote Linie zeigt, wo mein Daumen im Handschuh „Louis75 xTraFit“ von HELD endet. Der Handschuhdaumen ist rund 30 Prozent länger als bei einem normalen Menschen. Sind die vielleicht für Außerirdische vom Planeten Knäcke IV gemacht?

Zum Glück liess sich das Elend umtauschen. Eine Nummer kleiner umschlossen die Handschuhe meine Finger fester und der Griff war gut, aber zu einem hohen Preis. Wie sich auf dem Motorrad rausstellte, sind die Finger des Handschuhs nun zu kurz: Meine Fingerkuppen stoßen vorne an. Das kann dazu führen, dass die Finger einschlafen.

Der nächste Versuch: Vanucci Summer Dry II-Handschuhe. Saßen in Größe M im Geschäft ebenfalls super. Finger lang genug und vorne noch ein wenig Raum, aber rundrum sicher sitzend.

Trotzdem schlief mir bei der ersten Probefahrt praktisch sofort die rechte Hand ein. Der Grund: An genau einer, ganz kleinen Stelle auf dem Handrücken sind die Handschuhe zu eng. Genau dort laufen aber zwei wichtige Adern entlang. Die Druckstelle war winzig und kaum zu spüren, der Effekt aber riesig.

Saßen richtig gut, nur an der rot umrandeten Stelle drückten sie ein ganz klein wenig: Vanucci Summer Dry II.

Saßen richtig gut, nur an der rot umrandeten Stelle drückten sie ein ganz klein wenig: Vanucci Summer Dry II.

Dummerweise laufen an der Stelle die Hauptadern für Zeige- und Mittelfinger entlang, wie man hier gut sieht.

Dummerweise laufen an der Stelle die Hauptadern für Zeige- und Mittelfinger entlang, wie man hier gut sieht.

Vielleicht hätte sich der Handschuh noch geweitet, riskieren wollte ich das aber nicht. Also wieder umtauschen. Eine Nummer größer ist jetzt alles gut, ich habe meine perfekten Handschuhe für nasse Sommertage gefunden.

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Damit der Kauf der nächsten Handschuhe nicht wieder so ein Drama inkl. Fehlkauf wird, notiere ich hier mal für mich die wichtigsten Erkenntnisse:

1. „Fits like a glove“, sagt der Engländer, und meint damit: Sitzt eng, wie eine zweite Haut. Genau DAS dürfen Motorradhandschuhe aber nicht. Motorradhandschuhe müssen wesentlich größer sein und dürfen nicht wie eine zweite Haut sitzen oder drücken. Nirgendwo.

2. Keine zwei Hände sind gleich, auch dann nicht, wenn sie am gleichen Körper sitzen. Meine rechte Hand ist größer als die linke, und auch die Finger sind länger. Ein Handschuh der links perfekt passt, ist u.U. rechts zu klein. Die rechte Hand ist die wichtigere, trotzdem sollte ein Handschuh an beiden Händen sitzen.

3. Handschuhe dehnen sich vielleicht in der Breite, aber nie in der Länge. Zu kurze Finger bleiben zu kurz. Noch schlimmer: Wenn das Leder an den Fingergelenken Falten wirft, wird der Handschuh dadurch sogar noch kürzer.

4. In guten Fachgeschäften gibt es einen Griff-Dummie, dass ist ein Stock, mit dem der Lenker simuliert wird.

Den Dummie so umgreifen. Jetzt dürfen die Fingerkuppen vorne nicht anstoßen und in den Fingerzwischenräumen nichts ziepen.

Den Dummie so umgreifen. Jetzt dürfen die Fingerkuppen vorne nicht anstoßen und in den Fingerzwischenräumen nichts ziepen.

Wenn man den fest umgreift, sollten die Handschuhe 1. Nicht zwischen den Fingern kneifen, 2. an den Fingerkuppen noch ca. 0,5-1 cm Platz sein, 3. Die Oberhand nicht vom Knöchelschutz gequetscht werden, 4. An der Außenseite des Handtellers beim zusammendrücken des Leders gut 2-3 cm Raum sein. Oder anders: Wenn man die Hand ausgestreckt vor sich hat, sollten beim Zusammendrücken an der Seite und an den Fingerkuppen ein Fingerbreit Raum sein:

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Der Handschuh ist zu klein, wenn die Fingerkuppen vorne anstoßen oder der Handteller oder die Oberhand irgendwo gequetscht wird, auch, wenn es nur wenig ist. Der Handschuh ist zu groß, wenn die Finger mehr als 2-3 cm zu lang sind.

5. Wenn auch unterschiedliche Größen nicht passen und entweder zu groß oder gleich wieder zu klein sind, dann ist das entsprechende Modell nichts für einen. Oder der Hersteller, denn jeder Produzent verwendet sein eigenes Modell einer Durchschnittshand und seinen eigenen Standardschnitt. Ich habe z.B. REUSCH- oder Vanucci-Hände, deren Schnitt passt mir in Größe L/9. Modelle von HELD und FLM dagegen sind eher für Menschen mit dickeren, kürzeren Fingern als meine.

6. Nach dem Kauf sollte man am besten sofort auf dem eigenen Motorrad Probefahren, mindestens 50 Kilometer. Dabei darauf achten ob die Finger einschlafen. Nach 50 Kilometern Handschuhe ausziehen und die eigenen Hände betrachten. Sind irgendwo deutliche, rote Druckstellen zu sehen? Haben die Innenähte Abdrücke in der Haut hinterlassen? Dann ist der Handschuh zu klein.

7. Polo und Louis stellen sich erfahrungsgemäß nicht an, wenn man Handschuhe kurz nach dem Kauf umtauschen will. Dennoch gilt: 1. Sich vor dem Kauf vergewissern, dass auch nach einer Probefahrt auf dem eigenen Mopped ein Umtausch möglich ist. Und 2.: Bis man wirklich zu 100 Prozent sicher ist, dass die Handschuhe perfekt sind: Pfleglich damit umgehen. Auch der kulanteste Händler guckt komisch, wenn die erste Probefahrt durch den Regen ging, der Knöchelschutz Abrieb aufweist oder das Mesh voller toter Fliegen hängt. Regel des gesunden Menschenverstands: Wenn etwas in einem Zustand ist, den Du selbst nicht mehr kaufen würdest, trägst Du es nicht ins Geschäft zurück!

 
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Verfasst von - 8. April 2016 in Motorrad, Service

 

Ransomware

Aus gegebenem Anlass eine ernst gemeinte und wichtige Durchsage:

Mir sind in den vergangenen Wochen mehrfach Mails ins Haus geflattert deren Absender ich nicht kannte. Der Inhalt war in bestem Deutsch verfasst. Mal war es eine Anfrage nach irgendwas, mal eine Bitte zu überprüfen ob eine Zahlung schon veranlasst sei, mal eine Bestellbestätigung. Stets mit vollständiger Signatur und Absender von deutschen Unternehmen. Ich habe schon sehr viel Spam gesehen – das sah definitiv nicht danach aus. Außerdem sind die Mails durch alle Filter gekommen, und auch der Virenscanner hat nichts angezeigt.

In allen Fällen hing eine .doc oder .pdf Datei an, auf die der Text Bezug nahm. Das perfide: Öffnet man die Datei, wird ein Programm ausgeführt, dass den eigenen Rechner und angebundene Netzlaufwerke verschlüsselt. Zugriff auf diese Dateien ist damit nicht mehr möglich, man kommt nicht mehr an seine eigenen Dokumente, die Musiksammlung oder die Urlaubsfotos.

Um die wieder zu entschlüsseln, soll man einen ordentlichen Betrag an ein anonymes Konto zahlen. Das nennt sich Ransomware, vom englischen ransom, „Lösegeld“. Zahlt man nicht, kommt man schlimmstenfalls nie wieder an seine eigenen Daten – gegen die neueste Version des Tesla-Trojaners gibt es aktuell kein Gegenmittel. Aber auch wenn man das Lösegeld zahlt ist keinesfalls sicher, dass man dafür einen Freischaltcode erhält.

Daher:

1. Keine Mailanhänge von unbekannten Absendern öffnen. Auch nicht von bekannten Absendern, wenn der Mailtext merkwürdig scheint.

2. Backups der eigenen Daten machen und die unvernetzt oder in einem anderen Netz aufbewahren.

Das ist kein Witz. Diese Mails haben eine Qualität und Credibility, wie ich sie vorher noch nicht gesehen habe. Sie breiten sich aus und kommen überall durch, und einen Rechner, der erst einmal verschlüsselt wurde, kann man praktisch abschreiben. Aktuell betrifft das alles in erster Linie Windows-Rechner, allerdings gab es auch schon Ransomware für Macs und sogar für iPads und iPhones. Da sich solche Erpressersoftware mittels auf dem Schwarzmarkt erhältlicher Werkzeuge mittlerweile sogar recht einfach zusammenklicken lässt, wird die Zahl solcher Malware weiterhin stark zunehmen.

 
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Verfasst von - 15. Februar 2016 in Service

 

Fernsehhinweise

Jaja, ich weiß, niemand guckt mehr lineare Medien, zeitsouveränes Sehen ist angesagt. Dank der Depublikationspflicht der öffentlich-rechtlichen Sender ist das aber nicht ganz einfach.

Wie, niemand guckt mehr Öffentlich-Rechtlich? Quatsch! Und hier die Gründe:


Der Tatortreiniger, Staffel 5, NDR

Episode 1: „Bestattungsvorsorge“, Donnerstag, 17.12.15, 22.00 Uhr (Anschauen in der Mediathek)
Episode 2: „Das freie Wochenende“, Donnerstag, 17.12.15, 22.30 Uhr (Anschauen in der Mediathek)

Episode 3: „Pfirsichmelba“, Montag, 21.12.15, 22.00 Uhr (Anschauen in der Mediathek)
Episode 4: „Anbieterwechsel“, Montag, 21.12.15, 22.30 Uhr (Anschauen in der Mediathek)

Episode 5: „E.M.M.A. 206“, Donnerstag, 07.01.16, 22.00 Uhr (Anschauen in der Mediathek)
Episode 6: „Freunde“ (mit Olli Schulz!), Donnerstag, 07.01.16, 22.30 Uhr (Anschauen in der Mediathek)

Sherlock
New Year Special, BBC One
„The Abominable Bride“, 01.01.16, 21.00 Uhr

Nur als Hinweis, was man im Online-TV-Recorder programmieren muss.

Dieser Service wird Ihnen präsentiert von Silencers Blog. Bittegerne.

 
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Verfasst von - 18. Dezember 2015 in Service

 

Eulenfest+ Spekulatius

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Weil gerade so viele Leute auf der Suche nach Spekulationseulen hier ins Blog stolpern:

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So sicher wie der Herbst kommt auch das Eulenfest in Einbeck. Das wäre undenkbar ohne die Spekulatiusseulen. Große, harte Kekse aus würzigem Spekulatiusteig, handgemacht von Bäcker Busse. Die gehörten für mich immer dazu, eine „Eule“ ohne Eulen, das geht doch gar nicht, oder? Stimmt, und deshalb fühlt sich das Eulenfest dieses Jahr auch nicht richtig an. Es gibt keine Spekulatiuseulen mehr. Leider hat sich für die Traditionsreiche Bäckerei wohl kein Nachfolger gefunden.

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Verfasst von - 11. Oktober 2015 in Service

 

iPhone 6s „Prozessorgate“: Alternative zu Lirum Info Lite

Situation: Im iPhone 6s und 6s Plus werkelt ein A9-Prozessor. Der ist entweder von Samsung oder von TSMC gefertigt. Die sind nicht identisch. Der Prozessor von TSMC ist etwas größer, wird weniger warm und verbraucht dadurch weniger Strom. Unter Vollast in künstlichen Testsituationen macht sich das durch längere Akkulaufzeit bemerkbar, in der Praxis fast gar nicht.

Welcher Prozessor ist in meinem iPhone 6s?
Nun will natürlich jeder iPhones 6s-Besitzer wissen, von welchem Hersteller sein Chip ist. Dazu dient eine App namens Lirum Info Lite, die aber leider seit gestern nicht mehr im Appstore ist.

Die Alternative: VAInfo. Das schlanke Tool zeigt unter „Model/Code“ die Chipkennung an.

N66AP oder N71AP: Samsung
N66MAP oder N71MAP: TSMC

VAInfo gibt es im Appstore: Link.

 
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Verfasst von - 9. Oktober 2015 in Service

 

Tag der Organspende – Entscheidend ist nur die Entscheidung.

Am 06.06, also am kommenden Samstag, ist übrigens Tag der Organspende. Ich selbst trage seit Jahren einen Organspendeausweis mit mir rum, und nicht weil, haha, der zur Standardausstattung von Motorradfahrern gehört. Sondern weil ich mich ganz bewusst entschieden habe, anderen Menschen zu helfen. Wenn ich tot bin, brauche ich meine Organe eh nicht mehr, und es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass ich dann doch immer noch anderen Menschen das Leben retten werden. Diese Entscheidung selbst zu treffen ist außerdem fair meinen Angehörigen gegenüber, die sich im Ernstfall nicht fragen müssen, wie ich mich wohl entscheiden würde.

Ich weiß, ich weiß, Organspende ein Thema, mit dem man sich eigentlich nicht beschäftigen will. Vielleicht weil einem die Sache generell unangenehm ist, vielleicht aber auch, weil man sich darauf gedanklich nicht einlassen will. Dabei ist es irre wichtig sich einmal damit auseinergesetzt zu haben. Wenn man das einmal durchgedacht hat und für sich zu dem Ergebnis kommt, Organspende abzulehnen – OK. Denn:

Entscheidend ist nur die Entscheidung.

…und zwar sowohl dafür als auch dagegen. Das die Beschäftigung mit dem Thema schwierig ist, ist auch Claudia irgendwann klar geworden. Sie hat daraufhin den Verein „Junge Helden“ (http://www.junge-helden.org) gegründet, der behutsam an das Thema heranführt und es erklärt. Dabei werden auch Fragen beantwortet, z.B. wie eine Organspende abläuft und wer Spenden kann und darf. „Entscheidend ist nur die Entscheidung“ ist das Vereinsmotto. Prominentestes Vereinsmitglied ist übrigens Klaas Heufer-Umlauf, aber man sollte dem Verein trotzdem eine Chance geben 🙂

Sollte man sich nach der Beschäftigung FÜR einen Organspendeausweis entscheiden, kann man den dort mit einem Klick runterladen und ausdrucken.
So einfach kann es sein, Gutes zu tun.

Zur Website der Jungen Helden.

Wem die Jungen Helden zu sehr Claudia-Beweihräucherung sind und gerne ausführlichere Informationen möchte, ist bei der offiziellen Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung besser aufgehoben:

https://www.organspende-info.de

 
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Verfasst von - 1. Juni 2015 in Ganz Kurz, Service

 
 
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